Einfache und fraktionierte Destillation einfach erklärt

Lerne die Grundlagen der einfachen und fraktionierten Destillation kennen. Verstehe das Prinzip, das Teilchenmodell und wie man Flüssigkeiten trennt.

📅 Aktualisiert 21. August 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Einfache und fraktionierte Destillation einfach erklärt

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Student thinking

Hast du dich jemals gefragt, wie man aus stark riechenden Blüten ein intensives Parfüm herstellt oder wie aus einem leichten Wein ein starkes Getränk wird? Die Antwort ist ein faszinierender chemischer Prozess: die Destillation. In dieser Lektion lernst du die Grundlagen der einfachen und fraktionierten Destillation kennen. Wir schauen uns genau an, wie man Flüssigkeiten voneinander trennt, indem man sie kocht und wieder abkühlt, was dabei mit den winzigen Teilchen passiert und wie Profis selbst die kompliziertesten Gemische auftrennen.

Destillationsapparatur
Destillationsapparatur

Vorwissen

  • Siedetemperatur: Die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit zu einem Gas wird. Beispiel: Wasser siedet bei 100 °C100 \text{ °C} und wird zu Wasserdampf.
  • Teilchenmodell: Alle Stoffe bestehen aus winzigen Teilchen. Beispiel: In einer Flüssigkeit bewegen sich die Teilchen durcheinander, im Gas fliegen sie mit großem Abstand frei umher.

Aufgabentyp 1: Prinzip und Vorhersage der Destillation

Wenn wir zwei gemischte Flüssigkeiten trennen wollen, nutzen wir ihre unterschiedlichen Siedetemperaturen. Dieser Vorgang heißt Destillation. Erhitzen wir zum Beispiel ein Gemisch aus Alkohol (siedet bei 78 °C78 \text{ °C}) und Wasser (siedet bei 100 °C100 \text{ °C}), fängt der Alkohol zuerst an zu sieden und wird zu Gas. Dieses Gas fangen wir auf und kühlen es ab, bis es wieder flüssig wird.

Einfache Destillation
Einfache Destillation

Dabei gilt eine Grundregel: Je weiter die Siedetemperaturen der Flüssigkeiten auseinanderliegen, desto besser funktioniert die Trennung. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Selbst wenn wir ganz langsam und behutsam destillieren, können wir Alkohol und Wasser mit einer einfachen Destillation niemals vollständig voneinander trennen. Es verdampft immer auch ein bisschen Wasser mit.

Wenn man alkoholische Lösungen wie Wein destilliert, nennt man das auch Brennen. Das Ergebnis ist sogenannter Branntwein (Spirituosen), der einen viel höheren Alkoholgehalt hat als die ursprüngliche vergorene Flüssigkeit.

Warum verdampft der Alkohol eigentlich zuerst? Das können wir mit dem Teilchenmodell erklären. Zwischen allen Teilchen wirken Anziehungskräfte, die sie zusammenhalten.

Der beobachtete Ablauf beruht auf der Tatsache, dass die Anziehungskräfte zwischen den Alkohol-Teilchen viel geringer sind als die zwischen den Wasser-Teilchen. Die Alkohol-Teilchen können sich beim Erhitzen also leichter voneinander losreißen.

Teilchenmodell Destillation
Teilchenmodell Destillation

Wenn wir das Gemisch erhitzen, gelangen bei tieferen Temperaturen zunächst mehr Alkohol-Teilchen und nur sehr wenige Wasser-Teilchen aus der Lösung in den Raum über der Flüssigkeit. Im Gegensatz zur Flüssigkeit sind im Gasraum also die Alkohol-Teilchen stark angereichert. Erst wenn wir die Temperatur weiter erhöhen, gelangen auch immer mehr Wasser-Teilchen in diesen Bereich.

Um Flüssigkeitsgemische noch effektiver zu trennen, benutzt man eine sogenannte Fraktionierkolonne. Das ist ein langes Glasrohr, das oft mit kleinen Glaskugeln oder Glasvorsprüngen (Füllkörpern) gefüllt ist und direkt auf den Erhitzer aufgesetzt wird.

Fraktionierte Destillation
Fraktionierte Destillation

In dieser Kolonne nimmt die Temperatur von unten nach oben ab. Wenn das heiße Gas aufsteigt, kühlt es an den Füllkörpern ab und kondensiert wieder zu einer Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit läuft nach unten in wärmere Bereiche und verdampft dort sofort erneut. Entlang der Kolonne kommt es also zu einer Abfolge von unzähligen Kondensations- und Verdampfungsschritten.

