Chemische Reaktionen der Erdalkalimetalle einfach erklärt
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Hast du dich schon einmal gefragt, warum manche Feuerwerksraketen in einem blendend weißen Licht erstrahlen, während andere tiefrot leuchten? Das ist keine Magie, sondern reine Chemie! Oft sind dafür bestimmte Metalle verantwortlich: die Erdalkalimetalle. In diesem Artikel schauen wir uns die chemischen Reaktionen der Erdalkalimetalle genauer an. Du wirst lernen, wie diese besonderen Metalle mit ihrer Umwelt reagieren, warum sie an der Luft verbrennen können und was passiert, wenn man sie einfach nur in Wasser wirft.

Vorwissen
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Oxidation: Eine chemische Reaktion, bei der sich ein Stoff mit Sauerstoff verbindet.
Beispiel: Eisen reagiert mit Sauerstoff und rostet.
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Knallgasprobe: Ein Test, um das unsichtbare Gas Wasserstoff nachzuweisen.
Beispiel: Hält man eine Flamme an das Gas und es macht "Plopp", ist es Wasserstoff.
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Indikator: Ein Farbstoff, der anzeigt, ob eine Flüssigkeit sauer oder alkalisch ist.
Beispiel: Der Indikator Phenolphthalein färbt sich in alkalischen Lösungen rot-violett.
Aufgabentyp 1: Reaktionen mit Sauerstoff und Wasser
Wenn Erdalkalimetalle an der Luft liegen, reagieren sie langsam mit dem Sauerstoff. Magnesium wird dabei matt, und Calcium überzieht sich mit einer grauen Schicht. Das ist eine langsame Oxidation.
Wenn man die Metalle jedoch anzündet, wird die Reaktion extrem heftig und farbenfroh! Magnesium verbrennt mit einem blendend hellen, weißen Licht. Calcium hingegen verbrennt mit einer hellen, rötlichen Flamme und erzeugt dabei weißen Rauch.

Bei dieser Reaktion verbinden sich die Metalle mit dem Sauerstoff zu einem neuen, festen Stoff: einem Metalloxid.
Die chemische Formel für diese Oxide folgt immer dem gleichen Bauplan: (wobei "M" für das Metall steht). Aus Magnesium wird also und aus Calcium wird .
Die Wortgleichungen für diese Reaktionen sind sehr einfach:
Verbrennung von Magnesium
Zweck: Beobachtung der heftigen Reaktion eines Erdalkalimetalls mit Sauerstoff.
Materialien: Ein 3 cm langes Stück Magnesiumband, Tiegelzange, Gasbrenner, feuerfeste Unterlage.
⚠️ Sicherheitshinweis: Schutzbrille tragen! Das entstehende Licht ist extrem hell und enthält UV-Strahlung. Niemals direkt in die grelle Flamme schauen, da dies die Augen schädigen kann.
Durchführung:
- Entzünde den Gasbrenner.
- Greife das Magnesiumband an einem Ende fest mit der Tiegelzange.
- Halte das andere Ende des Bandes in die heiße Brennerflamme, bis es anfängt zu brennen.
- Halte das brennende Band über die feuerfeste Unterlage.

Beobachtung: Das graue Metallband entzündet sich und verbrennt mit einer gleißend hellen, weißen Flamme. Danach bleibt ein weißes, zerbrechliches Pulver übrig.
Erklärung: Das Magnesium hat sich mit dem Sauerstoff aus der Luft zu dem weißen Pulver Magnesiumoxid verbunden.
Erdalkalimetalle reagieren nicht nur mit Sauerstoff, sondern auch mit Wasser. Dabei passieren zwei Dinge gleichzeitig: Es entsteht ein unsichtbares Gas namens Wasserstoff, und im Wasser bildet sich eine alkalische Lösung, das sogenannte Metallhydroxid.
Die Formel für diese Hydroxide folgt dem Bauplan (z. B. oder ).
Allerdings reagieren die Metalle unterschiedlich schnell:
- Magnesium: Es fängt an zu reagieren, aber es bildet sich sofort eine schwer lösliche Schicht aus Magnesiumhydroxid um das Metall. Diese Schicht wirkt wie ein Schutzschild und stoppt die Reaktion fast sofort.
- Calcium: Es reagiert sehr heftig mit dem Wasser. Es sprudelt stark, weil viel Wasserstoffgas aufsteigt. Strontium und Barium reagieren sogar noch heftiger!

