Raffination von Erdölfraktionen einfach erklärt: Cracken

Wie funktioniert die Raffination von Erdölfraktionen? Lerne alles über Cracken, Entschwefeln und Reformieren – einfach erklärt mit Beispielen.

📅 Aktualisiert 27. August 20265 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Raffination von Erdölfraktionen einfach erklärt: Cracken

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Stell dir vor, du hast eine riesige Kiste mit einfachen, langen Legosteinen. Du möchtest aber ein schnelles, wendiges Rennauto bauen. Mit den langen Steinen allein funktioniert das nicht gut – du musst sie zerschneiden, umbauen und unbrauchbare Teile aussortieren.

Lego Analogie Erdölraffinerie
Lego Analogie Erdölraffinerie

Genau das passiert bei der Raffination von Erdölfraktionen in einer Erdölraffinerie! Das Rohöl, das aus der Erde kommt, ist wie diese Kiste voller unpassender Steine. In diesem Artikel lernst du, wie Chemiker die Moleküle des Erdöls durch Cracken, Entschwefeln und Reformieren so verändern, dass am Ende ein perfekter, leistungsstarker Kraftstoff für unsere Autos entsteht.

Vorwissen

  • Alkane: Kohlenwasserstoffe, die nur aus Einfachbindungen bestehen. Beispiel: Butan ist ein kurzes Alkan, das als Gas in Feuerzeugen verwendet wird.
  • Isomerie: Moleküle, die aus den exakt gleichen Atomen bestehen, aber unterschiedlich zusammengebaut sind (z. B. als gerade Kette oder verzweigt). Beispiel: Unverzweigtes Butan und verzweigtes Isobutan haben beide die Formel C4H10\text{C}_4\text{H}_{10}, aber eine völlig andere Form.
  • Erdöldestillation: Die Trennung von Rohöl in verschiedene Gruppen (Fraktionen) anhand ihrer Siedepunkte. Beispiel: Benzin verdampft bei niedrigeren Temperaturen als schweres Heizöl.

Aufgabentyp 1: Das Cracken von Kohlenwasserstoffen

Beim Destillieren von Erdöl erhält man oft zu viele langkettige Moleküle (wie schweres Heizöl) und zu wenig von den kurzen Molekülen, die man für Benzin braucht. Um dieses Problem zu lösen, wendet man das Cracken an.

Beim Cracken werden langkettige Kohlenwasserstoff-Moleküle wie mit einer Schere in kürzere Moleküle zerschnitten. Dieser Prozess findet in einer speziellen Anlage statt, in der starker Druck und hohe Temperaturen herrschen. Zusätzlich helfen sogenannte Katalysatoren (chemische Werkzeuge), die Moleküle leichter zu spalten.

Lange Moleküle werden gecrackt
Lange Moleküle werden gecrackt

Wenn ein langes Molekül (z. B. Hexadecan) zerbricht, entstehen nicht nur kürzere Alkane, sondern auch ungesättigte Moleküle. Das bedeutet, dass diese neuen Moleküle Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen besitzen (wie z. B. Ethen oder Propen). Ein unerwünschtes Nebenprodukt bei diesem starken Erhitzen ist Ruß (reiner Kohlenstoff), der danach entfernt werden muss.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Bestandteil von Rohöl ist Hexadecan, ein sehr langes Molekül. Für Benzin werden jedoch kürzere Moleküle benötigt. Welches Verfahren wird angewendet und welche Nebenprodukte können dabei entstehen?

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Problem identifizieren

    Hexadecan ist ein langkettiges Molekül. Um es für Benzin nutzbar zu machen, muss es zerkleinert werden.

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Verfahren und Nebenprodukte benennen

    Das angewendete Verfahren ist das Cracken. Dabei entstehen neben den gewünschten kurzen Alkanen auch ungesättigte Moleküle (mit Doppelbindungen) sowie Ruß.

Ergebnis:

Das angewendete Verfahren ist das Cracken, bei dem als Nebenprodukte ungesättigte Moleküle und Ruß entstehen.

