Eigenschaften und Identifizierung von Kunststoffen erklärt
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Hast du dich schon einmal gefragt, warum sich ein Joghurtbecher ganz anders anfühlt als eine Wasserflasche, obwohl beide aus „Plastik“ sind?

In Wirklichkeit gibt es nicht das eine Plastik, sondern viele verschiedene Kunststoffe mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. In dieser Lektion zu den Eigenschaften und der Identifizierung von Kunststoffen lernst du, wie echte Chemiker vorgehen, um diese Kunststoffe zu unterscheiden. Wir werden Geheimcodes entschlüsseln, Kunststoffe schwimmen lassen und testen, wie sie auf Hitze und Chemikalien reagieren!
Vorwissen
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Dichte: Gibt an, wie schwer ein Stoff bei einer bestimmten Größe ist.
Beispiel: Ein Würfel aus Eisen ist viel schwerer als ein gleich großer Würfel aus Holz. Holz hat eine geringere Dichte und schwimmt auf Wasser.
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Säuren und Laugen: Chemische Flüssigkeiten, die mit anderen Stoffen reagieren können.
Beispiel: Essig ist eine schwache Säure, die Kalk auflösen kann.
Aufgabentyp 1: Die Geheimsprache der Kunststoffe
Kunststoffe sind künstlich hergestellte Polymere (Riesenmoleküle), die wir jeden Tag benutzen. Weil es so viele verschiedene Arten gibt, müssen wir sie für das Recycling sortieren. Wenn du dir den Boden einer Plastikflasche ansiehst, entdeckst du oft ein kleines Dreieck mit einer Nummer und Buchstaben.

Diese Zeichen sind Recycling-Codes. Sie verraten uns genau, um welchen Kunststoff es sich handelt. Die wichtigsten Abkürzungen sind:
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PET (Code 01): Polyethylenterephthalat, oft für Getränkeflaschen.
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PE-HD (Code 02) und PE-LD (Code 04): Polyethylen, für Folien oder Shampooflaschen.
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PVC (Code 03): Polyvinylchlorid, für Rohre.
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PP (Code 05): Polypropylen, für Joghurtbecher.
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PS (Code 06): Polystyrol, für Styropor oder Plastikbesteck.
Aufgabentyp 2: Kunststoffe sortieren durch Schwimmen und Sinken
Manchmal fehlt der Recycling-Code. Wie können wir die Eigenschaften und Identifizierung von Kunststoffen dann bestimmen? Hier hilft uns die Physik! Jeder Kunststoff hat eine andere Dichte.
Wenn ein Kunststoff eine geringere Dichte als eine Flüssigkeit hat, schwimmt er. Ist seine Dichte größer, sinkt er. Da Salzwasser eine höhere Dichte hat als normales Leitungswasser, können wir das nutzen, um Kunststoffe wie in einem Wasserbad zu sortieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Zweck: Kunststoffe anhand ihrer Dichte unterscheiden und sortieren.
Materialien: 1 Becherglas, Leitungswasser, Kochsalz, 1 Kunststoffstück aus PP (Polypropylen), 1 Kunststoffstück aus PS (Polystyrol).
- Fülle das Becherglas mit dem Leitungswasser und gib die beiden Kunststoffstücke hinein.
- Gib nun nach und nach das Kochsalz hinzu und rühre um, bis sich ein Salzwasser bildet.

Beobachtung: Im reinen Leitungswasser sinkt das PS-Stück zu Boden, während das PP-Stück an der Oberfläche schwimmt. Sobald genug Salz gelöst ist, steigt das PS-Stück plötzlich nach oben und schwimmt ebenfalls im Salzwasser.
Erklärung: Das Salzwasser hat eine höhere Dichte als das Leitungswasser. Das PS-Stück ist schwerer als reines Wasser (deshalb sinkt es), aber leichter als das dichte Salzwasser (deshalb schwimmt es). So können wir die beiden Kunststoffe durch ihr Schwimmverhalten trennen!
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein unbekanntes Kunststoffstück wird in reines Wasser geworfen und sinkt zu Boden. Danach wird dasselbe Stück in gesättigtes Salzwasser geworfen und schwimmt an der Oberfläche. Erkläre Schritt für Schritt, was das über die Dichte des Kunststoffs aussagt.

- Schritt 1Das Verhalten in reinem Wasser analysieren
Da das Kunststoffstück in reinem Wasser sinkt, muss seine Dichte größer sein als die von reinem Wasser.
- Schritt 2Das Verhalten in Salzwasser analysieren
Da das Stück in Salzwasser schwimmt, muss seine Dichte kleiner sein als die von Salzwasser.
- Schritt 3 · ErgebnisSchlussfolgerung
Die Dichte des unbekannten Kunststoffs liegt genau zwischen der Dichte von reinem Wasser und der Dichte von Salzwasser.
Die Dichte des unbekannten Kunststoffs liegt genau zwischen der Dichte von reinem Wasser und der Dichte von Salzwasser.
Quiz zu Eigenschaften und Identifizierung von Kunststoffen erklärt: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Eigenschaften und Identifizierung von Kunststoffen erklärt und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Eigenschaften und Identifizierung von Kunststoffen erklärt
Welcher Recycling-Code und welche Abkürzung stehen typischerweise auf dem Boden von Getränkeflaschen?
Quizfrage 2 zu Eigenschaften und Identifizierung von Kunststoffen erklärt
Nur mit AccountWarum schwimmt ein Stück Holz auf dem Wasser, während ein gleich großer Würfel aus Eisen sinkt?
Übungsaufgabe zu Eigenschaften und Identifizierung von Kunststoffen erklärt
Nur mit AccountAufgabentyp 3: Halten Kunststoffe Chemikalien stand?
Kunststoffe sind meistens sehr robust. Deshalb werden scharfe Putzmittel oft in Plastikflaschen verkauft. Aber nicht jeder Kunststoff ist gegen jede Chemikalie beständig.
Manche Kunststoffe reagieren empfindlich auf Säuren, Laugen oder organische Lösungsmittel (wie Aceton, das oft in Nagellackentferner ist). Wenn ein Kunststoff nicht beständig ist, wird seine Oberfläche angegriffen. Er kann sich verformen, auflösen oder klebrig werden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Zweck: Die chemische Beständigkeit eines Kunststoffs prüfen.
Materialien: 1 Stück Kunststoff (z. B. Polystyrol/Styropor), 1 Wattestäbchen, Aceton (Lösungsmittel).
⚠️ Sicherheitshinweis: Aceton ist leicht entzündlich und die Dämpfe können reizend wirken. Schutzbrille aufsetzen, Haare zusammenbinden und nur in gut belüfteten Räumen arbeiten.
- Befeuchte das Wattestäbchen mit etwas Aceton.
- Reibe mit dem Wattestäbchen fest über die Oberfläche des Kunststoffs.

