Substitutionsreaktionen in der organischen Chemie einfach erklärt
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Genau das Gleiche machen Chemiker mit Molekülen. In diesem Artikel lernst du alles über Substitutionsreaktionen in der organischen Chemie. Wir zeigen dir, wie man extrem "faule" (reaktionsträge) Moleküle in nützliche und reaktionsfreudige Stoffe verwandelt, indem man einfach bestimmte Bausteine austauscht.
Vorwissen
- Alkane: Kohlenwasserstoffe, die sehr reaktionsträge (unauffällig und schwer zur Reaktion zu bringen) sind.
- Beispiel: Heptan () ist ein flüssiges Alkan.
- Halogene: Sehr reaktionsfreudige Elemente der 7. Hauptgruppe.
- Beispiel: Brom () ist eine braune, giftige Flüssigkeit.
- Indikatoren: Farbstoffe, die anzeigen, ob ein Stoff sauer oder basisch ist.
- Beispiel: Universalindikatorpapier färbt sich bei Kontakt mit Säuren rot.
Aufgabentyp 1: Substitutionsgleichung aufstellen
Der Begriff "Substitution" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "ersetzen". In der organischen Chemie ist die Substitution ein sehr wichtiger Reaktionstyp. Alkane sind von Natur aus extrem reaktionsträge. Sie reagieren fast mit gar nichts. Selbst die sehr aggressiven Halogene können ihnen im Dunkeln nichts anhaben. Wenn wir aber bestimmte Bedingungen (wie helles Licht) hinzufügen, können wir die Alkane zwingen, zu reagieren.

Bei einer Substitution wird ein Atom (oder eine Atomgruppe) in einem Molekül durch ein anderes Atom ersetzt. Durch diesen Trick, bei dem wir zum Beispiel ein Halogenatom in das Alkan einbauen, verwandeln wir das "faule" Alkan in einen reaktionsfreudigen Ausgangsstoff. Dieser neue Stoff kann dann für viele weitere chemische Synthesen (Herstellungen) genutzt werden.
Schauen wir uns das genauer am Beispiel von Heptan und Brom an. Wenn man flüssiges Heptan und braunes Brom mischt, passiert im Dunkeln absolut nichts. Erst wenn helles Licht auf die Mischung trifft, startet die Reaktion. Das Licht liefert die nötige Energie. Auf der Teilchenebene passiert Folgendes: Ein Wasserstoffatom des Heptans tauscht den Platz mit einem Bromatom. Es entstehen zwei neue Stoffe: Bromheptan und Bromwasserstoffgas.
Um zu beweisen, dass diese neuen Stoffe wirklich entstanden sind, nutzen Chemiker zwei Nachweise:
- Nachweis des Bromwasserstoffgases: Dieses Gas steigt auf und bildet an der feuchten Luft Nebel. Wenn man feuchtes Universalindikatorpapier daran hält, färbt es sich rot. Das beweist, dass ein saures Gas entstanden ist.
- Nachweis des Bromheptans (Beilsteinprobe): Um zu zeigen, dass das Halogen nun fest im organischen Molekül steckt, nimmt man einen ausgeglühten Kupferstreifen, taucht ihn in das flüssige Produkt und hält ihn in eine heiße Flamme.

Eine leuchtend grüne Flammenfärbung bei dieser Beilsteinprobe beweist, dass eine organische Halogenverbindung (wie Bromheptan) vorliegt.
Die Reaktion von Heptan mit Brom (Experiment)
Zweck: Sichtbarmachung der Substitutionsreaktion und Nachweis der Produkte.
Materialien: 5 mL Heptan, 1 mL Bromwasser, Reagenzglas, starke Lampe, feuchtes Universalindikatorpapier, Kupferblech, Gasbrenner.
⚠️ Sicherheitshinweis: Brom ist stark ätzend und giftig. Dämpfe nicht einatmen! Der Versuch muss von der Lehrkraft im Abzug durchgeführt werden. Schutzbrille und Handschuhe sind Pflicht.
Durchführung:
- Heptan und Bromwasser in das Reagenzglas geben und mischen.
- Das Reagenzglas mit der starken Lampe beleuchten.
- Das feuchte Universalindikatorpapier an die Öffnung des Reagenzglases halten.

