Energie bei chemischen Reaktionen erklärt: Exotherm & Endotherm

Erfahre alles über die Energie bei chemischen Reaktionen. Wir erklären dir leicht verständlich den Unterschied zwischen exothermen und endothermen Reaktionen.

📅 Aktualisiert 22. August 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Energie bei chemischen Reaktionen erklärt: Exotherm & Endotherm

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Student thinking

Stell dir vor, du sitzt an einem kalten Abend an einem Lagerfeuer. Das brennende Holz spendet dir Licht und wohlige Wärme. Wenn du am nächsten Tag aber einen Kuchen backen möchtest, musst du den Backofen einschalten und ihm ständig Strom zuführen, damit es heiß bleibt.

Lagerfeuer und heißer Backofen
Lagerfeuer und heißer Backofen

Beides hat mit Chemie zu tun! Bei chemischen Reaktionen wandeln sich nicht nur Stoffe um, sondern es wird auch immer Energie ausgetauscht. In diesem Artikel lernst du alles über die Energie bei chemischen Reaktionen und warum manche Reaktionen von selbst brennen wie ein Lagerfeuer, während andere ohne ständige Hilfe sofort stehen bleiben würden.

Vorwissen

  • Edukte (Ausgangsstoffe): Die Stoffe, die man am Anfang einer chemischen Reaktion hat. Beispiel: Wenn Eisen rostet, sind Eisen und Sauerstoff die Edukte.
  • Produkte (Reaktionsprodukte): Die neuen Stoffe, die bei der Reaktion entstehen. Beispiel: Der entstandene Rost ist das Produkt.

Aufgabentyp 1: Reaktionsgleichungen mit Energie aufstellen

Chemiker teilen alle Reaktionen in zwei große Gruppen ein, je nachdem, was mit der Energie passiert. Die Namen dafür kommen aus dem Griechischen: therme bedeutet Wärme, exo bedeutet außen und endon bedeutet innen.

Exotherme Reaktionen (Energie wird frei)

Das sind Reaktionen, bei denen Energie (meist als Wärme oder Licht) an die Umgebung abgegeben wird. Die Energie geht also nach außen.

  • Beispiel: Das Verbrennen von Holz oder Kohle.
  • In einer Wortgleichung schreiben wir die Energie auf die Seite der Produkte, weil sie entsteht: EdukteProdukte+Energie\text{Edukte} \to \text{Produkte} + \textcolor{#FF7D57}{\text{Energie}}

Endotherme Reaktionen (Energie wird benötigt)

Das sind Reaktionen, die nur ablaufen, wenn man ihnen ständig Energie zuführt. Sobald du aufhörst, sie zu erhitzen, stoppt die Reaktion sofort. Die Energie muss also nach innen fließen.

  • Beispiel: Das Zerlegen von Wasser in seine Bestandteile durch elektrischen Strom.
  • In der Wortgleichung steht die Energie bei den Edukten, weil sie wie eine Zutat benötigt wird: Edukte+EnergieProdukte\text{Edukte} + \textcolor{#08BFFF}{\text{Energie}} \to \text{Produkte}

Vielleicht fragst du dich jetzt: Wenn ein Stück Holz beim Verbrennen so viel Energie freisetzt (exotherm), warum fängt der Schreibtisch in deinem Zimmer nicht einfach von selbst an zu brennen?

Die Antwort ist: Fast alle exothermen Reaktionen brauchen einen kleinen „Schubs“, um zu starten. Man muss sie auslösen. Das bedeutet, man muss am Anfang eine kleine Menge thermischer Energie (Wärme) zuführen.

Stell dir ein Gemisch aus Eisenpulver und Schwefelpulver vor. Wenn sie nur auf dem Tisch liegen, passiert gar nichts. Berührt man das Gemisch aber mit einer glühenden Stricknadel, startet die Reaktion an dieser einen kleinen Stelle.

Eisenpulver und Schwefelpulver mit Stricknadel
Eisenpulver und Schwefelpulver mit Stricknadel

Der große Unterschied zur endothermen Reaktion:

Sobald die Reaktion durch die Nadel ausgelöst wurde, wird so viel eigene Wärme frei, dass sich das restliche Pulver von ganz alleine entzündet. Das Glühen wandert von selbst durch das gesamte Gemisch. Du musst die Nadel nicht mehr hinhalten! Bei einer endothermen Reaktion müsstest du hingegen die ganze Zeit weiterheizen.

Jeder Stoff in der Chemie besitzt einen bestimmten Energiegehalt. Du kannst dir das wie ein unsichtbares Energiekonto vorstellen, das in den Stoffen gespeichert ist.

Bei einer exothermen Reaktion haben die Edukte (Ausgangsstoffe) ein sehr volles Energiekonto. Die Produkte haben danach ein viel kleineres Energiekonto. Die Differenz zwischen diesen beiden Kontoständen ist die Reaktionsenergie, die als Wärme an die Umgebung abgegeben wird.

