Elektrochemie einfach erklärt: Elektrolyse & galvanische Zellen

Lerne alles Wichtige über die Elektrochemie! Wir erklären dir einfach und verständlich die Elektrolyse, galvanische Zellen, Batterien und Brennstoffzellen.

📅 Aktualisiert 25. August 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Elektrochemie einfach erklärt: Elektrolyse & galvanische Zellen

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Student thinking

Stell dir vor, du bist mitten in deinem Lieblingsspiel und plötzlich wird der Bildschirm dunkel – der Handyakku ist leer! Was genau passiert da eigentlich im Inneren deines Handys in der Elektrochemie?

Handy Akku wird geladen
Handy Akku wird geladen

In deinem Akku finden chemische Reaktionen statt. Wenn du das Handy benutzt, erzeugen diese Reaktionen Strom. Wenn der Akku leer ist, steckst du ihn an die Steckdose. Der Strom aus der Steckdose zwingt die chemischen Reaktionen nun, rückwärts abzulaufen, bis der Akku wieder voll ist. In dieser Lektion lernen wir, wie man mit Chemie Strom erzeugen kann und wie man mit Strom chemische Reaktionen erzwingt!

Vorwissen

  • Ionen: Elektrisch geladene Teilchen (Atome oder Moleküle). Beispiel: Zinkiodid besteht in Lösung aus positiv geladenen Zink-Ionen (Zn2+\text{Zn}^{2+}) und negativ geladenen Iodid-Ionen (I\text{I}^-).
  • Oxidation: Ein Stoff gibt Elektronen ab. Beispiel: ZnZn2++2 e\text{Zn} \to \text{Zn}^{2+} + 2 \text{ e}^-
  • Reduktion: Ein Stoff nimmt Elektronen auf. Beispiel: Cu2++2 eCu\text{Cu}^{2+} + 2 \text{ e}^- \to \text{Cu}

Aufgabentyp 1: Grundlagen der Elektrolyse

Manche chemischen Reaktionen laufen nicht von alleine ab. Wir müssen sie dazu zwingen! Das machen wir bei der Elektrolyse. Hierbei nutzen wir elektrische Energie (Strom aus einer Batterie oder Steckdose), um eine Redoxreaktion auszulösen.

Bei der Elektrolyse gibt es zwei Metallstäbe, die ins Wasser tauchen. Diese nennt man Elektroden. Die Stromquelle bestimmt, welcher Stab positiv und welcher negativ geladen ist:

  • Der Minuspol (Kathode): Hier findet die Reduktion statt. Positiv geladene Ionen wandern hierhin und nehmen Elektronen auf.
  • Der Pluspol (Anode): Hier findet die Oxidation statt. Negativ geladene Ionen wandern hierhin und geben Elektronen ab.

Schauen wir uns das am Beispiel von Zinkiodid (ZnI2\text{ZnI}_2) an. In der Lösung schwimmen Zink-Ionen (Zn2+\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}^{2+}}) und Iodid-Ionen (I\textcolor{#53E5D6}{\text{I}^-}).

Ionen in Zinkiodid Lösung
Ionen in Zinkiodid Lösung

Wenn wir den Strom einschalten, werden die positiven Zink-Ionen vom Minuspol angezogen. Dort erhalten sie Elektronen und werden zu festem Zinkmetall:

Zn2++2 eZn\textcolor{#08BFFF}{\text{Zn}^{2+}} + 2 \text{ e}^- \to \text{Zn}

Gleichzeitig werden die negativen Iodid-Ionen vom Pluspol angezogen. Dort geben sie ihre Elektronen ab und werden zu elementarem Iod:

2II2+2 e2 \textcolor{#53E5D6}{\text{I}^-} \to \text{I}_2 + 2 \text{ e}^-

Elektrolyse von Zinkiodid

Zweck: Sichtbarmachen der erzwungenen chemischen Reaktion durch elektrischen Strom.

Materialien: U-Rohr, 50 mL Zinkiodid-Lösung, 2 Graphitelektroden, Spannungsquelle, Kabel.

