Techniken der Volumenmessung einfach erklärt: Pipette & Bürette
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Stell dir vor, du backst einen Kuchen. Wenn du einen Schuss Milch zu viel in den Teig gibst, ist das meistens kein Problem. In der Chemie sieht das ganz anders aus! Wenn wir mit sauren oder alkalischen Lösungen arbeiten, kann schon ein einziger Tropfen zu viel das gesamte Ergebnis verfälschen. Bei den Techniken der Volumenmessung kommt es daher auf höchste Präzision an.

Um Flüssigkeiten extrem genau abzumessen, reichen normale Messbecher nicht aus. In dieser Lektion lernst du die Spezialwerkzeuge der Chemiker kennen: Pipetten und Büretten. Du wirst erfahren, wie man sie sicher bedient, um Volumina auf den Bruchteil eines Milliliters genau zu bestimmen.
Vorwissen
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Messzylinder: Ein hohes Glasgefäß mit einer Skala, um Flüssigkeiten grob abzumessen.
Beispiel: Du füllst Wasser in einen Messzylinder, um eine Lösung herzustellen.
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Gefahrensymbole: Warnhinweise auf Chemikalien, die zeigen, ob ein Stoff giftig oder ätzend ist.
Beispiel: Das Symbol für "ätzend" warnt dich davor, dass Säuren deine Haut oder Augen verletzen können.
Aufgabentyp 1: Flüssigkeiten mit der Pipette abmessen
Im Labor arbeiten wir oft mit Stoffen, die giftig oder ätzend sind. Wenn wir kleine Mengen einer Flüssigkeit aus einem Gefäß entnehmen wollen, benutzen wir ein langes, dünnes Glasrohr: die Pipette.
Früher haben Chemiker die Flüssigkeit manchmal wie bei einem Strohhalm mit dem Mund angesaugt. Das ist extrem gefährlich und heute streng verboten! Wenn du abrutschst oder zu stark saugst, gelangt giftige Chemie in deinen Mund.

Um Flüssigkeiten sicher aufzusaugen, verwenden wir immer eine mechanische Pipettierhilfe. Das bekannteste Modell ist der Peleusball. Das ist ein Gummiball mit kleinen Ventilen. Wenn du den Ball zusammendrückst, drückst du die Luft heraus. Öffnest du dann das richtige Ventil, entsteht ein Sog, der die Flüssigkeit sicher und kontrolliert in die Pipette zieht, ganz ohne Gefahr für dich.
Es gibt zwei Hauptarten von Pipetten, die für unterschiedliche Aufgaben gedacht sind:
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Die Vollpipette: Sie hat in der Mitte eine dicke Ausbuchtung (den Bauch) und nur eine einzige Markierungslinie ganz oben. Sie ist dafür gebaut, ein einziges, festes Volumen (zum Beispiel exakt ) extrem genau abzumessen. Du saugst die Flüssigkeit genau bis zu dieser einen Linie auf und lässt dann alles in dein Zielgefäß laufen.
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Die Messpipette: Sie ist ein gerades Rohr ohne Bauch, hat dafür aber eine Skala wie ein Lineal. Sie ist perfekt, wenn du variable Volumina oder kleine Teilmengen abmessen möchtest. Du kannst sie zum Beispiel mit füllen und dann nur ablassen, indem du die Skala beobachtest.

Wenn du also genau brauchst, nimmst du die Vollpipette, weil sie genauer ist. Wenn du aber brauchst, wählst du die Messpipette.
Pipettieren üben
Zweck: Das Abmessen von Flüssigkeiten in kleinen Teilmengen mit einer Messpipette üben.
Materialien: Messpipette, Peleusball (Pipettierhilfe), Becherglas mit Wasser, leeres Becherglas.
⚠️ Sicherheitshinweis: Auch wenn wir hier nur Wasser verwenden, gilt im Labor immer: Niemals mit dem Mund pipettieren! Trage eine Schutzbrille.
Durchführung:
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Stecke den Peleusball vorsichtig auf das obere Ende der Messpipette.
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Drücke die Luft aus dem Peleusball und sauge das Wasser aus dem vollen Becherglas auf, bis die Flüssigkeit genau an der -Markierung ganz oben steht.
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Halte die Pipette über das leere Becherglas.
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Drücke das Auslassventil am Peleusball ganz leicht, um genau Wasser abzulassen. Stoppe, wenn die Flüssigkeit an der -Markierung angekommen ist.

Beobachtung: Das Wasser fließt langsam aus der Pipette. Der Flüssigkeitsstand in der Pipette sinkt von der -Marke auf die -Marke.
Erklärung: Du hast nun exakt abgegeben. In der Pipette befinden sich jetzt noch Wasser. Mit der Messpipette kannst du so Schritt für Schritt kleine Mengen abmessen.
Aufgabentyp 2: Flüssigkeit mit der Bürette abmessen
Wenn wir Flüssigkeiten nicht nur aufsaugen, sondern extrem genau (sogar tropfenweise) in ein anderes Gefäß fließen lassen wollen, benutzen wir eine Bürette.
Eine Bürette ist ein langes Glasrohr mit einer Skala, das unten einen kleinen Hahn (ein Ventil) hat.
Der Aufbau: Da die Bürette sehr lang ist, wird sie mit einer Klemme sicher an einem Metallstativ befestigt. Bevor du Flüssigkeit oben hineinschüttest, musst du unbedingt prüfen, ob der Hahn unten geschlossen ist (er steht dann quer zum Rohr).