Durch dieses ständige Wiederholen reichert sich der leichter flüchtige Bestandteil am oberen Ende der Kolonne immer weiter an. Bei hochkomplexen Gemischen wie Erdöl ist eine vollständige Trennung in einzelne, reine Bestandteile jedoch unmöglich. Stattdessen erhält man sogenannte Flüssigkeitsfraktionen. Das sind Gemische von Stoffen, die alle eine sehr ähnliche Siedetemperatur haben.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Finde heraus, welcher Stoff die niedrigere Siedetemperatur hat. Dieser Stoff ist leichter flüchtig.
  2. Erkläre, dass der leichter flüchtige Stoff schwächere Anziehungskräfte zwischen seinen Teilchen hat und sich diese deshalb beim Erhitzen leichter voneinander losreißen.
  3. Entscheide, welcher Stoff sich im Dampf anreichert und ob eine einfache Destillation ausreicht (bei großem Temperaturunterschied) oder ob eine fraktionierte Destillation nötig ist (bei sehr ähnlichen Siedetemperaturen oder komplexen Gemischen).

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Ein Gemisch aus Aceton (siedet bei 56 °C56 \text{ °C}) und Wasser (siedet bei 100 °C100 \text{ °C}) soll getrennt werden. Welcher Stoff reichert sich im ersten Dampf an und warum?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Siedetemperaturen vergleichen

    Aceton hat mit 56 °C56 \text{ °C} die deutlich niedrigere Siedetemperatur im Vergleich zu Wasser (100 °C100 \text{ °C}).

  2. Schritt 2
    Verhalten der Teilchen beschreiben

    Die Anziehungskräfte zwischen den Aceton-Teilchen sind schwächer als die zwischen den Wasser-Teilchen. Daher reißen sie sich beim Erhitzen leichter voneinander los und gehen schneller in den gasförmigen Zustand über.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Trennung bewerten

    Da Aceton der leichter flüchtige Stoff ist, reichert sich Aceton im ersten Dampf stark an und kann durch Abkühlen als flüssiges Destillat aufgefangen werden.

Ergebnis:

Aceton reichert sich im ersten Dampf stark an, da es die niedrigere Siedetemperatur und die schwächeren Anziehungskräfte zwischen den Teilchen besitzt.

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Quizfrage 1 zu Einfache und fraktionierte Destillation

Was passiert bei der Siedetemperatur mit einer Flüssigkeit?

Quizfrage 2 zu Einfache und fraktionierte Destillation

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Warum verdampft der Alkohol aus einem Gemisch mit Wasser beim Erhitzen zuerst?

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Übungsaufgabe zu Einfache und fraktionierte Destillation

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Wichtige Erkenntnisse

  • Durch Destillation trennt man Flüssigkeiten anhand ihrer unterschiedlichen Siedetemperaturen.
  • Stoffe mit schwächeren Anziehungskräften zwischen den Teilchen (wie Alkohol) verdampfen leichter und reichern sich im Gas an.
  • Die fraktionierte Destillation nutzt eine Kolonne mit abnehmender Temperatur für unzählige Verdampfungs- und Kondensationsschritte, um Gemische noch besser zu trennen.

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Häufige Fragen

Was ist die einfache Destillation?

Die einfache Destillation ist ein Trennverfahren, bei dem ein Flüssigkeitsgemisch erhitzt wird, um die Bestandteile anhand ihrer unterschiedlichen Siedetemperaturen zu trennen. Der Stoff mit der niedrigeren Siedetemperatur verdampft zuerst, wird als Gas aufgefangen und durch Abkühlen wieder verflüssigt.

Was ist der Unterschied zwischen einfacher und fraktionierter Destillation?

Während die einfache Destillation bei Stoffen mit stark unterschiedlichen Siedetemperaturen gut funktioniert, nutzt die fraktionierte Destillation eine Fraktionierkolonne. Diese ermöglicht unzählige Verdampfungs- und Kondensationsschritte, wodurch sich auch Gemische mit sehr ähnlichen Siedetemperaturen viel effektiver trennen lassen.

Warum verdampft ein Stoff bei der Destillation schneller als der andere?

Das lässt sich mit dem Teilchenmodell erklären: Die Anziehungskräfte zwischen den Teilchen des leichter flüchtigen Stoffes sind schwächer. Daher können sich diese Teilchen beim Erhitzen leichter voneinander losreißen und gehen schneller in den gasförmigen Zustand über.

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