Wir können die Produkte dieser Reaktion leicht nachweisen: Das Wasserstoffgas macht bei der Knallgasprobe "Plopp". Die alkalische Lösung färbt den Indikator Phenolphthalein rot-violett.
Eine Besonderheit: Die Lösung aus Calcium und Wasser nennt man "Kalkwasser". Kalkwasser ist in der Chemie sehr nützlich, weil man damit das Gas Kohlenstoffdioxid () nachweisen kann.
Calcium im Wasserbad
Zweck: Beobachtung der Gasentwicklung und der alkalischen Lösung bei der Reaktion mit Wasser.
Materialien: Ein erbsengroßes Stück Calcium, Becherglas (250 mL), 100 mL Wasser, Indikator Phenolphthalein.
⚠️ Sicherheitshinweis: Schutzbrille tragen! Das entstehende Wasserstoffgas ist brennbar. Das entstehende Calciumhydroxid ist reizend.
Durchführung:
- Fülle 100 mL Wasser in das Becherglas.
- Gib drei Tropfen Phenolphthalein in das Wasser.
- Gib das erbsengroße Stück Calcium in das Wasser.

Beobachtung: Das Calciumstück sinkt zu Boden und beginnt sofort heftig zu sprudeln. Es steigen viele Gasbläschen auf. Gleichzeitig färbt sich das Wasser um das Calcium herum intensiv rot-violett. Das Metallstück wird immer kleiner, bis es verschwindet.
Erklärung: Das Sprudeln zeigt, dass Wasserstoffgas entsteht. Die rot-violette Farbe beweist, dass sich eine alkalische Calciumhydroxid-Lösung gebildet hat.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Reaktion mit Sauerstoff: Wenn ein Erdalkalimetall verbrennt, reagiert es mit Sauerstoff. Das Produkt endet immer auf "-oxid". Muster:
- Reaktion mit Wasser: Wenn ein Erdalkalimetall in Wasser gegeben wird, entstehen immer zwei Produkte: das Hydroxid des Metalls und Wasserstoffgas. Muster:
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Barium ist ein Erdalkalimetall, das noch heftiger reagiert als Calcium. Stelle die Wortgleichungen für die Reaktionen von Barium mit Sauerstoff und mit Wasser auf.
- Schritt 1Reaktion mit Sauerstoff
Wir nutzen das Muster für die Oxidation:
- Schritt 2 · ErgebnisReaktion mit Wasser
Wir nutzen das Muster für die Reaktion mit Wasser. Es entstehen ein Hydroxid und Wasserstoff:
Die Wortgleichungen lauten: 1. und 2. .
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Quizfrage 1 zu Chemische Reaktionen der Erdalkalimetalle
Welche Farbe nimmt der Indikator Phenolphthalein in einer alkalischen Lösung an?
Quizfrage 2 zu Chemische Reaktionen der Erdalkalimetalle
Nur mit AccountWelches optische Phänomen lässt sich bei der Verbrennung von Magnesium beobachten?
Übungsaufgabe zu Chemische Reaktionen der Erdalkalimetalle
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Erdalkalimetalle reagieren mit Sauerstoff zu festen Metalloxiden (Formel: ).
- Magnesium verbrennt mit weißem Licht, Calcium mit rötlicher Flamme.
- Erdalkalimetalle reagieren mit Wasser zu Wasserstoffgas und einer alkalischen Lösung (Formel: ).
- Magnesium reagiert mit Wasser kaum (Schutzschicht), Calcium reagiert heftig.
- Calciumhydroxid-Lösung heißt "Kalkwasser" und dient als Nachweis für Kohlenstoffdioxid.
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Häufige Fragen
Was sind chemische Reaktionen der Erdalkalimetalle?
Die chemischen Reaktionen der Erdalkalimetalle umfassen vor allem die Reaktionen mit Sauerstoff und Wasser. Dabei bilden sie durch Oxidation feste Metalloxide oder reagieren im Wasser unter Bildung von Wasserstoffgas und einer alkalischen Lösung (Metallhydroxid).
Wie reagieren Erdalkalimetalle mit Sauerstoff?
Erdalkalimetalle reagieren mit Sauerstoff zu festen Metalloxiden. An der Luft oxidieren sie langsam und werden matt. Zündet man sie an, verbrennen sie heftig und farbenfroh, wie zum Beispiel Magnesium mit einem blendend weißen Licht.
Was passiert, wenn Erdalkalimetalle mit Wasser reagieren?
Bei der Reaktion mit Wasser entstehen zwei Produkte: Es bildet sich ein unsichtbares Gas, der Wasserstoff, und eine alkalische Lösung, das Metallhydroxid. Je nach Metall verläuft die Reaktion unterschiedlich heftig.
Warum reagiert Magnesium kaum mit Wasser?
Magnesium beginnt zwar mit Wasser zu reagieren, aber es bildet sich sofort eine schwer lösliche Schicht aus Magnesiumhydroxid um das Metall. Diese Schicht wirkt wie ein Schutzschild und stoppt die weitere Reaktion fast augenblicklich.
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