Chemische Energieträger: Wasserstoff & Power-to-Gas erklärt
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Hast du dich schon mal gefragt, warum sich manche Windräder an stürmischen Tagen gar nicht drehen? Oft produzieren sie in diesem Moment mehr Strom, als wir verbrauchen können! Da das Stromnetz nicht überlastet werden darf, müssen sie abgeschaltet werden.

Das ist natürlich eine riesige Verschwendung. Wäre es nicht toll, wenn wir diesen überschüssigen Strom für windstille Nächte aufheben könnten? In dieser Lektion lernst du, wie wir elektrische Energie in Gase verwandeln können, um sie als chemische Energieträger wie Wasserstoff und durch Power-to-Gas riesigen Ausmaßes zu speichern.
Vorwissen
- Elektrolyse: Die Zerlegung von Wasser durch elektrischen Strom. Beispiel: Im Unterricht haben wir gesehen, wie an zwei Elektroden im Wasser Bläschen aus Wasserstoff und Sauerstoff aufsteigen.
- Brennstoffzelle: Ein Gerät, das chemische Energie direkt wieder in elektrischen Strom umwandelt. Beispiel: Wasserstoffautos nutzen Brennstoffzellen, um aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom für den Motor zu erzeugen.
Aufgabentyp 1: Wasserstoffherstellung und -verwendung
Wenn die Sonne stark scheint und der Wind weht, haben wir oft zu viel elektrischen Strom. Da wir diesen Strom nicht einfach in riesigen Mengen in normalen Batterien speichern können, nutzen wir die Elektrolyse als zentralen Baustein der Energiespeicherung.
Der überschüssige Strom spaltet Wasser () in Wasserstoff () und Sauerstoff (). Der Sauerstoff wird meist einfach an die Umwelt abgegeben. Der Wasserstoff hingegen wird aufgefangen und in großen Tanks gespeichert. Er ist jetzt unser chemischer Energiespeicher!

Was machen wir nun mit diesem gespeicherten Wasserstoff, wenn wir die Energie wieder brauchen? Es gibt drei wesentliche Möglichkeiten zur Nutzung:
- Direkte Verbrennung: Er kann verbrannt werden, um Wärme für die Industrie zu erzeugen.
- Beimischung ins Erdgasnetz: Er kann dem normalen Erdgas beigemischt werden, um unsere Häuser zu heizen.
- Betrieb von Brennstoffzellen: Er kann in Brennstoffzellen genutzt werden, um wieder elektrischen Strom für Autos, Züge oder das Stromnetz zu erzeugen.
Aufgabentyp 2: Power-to-Gas-Technologie (Methanisierung)
Wasserstoff ist ein toller Energiespeicher, hat aber einen Nachteil: Als Gas nimmt er extrem viel Platz weg. Um mehr Energie auf kleinerem Raum zu speichern, nutzen Chemiker das Power-to-Gas-Verfahren (auf Deutsch: „Strom zu Gas").
Dabei wird der Wasserstoff mit Kohlenstoffdioxid zur Reaktion gebracht. Es entsteht Methan (der Hauptbestandteil von Erdgas) und Wasser. Die chemische Reaktionsgleichung sieht so aus:

Alltagsbezug: Warum betreiben wir diesen zusätzlichen Aufwand? Das liegt an der sogenannten volumetrischen Energiedichte (Energie pro Volumen). Stell dir eine Box vor, die genau einen Kubikmeter () groß ist.
Füllen wir diese Box mit Wasserstoff und verbrennen ihn, erhalten wir etwa (Megajoule) Energie. Füllen wir exakt dieselbe Box mit Methan, erhalten wir satte Energie! Methan speichert also mehr als dreimal so viel Energie im gleichen Platz. Das macht den Transport und die Lagerung in Tanks viel einfacher.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn du herausfinden möchtest, wie viel Energie in einem bestimmten Tank steckt, kannst du diese einfache Methode nutzen:
- Volumen und Gasart bestimmen: Lies aus der Aufgabe ab, wie groß der Tank ist (in ) und welches Gas verwendet wird.
- Den richtigen Energiewert wählen: Nutze die festen Werte für die volumetrische Energiedichte: Wasserstoff = , Methan = .
- Gesamtenergie berechnen: Multipliziere das Volumen des Tanks mit dem Energiewert des Gases ().
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein städtischer Gasspeicher fasst Gas. Berechne die gesamte Energie, die freigesetzt wird, wenn der Speicher einmal komplett mit Wasserstoff und einmal komplett mit Methan gefüllt ist. Vergleiche die Ergebnisse.
- Schritt 1Volumen und Gasart bestimmen
Das Volumen des Speichers beträgt . Wir müssen die Berechnung für zwei Gase durchführen: Wasserstoff und Methan.
- Schritt 2Den richtigen Energiewert wählen
Wir wissen aus dem Text:
- Wasserstoff liefert .
- Methan liefert .
- Schritt 3Gesamtenergie für Wasserstoff berechnen
Wir setzen die Werte in die Formel ein:
- Schritt 4 · ErgebnisGesamtenergie für Methan berechnen
Nun berechnen wir den Wert für Methan:
Methan liefert bei gleichem Tankvolumen mit deutlich mehr Energie als Wasserstoff (). Das Ergebnis ist logisch, da Methan eine höhere volumetrische Energiedichte besitzt.
Quiz zu Chemische Energieträger: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Chemische Energieträger und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Chemische Energieträger
Was passiert mit dem Sauerstoff, der bei der Spaltung von Wasser durch Elektrolyse entsteht?
Quizfrage 2 zu Chemische Energieträger
Nur mit AccountWas ist eine der wesentlichen Möglichkeiten, um gespeicherten Wasserstoff wieder zu nutzen?
Übungsaufgabe zu Chemische Energieträger
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Die Elektrolyse wandelt überschüssigen Strom in Wasserstoff um, der als chemischer Energiespeicher dient.
- Wasserstoff kann direkt verbrannt, dem Erdgas beigemischt oder in Brennstoffzellen zur Stromerzeugung genutzt werden.
- Beim Power-to-Gas-Verfahren reagieren Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid zu Methan und Wasser ().
- Methan hat eine viel höhere volumetrische Energiedichte als Wasserstoff, es speichert also deutlich mehr Energie im gleichen Volumen.
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Häufige Fragen
Was sind chemische Energieträger wie Wasserstoff und Power-to-Gas?
Chemische Energieträger sind Stoffe, in denen Energie in Form von chemischen Bindungen gespeichert wird. Wasserstoff wird durch Elektrolyse aus überschüssigem Strom gewonnen. Beim Power-to-Gas-Verfahren wird dieser Wasserstoff mit Kohlenstoffdioxid zu Methan umgewandelt, welches sich leichter speichern und transportieren lässt.
Wie funktioniert das Power-to-Gas-Verfahren?
Beim Power-to-Gas-Verfahren wird zunächst Wasser durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Anschließend reagiert der Wasserstoff mit Kohlenstoffdioxid zu Methan und Wasser. Das entstandene Methan kann problemlos in das bestehende Erdgasnetz eingespeist und dort als Energiespeicher genutzt werden.
Warum wandelt man Wasserstoff in Methan um?
Wasserstoff benötigt als Gas sehr viel Platz. Methan hat eine deutlich höhere volumetrische Energiedichte — es speichert mehr als dreimal so viel Energie im gleichen Volumen wie Wasserstoff. Das macht den Transport und die Lagerung in Tanks wesentlich effizienter und einfacher.
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