Quiz zu Raffination von Erdölfraktionen: Teste dein Wissen

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Quizfrage 1 zu Raffination von Erdölfraktionen

Was versteht man in der Chemie unter dem Begriff der Isomerie?

Quizfrage 2 zu Raffination von Erdölfraktionen

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Welche Produkte entstehen beim Cracken von langkettigen Kohlenwasserstoffen?

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Übungsaufgabe zu Raffination von Erdölfraktionen

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Aufgabentyp 2: Entschwefelung von Benzin

Praxisbezug: Rohöl ist ein Naturprodukt und enthält oft Verunreinigungen, vor allem Schwefelverbindungen. Wenn diese im Benzin bleiben und im Motor verbrennen, entsteht giftiges und umweltschädliches Schwefeldioxid (SO2\text{SO}_2). Dieses Gas ist mitverantwortlich für sauren Regen. Außerdem greifen die sauren Abgase das Metall des Motors an und verursachen Korrosion (Rost).

Um das zu verhindern, wird das Benzin entschwefelt. Dabei werden die Schwefelverbindungen gezielt entfernt. In der chemischen Reaktion reagiert ein Gemisch aus Schwefelwasserstoff (H2S\text{H}_2\text{S}) und Schwefeldioxid (SO2\text{SO}_2) zu harmlosem Wasser (H2O\text{H}_2\text{O}) und festem, gelbem Schwefel (S\text{S}).

Entschwefelung chemische Reaktion
Entschwefelung chemische Reaktion

Die chemische Reaktionsgleichung dafür lautet:

2 H2S+SO23S+2 H2O2 \text{ H}_2\textcolor{#FFCE51}{\text{S}} + \textcolor{#FFCE51}{\text{S}}\text{O}_2 \to 3 \textcolor{#FFCE51}{\text{S}} + 2 \text{ H}_2\text{O}

Der so gewonnene Schwefel ist kein Abfall! Er wird in der Industrie weiterverwendet, zum Beispiel bei der Herstellung von Autoreifen oder um Schwefelsäure zu produzieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Notiere die Ausgangsstoffe (Edukte), die reagieren, wie Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid.
  2. Schreibe die Endstoffe (Produkte) auf, die bei der Reaktion entstehen, wie fester Schwefel und Wasser.
  3. Gleiche die Atome aus, indem du Zahlen vor die Moleküle setzt, bis beide Seiten gleich sind.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Bei der Entschwefelung in der Raffinerie müssen giftige Gase unschädlich gemacht werden. Stelle die ausgeglichene Reaktionsgleichung für die Reaktion von Schwefelwasserstoff mit Schwefeldioxid auf und nenne einen Grund, warum dieser Schritt den Motor schützt.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ausgangsstoffe und Endstoffe notieren

    Die Ausgangsstoffe sind H2S\text{H}_2\text{S} und SO2\text{SO}_2. Sie reagieren zu Schwefel (S\text{S}) und Wasser (H2O\text{H}_2\text{O}).

  2. Schritt 2
    Atome ausgleichen

    Damit die Anzahl der Wasserstoff-, Schwefel- und Sauerstoffatome auf beiden Seiten gleich ist, lautet die Gleichung:

    2 H2S+SO23 S+2 H2O2 \text{ H}_2\text{S} + \text{SO}_2 \to 3 \text{ S} + 2 \text{ H}_2\text{O}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Grund für den Motorschutz

    Ohne diesen Schritt würde bei der Verbrennung ätzendes Schwefeldioxid entstehen, das zur Korrosion (Rosten) der Metallteile im Motor führt.

Ergebnis:

Die ausgeglichene Reaktionsgleichung lautet 2 H2S+SO23 S+2 H2O2 \text{ H}_2\text{S} + \text{SO}_2 \to 3 \text{ S} + 2 \text{ H}_2\text{O} und schützt den Motor vor Korrosion.

