Trennverfahren einfach erklärt: Wasserreinigung & Chromatografie
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Stell dir vor, du lebst auf der Internationalen Raumstation (ISS), 400 km über der Erde. Es gibt dort keinen Wasserhahn und keine Seen. Jeder Tropfen Wasser muss von der Erde mit Raketen hochgebracht werden – das ist extrem teuer! Wie überleben die Astronauten also monatelang?

Die Antwort lautet: Chemie und clevere Trennverfahren! Auf der ISS wird jeder Tropfen Flüssigkeit – sogar Schweiß und Urin – gesammelt, gereinigt und wieder zu frischem Trinkwasser gemacht. In dieser Lektion lernst du, wie man mit physikalischen Trennverfahren nicht nur in extremen Umgebungen sauberes Wasser gewinnt, sondern auch, wie man mit ähnlichen Tricks scheinbar einfarbige Tinten in ihre geheimen Bestandteile zerlegt.
Vorwissen
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Verdampfen und Kondensieren: Wenn flüssiges Wasser erhitzt wird, wird es zu gasförmigem Wasserdampf (Verdampfen). Kühlt der Dampf ab, wird er wieder flüssig (Kondensieren).
Beispiel: Wenn du Nudeln kochst, steigt Wasserdampf auf und bildet am kalten Topfdeckel wieder flüssige Wassertropfen.
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Gemische: Stoffe, die aus mehreren verschiedenen Reinstoffen bestehen.
Beispiel: Salzwasser ist ein Gemisch aus den Reinstoffen Salz und Wasser.
Aufgabentyp 1: Wasserrückgewinnung und -reinigung in der Praxis
Trennverfahren zur Wasserreinigung sind lebenswichtig, besonders an Orten ohne natürlichen Wasserzugang. Sauberes Wasser ist nicht überall selbstverständlich. An extremen Orten müssen wir schmutziges Wasser oder sogar die Luft nutzen, um Trinkwasser zu gewinnen. Dafür nutzen wir verschiedene Trennverfahren:
1. Die Internationale Raumstation (ISS)
Auf der ISS wird das Abwasser (inklusive Urin und Schweiß) zuerst destilliert. Das bedeutet, das schmutzige Wasser wird erhitzt, bis es verdampft. Der Schmutz bleibt zurück. Der saubere Wasserdampf wird abgekühlt, sodass er wieder flüssig wird (kondensiert). Danach wird das Wasser mehrfach gefiltert und erhitzt, um es absolut keimfrei zu machen. So entsteht wieder frisches Trinkwasser!
2. Wasser aus trockener Wüstenluft (MOFs)
In der Wüste gibt es kein flüssiges Wasser, aber die Luft enthält unsichtbaren Wasserdampf. Forscher nutzen hierfür spezielle Pulver, sogenannte MOFs (Metall-organische Gerüstverbindungen). Du kannst dir MOFs wie mikroskopisch kleine Schwämme mit unzähligen Hohlräumen vorstellen.
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In der Nacht: Die Wüstenluft kühlt ab. Das MOF-Pulver saugt den Wasserdampf aus der Luft auf und bindet ihn.
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Am Tag: Das Gerät wird abgedichtet. Ein Sonnenreflektor bündelt die Sonnenstrahlen und erhitzt das Pulver. Durch die Hitze wird der Wasserdampf wieder aus dem "Schwamm" herausgepresst. Er trifft auf die kühleren Außenwände des Geräts, kondensiert zu flüssigen Wassertropfen und fließt in einen Sammelbehälter.

3. Grauwasser-Rückgewinnung auf der Erde
Als Grauwasser (oder Brauchwasser) bezeichnet man leicht verschmutztes Abwasser, zum Beispiel aus der Dusche oder dem Waschbecken. Es ist zu schade, um es einfach wegzuspülen. Es wird durch feine Siebe und Sand gefiltert, um Seifenreste und Haare zu entfernen. Danach wird es sterilisiert (Bakterien werden abgetötet). Dieses Wasser ist zwar oft kein Trinkwasser, aber es ist perfekt für die landwirtschaftliche Bewässerung von Feldern.
Aufgabentyp 2: Trennung von Farbstoffgemischen mittels Papierchromatografie
Die Papierchromatografie ist ein klassisches Trennverfahren, um Farbstoffe zu analysieren. Nicht nur Schmutzwasser ist ein Gemisch, das man trennen kann. Auch viele Dinge in unserem Alltag, die wie ein einziger Reinstoff aussehen, sind in Wirklichkeit Gemische. Ein tolles Beispiel dafür sind Farben, wie die Tinte in deinen Filzstiften oder Lebensmittelfarbe.
Ein schwarzer Filzstift enthält oft gar keine echte "schwarze" Farbe. Das Schwarz ist ein homogenes Gemisch aus vielen verschiedenen bunten Farbstoffen (wie Blau, Rot und Gelb), die zusammen schwarz aussehen.
Um dieses Gemisch zu trennen, nutzen Chemiker ein Verfahren namens Papierchromatografie. Dabei wird ein Farbfleck auf ein spezielles Filterpapier aufgetragen. Anschließend lässt man ein Lösungsmittel (meistens einfach Wasser) durch das Papier saugen. Das Wasser wandert durch das Papier und reißt die Farbstoffe mit sich. Weil sich manche Farbstoffe besser im Wasser lösen als andere, wandern sie unterschiedlich schnell und weit. So wird das Gemisch in seine einzelnen Farben aufgetrennt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
So kannst du Farben trennen wie ein Detektiv:
- Schneide ein kleines Loch genau in die Mitte des Rundfilterpapiers.
- Male mit dem schwarzen Filzstift einen dicken Kreis rund um das Loch.
- Schneide aus einem anderen Stück Filterpapier einen kleinen Streifen aus und rolle ihn zusammen. Das ist unser Docht.
- Fülle die Petrischale zur Hälfte mit Wasser.
- Stecke den Docht durch das Loch im Rundfilterpapier. Lege das Papier so auf die Petrischale, dass der Docht in das Wasser taucht, das Papier selbst aber trocken auf dem Rand der Schale liegt.