Viele chemische Reaktionen, wie die Oxidation von Metallen, sind umkehrbar. Das bedeutet, man kann aus den Produkten wieder die Edukte machen. Schauen wir uns das am Beispiel von Silber und Sauerstoff an:

Silber und Sauerstoff Energiediagramm
Silber und Sauerstoff Energiediagramm
  • Hinreaktion (exotherm): Silber und Sauerstoff reagieren zu Silberoxid. Dabei wird Energie abgegeben (roter Pfeil nach unten).
  • Rückreaktion (endotherm): Um das Silberoxid wieder in Silber und Sauerstoff zu zerlegen, muss man es stark erhitzen. Es wird Energie aufgenommen (blauer Pfeil nach oben).

Das Wichtigste dabei: Der Betrag der Reaktionsenergie ist in beide Richtungen exakt gleich groß. Die Energie, die bei der Bildung frei wird, musst du bei der Zerlegung wieder exakt als Wärme hineinstecken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Finde Edukte und Produkte: Lies den Text genau und bestimme, was am Anfang da ist und was neu entsteht.
  2. Bestimme den Reaktionstyp: Überlege, ob die Reaktion von selbst weiterläuft (exotherm) oder ständig erhitzt werden muss (endotherm).
  3. Schreibe die Gleichung auf: Notiere „+ Energie“ bei exothermen Reaktionen rechts (Produkte) und bei endothermen links (Edukte).

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Stück Magnesiumband wird kurz in eine Brennerflamme gehalten. Es entzündet sich und verbrennt mit einem extrem hellen, heißen Licht zu einem weißen Pulver namens Magnesiumoxid. Auch wenn man es aus der Flamme nimmt, brennt es weiter. Stelle die Wortgleichung für diese Reaktion auf und gib an, ob sie exotherm oder endotherm ist.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Edukte und Produkte finden

    Die Edukte sind Magnesium und Sauerstoff (da es verbrennt). Das Produkt ist Magnesiumoxid.

  2. Schritt 2
    Reaktionstyp bestimmen

    Das Magnesium brennt von selbst weiter und strahlt helles Licht und Hitze ab. Es wurde nur kurz durch die Flamme ausgelöst. Die Reaktion ist also exotherm.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Gleichung aufschreiben

    Da die Reaktion exotherm ist, wird die Energie auf der Seite der Produkte freigesetzt: Magnesium+SauerstoffMagnesiumoxid+Energie\text{Magnesium} + \text{Sauerstoff} \to \text{Magnesiumoxid} + \textcolor{#FF7D57}{\text{Energie}}

Ergebnis:

Die Reaktion ist exotherm und die Wortgleichung lautet: Magnesium+SauerstoffMagnesiumoxid+Energie\text{Magnesium} + \text{Sauerstoff} \to \text{Magnesiumoxid} + \textcolor{#FF7D57}{\text{Energie}}.


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Quizfrage 1 zu Energie bei chemischen Reaktionen erklärt

Wenn Eisen rostet, welche Stoffe sind in diesem Beispiel die Edukte?

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Was passiert bei einer exothermen Reaktion mit der Energie?

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Wichtige Erkenntnisse

  • Exotherme Reaktionen geben Energie (Wärme/Licht) an die Umgebung ab.
  • Endotherme Reaktionen benötigen eine ständige Energiezufuhr, um abzulaufen.
  • Viele exotherme Reaktionen starten nicht von selbst, sondern müssen durch eine kleine Menge Startenergie ausgelöst werden.
  • Bei umkehrbaren Reaktionen ist die aufgenommene Energie der Hinreaktion exakt genauso groß wie die abgegebene Energie der Rückreaktion.

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Häufige Fragen

Was ist die Energie bei chemischen Reaktionen?

Bei jeder chemischen Reaktion wandeln sich nicht nur Stoffe um, sondern es wird auch Energie bei chemischen Reaktionen ausgetauscht. Diese Energie kann in Form von Wärme, Licht oder Strom auftreten und wird entweder an die Umgebung abgegeben oder aus ihr aufgenommen.

Was ist der Unterschied zwischen exothermen und endothermen Reaktionen?

Exotherme Reaktionen geben Energie an die Umgebung ab, wie zum Beispiel ein brennendes Lagerfeuer. Endotherme Reaktionen hingegen benötigen eine ständige Energiezufuhr, um abzulaufen. Sobald du aufhörst, Energie zuzuführen, stoppt die Reaktion sofort.

Warum müssen manche chemische Reaktionen ausgelöst werden?

Viele exotherme Reaktionen starten nicht von selbst, weil sie eine kleine Menge Startenergie (Wärme) benötigen. Dieser „Schubs“ wird benötigt, um die Reaktion auszulösen. Danach läuft sie von alleine weiter und setzt eigene Energie frei.

Was versteht man unter dem Energiegehalt eines Stoffes?

Jeder Stoff besitzt einen bestimmten Energiegehalt, ähnlich wie ein unsichtbares Energiekonto. Bei einer Reaktion ändert sich dieser Kontostand. Die Differenz zwischen dem Energiegehalt der Ausgangsstoffe (Edukte) und der Endstoffe (Produkte) nennt man Reaktionsenergie.

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