⚠️ Sicherheitshinweis: Schutzbrille tragen! Das entstehende Iod kann reizend wirken. Der Versuch sollte unter dem Abzug oder in gut belüfteten Räumen durchgeführt werden.

Durchführung:

  1. Fülle die Zinkiodid-Lösung in das U-Rohr.
  2. Stecke in jede Öffnung des U-Rohrs eine Graphitelektrode.
  3. Verbinde die Elektroden über die Kabel mit der Spannungsquelle und schalte eine Spannung von etwa 5 Volt ein.
Versuchsaufbau Elektrolyse U-Rohr
Versuchsaufbau Elektrolyse U-Rohr

Beobachtung: Nach wenigen Minuten bildet sich am Minuspol ein grauer, metallischer Überzug. An der anderen Elektrode (Pluspol) verfärbt sich die Lösung bräunlich-gelb.

Ergebnis der Zinkiodid Elektrolyse
Ergebnis der Zinkiodid Elektrolyse

Erklärung: Der graue Überzug ist festes Zinkmetall, das durch Reduktion am Minuspol entstanden ist. Die braune Verfärbung stammt vom elementaren Iod, das durch Oxidation am Pluspol gebildet wurde.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Ionen identifizieren – Welche Ionen schwimmen in der Lösung? Das Metall bildet immer das positiv geladene Ion, der andere Teil (z.B. Chlorid, Iodid) das negativ geladene Ion.
  2. Schritt 2: Reaktion am Minuspol (Kathode) aufschreiben – Die positiven Metall-Ionen wandern zum Minuspol. Dort nehmen sie Elektronen auf (Reduktion) und werden zu festem Metall.
  3. Schritt 3: Reaktion am Pluspol (Anode) aufschreiben – Die negativen Ionen wandern zum Pluspol. Dort geben sie Elektronen ab (Oxidation) und werden zu einem Element (oft ein Gas oder ein Feststoff wie Iod).

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Stelle die chemischen Teilgleichungen für die Elektrolyse einer Kupfer(II)-chloridlösung (CuCl2\text{CuCl}_2) auf. Benenne, an welchem Pol die Oxidation und an welchem die Reduktion stattfindet.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ionen identifizieren

    In der Lösung befinden sich positive Kupfer-Ionen (Cu2+\text{Cu}^{2+}) und negative Chlorid-Ionen (Cl\text{Cl}^-).

  2. Schritt 2
    Reaktion am Minuspol (Kathode)

    Die positiven Kupfer-Ionen wandern zum Minuspol und nehmen Elektronen auf. Das ist die Reduktion. Cu2++2 eCu\text{Cu}^{2+} + 2 \text{ e}^- \to \text{Cu}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Reaktion am Pluspol (Anode)

    Die negativen Chlorid-Ionen wandern zum Pluspol und geben Elektronen ab. Das ist die Oxidation. Es entsteht Chlorgas (Cl2\text{Cl}_2). 2 ClCl2+2 e2 \text{ Cl}^- \to \text{Cl}_2 + 2 \text{ e}^-

Ergebnis:

An der Kathode (Minuspol) findet die Reduktion zu Kupfer statt, an der Anode (Pluspol) die Oxidation zu Chlorgas.


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Aufgabentyp 2: Galvanische Zellen, Batterien und Akkumulatoren

Während wir bei der Elektrolyse Strom verbrauchen, erzeugen wir in einer galvanischen Zelle Strom. Hier läuft die chemische Reaktion freiwillig ab.

Der Trick dabei ist die räumliche Trennung: Wir trennen den Stoff, der Elektronen abgibt (Oxidation), von dem Stoff, der Elektronen aufnimmt (Reduktion). Weil die Elektronen nun nicht mehr direkt überspringen können, müssen sie durch ein Kabel fließen. Dieser Elektronenfluss durch das Kabel ist der elektrische Strom, mit dem wir z.B. eine Lampe leuchten lassen können!

Aufbau einer galvanischen Zelle
Aufbau einer galvanischen Zelle

Achtung, die Pole tauschen ihre Vorzeichen! Weil die Reaktion hier von selbst abläuft, bestimmt das Metall die Pole:

  • Die Anode ist hier der Minuspol: Das unedlere Metall (z.B. Zink) löst sich freiwillig auf und lässt seine Elektronen im Stab zurück. Dadurch wird der Stab negativ.
  • Die Kathode ist hier der Pluspol: Die Elektronen fließen durch das Kabel hierhin, wo sie von anderen Ionen (z.B. Kupfer-Ionen) aufgenommen werden.

