Böden und Permafrost als Klimafaktoren einfach erklärt

Erfahre, warum Böden und Permafrost gigantische Kohlenstoffspeicher sind und wie ihr Auftauen das Klima durch den Rückkopplungseffekt beeinflusst.

📅 Aktualisiert 26. August 20263 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Böden und Permafrost als Klimafaktoren einfach erklärt

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Student thinking

Hast du dich jemals gefragt, was tief unter der Erde im hohen Norden verborgen liegt? Es ist kein Gold oder Silber, sondern eine gigantische, unsichtbare Tiefkühltruhe, die das Klima unserer gesamten Erde kontrolliert!

Eisige Landschaft mit Permafrostboden
Eisige Landschaft mit Permafrostboden

In dieser Lektion werden wir entdecken, wo die Natur riesige Mengen an Kohlenstoff speichert. Du wirst lernen, was passiert, wenn diese natürlichen Tiefkühltruhen plötzlich auftauen, und wie das einen gefährlichen Teufelskreis für unser Klima auslöst. Böden und Permafrost als Klimafaktoren sind ein zentrales Thema, um den globalen Klimawandel und seine Folgen richtig zu verstehen.

Vorwissen

  • Treibhauseffekt: Gase in der Luft halten die Wärme der Sonne auf der Erde fest, ähnlich wie das Glas in einem Gewächshaus. Beispiel: Kohlenstoffdioxid (CO2\text{CO}_2) ist ein bekanntes Treibhausgas, das die Erde erwärmt.
  • Kohlenstoff: Ein chemisches Element, das der Grundbaustein aller Lebewesen ist. Beispiel: Holz, Blätter und auch unsere eigenen Körper enthalten Kohlenstoff.

Aufgabentyp 1: Die gigantischen Kohlenstoff-Speicher der Erde

Unser Planet hat verschiedene Orte, an denen er Kohlenstoff über lange Zeiträume wegsperrt. Diese Orte nennen wir Kohlenstoffsenken. Stell dir diese Senken wie riesige Lagerhallen vor.

Die größte Lagerhalle ist die Lithosphäre (die tiefen Gesteinsschichten der Erde) mit 75 Millionen Gigatonnen Kohlenstoff, gefolgt von den Ozeanen mit 35.000 Gigatonnen. Auch fossile Brennstoffe wie Kohle und Erdöl speichern viel Kohlenstoff (4.100 Gigatonnen).

Diagramm der globalen Kohlenstoffspeicher
Diagramm der globalen Kohlenstoffspeicher

Besonders wichtig und oft übersehen sind unsere Böden. Dazu gehören normaler Humus, Torf in Mooren und der Permafrost (dauerhaft gefrorener Boden). Die Böden speichern zusammen etwa 2.500 Gigatonnen Kohlenstoff. Der Permafrost allein speichert davon 950 bis 1.700 Gigatonnen. Wenn wir das mit der Biosphäre (alle Pflanzen und Tiere, 800 Gigatonnen) und der Atmosphäre (der Luft, 730 Gigatonnen) vergleichen, sehen wir etwas Erstaunliches: Die Böden speichern viel mehr Kohlenstoff als alle Pflanzen, Tiere und die gesamte Luft zusammen!

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Berechne anhand der folgenden Daten, wie viel mehr Kohlenstoff in den Böden (inklusive Permafrost) gespeichert ist als in der Atmosphäre und Biosphäre zusammen.

Daten:

  • Böden: 2500 Gigatonnen2500 \text{ Gigatonnen}
  • Atmosphäre: 730 Gigatonnen730 \text{ Gigatonnen}
  • Biosphäre: 800 Gigatonnen800 \text{ Gigatonnen}
Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Summe von Atmosphäre und Biosphäre berechnen

    Wir addieren den Kohlenstoff der Luft und der Lebewesen: 730 Gigatonnen+800 Gigatonnen=1530 Gigatonnen730 \text{ Gigatonnen} + 800 \text{ Gigatonnen} = 1530 \text{ Gigatonnen}

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Differenz zu den Böden berechnen

    Wir ziehen dieses Ergebnis von der Menge in den Böden ab: 2500 Gigatonnen1530 Gigatonnen=970 Gigatonnen2500 \text{ Gigatonnen} - 1530 \text{ Gigatonnen} = 970 \text{ Gigatonnen}

Ergebnis:

Es sind 970 Gigatonnen970 \text{ Gigatonnen} mehr Kohlenstoff in den Böden gespeichert. Das zeigt, wie extrem wichtig Böden als Speicher sind.

Quiz zu Böden und Permafrost als Klimafaktoren: Teste dein Wissen

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Quizfrage 1 zu Böden und Permafrost als Klimafaktoren

Wie funktioniert der Treibhauseffekt laut dem Artikel?

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Welcher Ort ist laut dem Artikel die größte Kohlenstoffsenke der Erde?