Beobachtung: Das Wasser klettert den Docht hinauf und breitet sich kreisförmig auf dem Filterpapier aus. Sobald das Wasser den schwarzen Kreis erreicht, nimmt es die Farbe mit nach außen. Nach etwa 10 Minuten siehst du keinen schwarzen Kreis mehr, sondern bunte Ringe in Blau, Rot und Gelb.

Erklärung: Das Wasser (das Lösungsmittel) wandert durch das Papier. Die schwarze Tinte ist ein Gemisch. Die verschiedenen Farbstoffe im Gemisch wandern unterschiedlich schnell mit dem Wasser mit. Blaue Farbstoffe wandern oft sehr schnell und weit nach außen, während gelbe Farbstoffe langsamer sind und weiter innen bleiben. So wird das Gemisch getrennt!
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
Du löst die grüne Zuckerhülle einer Schokolinse in einem Tropfen Wasser auf. Du tropfst diese grüne Lösung in die Mitte eines Filterpapiers und führst eine Papierchromatografie durch. Nach 15 Minuten siehst du einen blauen Ring ganz außen am Rand des Papiers und einen gelben Ring weiter innen. Was sagt dir dieses Ergebnis über die grüne Lebensmittelfarbe?
- Schritt 1Die Beobachtung analysieren
Aus dem ursprünglichen grünen Tropfen sind zwei neue, verschiedenfarbige Ringe entstanden (Blau und Gelb).
- Schritt 2 · ErgebnisSchlussfolgerung ziehen
Das Ergebnis zeigt, dass die grüne Lebensmittelfarbe kein Reinstoff ist, sondern ein Gemisch aus blauen und gelben Farbstoffen. Da der blaue Ring ganz außen ist, wissen wir außerdem, dass der blaue Farbstoff schneller mit dem Wasser gewandert ist als der gelbe Farbstoff.
Die grüne Lebensmittelfarbe ist ein Gemisch aus blauen und gelben Farbstoffen.
Quiz zu Trennverfahren: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Trennverfahren und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Trennverfahren
Welcher Vorgang wird als Kondensieren bezeichnet?
Quizfrage 2 zu Trennverfahren
Nur mit AccountDurch welche aufeinanderfolgenden Schritte wird auf der Internationalen Raumstation (ISS) aus Abwasser wieder Trinkwasser gewonnen?
Übungsaufgabe zu Trennverfahren
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Auf der ISS wird Wasser durch Destillation (Verdampfen und Kondensieren) und Filtration aus Abwasser zurückgewonnen.
- MOFs wirken wie mikroskopische Schwämme, die nachts Wasserdampf aus der Wüstenluft binden und ihn tagsüber durch Sonnenhitze wieder abgeben.
- Grauwasser (z. B. aus der Dusche) kann gefiltert und sterilisiert werden, um es für die Landwirtschaft wiederzuverwenden.
- Alltagsfarben (wie schwarze Filzstifte) sind oft Gemische aus mehreren Farbstoffen.
- Mit der Papierchromatografie kann man diese Farbstoffgemische trennen, weil die einzelnen Farben unterschiedlich schnell mit dem Wasser durch das Papier wandern.
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Häufige Fragen
Was sind Trennverfahren in der Chemie?
Trennverfahren sind Methoden in der Chemie, um Gemische in ihre einzelnen Bestandteile (Reinstoffe) zu zerlegen. Typische Beispiele sind die Destillation, Filtration oder die Chromatografie. Sie werden genutzt, um Trinkwasser zu gewinnen oder Farbstoffe zu untersuchen.
Wie funktioniert die Wasserreinigung auf der ISS?
Auf der ISS wird Abwasser durch Destillation gereinigt. Das Wasser wird erhitzt, bis es verdampft, während Schmutz zurückbleibt. Der saubere Wasserdampf kondensiert wieder zu flüssigem Wasser. Anschließend wird es mehrfach gefiltert und sterilisiert, um frisches Trinkwasser zu erhalten.
Was ist die Papierchromatografie und wie funktioniert sie?
Die Papierchromatografie ist ein Trennverfahren für Farbstoffgemische. Ein Farbfleck wird auf Filterpapier aufgetragen und ein Lösungsmittel (wie Wasser) saugt sich durch das Papier. Da sich die einzelnen Farbstoffe unterschiedlich gut im Wasser lösen, wandern sie verschieden schnell und trennen sich in bunte Ringe auf.
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