Beobachtung: Die Stelle, an der gerieben wurde, wird matt und klebrig. Wenn man das Wattestäbchen wegzieht, ziehen sich kleine, klebrige Fäden.
Erklärung: Das Lösungsmittel Aceton zerstört die Struktur des Kunststoffs. Der Kunststoff beginnt sich aufzulösen und wird deshalb klebrig. Das zeigt, dass dieser Kunststoff nicht chemisch beständig gegen Aceton ist.
Aufgabentyp 4: Wie Wärme Kunststoffe verändert
Die Temperatur hat einen großen Einfluss darauf, wie sich ein Kunststoff verhält. Bei Raumtemperatur sind viele Kunststoffe fest und manchmal sogar spröde – ein Plastiklineal bricht, wenn man es zu stark biegt.
Wenn wir dem Kunststoff jedoch Wärme zuführen, ändert sich seine mechanische Eigenschaft (seine Festigkeit und Biegsamkeit). Die Wärmeenergie sorgt dafür, dass die winzigen Teilchen im Kunststoff beweglicher werden. Dadurch wird das gesamte Material weicher und lässt sich viel leichter verformen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Zweck: Beobachten, wie Wärme die Biegsamkeit von Kunststoff verändert.
Materialien: 1 längliches Kunststoffstück (z. B. aus einem Joghurtbecher), 1 Becherglas, heißes Wasser, 1 Tiegelzange.
⚠️ Sicherheitshinweis: Vorsicht im Umgang mit heißem Wasser, um Verbrühungen zu vermeiden. Das heiße Wasser nur unter Aufsicht der Lehrkraft verwenden.
- Versuche, das Kunststoffstück bei Raumtemperatur leicht zu biegen, und merke dir, wie schwer das geht.
- Halte das Kunststoffstück mit der Tiegelzange für eine Minute in das heiße Wasser.
- Nimm es heraus und versuche sofort wieder, es zu biegen.

Beobachtung: Vor dem Erwärmen war der Kunststoff starr und schwer zu biegen. Nach dem Wasserbad ist er plötzlich sehr weich und lässt sich ganz leicht biegen, ohne zu brechen.
Erklärung: Die Wärme des Wassers hat sich auf den Kunststoff übertragen. Dadurch hat er seine Festigkeit verloren und ist viel flexibler geworden.
Wichtige Erkenntnisse
- Recycling-Codes (wie PET, PP, PE) helfen uns, Kunststoffe im Alltag zu identifizieren und zu sortieren.
- Kunststoffe haben unterschiedliche Dichten. Durch Schwimmtests in Wasser und Salzwasser können wir sie voneinander trennen.
- Die chemische Beständigkeit ist unterschiedlich: Manche Kunststoffe lösen sich in Lösungsmitteln wie Aceton auf und werden klebrig.
- Wärme verändert die mechanischen Eigenschaften: Viele Kunststoffe werden durch Erhitzen weich und biegsam.
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Häufige Fragen
Was sind Eigenschaften und Identifizierung von Kunststoffen?
Die Eigenschaften von Kunststoffen umfassen Merkmale wie Dichte, chemische Beständigkeit und das Verhalten bei Wärme. Die Identifizierung erfolgt durch Tests wie den Schwimmtest oder Lösungsmittel-Test sowie durch Recycling-Codes auf den Produkten.
Wie funktioniert der Schwimmtest bei Kunststoffen?
Beim Schwimmtest nutzt man die unterschiedliche Dichte von Kunststoffen. Ein Kunststoff schwimmt, wenn seine Dichte geringer ist als die der Flüssigkeit (z. B. Wasser oder Salzwasser), und sinkt, wenn sie höher ist. So lassen sich verschiedene Plastikarten sortieren.
Wofür stehen die Recycling-Codes auf Plastik?
Recycling-Codes sind kleine Dreiecke mit Nummern und Buchstaben (wie PET, PP oder PVC) auf Kunststoffprodukten. Sie verraten genau, um welche Art von Kunststoff es sich handelt, damit das Material richtig sortiert und recycelt werden kann.
Warum werden manche Kunststoffe bei Hitze weich?
Wenn man Kunststoffen Wärme zuführt, werden die winzigen Teilchen (Polymere) im Material beweglicher. Dadurch verliert der Kunststoff seine Festigkeit, wird weich und lässt sich viel leichter verformen oder biegen.
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