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Übungsaufgabe zu Böden und Permafrost als Klimafaktoren

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Aufgabentyp 2: Permafrost und der gefährliche Teufelskreis

Im hohen Norden der Erde, wo es sehr kalt ist, ist der Boden das ganze Jahr über tief gefroren. Das ist der Permafrost. In diesem Eis sind unzählige abgestorbene Pflanzen eingefroren, die voller Kohlenstoff stecken. Solange sie gefroren sind, passiert nichts.

Wenn es im Sommer jedoch wärmer wird und die oberste Schicht des Permafrosts auftaut, erwachen winzige Lebewesen (Mikroorganismen) im Boden. Sie fangen an, die aufgetauten Pflanzenreste zu fressen. Diesen Vorgang nennt man mikrobiellen Abbau. Beim Verdauen geben diese winzigen Lebewesen hochwirksame Treibhausgase ab: Kohlenstoffdioxid (CO2\text{CO}_2), Methan (CH4\text{CH}_4) und Lachgas (N2O\text{N}_2\text{O}).

Kreislauf des auftauenden Permafrosts
Kreislauf des auftauenden Permafrosts

Das Freisetzen dieser Gase führt zu einem gefährlichen Rückkopplungseffekt (einem Teufelskreis). Die neuen Treibhausgase steigen in die Luft und verstärken die Erwärmung der Atmosphäre. Weil es wärmer wird, taut noch mehr Permafrost auf. Dadurch wachen noch mehr Mikroorganismen auf, fressen mehr Pflanzen und produzieren noch mehr Treibhausgase. Der Kreislauf treibt sich selbst immer weiter an.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Erwärmung: Die Temperatur der Luft steigt durch den bestehenden Treibhauseffekt an.
  2. Auftauen: Der dauerhaft gefrorene Permafrostboden taut auf.
  3. Mikrobieller Abbau: Mikroorganismen zersetzen die nun aufgetauten, toten Pflanzenreste.
  4. Gasfreisetzung: Dabei entstehen die Treibhausgase CO2\text{CO}_2, CH4\text{CH}_4 und N2O\text{N}_2\text{O}, die in die Luft entweichen und zurück zu Schritt 1 führen.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

In einem warmen Sommer taut in Sibirien ein großes Gebiet Permafrostboden auf. Erkläre Schritt für Schritt, wie dieses Ereignis die Temperaturen auf der Erde im nächsten Jahr noch weiter ansteigen lassen könnte.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Auftauen und Zersetzung

    Durch das Auftauen des Bodens werden eingefrorene Pflanzenreste zugänglich. Mikroorganismen beginnen sofort mit dem mikrobiellen Abbau dieser Reste.

  2. Schritt 2
    Freisetzung von Treibhausgasen

    Bei diesem Abbau produzieren die Mikroorganismen Gase wie Methan (CH4\text{CH}_4) und Kohlenstoffdioxid (CO2\text{CO}_2), die in die Atmosphäre aufsteigen.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Der Rückkopplungseffekt

    Diese zusätzlichen Treibhausgase verstärken den Treibhauseffekt.

Ergebnis:

Dadurch wird mehr Wärme auf der Erde zurückgehalten, was die globalen Temperaturen weiter ansteigen lässt und im nächsten Jahr noch mehr Permafrost auftauen wird.

Wichtige Erkenntnisse

  • Böden (besonders Permafrost) sind gigantische Kohlenstoffsenken und speichern mehr Kohlenstoff als die Atmosphäre und alle Lebewesen zusammen.
  • Wenn Permafrost auftaut, zersetzen Mikroorganismen alte Pflanzenreste.
  • Dabei entstehen starke Treibhausgase wie CO2\text{CO}_2 und Methan (CH4\text{CH}_4).
  • Dies führt zu einem Rückkopplungseffekt: Mehr Gase bedeuten mehr Wärme, was zu noch mehr auftauendem Permafrost führt.

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Häufige Fragen

Was sind Böden und Permafrost als Klimafaktoren?

Böden und insbesondere der Permafrost (dauerhaft gefrorener Boden) wirken als gigantische Kohlenstoffsenken. Sie speichern weltweit mehr Kohlenstoff als die gesamte Atmosphäre und alle Lebewesen zusammen. Dadurch spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Regulierung unseres globalen Klimas.

Was passiert, wenn der Permafrost auftaut?

Wenn die Temperaturen steigen und der Permafrost auftaut, werden jahrtausendealte, eingefrorene Pflanzenreste zugänglich. Mikroorganismen im Boden beginnen sofort, diese Reste zu zersetzen. Bei diesem mikrobiellen Abbau werden große Mengen an Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid und Methan in die Atmosphäre freigesetzt.

Was ist der Rückkopplungseffekt beim Permafrost?

Der Rückkopplungseffekt ist ein gefährlicher Teufelskreis: Durch die globale Erwärmung taut der Permafrost auf, wodurch Treibhausgase freigesetzt werden. Diese Gase verstärken wiederum den Treibhauseffekt, was die Erde noch weiter erwärmt. Dadurch taut im nächsten Jahr noch mehr Permafrost auf, und der Kreislauf beschleunigt sich.

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