Power-to-Gas einfach erklärt: Der Methankreislauf
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Hast du an einem stürmischen Tag schon einmal Windräder gesehen, die sich gar nicht drehen? Das passiert oft, weil unser Stromnetz in diesem Moment voll ist und wir den überschüssigen Strom nicht einfach in riesigen Batterien speichern können. Die Energie des Windes geht also verloren.

Aber was wäre, wenn wir diesen Strom nutzen könnten, um ein Gas herzustellen, das wir problemlos in großen Tanks speichern und später zum Heizen oder Autofahren nutzen können? Genau das ist die Idee hinter Power-to-Gas (übersetzt: „Strom zu Gas“). In dieser Lektion lernst du, wie wir mit Strom ein brennbares Gas herstellen und dabei sogar einen perfekten, umweltfreundlichen Kreislauf erschaffen!
Vorwissen
- Endotherme und exotherme Reaktionen:
- Regel: Endotherme Reaktionen benötigen ständig Energie (z. B. Strom oder Hitze), damit sie ablaufen. Exotherme Reaktionen geben Energie (z. B. als Wärme) an die Umgebung ab.
- Beispiel: Ein Lagerfeuer brennt und gibt Wärme ab (exotherm).
- Katalysator:
- Regel: Ein Stoff, der eine chemische Reaktion beschleunigt oder überhaupt erst möglich macht, ohne dabei selbst verbraucht zu werden.
- Beispiel: Im Auto wandelt ein Katalysator giftige Abgase schnell in ungiftige um.
- Methan ():
- Regel: Ein brennbares Gas und der Hauptbestandteil von Erdgas.
- Beispiel: Methan wird oft zum Heizen von Häusern verwendet.
Aufgabentyp 1: Power-to-Gas und Wasserelektrolyse
Das Konzept Power-to-Gas ist genial: Wir nehmen überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien (wie Wind oder Sonne) und wandeln ihn in chemische Energie um. Chemische Energie bedeutet hier, dass wir ein brennbares Gas herstellen, das wir speichern können.
Der erste Schritt auf diesem Weg heißt Wasserelektrolyse. Dabei wird elektrischer Strom genutzt, um normales, flüssiges Wasser () in seine beiden Bestandteile zu zerlegen: Wasserstoff () und Sauerstoff ().

Weil wir für diesen Vorgang ständig Strom zuführen müssen, ist die Elektrolyse eine endotherme Reaktion. Der entstandene Wasserstoff ist sehr wertvoll. Er enthält nun die gespeicherte Energie des Stroms! Man kann ihn direkt in Tanks speichern oder in das normale Erdgasnetz einspeisen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schreibe die Ausgangsstoffe (Edukte) links und die Endstoffe (Produkte) rechts vom Reaktionspfeil ().
- Zähle für jede Atomsorte (z. B. C, H, O), wie viele Atome auf der linken und wie viele auf der rechten Seite stehen.
- Setze große Zahlen (Faktoren) vor die Moleküle, bis auf beiden Seiten des Pfeils exakt gleich viele Atome jeder Sorte vorhanden sind.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Stelle die ausgeglichene Reaktionsgleichung für die Wasserelektrolyse auf.
- Schritt 1Edukte und Produkte aufschreiben
Wasser wird zu Wasserstoff und Sauerstoff:
- Schritt 2Atome zählen
Links: 2x H, 1x O Rechts: 2x H, 2x O Es fehlt links ein Sauerstoffatom.
- Schritt 3 · ErgebnisAusgleichen
Wir nehmen 2 Wassermoleküle, um genug Sauerstoff zu haben. Dann müssen wir rechts auch 2 Wasserstoffmoleküle nehmen.
(Hinweis: (l) steht für liquid/flüssig, (g) für gasförmig. Die Reaktion ist endotherm.)
Quiz zu Power: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Power und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Power
Was ist laut dem Text die genaue Aufgabe eines Katalysators?
Quizfrage 2 zu Power
Nur mit AccountWas passiert bei dem Vorgang der Wasserelektrolyse?
Übungsaufgabe zu Power
Nur mit AccountAufgabentyp 2: Der Sabatier-Prozess und die Methanisierung
Reiner Wasserstoff ist leider schwer über lange Zeit zu speichern. Deshalb gibt es einen zweiten Schritt: Wir verwandeln den Wasserstoff in Methan (). Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas und wir haben bereits riesige unterirdische Speicher und Rohre dafür.
Dieser Schritt wird Sabatier-Prozess (oder CO2-Methanisierung) genannt. Dabei lassen wir den Wasserstoff mit Kohlenstoffdioxid () reagieren. Das Ergebnis ist Methan und Wasser.