Damit der Stromkreis geschlossen ist, gibt es einen Separator (eine Art Filter). Er lässt Ionen hindurchwandern, um die elektrischen Ladungen in den Flüssigkeiten auszugleichen.

Alltagsbezug: Batterien und Akkumulatoren (Akkus) sind genau solche galvanischen Zellen.

  • Primärbatterien (normale Batterien) können nur einmal entladen werden. Wenn die Chemikalien verbraucht sind, ist die Batterie leer.
  • Akkumulatoren (wie dein Handyakku) sind wiederaufladbar. Wenn du sie an die Steckdose anschließt, erzwingst du durch eine äußere Spannung, dass die Reaktion rückwärts abläuft (das ist dann wieder eine Elektrolyse!).

Aufgabentyp 3: Brennstoffzellen und Elektromobilität

Eine Brennstoffzelle ist eine ganz besondere galvanische Zelle. Normale Batterien sind irgendwann leer, weil die Stoffe im Inneren verbraucht sind. Bei einer Brennstoffzelle werden die energieliefernden Stoffe (meistens Wasserstoff und Sauerstoff) jedoch kontinuierlich von außen durch Schläuche zugeführt.

Aufbau einer Brennstoffzelle
Aufbau einer Brennstoffzelle

Der Wasserstoff reagiert in der Zelle mit dem Sauerstoff. Dabei wird chemische Energie direkt in elektrische Energie umgewandelt, die einen Elektromotor antreiben kann. Das Einzige, was als "Abgas" aus dem Auspuff kommt, ist reines Wasser!

Alltagsbezug: Autos der Zukunft werden oft mit Akkus oder Brennstoffzellen angetrieben (Elektromobilität). Das ist aber nur dann wirklich gut für unsere Umwelt, wenn der Strom zum Laden der Akkus oder zur Herstellung des Wasserstoffs aus erneuerbaren Energien (wie Wind- oder Sonnenkraft) stammt.

Wichtige Erkenntnisse

  • Elektrolyse: Strom wird genutzt, um eine chemische Reaktion zu erzwingen. (Pluspol = Oxidation, Minuspol = Reduktion).
  • Galvanische Zelle: Eine freiwillige chemische Reaktion erzeugt Strom. (Minuspol = Oxidation, Pluspol = Reduktion).
  • Akkumulatoren: Sind wiederaufladbar. Beim Entladen arbeiten sie als galvanische Zelle, beim Laden findet eine Elektrolyse statt.
  • Brennstoffzellen: Erzeugen Strom durch die kontinuierliche Zufuhr von Brennstoff (z.B. Wasserstoff) und Sauerstoff.

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Häufige Fragen

Was ist die Elektrochemie?

Die Elektrochemie ist ein Teilgebiet der Chemie, das sich mit dem Zusammenhang zwischen elektrischen und chemischen Vorgängen beschäftigt. Sie untersucht, wie man mit elektrischem Strom chemische Reaktionen erzwingt (Elektrolyse) und wie chemische Reaktionen genutzt werden können, um Strom zu erzeugen (galvanische Zellen).

Was ist der Unterschied zwischen Elektrolyse und galvanischer Zelle?

Bei der Elektrolyse wird elektrische Energie verbraucht, um eine chemische Reaktion zu erzwingen, die nicht von selbst abläuft. In einer galvanischen Zelle (wie einer Batterie) läuft die chemische Reaktion hingegen freiwillig ab und erzeugt dabei elektrischen Strom.

Wie funktioniert eine Brennstoffzelle?

Eine Brennstoffzelle erzeugt kontinuierlich Strom, indem ihr von außen Brennstoffe wie Wasserstoff und Sauerstoff zugeführt werden. Diese reagieren in der Zelle miteinander und wandeln chemische Energie direkt in elektrische Energie um. Als einziges „Abgas" entsteht dabei reines Wasser.

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