Ionisierung und Ionisierungsenergie einfach erklärt
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Hast du schon einmal versucht, zwei starke Magnete voneinander zu trennen? Das kostet ganz schön viel Kraft! Genau das Gleiche passiert im Inneren von Atomen. In diesem Artikel zum Thema Ionisierung und Ionisierungsenergie lernst du, wie man Elektronen aus einem Atom „herausklauen“ kann, warum das mit jedem Mal anstrengender wird und wie uns dieser Kraftaufwand verrät, wie ein Atom im Inneren aufgebaut ist.

Schnellantwort
Ionisierung ist der Vorgang, bei dem ein Elektron aus der Hülle eines Atoms entfernt wird. Die dafür benötigte Energie nennt man Ionisierungsenergie. Da der positive Atomkern die negativen Elektronen anzieht, muss Energie aufgewendet werden, um sie zu trennen.
Vorwissen
- Der Atomkern: Ist positiv geladen, weil er Protonen enthält. Beispiel: Ein Helium-Kern hat 2 positive Protonen.
- Die Elektronenhülle: Besteht aus negativ geladenen Elektronen, die in Schalen um den Kern kreisen. Beispiel: Die Elektronen bewegen sich auf festen Bahnen, ähnlich wie Planeten um die Sonne.
- Anziehungskraft: Plus und Minus ziehen sich gegenseitig an. Beispiel: Der positive Kern hält die negativen Elektronen wie ein Magnet fest.
Aufgabentyp 1: Schalen aus Energiewerten ablesen
Da sich der positive Atomkern und die negativen Elektronen anziehen, bleiben sie normalerweise zusammen. Wenn wir aber von außen genug Energie (zum Beispiel durch UV-Licht) auf das Atom feuern, können wir ein Elektron aus der Hülle herausreißen. Diesen Vorgang nennt man Ionisierung.

Weil die restlichen Elektronen nun fester festgehalten werden, brauchen wir für das zweite Elektron viel mehr Energie als für das erste. Für das dritte Elektron brauchen wir noch mehr Energie, und so weiter.
Die Ionisierungsenergie verrät uns, wie die Elektronen im Atom angeordnet sind. Dabei gilt eine einfache Regel: Je weiter ein Elektron vom Kern entfernt ist, desto schwächer wird es angezogen und desto leichter lässt es sich entfernen (niedrige Energie). Je näher es am Kern ist, desto schwerer lässt es sich entfernen (hohe Energie).
Wenn wir die Elektronen eines Atoms nacheinander entfernen, sehen wir manchmal plötzliche, riesige Sprünge in der benötigten Energie. Ein solcher Sprung bedeutet: Die äußere Schale ist jetzt leer! Wir müssen das nächste Elektron aus einer tieferen Schale holen, die viel näher am Kern liegt.

Beispiel Aluminium: Ein Aluminium-Atom hat 13 Elektronen. Wenn wir die Ionisierungsenergien messen, sehen wir drei Gruppen:
- Elektron 1 bis 3: Lassen sich leicht entfernen. Sie sind weit weg in der 3. Schale (außen).
- Elektron 4 bis 11: Brauchen deutlich mehr Energie. Sie liegen in der 2. Schale (Mitte).
- Elektron 12 und 13: Brauchen extrem viel Energie. Sie liegen in der 1. Schale ganz nah am Kern (innen).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schritt 1: Sprünge finden – Suche in den Energiewerten nach den Stellen, an denen die Energie plötzlich extrem stark ansteigt (sich z.B. verfünffacht oder mehr).
- Schritt 2: Elektronen zählen – Zähle, wie viele Elektronen vor dem Sprung entfernt wurden. Diese gehören zusammen in eine Schale.
- Schritt 3: Schalen zuordnen – Die Elektronen mit der niedrigsten Energie bilden die äußerste Schale. Nach jedem Sprung beginnt die nächsttiefere Schale.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
Ein Beryllium-Atom hat 4 Elektronen. Die benötigten Ionisierungsenergien (in der Einheit ) sind:
-
- Elektron:
-
- Elektron:
-
- Elektron:
-
- Elektron:
Finde heraus, wie die Elektronen auf die Schalen verteilt sind.
- Schritt 1Sprünge finden
Wir vergleichen die Werte. Zwischen dem 1. und 2. Elektron steigt der Wert leicht an ( auf ). Aber zwischen dem 2. und 3. Elektron gibt es einen riesigen Sprung (von auf ).
- Schritt 2Elektronen zählen
Vor dem großen Sprung haben wir genau 2 Elektronen entfernt (das 1. und das 2.). Nach dem Sprung bleiben noch 2 Elektronen übrig (das 3. und das 4.).
- Schritt 3 · ErgebnisSchalen zuordnen
Das Beryllium-Atom hat zwei Schalen. In der äußeren Schale befinden sich 2 Elektronen (niedrige Energie). In der inneren Schale befinden sich ebenfalls 2 Elektronen (sehr hohe Energie).
Das Beryllium-Atom besitzt zwei Schalen mit jeweils zwei Elektronen.
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Quizfrage 1 zu Ionisierung und Ionisierungsenergie
Welche elektrische Ladung besitzen der Atomkern und die Elektronen in der Hülle?
Quizfrage 2 zu Ionisierung und Ionisierungsenergie
Nur mit AccountWas passiert bei dem Vorgang der Ionisierung eines Atoms?
Übungsaufgabe zu Ionisierung und Ionisierungsenergie
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Ionisierung bedeutet, dass Elektronen aus der Atomhülle entfernt werden. Es entsteht ein positiv geladenes Ion (z.B. ).
- Die Ionisierungsenergie ist die Kraft, die man dafür braucht. Sie steigt mit jedem entfernten Elektron an.
- Plötzliche, große Sprünge in der Ionisierungsenergie beweisen, dass die Elektronen in verschiedenen Schalen um den Kern kreisen.
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Häufige Fragen
Was ist Ionisierung und Ionisierungsenergie?
Ionisierung ist der Prozess, bei dem ein Elektron aus der Atomhülle entfernt wird. Die Energie, die du dafür aufwenden musst, nennt man Ionisierungsenergie. Da der positive Atomkern die negativen Elektronen anzieht, erfordert das Trennen dieser Teilchen Energie.
Warum steigt die Ionisierungsenergie mit jedem entfernten Elektron?
Wenn du ein Elektron entfernst, bleiben die restlichen Elektronen zurück und werden vom positiven Atomkern nun noch stärker angezogen. Daher brauchst du für das zweite Elektron deutlich mehr Energie als für das erste, und für das dritte noch mehr.
Was verraten uns Sprünge in der Ionisierungsenergie?
Plötzliche, sehr große Sprünge in der Ionisierungsenergie sind der Beweis für das Schalenmodell. Ein großer Sprung bedeutet, dass eine äußere Schale leer ist und das nächste Elektron aus einer tieferen Schale entfernt werden muss, die viel näher am Kern liegt.
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