Damit diese Reaktion schnell genug abläuft, brauchen wir einen festen Katalysator, meistens aus Metallen wie Nickel oder Ruthenium. Der Katalysator wirkt wie ein Treffpunkt, an dem die Moleküle leichter miteinander reagieren können. Bei dieser Reaktion wird Wärme frei, sie ist also exotherm.
Woher kommt das ? Anstatt es mühsam aus der Luft zu filtern, fängt man das am besten direkt dort ab, wo viel davon entsteht: bei großen Fabriken wie Zementwerken oder Kraftwerken. So verhindern wir gleichzeitig, dass dieses Abgas in die Umwelt gelangt!
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 2
Stelle die ausgeglichene Reaktionsgleichung für den Sabatier-Prozess (Methanisierung) auf.
- Schritt 1Edukte und Produkte aufschreiben
Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff reagieren zu Methan und Wasser:
- Schritt 2Atome zählen
Links: 1x C, 2x O, 2x H Rechts: 1x C, 1x O, 6x H (4 im Methan + 2 im Wasser)
- Schritt 3 · ErgebnisAusgleichen
Wir brauchen rechts 2 Wassermoleküle, damit die 2 Sauerstoffatome von links ausgeglichen sind. Dadurch haben wir rechts insgesamt 8 Wasserstoffatome (4 im Methan + 4 im Wasser). Also brauchen wir links 4 Wasserstoffmoleküle.
(Die Reaktion ist exotherm.)
Aufgabentyp 3: Methanverbrennung und der geschlossene Stoffkreislauf
Wenn im Winter wenig Sonne scheint und kein Wind weht, brauchen wir Energie. Jetzt kommt unser gespeichertes Methan zum Einsatz! Wir verbrennen das Methan () mit Sauerstoff (). Bei dieser exothermen Verbrennung wird viel Energie in Form von Wärme frei, mit der wir heizen oder wieder Strom erzeugen können.
Bei der Verbrennung entstehen als Abgase wieder Kohlenstoffdioxid () und Wasser ().
Der geniale Merksatz: Ein Stoffkreislauf aus Methanisierung und Verbrennung von Methan kann zur Speicherung überschüssiger elektrischer Energie genutzt werden.

Das Besondere daran ist, dass wir einen geschlossenen Stoffkreislauf haben. Bei der Verbrennung wird exakt nur so viel freigesetzt, wie wir vorher bei der Methanisierung aus der Fabrik verbraucht haben. Es kommt also kein neues in die Atmosphäre hinzu! Man nennt das kohlenstoffneutral. Das entstandene Wasser und das können einfach wieder für die nächste Elektrolyse und Methanisierung verwendet werden.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 3
Stelle die ausgeglichene Reaktionsgleichung für die Verbrennung von Methan auf.
- Schritt 1Edukte und Produkte aufschreiben
Methan verbrennt mit Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid und Wasser:
- Schritt 2Atome zählen
Links: 1x C, 4x H, 2x O Rechts: 1x C, 2x H, 3x O (2 im CO2 + 1 im Wasser)
- Schritt 3 · ErgebnisAusgleichen
Um die 4 Wasserstoffatome von links auszugleichen, brauchen wir rechts 2 Wassermoleküle. Nun haben wir rechts insgesamt 4 Sauerstoffatome (2 im CO2 + 2 im Wasser). Also brauchen wir links 2 Sauerstoffmoleküle.
(Die Reaktion ist exotherm.)
Wichtige Erkenntnisse
- Power-to-Gas: Überschüssiger Strom wird genutzt, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten (Elektrolyse, endotherm).
- Sabatier-Prozess: Wasserstoff und reagieren an einem festen Katalysator zu speicherbarem Methan und Wasser (exotherm).
- Geschlossener Kreislauf: Bei der Verbrennung von Methan entsteht genau so viel , wie vorher verbraucht wurde. Der Prozess ist kohlenstoffneutral.
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Häufige Fragen
Was ist Power-to-Gas?
Power-to-Gas (Strom zu Gas) ist ein Verfahren, bei dem überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien genutzt wird, um ein brennbares Gas herzustellen. Zuerst wird Wasser durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der Wasserstoff kann dann weiterverwendet oder gespeichert werden.
Was passiert beim Sabatier-Prozess?
Beim Sabatier-Prozess (auch Methanisierung genannt) reagiert Wasserstoff mit Kohlenstoffdioxid zu Methan und Wasser. Dafür wird ein fester Katalysator benötigt. Das entstandene Methan lässt sich hervorragend im bestehenden Erdgasnetz speichern und später zum Heizen oder zur Stromerzeugung nutzen.
Warum ist der Methankreislauf umweltfreundlich?
Der Methankreislauf ist kohlenstoffneutral. Bei der Verbrennung von Methan wird exakt nur so viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt, wie zuvor bei der Methanisierung verbraucht wurde. Es gelangt also kein zusätzliches Treibhausgas in die Atmosphäre, wodurch ein geschlossener, umweltfreundlicher Stoffkreislauf entsteht.
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