Chemische Reaktionen von Ethanol einfach erklärt: Anwendungen
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Stell dir vor, du sitzt an einem kalten Winterabend mit deiner Familie gemütlich um einen Fonduetopf. Unter dem Topf brennt eine kleine, bläuliche Flamme, die den Käse oder die Brühe schön heiß hält. Aber hast du dich jemals gefragt, was genau dort eigentlich brennt?

Der Brennstoff, der diese Hitze liefert, ist Ethanol. In diesem Artikel werden wir herausfinden, was genau bei den chemischen Reaktionen und praktischen Anwendungen von Ethanol passiert, warum es ein so hervorragender Energielieferant ist und mit welchem cleveren chemischen Trick wir verhindern, dass diese leicht entzündliche Flüssigkeit am Esstisch zur Gefahr wird.
Vorwissen
- Verbrennungsreaktion: Eine chemische Reaktion, bei der ein Stoff mit Sauerstoff reagiert und dabei Energie (meist als Wärme und Licht) freisetzt.
- Beispiel: Ein Stück Holz verbrennt an der Luft und spendet Wärme.
- Edukte und Produkte: Edukte sind die Ausgangsstoffe, die in eine Reaktion hineingehen. Produkte sind die neuen Stoffe, die am Ende entstehen.
- Beispiel: Bei der Verbrennung von Kohle sind Kohlenstoff und Sauerstoff die Edukte, das entstehende Kohlenstoffdioxid ist das Produkt.
Aufgabentyp 1: Verbrennung und Verwendung von Ethanol
Ethanol ist eine farblose Flüssigkeit, die extrem leicht entzündlich ist. Schon ein kleiner Funke oder eine heiße Flamme reicht aus, um es zu entzünden. Wenn Ethanol brennt, reagiert es mit dem Sauerstoff aus der Luft. Bei dieser vollständigen Verbrennung entstehen immer genau zwei neue Stoffe: Kohlenstoffdioxid (ein unsichtbares Gas) und Wasser (das als Wasserdampf in die Luft entweicht).
Wir können diese Reaktion als Wortgleichung aufschreiben. Dabei reagieren die Edukte Ethanol und Sauerstoff zu den Produkten Kohlenstoffdioxid und Wasser:

Alltagsbezug: Weil bei dieser Verbrennung sehr viel Energie frei wird, nutzen wir Ethanol oft im Alltag. Es wird zum Beispiel als Kraftstoffzusatz in Benzin für Autos gemischt. Auch im Haushalt wird es als Brennstoff für kleine Tischöfen oder Fonduebrenner verwendet.
Das Sicherheitsproblem: Flüssiges Ethanol am Esstisch ist gefährlich. Wenn der Brenner umkippt, würde sich die brennende Flüssigkeit blitzschnell über den ganzen Tisch verteilen. Um dieses Risiko zu lösen, hat die Chemie eine clevere Erfindung gemacht: die Brennpaste.
Für Brennpaste wird das flüssige Ethanol mit einem speziellen Salz namens Calciumacetat vermischt. Dieses Salz wirkt wie ein Gerüst und verwandelt die Flüssigkeit in ein festes, wackelpuddingartiges Gel. Das Ethanol in der Paste brennt immer noch genauso gut, aber selbst wenn der Brenner umfällt, kann nichts mehr auslaufen!
Aufgabentyp 2: Experiment – Die sichere Flamme
Zweck: Wir beobachten, warum Brennpaste im Alltag viel sicherer ist als flüssiges Ethanol.
Materialien: 20 mL flüssiges Ethanol, 5 g Calciumacetat, zwei feuerfeste Schalen, ein langes Streichholz.
⚠️ Sicherheitshinweis: Ethanol ist extrem leicht entzündlich. Schutzbrille tragen! Das Experiment darf nur unter Aufsicht einer Lehrkraft in einer feuerfesten Umgebung durchgeführt werden. Lange Haare zusammenbinden.
Durchführung:
- Gib in die erste Schale nur das flüssige Ethanol.
- Mische in der zweiten Schale das Ethanol mit dem Calciumacetat, bis eine feste Paste entsteht.
- Entzünde den Inhalt beider Schalen vorsichtig mit dem langen Streichholz.
- Die Lehrkraft kippt beide Schalen mit einer feuerfesten Zange ganz leicht an (um ein versehentliches Anstoßen am Tisch zu simulieren).

Beobachtung: Das flüssige Ethanol in der ersten Schale schwappt sofort über den Rand. Die Flamme würde sich ausbreiten. Die Paste in der zweiten Schale bleibt fest an ihrem Platz kleben, während sie ruhig weiterbrennt. Es läuft nichts aus.
Erklärung: Das Calciumacetat bildet ein festes Netzwerk, das das flüssige Ethanol wie ein Schwamm festhält. Das Ethanol kann an der Oberfläche immer noch verdampfen und mit dem Sauerstoff reagieren (brennen), aber die gefährliche Eigenschaft einer fließenden Flüssigkeit wurde gestoppt.
Wichtige Erkenntnisse
- Ethanol ist extrem leicht entzündlich und ein hervorragender Energielieferant.
- Bei der vollständigen Verbrennung von Ethanol entstehen immer Kohlenstoffdioxid und Wasser.
- Die Wortgleichung lautet: .
- Um Unfälle durch Verschütten (z. B. bei Fonduebrennern) zu vermeiden, wird Ethanol mit Calciumacetat zu einer auslaufsicheren Brennpaste vermischt.
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Häufige Fragen
Was sind chemische Reaktionen von Ethanol?
Bei den chemischen Reaktionen von Ethanol ist besonders die Verbrennungsreaktion wichtig. Dabei reagiert das flüssige, leicht entzündliche Ethanol mit dem Sauerstoff aus der Luft. Diese Reaktion setzt sehr viel Energie in Form von Wärme und Licht frei, weshalb Ethanol ein hervorragender Brennstoff ist.
Welche Produkte entstehen bei der Verbrennung von Ethanol?
Bei der vollständigen Verbrennung von Ethanol entstehen immer genau zwei neue Stoffe: Kohlenstoffdioxid (ein unsichtbares Gas) und Wasser (das als Wasserdampf in die Luft entweicht). Die Wortgleichung lautet: Ethanol + Sauerstoff → Kohlenstoffdioxid + Wasser.
Warum wird Ethanol im Alltag oft als Brennpaste verwendet?
Flüssiges Ethanol ist am Esstisch, etwa beim Fondue, sehr gefährlich, da es beim Umkippen schnell auslaufen und sich entzünden kann. Deshalb wird es mit Calciumacetat vermischt. Dieses Salz verwandelt das Ethanol in eine feste Brennpaste, die nicht auslaufen kann, aber genauso gut brennt.
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