Bildung und Zersetzung von Wasser einfach erklärt: Grundlagen
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Hast du schon einmal den Start einer großen Weltraumrakete gesehen? Dabei entstehen riesige, weiße Wolken, die wie gefährlicher Rauch aussehen. Aber wusstest du, dass diese Wolken bei vielen Raketen fast nur aus reinem Wasserdampf bestehen?

In dieser Lektion wirst du lernen, wie aus zwei unsichtbaren Gasen plötzlich Wasser entsteht und dabei genug Energie freigesetzt wird, um eine Rakete ins All zu schießen. Außerdem erfährst du, wie wir diesen Vorgang wieder rückgängig machen können, um das Wasser wieder in seine Bestandteile zu zerlegen.
Vorwissen
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Elemente und Verbindungen: Ein Element ist ein reiner Stoff (z. B. reiner Sauerstoff). Eine Verbindung besteht aus zwei oder mehr verschiedenen Elementen, die fest miteinander verbunden sind.
Beispiel: Kohlenstoffdioxid ist eine Verbindung aus den Elementen Kohlenstoff und Sauerstoff.
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Exotherme Reaktionen: Chemische Reaktionen, bei denen Energie (meist als Wärme oder Licht) an die Umgebung abgegeben wird.
Beispiel: Ein brennendes Lagerfeuer gibt Wärme und Licht ab.
Aufgabentyp 1: Die Bildung von Wasser
Wasser ist kein Element, sondern eine chemische Verbindung. Es besteht aus den beiden gasförmigen Elementen Wasserstoff und Sauerstoff. Der chemische Fachbegriff für Wasser lautet daher auch Wasserstoffoxid.
Wenn Wasserstoff an der Luft (die Sauerstoff enthält) verbrennt, verbinden sich die beiden Gase. Bei dieser chemischen Reaktion entsteht Wasser. Dieser Vorgang ist stark exotherm, das bedeutet, es wird sehr viel Energie in Form von Wärme freigesetzt.
Wir können diesen Vorgang in einer einfachen Wortgleichung zusammenfassen:
Alltagsbezug: Genau diese Reaktion nutzen Raketentriebwerke (wie beim Space Shuttle). Sie haben flüssigen Wasserstoff und flüssigen Sauerstoff an Bord. Wenn diese beiden Stoffe im Triebwerk gemischt und verbrannt werden, wird extrem viel Energie freigesetzt. Diese Energie erzeugt den Schub für die Rakete, und als Abgas entsteht lediglich Wasser.
Experiment: Wasser aus einer Flamme
Zweck: Wir wollen beweisen, dass bei der Verbrennung von Wasserstoff tatsächlich Wasser entsteht.
Materialien: Wasserstoffgas aus einer Gasflasche, ein Brennerrohr, ein trockenes Becherglas.
⚠️ Sicherheitshinweis: Wasserstoff ist hochentzündlich und kann explosiv reagieren. Das Experiment darf nur von der Lehrkraft mit Schutzbrille durchgeführt werden.
Durchführung:
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Das Wasserstoffgas wird am Brennerrohr entzündet, sodass eine kleine Flamme brennt.
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Das trockene Becherglas wird umgedreht direkt über die Flamme gehalten.

