Physikalische und chemische Eigenschaften der Alkane einfach erklärt
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Stell dir vor, in einer Pfanne fängt heißes Öl plötzlich an zu brennen. Dein erster Instinkt ist wahrscheinlich: Schnell ein Glas Wasser darüberschütten! Doch genau das wäre ein lebensgefährlicher Fehler. Öle, Benzin und Wachse gehören zu einer Stoffgruppe, die wir Alkane nennen. Wenn wir die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Alkane untersuchen, verstehen wir genau, warum das so ist. In dieser Lektion wirst du herausfinden, wie sich diese Stoffe verhalten. Du wirst lernen, warum sie sich nicht mit Wasser mischen, wie zähflüssig sie sind und vor allem: Wie man einen Alkanbrand im Notfall richtig und sicher löscht.

Vorwissen
- Das Verbrennungsdreieck: Damit ein Feuer brennt, braucht es drei Dinge: Brennstoff, Wärme und Sauerstoff. Beispiel: Wenn du ein Glas über eine brennende Kerze stülpst, geht sie aus, weil der Sauerstoff verbraucht ist.
- Dichte: Gibt an, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen steckt (Formel: ). Beispiel: Ein Stück Eisen ist bei gleicher Größe viel schwerer als ein Stück Holz, weil Eisen eine höhere Dichte hat.
Aufgabentyp 1: Brennbarkeit flüssiger Alkane
Alkane wie Heptan oder Paraffinöl (Lampenöl) sind leicht entzündliche Flüssigkeiten. Wenn ein flüssiges Alkan brennt, brennt eigentlich nicht die Flüssigkeit selbst, sondern die Gase, die direkt über der Oberfläche verdampfen. Die Entzündung findet also immer nur an der Oberfläche statt, wo der Brennstoff auf den Sauerstoff aus der Luft trifft.

Um ein solches Feuer zu löschen, müssen wir das Verbrennungsdreieck zerstören. Da wir den Brennstoff nicht einfach wegnehmen können, ist die beste Methode das Ersticken. Wenn wir die Flamme abdecken, kommt kein neuer Sauerstoff mehr an die Oberfläche und das Feuer geht sofort aus.
Station 2: Alkane entzünden und löschen
Zweck: Beobachten, wie flüssige Alkane brennen und wie man sie durch Ersticken löscht.
Materialien: 5 mL Heptan, Porzellanschale, Holzspan, Streichhölzer, Keramikdrahtnetz, Tiegelzange.
⚠️ Sicherheitshinweis: Heptan ist leicht entzündlich. Schutzbrille tragen! Lange Haare zusammenbinden. Das Experiment darf nur unter Aufsicht der Lehrkraft durchgeführt werden.
Durchführung:
- Gib 5 mL Heptan in die Porzellanschale.
- Zünde den Holzspan an und halte ihn vorsichtig an die Oberfläche der Flüssigkeit.
- Nimm das Keramikdrahtnetz mit der Tiegelzange und lege es flach über die brennende Porzellanschale.

Beobachtung: Das Heptan entzündet sich sofort an der Oberfläche und brennt mit einer hellen Flamme. Sobald das Keramikdrahtnetz auf der Schale liegt, erlischt die Flamme innerhalb von Sekunden.
Erklärung: Das Keramikdrahtnetz wirkt wie ein Deckel. Es unterbindet die Zufuhr von frischem Sauerstoff aus der Luft. Ohne Sauerstoff kann die Verbrennung nicht weitergehen und das Feuer erstickt.
Aufgabentyp 2: Löslichkeit und zwischenmolekulare Kräfte
Wenn du versuchst, Salatöl (ein Alkan) mit Wasser zu mischen, wirst du feststellen, dass sie sich sofort wieder trennen. In der Chemie gibt es dafür vier wichtige Fachbegriffe:
- Hydrophil bedeutet "wasserliebend" (Stoffe, die sich gut in Wasser lösen, wie Salz).
- Hydrophob bedeutet "wasserfürchtend" (Stoffe, die sich nicht in Wasser lösen).
- Lipophil bedeutet "fettliebend" (Stoffe, die sich gut in Fetten oder Ölen lösen).
- Lipophob bedeutet "fettfürchtend" (Stoffe, die sich nicht in Fetten lösen).
Alkane sind hydrophob und lipophil. Sie mischen sich nicht mit Wasser, aber hervorragend mit anderen unpolaren Lösungsmitteln wie Wundbenzin.