- Für die Beilsteinprobe das Kupferblech im Gasbrenner ausglühen, abkühlen lassen, in die Flüssigkeit im Reagenzglas tauchen und wieder in die Flamme halten.
Beobachtung: Die anfangs rotbraune Lösung entfärbt sich im Licht langsam. Am Rand des Reagenzglases steigt ein Gas auf, das an der Luft weiße Nebel bildet und das Indikatorpapier rot färbt. Bei der Beilsteinprobe leuchtet die Flamme intensiv grün.
Erklärung: Das Licht startet die Substitution. Die Entfärbung zeigt, dass das braune Brom verbraucht wird. Das rote Papier beweist die Entstehung von saurem HBr-Gas. Die grüne Flamme beweist, dass das Brom erfolgreich in das Heptan eingebaut wurde.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Startstoffe aufschreiben: Notiere das Alkan und das Halogenmolekül. Denke daran: Halogene kommen als reines Element immer als Zweier-Molekül vor (z.B. oder ).
- Atome austauschen: Nimm ein Wasserstoffatom () vom Alkan weg und ersetze es durch ein Halogenatom.
- Produkte aufschreiben: Das Alkan mit dem neuen Halogenatom ist das erste Produkt (Halogenalkan). Das weggenommene -Atom verbindet sich mit dem übrig gebliebenen zweiten Halogenatom zum zweiten Produkt (Halogenwasserstoff).
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Methan () ist der Hauptbestandteil von Erdgas. Schreibe die Reaktionsgleichung für die Substitutionsreaktion von Methan mit Chlor () auf.
- Schritt 1Startstoffe aufschreiben
Die Startstoffe sind Methan () und Chlor (). Wir können sie so schreiben, dass wir die reagierenden Atome gut sehen:
- Schritt 2Atome austauschen
Ein -Atom vom Methan tauscht den Platz mit einem -Atom vom Chlor.

Atomaustausch Methan und Chlor - Schritt 3 · ErgebnisProdukte aufschreiben
Das Methan wird zu Chlormethan () und der Rest bildet Chlorwasserstoff ():
Die Reaktionsgleichung für die Substitution lautet .
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Quizfrage 1 zu Substitutionsreaktionen in der organischen Chemie
Was zeichnet Halogene in der organischen Chemie aus?
Quizfrage 2 zu Substitutionsreaktionen in der organischen Chemie
Nur mit AccountWelche Bedingung wird benötigt, damit Alkane mit Halogenen reagieren?
Übungsaufgabe zu Substitutionsreaktionen in der organischen Chemie
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Substitution: Ein Reaktionstyp, bei dem Atome in einem Molekül durch andere Atome ersetzt werden.
- Aktivierung: Reaktionsträge Alkane benötigen Licht, um mit Halogenen zu reagieren.
- Produkte: Es entstehen immer ein Halogenalkan (Nachweis durch grüne Flamme bei der Beilsteinprobe) und ein Halogenwasserstoffgas (Nachweis durch Rotfärbung von feuchtem Indikatorpapier).
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Häufige Fragen
Was sind Substitutionsreaktionen in der organischen Chemie?
Eine Substitutionsreaktion ist ein chemischer Vorgang, bei dem ein Atom oder eine Atomgruppe in einem Molekül durch ein anderes Atom ersetzt wird. In der organischen Chemie nutzt man diesen Trick oft, um reaktionsträge Alkane in reaktionsfreudige Halogenalkane umzuwandeln.
Warum braucht man Licht für die Bromierung von Heptan?
Alkane wie Heptan sind extrem reaktionsträge. Selbst aggressive Halogene wie Brom reagieren im Dunkeln nicht mit ihnen. Das Licht liefert die notwendige Aktivierungsenergie, um die Reaktion zu starten und die Atome austauschen zu können.
Wie weist man die Produkte einer Substitution nach?
Es entstehen zwei Produkte: Das Halogenalkan weist du mit der Beilsteinprobe nach (ein Kupferblech in der Flamme leuchtet grün). Das entstandene Halogenwasserstoffgas (z. B. Bromwasserstoff) färbt feuchtes Universalindikatorpapier rot, da es sauer reagiert.
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