Gelöste Salze und ihre physikalischen Eigenschaften einfach erklärt
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Hast du dich schon einmal gefragt, warum man in ein teures Dampfbügeleisen kein normales Leitungswasser füllen sollte, sondern spezielles destilliertes Wasser kaufen muss? Oder warum Sportler nach einem harten Training oft besondere Sportgetränke trinken, anstatt nur reines Wasser?

Die Antwort auf beide Fragen ist unsichtbar, aber extrem wichtig: Es geht um Stoffe, die im Wasser versteckt sind. In dieser Lektion zum Thema gelöste Salze und ihre physikalischen Eigenschaften wirst du lernen, was sich in unserem alltäglichen Wasser verbirgt. Wir schauen uns an, wie wir diese unsichtbaren Stoffe sichtbar machen können und warum sie sogar dafür sorgen, dass Wasser elektrischen Strom leiten kann.
Vorwissen
Bevor wir uns die Eigenschaften von Wasser genauer ansehen, solltest du diese zwei grundlegenden Konzepte kennen:
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Eindampfen: Ein Trennverfahren, bei dem eine Flüssigkeit erhitzt wird, bis sie vollständig zu Gas wird. Feste Stoffe, die darin gelöst waren, bleiben zurück. Beispiel: Wenn Salzwasser aus dem Meer in der Sonne verdunstet, bleibt festes Meersalz übrig.
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Stromkreis: Damit elektrischer Strom fließen kann, muss es einen geschlossenen Weg aus leitfähigem Material geben. Beispiel: Eine Batterie, die über zwei intakte Kabel mit einer kleinen Lampe verbunden ist, bringt diese zum Leuchten.
Aufgabentyp 1: Wasserarten anhand gelöster Salze unterscheiden
Um gelöste Salze und ihre physikalischen Eigenschaften zu verstehen, müssen wir uns ansehen, was genau in unserem Wasser steckt und wie sich dies auf den Stromfluss auswirkt.
Wenn wir ein Glas Leitungswasser oder Mineralwasser betrachten, sieht es völlig rein und durchsichtig aus. Doch in fast allen natürlichen Wasserarten sind unsichtbare, gelöste Salze enthalten. Diese Salze bestehen aus winzigen, elektrisch geladenen Teilchen, die man Ionen nennt.

Zu den häufigsten Ionen, die natürlicherweise in unserem Trinkwasser vorkommen, gehören Calcium, Magnesium, Natrium, Chlorid und Sulfat. Sie sind völlig natürlich und für unseren Körper sogar lebenswichtig!
Es gibt jedoch eine Ausnahme: Destilliertes Wasser. Dieses Wasser wurde im Labor oder in der Fabrik so stark gereinigt, dass es absolut keine gelösten Salze mehr enthält. Es ist ein reiner Stoff. Wenn wir normales Wasser erhitzen und verdampfen lassen (Eindampfen), verschwindet nur das Wasser. Die Ionen können nicht verdampfen und bleiben als fester, weißer Salzrückstand zurück. Bei destilliertem Wasser bleibt hingegen gar nichts übrig.
Der Tropfen-Test
Zweck: Sichtbarmachen der unsichtbaren Salze im Wasser.
Materialien: Ein Uhrglas (kleine, gewölbte Glasschale), eine Heizplatte, Leitungswasser, destilliertes Wasser.
⚠️ Sicherheitshinweis: Die Heizplatte und das Glas werden sehr heiß. Nicht mit bloßen Händen berühren und nur unter Aufsicht der Lehrkraft erhitzen.
Durchführung:
- Gib einen Tropfen Leitungswasser auf die linke Seite des Uhrglases und einen Tropfen destilliertes Wasser auf die rechte Seite.
- Stelle das Uhrglas auf die Heizplatte und warte, bis das gesamte Wasser verdampft ist.

Beobachtung: Auf der linken Seite (Leitungswasser) bleibt nach dem Verdampfen ein deutlicher, weißer Fleck zurück. Auf der rechten Seite (destilliertes Wasser) ist das Glas völlig sauber und leer.
Erklärung: Der weiße Fleck besteht aus den gelösten Salzen (den Ionen), die im Leitungswasser waren. Da destilliertes Wasser keine Salze enthält, hinterlässt es beim Eindampfen keinen Rückstand.
Stromfluss im Wasser
Wir wissen nun, dass in Mineralwasser oder Leitungswasser Ionen schwimmen. Da diese Ionen elektrisch geladen sind, verleihen sie dem Wasser eine besondere physikalische Eigenschaft: Es kann elektrischen Strom leiten!
Um die elektrische Leitfähigkeit einer Flüssigkeit zu prüfen, baut man einen einfachen Stromkreis mit einer Wechselspannungsquelle und einem Strommessgerät auf. Man taucht zwei Metallstäbe (Sonden) in die Flüssigkeit.

