Destillation einfach erklärt: Prinzip, Aufbau & Beispiele
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Stell dir vor, du bist auf einer einsamen Insel gestrandet. Um dich herum ist endlos viel Wasser, aber du kannst es nicht trinken, weil es extrem salzig ist. Wie überlebst du?

Die Lösung für dieses Problem ist ein genialer Trick aus der Chemie: Du musst das Wasser vom Salz trennen. In dieser Lektion lernst du, wie man mit Hilfe von Hitze und Kälte aus ungenießbarem Salzwasser reines Trinkwasser gewinnt. Dieses Verfahren nennt man Destillation, und du wirst sehen, wie wir es im Labor und sogar im großen Maßstab auf der ganzen Welt anwenden.
Schnellantwort
Die Destillation ist ein physikalisches Trennverfahren, das genutzt wird, um flüssige Gemische in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen. Dabei macht man sich zunutze, dass die Stoffe im Gemisch bei unterschiedlichen Temperaturen verdampfen. Das Verfahren ist eine Kombination aus Verdampfen durch Erhitzen und anschließendem Kondensieren durch Abkühlen.
Vorwissen
- Aggregatzustände und Phasenübergänge: Stoffe können fest, flüssig oder gasförmig sein. Wenn flüssiges Wasser erhitzt wird, wird es gasförmig (Verdampfen). Wenn Wasserdampf abkühlt, wird er wieder flüssig (Kondensieren). Beispiel: Wenn kochendes Wasser im Topf dampft und der Dampf an einem kalten Fenster zu Wassertropfen wird.
- Stoffgemische: Ein Gemisch besteht aus mindestens zwei verschiedenen Stoffen, die miteinander vermengt sind. Beispiel: Salzwasser ist ein Gemisch aus flüssigem Wasser und gelöstem, festem Salz.
Aufgabentyp 1: Das Prinzip der Destillation
Die Destillation ist ein physikalisches Trennverfahren. Man nutzt sie, um flüssige Gemische (wie Salzwasser) in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen. Der Trick dabei ist, dass die Stoffe im Gemisch bei unterschiedlichen Temperaturen verdampfen.
Wenn wir Salzwasser erhitzen, passiert Folgendes: Das Wasser beginnt zu kochen und wird zu gasförmigem Wasserdampf. Das Salz hingegen braucht viel höhere Temperaturen, um zu schmelzen oder zu verdampfen. Es bleibt also einfach als Feststoff zurück.

Der aufsteigende Wasserdampf wird anschließend an einer kalten Oberfläche abgekühlt. Dadurch kondensiert er – er wird wieder zu flüssigem Wasser. Dieses aufgefangene, reine Wasser nennt man Destillat. Die Destillation ist also eine Kombination aus Verdampfen und anschließendem Kondensieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Egal ob im Labor oder in einer riesigen Anlage am Meer, die Destillation folgt immer dem gleichen Plan:
- Schritt 1: Erhitzen und Verdampfen – Das Gemisch wird erhitzt. Die Flüssigkeit (z. B. Wasser) erreicht ihre Siedetemperatur und wird zu Gas. Feststoffe (z. B. Salz oder Farbstoffe) bleiben zurück.
- Schritt 2: Kühlen und Kondensieren – Das Gas wird in einen kühleren Bereich geleitet (z. B. in den Liebig-Kühler oder an ein Glasdach). Durch die Kälte wird das Gas wieder flüssig.
- Schritt 3: Auffangen – Die nun reine Flüssigkeit (das Destillat) wird in einem separaten Gefäß gesammelt.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Du hast aus Versehen blaue Lebensmittelfarbe in dein Wasserglas geschüttet. Die Farbe ist ein Feststoff, der sich komplett im Wasser gelöst hat. Beschreibe Schritt für Schritt, wie du mit einer Destillationsapparatur wieder klares, farbloses Wasser erhältst.
- Schritt 1Erhitzen und Verdampfen
Ich fülle das blaue Wasser in den Destillierkolben und erhitze es mit dem Brenner. Das Wasser beginnt zu kochen und wird zu unsichtbarem Wasserdampf. Die blaue Lebensmittelfarbe verdampft nicht und bleibt im Kolben zurück.
- Schritt 2Kühlen und Kondensieren
Der Wasserdampf steigt auf und strömt in den Liebig-Kühler. Weil im äußeren Mantel kaltes Wasser im Gegenstrom fließt, kühlt der Dampf ab und kondensiert wieder zu flüssigen Wassertropfen.
- Schritt 3 · ErgebnisAuffangen
Die Wassertropfen fallen am Ende des Kühlers in das Auffanggefäß.
Ich habe nun wieder klares, reines Wasser im Auffanggefäß, während die blaue Farbe im Destillierkolben geblieben ist.
Quiz zu Destillation: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Destillation und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Destillation
Welche Eigenschaft der Stoffe wird bei der Destillation genutzt, um ein flüssiges Gemisch zu zerlegen?
Quizfrage 2 zu Destillation
Nur mit AccountAus welchen beiden Vorgängen setzt sich das Verfahren der Destillation zusammen?
Übungsaufgabe zu Destillation
Nur mit AccountAufgabentyp 2: Die Labordestillationsapparatur
Im Chemielabor verwenden wir für dieses Verfahren eine spezielle Destillationsapparatur. Sie besteht aus drei Hauptteilen:
- Der Destillierkolben: Hier wird das Stoffgemisch (z. B. Salzwasser) mit einem Brenner erhitzt, bis es verdampft.
- Der Liebig-Kühler: Das ist das Herzstück der Anlage. Er besteht aus einem inneren Glasrohr, durch das der heiße Dampf strömt, und einem äußeren Mantel aus Glas.
- Das Auffanggefäß: Hier tropft das fertige Destillat (das reine Wasser) hinein.