Luft entfernen und Nullpunkt einstellen: Wenn du die Bürette füllst, bleibt oft ein kleines Luftbläschen unten in der Spitze unter dem Hahn stecken. Das würde deine Messung verfälschen! Fülle die Bürette deshalb zuerst bis etwas über die -Markierung. Öffne dann kurz den Hahn, lass etwas Flüssigkeit herauslaufen, bis die Luftblase weggespült ist. Danach lässt du die Flüssigkeit ganz langsam ab, bis sie exakt auf der -Linie steht.
Das Geheimnis des Meniskus: Wenn du genau hinschaust, siehst du, dass die Oberfläche des Wassers im Glasrohr nicht flach ist. Sie wölbt sich nach unten wie eine kleine Schüssel. Diese Wölbung nennen wir Meniskus.

Um richtig abzulesen, musst du mit deinen Augen genau auf Höhe der Flüssigkeit gehen. Du liest den Wert immer am tiefsten Punkt dieser Wölbung ab.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Startwert ablesen: Lies den aktuellen Flüssigkeitsstand am tiefsten Punkt des Meniskus ab (meistens startest du bei ). Notiere dir diesen Wert.
- Endwert berechnen: Addiere das Volumen, das du abmessen möchtest, zu deinem Startwert. Formel: .
- Flüssigkeit ablassen: Stelle ein Gefäß unter die Bürette. Öffne den Hahn vorsichtig. Lass die Flüssigkeit fließen, bis der tiefste Punkt des Meniskus genau deinen berechneten Endwert erreicht hat. Schließe den Hahn.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Du hast eine Bürette vorbereitet und den Startwert exakt auf eingestellt. Für ein Experiment benötigst du genau Wasser. Berechne den Endwert auf der Skala und beschreibe, wie du vorgehst.
- Schritt 1Startwert ablesen
Der Startwert ist gegeben: .
- Schritt 2Endwert berechnen
Wir addieren das gewünschte Volumen zum Startwert:
Der Endwert auf der Skala ist also .
- Schritt 3 · ErgebnisFlüssigkeit ablassen
Du öffnest den Hahn der Bürette langsam und lässt das Wasser in dein Gefäß fließen. Du beobachtest den Meniskus auf Augenhöhe. Sobald der tiefste Punkt der Wölbung exakt die Markierung für erreicht, schließt du den Hahn sofort.
Der Endwert auf der Skala beträgt exakt .
Quiz zu Techniken der Volumenmessung: Teste dein Wissen
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Quizfrage 1 zu Techniken der Volumenmessung
Wofür wird ein Messzylinder im chemischen Labor verwendet?
Quizfrage 2 zu Techniken der Volumenmessung
Nur mit AccountWelchen Zweck erfüllt der Peleusball beim Arbeiten mit einer Pipette?
Übungsaufgabe zu Techniken der Volumenmessung
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
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Sicherheit: Pipettiere niemals mit dem Mund! Benutze immer eine Pipettierhilfe (z. B. einen Peleusball).
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Pipetten: Eine Vollpipette misst ein festes Volumen sehr genau. Eine Messpipette hat eine Skala für variable Mengen.
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Bürette: Sie wird am Stativ befestigt und dient dem extrem genauen, oft tropfenweisen Ablassen von Flüssigkeiten.
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Meniskus: Lies das Volumen immer auf Augenhöhe am tiefsten Punkt der Flüssigkeitswölbung ab.
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Häufige Fragen
Was sind Techniken der Volumenmessung?
Techniken der Volumenmessung umfassen spezielle Verfahren und Laborgeräte, um Flüssigkeiten in der Chemie extrem präzise abzumessen. Dazu gehören vor allem die Pipette für das Aufsaugen kleiner Mengen und die Bürette für das tropfenweise Ablassen. Normale Messbecher oder Messzylinder sind für exakte chemische Analysen oft zu ungenau.
Was ist der Unterschied zwischen Vollpipette und Messpipette?
Eine Vollpipette hat eine Ausbuchtung in der Mitte und nur eine einzige Markierung. Sie ist darauf ausgelegt, ein einziges, festes Volumen (z. B. exakt 10 ml) extrem genau abzumessen. Eine Messpipette ist hingegen ein gerades Rohr mit einer Skala. Mit ihr kannst du variable Volumina oder kleine Teilmengen flexibel abmessen.
Wie liest man den Meniskus richtig ab?
Die Oberfläche von Flüssigkeiten in engen Glasrohren wölbt sich meist nach unten. Diese Wölbung nennt man Meniskus. Um das Volumen exakt abzulesen, musst du mit deinen Augen genau auf Höhe der Flüssigkeit gehen und den Wert immer am tiefsten Punkt dieser Wölbung ablesen.
Warum darf man im Labor nicht mit dem Mund pipettieren?
Das Pipettieren mit dem Mund ist streng verboten und extrem gefährlich. Wenn du abrutschst oder zu stark saugst, können giftige oder ätzende Chemikalien direkt in deinen Mund und Körper gelangen. Nutze stattdessen immer eine mechanische Pipettierhilfe, wie zum Beispiel einen Peleusball.
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