Reines, destilliertes Wasser leitet den elektrischen Strom nicht, da es keine Ladungsträger enthält. Der Stromkreis ist unterbrochen. Sobald sich aber gelöste Salze im Wasser befinden, bewegen sich die Ionen zwischen den Sonden hin und her. Sie transportieren die elektrische Ladung durch die Flüssigkeit und schließen so den Stromkreis. Je mehr Ionen im Wasser sind (wie bei Sportgetränken oder starkem Mineralwasser), desto besser leitet die Flüssigkeit den Strom.
Leitfähigkeit im Test
Zweck: Messen, wie gelöste Salze den Stromfluss ermöglichen.
Materialien: Zwei Bechergläser, Wechselspannungsquelle (ca. ), Strommessgerät, Kabel, zwei Sonden (Metallstäbe), destilliertes Wasser, Mineralwasser.
Durchführung:
- Fülle ein Becherglas mit destilliertem Wasser und das andere mit Mineralwasser.
- Verbinde die Spannungsquelle, das Strommessgerät und die Sonden mit den Kabeln zu einem Stromkreis.
- Tauche die Sonden zuerst in das destillierte Wasser und lies das Messgerät ab.
- Trockne die Sonden ab und tauche sie dann in das Mineralwasser. Lies das Messgerät erneut ab.

Beobachtung: Beim destillierten Wasser zeigt das Messgerät keinen Stromfluss an (). Beim Mineralwasser schlägt der Zeiger des Messgeräts deutlich aus.
Erklärung: Das destillierte Wasser enthält keine Ionen, daher fließt kein Strom. Das Mineralwasser enthält viele gelöste Salze. Diese Ionen leiten den Strom durch das Wasser.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schritt 1: Den Eindampf-Test machen. Erhitze eine Probe der Flüssigkeit, bis sie vollständig verdampft ist. Bleibt ein weißer Rückstand, enthält die Flüssigkeit gelöste Salze.
- Schritt 2: Die Leitfähigkeit prüfen. Tauche die Sonden eines Leitfähigkeitsprüfers in die Flüssigkeit. Zeigt das Gerät einen Stromfluss an, beweist das ebenfalls die Anwesenheit von Ionen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Du hast zwei Gläser mit klaren Flüssigkeiten: Glas A und Glas B. Du baust einen Stromkreis mit einem Strommessgerät auf und hältst die Sonden in Glas A. Das Messgerät zeigt keinen Strom an. Bei Glas B zeigt das Messgerät einen deutlichen Stromfluss. Welche der beiden Flüssigkeiten ist destilliertes Wasser und welche ist Mineralwasser? Begründe deine Antwort.
- Schritt 1Die Leitfähigkeit auswerten
Glas A leitet keinen elektrischen Strom. Glas B leitet den elektrischen Strom.
- Schritt 2 · ErgebnisSchlussfolgerung ziehen
Glas A ist das destillierte Wasser, da es keine gelösten Salze enthält und somit den Strom nicht leitet. Glas B ist das Mineralwasser, da die darin enthaltenen Ionen den elektrischen Strom leiten.
Glas A ist das destillierte Wasser und Glas B ist das Mineralwasser.
Wichtige Erkenntnisse
- Natürliches Wasser (wie Leitungs- oder Mineralwasser) enthält unsichtbare, gelöste Salze.
- Diese Salze bestehen aus elektrisch geladenen Teilchen, den Ionen (z. B. Calcium, Magnesium, Natrium).
- Beim Eindampfen von Salzwasser bleibt ein fester Rückstand; destilliertes Wasser verdampft völlig rückstandslos.
- Ionen in einer Flüssigkeit können den elektrischen Strom leiten. Destilliertes Wasser leitet keinen Strom.
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Häufige Fragen
Was sind gelöste Salze im Wasser?
Gelöste Salze sind unsichtbare, elektrisch geladene Teilchen im Wasser, die man Ionen nennt. Sie kommen natürlicherweise in Leitungs- und Mineralwasser vor und umfassen Stoffe wie Calcium, Magnesium oder Natrium. Diese Ionen sind für den menschlichen Körper lebenswichtig und verleihen dem Wasser besondere physikalische Eigenschaften.
Warum leitet Leitungswasser elektrischen Strom?
Leitungswasser leitet Strom, weil es gelöste Salze (Ionen) enthält. Diese elektrisch geladenen Teilchen können sich im Wasser frei bewegen. Wenn eine Spannung angelegt wird, transportieren die Ionen die elektrische Ladung zwischen den Polen und schließen so den Stromkreis. Destilliertes Wasser ohne Ionen leitet hingegen keinen Strom.
Wie funktioniert der Eindampf-Test bei Wasser?
Beim Eindampfen wird eine Wasserprobe erhitzt, bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Da nur das Wasser zu Gas wird, bleiben die darin gelösten Salze als fester, weißer Rückstand zurück. So kannst du ganz einfach nachweisen, ob eine Flüssigkeit unsichtbare Ionen enthält oder ob es sich um reines, destilliertes Wasser handelt.
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