Aufgabentyp 3: Reformieren von Kohlenwasserstoffstrukturen

Praxisbezug: Selbst wenn die Moleküle die richtige Länge für Benzin haben und entschwefelt sind, brennen sie manchmal nicht optimal. Kettenförmige, unverzweigte Kohlenwasserstoffe verbrennen im Motor oft zu explosionsartig. Das nennt man „Klopfen“, was die Motorleistung senkt und den Motor auf Dauer beschädigt.

Hier kommt das Reformieren ins Spiel. Bei diesem Verfahren werden die geradkettigen Moleküle unter hohem Druck und großer Hitze über einen Platin-Katalysator geleitet. Der Katalysator wirkt wie ein Umbau-Roboter: Er verändert die Form der Moleküle, ohne Atome wegzunehmen. Aus den geraden Ketten entstehen stark verzweigte und cyclische (ringförmige) Moleküle.

Reformieren von geraden Ketten
Reformieren von geraden Ketten

Diese neuen, kompakten Molekülformen haben deutlich bessere Verbrennungseigenschaften. Sie erhöhen die sogenannte Klopffestigkeit des Benzins. Das bedeutet: Der Motor läuft ruhiger, hat mehr Leistung und verschleißt weniger.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Unverzweigtes Octan (ein Molekül mit 8 Kohlenstoffatomen in einer geraden Kette) verbrennt im Motor unkontrolliert und verringert die Leistung. Welches Verfahren löst dieses Problem und welcher Katalysator wird dafür benötigt?

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Problem identifizieren

    Das Molekül ist kettenförmig und unverzweigt, was zu einer schlechten Verbrennung (Klopfen) führt.

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Verfahren und Katalysator benennen

    Das Problem wird durch Reformieren gelöst. Unter Einsatz eines Platin-Katalysators, Hitze und Druck wird das gerade Molekül in stark verzweigte oder ringförmige Moleküle umgewandelt, was die Motorleistung (Klopffestigkeit) erhöht.

Ergebnis:

Das Problem wird durch Reformieren mithilfe eines Platin-Katalysators gelöst.

Wichtige Erkenntnisse

  • Cracken: Spaltet lange Kohlenwasserstoffe durch Hitze, Druck und Katalysatoren in kürzere Moleküle (für Benzin) und ungesättigte Moleküle auf.
  • Entschwefelung: Entfernt Schwefelverbindungen, um giftiges SO2\text{SO}_2 in der Luft und Rost im Motor zu verhindern.
  • Reformieren: Ein Platin-Katalysator formt gerade Molekülketten in verzweigte oder ringförmige Moleküle um, um die Verbrennung (Klopffestigkeit) zu verbessern.

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Häufige Fragen

Was ist die Raffination von Erdölfraktionen?

Die Raffination von Erdölfraktionen ist der Prozess in einer Erdölraffinerie, bei dem das Rohöl in nutzbare Produkte wie Benzin umgewandelt wird. Dabei werden langkettige Moleküle durch Cracken zerkleinert, schädliche Stoffe durch Entschwefelung entfernt und die Molekülstruktur durch Reformieren für eine bessere Verbrennung optimiert.

Warum muss Erdöl gecrackt werden?

Beim Destillieren von Erdöl entstehen oft zu viele lange Moleküle (wie schweres Heizöl) und zu wenige kurze Moleküle für Benzin. Beim Cracken werden diese langen Kohlenwasserstoff-Ketten unter Hitze, Druck und mit Katalysatoren in kürzere, besser nutzbare Moleküle zerschnitten.

Was passiert beim Reformieren von Kohlenwasserstoffen?

Beim Reformieren werden geradkettige Moleküle, die im Motor unkontrolliert verbrennen („Klopfen“), in verzweigte oder ringförmige Moleküle umgewandelt. Ein Platin-Katalysator hilft dabei. Dadurch erhöht sich die Klopffestigkeit des Benzins, der Motor läuft ruhiger und hat mehr Leistung.

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