Grundlagen der organischen Chemie: Einfach erklärt
Erklärvideo – jetzt freischalten
Wenn du das Wort „organisch“ hörst, denkst du im Alltag vielleicht an Bio-Äpfel, frisches Gemüse im Supermarkt oder eine gesunde Ernährung. Aber in den Naturwissenschaften und speziell bei den Grundlagen der organischen Chemie bedeutet dieser Begriff etwas völlig anderes!

Die organische Chemie ist einer der wichtigsten und faszinierendsten Teilbereiche der gesamten Chemie. In dieser Lektion reisen wir gemeinsam in die Vergangenheit und schauen uns an, wie alles begann. Du wirst lernen, wie ein einziges, weltberühmtes Experiment eine alte Legende über die sogenannte Lebenskraft zerstörte und was der Begriff der organischen Chemie heute in der modernen Wissenschaft wirklich bedeutet. Wenn du die Grundlagen der organischen Chemie verstehst, legst du das perfekte Fundament für alle weiteren Themen in diesem Fach, von einfachen Molekülen bis hin zu komplexen Reaktionen. Lass uns also direkt starten und herausfinden, warum Kohlenstoff der absolute Superstar in diesem Bereich der Chemie ist!
Schnellantwort
Was sind die Grundlagen der organischen Chemie? Zusammenfassend lässt sich sagen: Die organische Chemie ist die Chemie der Kohlenstoffverbindungen. Früher glaubte man, dass organische Stoffe nur durch eine magische „Lebenskraft“ in Lebewesen entstehen können. Seit dem Jahr 1828, als Friedrich Wöhler künstlich Harnstoff herstellte, wissen wir jedoch, dass dies nicht stimmt. Heute definiert sich die organische Chemie über das Element Kohlenstoff, wobei es wenige Ausnahmen wie Kohlenstoffoxide oder Kohlensäure gibt, die traditionell zur anorganischen Chemie gezählt werden.
Vorwissen
Um die Grundlagen der organischen Chemie im Detail zu verstehen, solltest du bereits ein paar grundlegende Begriffe aus dem Chemieunterricht kennen. Keine Sorge, es ist nicht viel, aber dieses Basiswissen hilft dir enorm weiter:
-
Chemische Elemente: Grundstoffe, die nicht weiter zerlegt werden können.
Beispiel: Kohlenstoff (Symbol: ) ist ein wichtiges Element.
-
Chemische Verbindungen: Stoffe, die aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt sind.
Beispiel: Wasser () ist eine Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff.
Aufgabentyp 1: Die Geschichte und Definition der organischen Chemie
Wenn wir uns mit den Grundlagen der organischen Chemie beschäftigen, müssen wir uns zuerst ansehen, wie sich dieser spannende Bereich der Chemie historisch entwickelt hat und wie er heute definiert wird. Bis zum frühen 19. Jahrhundert glaubten die Menschen an eine magische Kraft. Sie dachten, dass Stoffe aus der Natur – wie Zucker in Pflanzen oder Fette in Tieren – nur durch eine sogenannte „Lebenskraft“ (auf Latein: vis vitalis) entstehen können. Man nannte diese Stoffe „organisch“, weil sie von Organismen (Lebewesen) stammten. Man war sich sicher: Im Labor kann man solche Stoffe niemals künstlich herstellen.

Doch im Jahr 1828 veränderte der Chemiker Friedrich Wöhler alles. Ihm gelang es, im Labor Harnstoff herzustellen. Harnstoff ist ein Stoff, der normalerweise im Körper von Menschen und Tieren produziert wird. Wöhler mischte dafür nur leblose Chemikalien. Damit war bewiesen: Es gibt keine magische „Lebenskraft“!