Damit der heiße Dampf im Liebig-Kühler schnell wieder flüssig wird, muss das innere Rohr stark gekühlt werden. Dafür leitet man kaltes Leitungswasser durch den äußeren Mantel. Hierbei wendet man das Gegenstromprinzip an: Das kalte Wasser fließt entgegen der Richtung des Dampfes (es strömt unten in den Kühler hinein und oben wieder heraus). Das sorgt dafür, dass das Ende des Kühlers immer am kältesten ist. So wird dem Dampf die Wärme optimal entzogen und er kondensiert vollständig.
Wir destillieren Salzwasser
Zweck: Wir trennen ein Gemisch aus Salz und Wasser, um reines Wasser zu erhalten.
Materialien: Salzwasser, Destillierkolben, Heizhaube, Liebig-Kühler, Schläuche für das Kühlwasser, Becherglas (als Auffanggefäß).
⚠️ Sicherheitshinweis: Die Heizhaube und der Destillierkolben werden sehr heiß! Schutzbrille tragen und die Apparatur während des Erhitzens nicht berühren.
Durchführung:
- Baue die Destillationsapparatur auf und schließe die Schläuche so an den Liebig-Kühler an, dass das Wasser unten hinein- und oben herausfließt.
- Fülle das Salzwasser in den Destillierkolben.
- Schalte die Heizhaube ein und bringe das Gemisch zum Kochen.

Beobachtung: Das Salzwasser im Kolben beginnt zu sprudeln. Nach kurzer Zeit sieht man, wie klare Flüssigkeitstropfen am Ende des Kühlers in das Becherglas fallen. Wenn das gesamte Wasser verdampft ist, bleibt im Destillierkolben eine weiße, feste Kruste zurück.
Erklärung: Das Wasser ist verdampft, im Kühler kondensiert und als reines Destillat im Becherglas gelandet. Die weiße Kruste im Kolben ist das Salz, das nicht verdampfen konnte.
Aufgabentyp 3: Meerwasserentsalzung
Was im kleinen Chemielabor funktioniert, klappt auch im riesigen Maßstab. In vielen heißen Ländern am Mittelmeer gibt es nicht genug Süßwasser, dafür aber viel Meerwasser. Dort nutzt man riesige Solardestillationsanlagen, um Trinkwasser zu gewinnen.
Anstelle eines Brenners nutzt man hier die kostenlose Energie der Sonne. Das Meerwasser befindet sich in großen flachen Becken, die mit schrägen Glasdächern abgedeckt sind. Die Sonne erhitzt das Wasser im Becken, bis es verdunstet. Das Salz bleibt am Boden zurück.

Der Wasserdampf steigt auf und trifft auf das kühlere Glasdach. Dort kondensiert er zu Wassertropfen. Da das Dach schräg ist, rollen die Tropfen nach unten und fallen in spezielle Sammelrinnen. So erhält man reines, destilliertes Wasser.
Ein wichtiges Detail: Dieses destillierte Wasser ist zu rein! Unser Körper braucht bestimmte Salze (Mineralien), um gesund zu bleiben. Daher müssen dem destillierten Wasser am Ende wieder geringe Mengen an lebenswichtigen Mineralsalzen zugesetzt werden, bevor es als Trinkwasser aus dem Wasserhahn kommt.
Wichtige Erkenntnisse
- Destillation ist ein Trennverfahren, das auf Verdampfen und anschließendem Kondensieren beruht.
- Im Labor nutzt man einen Liebig-Kühler. Das Kühlwasser fließt im Gegenstromprinzip (entgegen dem Dampf), um optimal zu kühlen.
- Bei der Meerwasserentsalzung verdampft die Sonne das Wasser. Dem reinen Destillat müssen am Ende wieder Mineralsalze zugesetzt werden, damit es als Trinkwasser geeignet ist.
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Häufige Fragen
Was ist Destillation?
Die Destillation ist ein physikalisches Trennverfahren, mit dem man flüssige Stoffgemische in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt. Dabei nutzt man aus, dass die verschiedenen Stoffe bei unterschiedlichen Temperaturen sieden. Das Gemisch wird erhitzt, bis ein Teil verdampft, und der Dampf wird anschließend wieder abgekühlt, sodass er kondensiert.
Wie funktioniert ein Liebig-Kühler?
Der Liebig-Kühler besteht aus einem inneren Glasrohr für den heißen Dampf und einem äußeren Mantel für das Kühlwasser. Das kalte Wasser fließt nach dem Gegenstromprinzip entgegen der Richtung des Dampfes. Dadurch wird dem Dampf die Wärme optimal entzogen, er kühlt ab und kondensiert zu reinem flüssigen Wasser (dem Destillat).
Warum kann man destilliertes Wasser nicht direkt als Trinkwasser nutzen?
Destilliertes Wasser ist extrem rein und enthält keine gelösten Stoffe mehr. Unser Körper benötigt jedoch zwingend bestimmte Mineralsalze, um gesund zu bleiben. Bei der Meerwasserentsalzung müssen dem gewonnenen Destillat daher am Ende wieder geringe Mengen an lebenswichtigen Salzen zugesetzt werden, bevor es aus dem Wasserhahn kommt.
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