Beobachtung: Schon nach wenigen Sekunden beschlägt die Innenseite des Becherglases. Es bilden sich kleine, klare Flüssigkeitstropfen am Glas.
Erklärung: Der Wasserstoff aus der Flamme reagiert mit dem Sauerstoff aus der Umgebungsluft. Sie verbinden sich zu Wasser. Da das Becherglas kühler ist als die Flamme, kühlt der heiße Wasserdampf ab und wird flüssig (er kondensiert).
Aufgabentyp 2: Die Zersetzung von Wasser durch Elektrolyse
Viele chemische Reaktionen sind umkehrbar. Das bedeutet, wir können aus Wasser auch wieder die beiden Gase Wasserstoff und Sauerstoff herstellen.
Da bei der Bildung von Wasser sehr viel Energie freigesetzt wurde, passiert die Zersetzung von Wasser nicht von alleine. Wir müssen dauerhaft Energie hinzufügen, um die Verbindung aufzubrechen. Solche Reaktionen, die ständig Energie benötigen, nennt man endotherm.
Einfaches Erhitzen reicht hier nicht aus (dann würde das Wasser nur kochen und zu Wasserdampf werden, bliebe aber Wasser). Um Wasser chemisch zu zerlegen, nutzen wir elektrischen Strom. Diesen Vorgang nennt man Elektrolyse.
Experiment: Wasser mit Strom zerlegen
Zweck: Wasser mithilfe von elektrischem Strom wieder in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen.
Materialien: Elektrolyse-Apparatur (ein spezielles Glasgerät mit zwei Röhren), Wasser, etwas Salz oder Säure (damit das Wasser den Strom leitet), Stromquelle, ein glimmender Holzspan.
⚠️ Sicherheitshinweis: Strom und Flüssigkeiten können gefährlich sein. Die entstehenden Gase sind brennbar. Nur unter Aufsicht der Lehrkraft durchführen.
Durchführung:
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Fülle das leitfähige Wasser in die Elektrolyse-Apparatur.
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Schließe die Stromquelle an die beiden Enden der Apparatur an und schalte den Strom ein.
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Beobachte die beiden Röhren und fange die entstehenden Gase auf.
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Halte einen glimmenden (nicht brennenden) Holzspan in das Röhrchen mit dem weniger gewordenen Gas.

Beobachtung: Sobald der Strom fließt, steigen an den elektrischen Anschlüssen kleine Bläschen auf. In einer Röhre sammelt sich doppelt so viel Gas wie in der anderen. Wenn man den glimmenden Holzspan in das Röhrchen mit weniger Gas hält, flammt der Span plötzlich hell auf.
Erklärung: Der elektrische Strom zwingt das Wasser, sich wieder in seine Elemente zu trennen. Es entstehen Wasserstoffgas (die größere Menge) und Sauerstoffgas (die kleinere Menge). Das Aufflammen des Holzspans nennt man Glimmspanprobe. Sie ist der eindeutige Beweis dafür, dass das Gas in dieser Röhre reiner Sauerstoff ist, da Sauerstoff Feuer stark anheizt.
Wichtige Erkenntnisse
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Wasser ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Wasserstoff und Sauerstoff (Wasserstoffoxid).
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Die Bildung von Wasser ist eine exotherme Reaktion (setzt Energie frei). Die Wortgleichung lautet: .
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Die Zersetzung von Wasser ist umkehrbar, benötigt aber dauerhaft Energie (endotherm).
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Die Zerlegung von Wasser durch elektrischen Strom nennt man Elektrolyse.
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Häufige Fragen
Was ist die Bildung und Zersetzung von Wasser?
Die Bildung von Wasser ist eine chemische Reaktion, bei der sich die Gase Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser (Wasserstoffoxid) verbinden. Dieser Vorgang ist stark exotherm, setzt also viel Energie frei. Die Zersetzung von Wasser ist der umgekehrte Weg: Hierbei wird Wasser wieder in seine Bestandteile aufgespalten.
Wie funktioniert die Zersetzung von Wasser durch Elektrolyse?
Da die Zersetzung von Wasser eine endotherme Reaktion ist, benötigt sie dauerhaft Energie, um die chemischen Bindungen aufzubrechen. Bei der Elektrolyse wird dafür elektrischer Strom genutzt, um das flüssige Wasser in Wasserstoffgas und Sauerstoffgas zu zerlegen. Dabei sammelt sich an einem Pol doppelt so viel Wasserstoff wie Sauerstoff am anderen Pol, was die chemische Zusammensetzung von Wasser (H₂O) widerspiegelt.
Was beweist die Glimmspanprobe bei der Elektrolyse?
Die Glimmspanprobe dient in der Chemie als klassischer Nachweis für Sauerstoff. Wenn du einen glimmenden, aber nicht mehr brennenden Holzspan in das Röhrchen mit dem aufgefangenen Gas hältst und dieser plötzlich wieder hell aufflammt, ist das der eindeutige Beweis. Das Gas in der Röhre ist reiner Sauerstoff, da Sauerstoff ein Feuer stark anheizt.
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