Seit diesem Tag musste die Chemie neu definiert werden. Heute wissen wir, dass all diese „organischen“ Stoffe aus der Natur eines gemeinsam haben: Sie enthalten das Element Kohlenstoff ().
Deshalb gilt heute folgende Regel: Die Organische Chemie ist die Chemie der Kohlenstoffverbindungen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Ethanol (Trinkalkohol).
Es gibt jedoch ein paar wenige Ausnahmen. Einige sehr einfache Stoffe mit Kohlenstoff zählen traditionell zur anorganischen (unbelebten) Chemie. Diese Ausnahmen musst du dir merken:
-
Kohlenstoffoxide (wie Kohlenstoffdioxid, )
-
Kohlensäure ()
-
Die Salze der Kohlensäure (sogenannte Carbonate)
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Untersuche die chemische Formel auf das Vorhandensein von Kohlenstoff.
- Prüfe, ob die Verbindung zu den anorganischen Ausnahmen wie Kohlenstoffdioxid oder Kohlensäure gehört.
- Ordne den Stoff der organischen Chemie zu, wenn er Kohlenstoff enthält und keine Ausnahme ist.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Entscheide, ob die folgenden drei Stoffe zur organischen oder zur anorganischen Chemie gehören. Begründe deine Antwort.
-
Ethanol (eine Verbindung mit Kohlenstoff)
-
Kohlenstoffdioxid ()
-
Wasser ()
- Schritt 1Ethanol prüfen
Ethanol enthält Kohlenstoff und gehört nicht zu den Ausnahmen. Es ist also eine organische Verbindung.
- Schritt 2Kohlenstoffdioxid prüfen
Kohlenstoffdioxid enthält zwar Kohlenstoff, ist aber ein Kohlenstoffoxid. Oxide gehören zu den Ausnahmen. Es ist also eine anorganische Verbindung.
- Schritt 3 · ErgebnisWasser prüfen
Wasser enthält gar keinen Kohlenstoff. Daher ist es eindeutig eine anorganische Verbindung.
Ethanol ist eine organische Verbindung, während Kohlenstoffdioxid und Wasser anorganisch sind.
Quiz zu Grundlagen der organischen Chemie: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Grundlagen der organischen Chemie und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Grundlagen der organischen Chemie
Wie wird die organische Chemie in der modernen Wissenschaft zusammenfassend definiert?
Quizfrage 2 zu Grundlagen der organischen Chemie
Nur mit AccountWie werden chemische Verbindungen im Text beschrieben?
Übungsaufgabe zu Grundlagen der organischen Chemie
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
Zum Abschluss fassen wir die wichtigsten Punkte zu den Grundlagen der organischen Chemie noch einmal übersichtlich für dich zusammen, damit du bestens auf deine nächste Prüfung vorbereitet bist:
-
Früher glaubte man an eine „Lebenskraft“ zur Herstellung organischer Stoffe.
-
Friedrich Wöhler widerlegte dies 1828 durch die künstliche Herstellung von Harnstoff.
-
Heute ist die organische Chemie die Chemie der Kohlenstoffverbindungen.
-
Ausnahmen: Kohlenstoffoxide, Kohlensäure und deren Salze sind anorganisch.
Stell deine eigene Aufgabe zu „Grundlagen der organischen Chemie: Einfach erklärt“
Aufgabe eintippen oder fotografieren – der KI-Tutor löst sie Schritt für Schritt und erklärt dir jeden Rechenweg.
Häufige Fragen
Was sind die Grundlagen der organischen Chemie?
Die Grundlagen der organischen Chemie befassen sich mit der Chemie der Kohlenstoffverbindungen. Während man früher dachte, organische Stoffe könnten nur durch eine „Lebenskraft“ in Lebewesen entstehen, wissen wir heute, dass sie im Labor hergestellt werden können. Fast alle Verbindungen, die Kohlenstoff enthalten, zählen zur organischen Chemie.
Was ist der Unterschied zwischen organischer und anorganischer Chemie?
Der Hauptunterschied liegt im Element Kohlenstoff. Die organische Chemie beschäftigt sich fast ausschließlich mit Kohlenstoffverbindungen (wie Ethanol oder Zucker). Die anorganische Chemie umfasst alle anderen Elemente des Periodensystems sowie einige wenige kohlenstoffhaltige Ausnahmen wie Kohlenstoffdioxid, Kohlensäure und Carbonate.
Warum ist das Experiment von Friedrich Wöhler so wichtig?
Friedrich Wöhler stellte 1828 künstlich Harnstoff aus anorganischen Stoffen her. Dieses Experiment bewies, dass man keine magische „Lebenskraft“ (vis vitalis) braucht, um organische Verbindungen zu erzeugen. Es war der Startschuss für die moderne organische Chemie, da Stoffe aus der Natur nun auch im Labor synthetisiert werden konnten.
Weiter lernen
Chemie nach Klassen:Klasse 5Klasse 6Klasse 7Klasse 8Klasse 9Klasse 10Klasse 11Klasse 12Klasse 13Alle Chemie-Themen