Warum ist das so?
Das liegt an den sogenannten zwischenmolekularen Kräften. Das sind unsichtbare Anziehungskräfte zwischen den kleinsten Teilchen (Molekülen). Zwischen Alkan-Molekülen wirken die sogenannten Van-der-Waals-Kräfte. Du kannst dir das wie einen schwachen Klettverschluss vorstellen. Wasserteilchen haben einen ganz anderen, viel stärkeren "Klettverschluss". Weil die Klettverschlüsse von Wasser und Alkanen nicht zusammenpassen, stoßen sie sich ab. Alkane mischen sich also nur mit Stoffen, die die gleiche Art von Van-der-Waals-Kräften besitzen.
Station 3: Löslichkeit testen
Zweck: Überprüfen, mit welchen Flüssigkeiten sich Alkane mischen lassen.
Materialien: 2 Reagenzgläser mit Stopfen, Heptan, Wasser, Wundbenzin.
Durchführung:
- Fülle in das erste Reagenzglas 2 mL Wasser und 2 mL Heptan.
- Fülle in das zweite Reagenzglas 2 mL Wundbenzin und 2 mL Heptan.
- Verschließe beide Gläser mit einem Stopfen und schüttle sie kräftig.
Beobachtung: Im ersten Reagenzglas (mit Wasser) bilden sich nach dem Schütteln sofort wieder zwei getrennte Schichten (Phasentrennung). Im zweiten Reagenzglas (mit Wundbenzin) entsteht eine einzige, klare Flüssigkeit (homogene Lösung).
Erklärung: Heptan ist hydrophob und mischt sich nicht mit dem hydrophilen Wasser. Da Heptan und Wundbenzin beide Alkane sind und ähnliche Van-der-Waals-Kräfte besitzen, sind sie lipophil und mischen sich perfekt miteinander.
Aufgabentyp 3: Dichte, Viskosität und Brandschutz
Zwei weitere wichtige Eigenschaften von Alkanen sind ihre Viskosität und ihre Dichte.
- Viskosität (Zähflüssigkeit): Sie beschreibt, wie stark sich eine Flüssigkeit gegen das Fließen wehrt. Honig hat eine hohe Viskosität (fließt langsam), Wasser eine niedrige. Im Labor messen wir das, indem wir stoppen, wie lange eine bestimmte Menge Alkan braucht, um aus einer Pipette zu tropfen.
- Dichte: Sie sagt uns, wie schwer ein bestimmtes Volumen ist. Wir berechnen sie, indem wir die Masse durch das Volumen teilen. Alle flüssigen Alkane haben eine geringere Dichte als Wasser.
Die wichtigste Regel im Brandschutz:
Weil Alkane eine geringere Dichte als Wasser haben, schwimmen sie immer oben. Das ist der Grund, warum du einen Benzin- oder Ölbrand niemals mit Wasser löschen darfst!

Wenn du Wasser auf brennendes Benzin schüttest, sinkt das schwere Wasser sofort nach unten. Das brennende Benzin schwimmt weiterhin obenauf. Das Wasser verdampft durch die Hitze schlagartig, dehnt sich aus und schleudert das brennende Benzin wie eine kleine Explosion im ganzen Raum umher. Das Feuer breitet sich rasend schnell aus. Deshalb gilt: Alkanbrände immer abdecken und ersticken!
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Werte notieren: Finde die Masse () in Gramm () und das Volumen () in Millilitern () aus der Aufgabe heraus.
- Dichte berechnen: Setze die Werte in die Formel ein: . Das Ergebnis hat die Einheit .
- Mit Wasser vergleichen: Vergleiche dein Ergebnis mit der Dichte von Wasser (). Ist die Dichte kleiner als , schwimmt der Stoff oben. Ist die Dichte größer als , sinkt der Stoff nach unten.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
Im Labor hast du genau eines unbekannten flüssigen Alkans abgemessen. Wenn du diese Menge auf die Waage stellst, wiegt sie . Berechne die Dichte des Alkans und entscheide, ob es auf Wasser schwimmt.
- Schritt 1Werte notieren
Die Masse ist . Das Volumen ist .
- Schritt 2Dichte berechnen
Wir setzen die Werte in die Formel ein:
- Schritt 3 · ErgebnisMit Wasser vergleichen
Die Dichte des Alkans () ist kleiner als die Dichte von Wasser (). Das Alkan ist also leichter und schwimmt auf dem Wasser.
Das Alkan hat eine Dichte von und schwimmt somit auf dem Wasser.
Quiz zu Physikalische und chemische Eigenschaften der Alkane: Teste dein Wissen
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Quizfrage 1 zu Physikalische und chemische Eigenschaften der Alkane
Wie lässt sich ein Feuer aus flüssigen Alkanen am sichersten löschen?
Quizfrage 2 zu Physikalische und chemische Eigenschaften der Alkane
Nur mit AccountWelche beiden Fachbegriffe beschreiben das Löslichkeitsverhalten von Alkanen korrekt?
Übungsaufgabe zu Physikalische und chemische Eigenschaften der Alkane
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Alkane brennen nur an der Oberfläche. Man löscht sie sicher, indem man die Flamme abdeckt und ihr den Sauerstoff entzieht.
- Alkane sind hydrophob (wasserabweisend) und lipophil (fettliebend). Sie mischen sich nicht mit Wasser.
- Alkane haben eine geringere Dichte als Wasser und schwimmen oben. Deshalb darf man Alkanbrände (wie Benzin oder Öl) niemals mit Wasser löschen!
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Häufige Fragen
Was sind physikalische und chemische Eigenschaften der Alkane?
Zu den wichtigsten physikalischen und chemischen Eigenschaften der Alkane gehören ihre Brennbarkeit, Löslichkeit, Dichte und Viskosität. Alkane sind leicht entzündlich, mischen sich nicht mit Wasser (hydrophob) und haben eine geringere Dichte als Wasser, weshalb sie oben schwimmen.
Warum mischen sich Alkane nicht mit Wasser?
Alkane sind hydrophob (wasserabweisend) und lipophil (fettliebend). Das liegt an den zwischenmolekularen Kräften: Zwischen Alkan-Molekülen wirken nur schwache Van-der-Waals-Kräfte, während Wasser viel stärkere Bindungen aufweist. Da diese Kräfte nicht zusammenpassen, stoßen sich die Stoffe ab und bilden zwei getrennte Schichten.
Wie löscht man einen Alkanbrand richtig?
Einen Alkanbrand (wie brennendes Öl oder Benzin) darfst du niemals mit Wasser löschen! Da Alkane leichter als Wasser sind, schwimmen sie oben. Das Wasser würde schlagartig verdampfen und das brennende Alkan im Raum verteilen. Stattdessen musst du das Feuer ersticken, indem du die Flamme abdeckst und ihr den Sauerstoff entziehst.
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