Ebenen in Parameterform einfach erklärt: Schritt für Schritt

Ebenen in Parameterform aufstellen – verständlich erklärt für die Schule. Mit Stützvektor, Spannvektoren und vollständig durchgerechneten Beispielen zu allen vier Aufgabentypen.

📅 Aktualisiert 1. Juli 202620 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Die Ebene in Parameterform ist das zentrale Werkzeug, wenn du im 3D-Raum mit flachen Flächen arbeitest – ob in der Klausur oder im Studium. Hast du dich jemals gefragt, wie in einem Videospiel eine flache Wand, der Boden oder eine Rampe programmiert wird? Oder wie ein Architekt eine Glasfassade am Computer entwirft? Die Antwort ist die Ebenengleichung. Sie ist das digitale Werkzeug, um jede erdenkliche flache Oberfläche im 3D-Raum zu beschreiben. Mit der Parameterform lernst du die „Geheimsprache" der 3D-Grafik und des Designs. Du gibst dem Computer einen Startpunkt und zwei Richtungen, und er kann damit eine unendlich große, perfekt flache Ebene erschaffen. Lass uns lernen, wie man dieses mächtige Werkzeug benutzt.

Schnellantwort

Eine Ebene in Parameterform hat die Gestalt E:x=p+ru+svE: \vec{x} = \vec{p} + r \cdot \vec{u} + s \cdot \vec{v}. Dabei ist p\vec{p} der Stützvektor (der Ankerpunkt der Ebene im Raum), u\vec{u} und v\vec{v} sind zwei nicht-kollineare Spannvektoren (sie „spannen" die Ebene auf wie zwei Arme, die ein Tuch straffen), und rr sowie ss sind beliebige reelle Zahlen (die Parameter).

Vorwissen

Bevor wir Ebenen aufstellen, wiederholen wir kurz die Grundlagen zu Vektoren:

  • Ortsvektor: Der Vektor vom Koordinatenursprung zu einem Punkt. Er hat dieselben Koordinaten wie der Punkt.

    • Beispiel: Der Punkt P(345)P(3|4|5) hat den Ortsvektor OP=(345)\overrightarrow{OP} = \begin{pmatrix} 3 \\ 4 \\ 5 \end{pmatrix}.
  • Verbindungsvektor: Der Vektor zwischen zwei Punkten. Man berechnet ihn mit der Regel „Spitze minus Schaft".

    • Formel: AB=BA\overrightarrow{AB} = \overrightarrow{B} - \overrightarrow{A}
    • Beispiel: Für A(123)A(1|2|3) und B(468)B(4|6|8) ist der Verbindungsvektor AB=(468)(123)=(345)\overrightarrow{AB} = \begin{pmatrix} 4 \\ 6 \\ 8 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 3 \\ 4 \\ 5 \end{pmatrix}.
  • Kollinearität: Zwei Vektoren sind kollinear, wenn sie parallel sind. Das bedeutet, ein Vektor ist ein Vielfaches des anderen.

    • Beispiel: Die Vektoren u=(246)\vec{u} = \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \\ -6 \end{pmatrix} und v=(123)\vec{v} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ -3 \end{pmatrix} sind kollinear, weil u=2v\vec{u} = 2 \cdot \vec{v} ist.

Aufgabentyp 1: Ebenengleichung aus drei Punkten aufstellen

Eine Ebene im Raum ist durch drei Punkte eindeutig bestimmt, solange diese nicht auf einer Geraden liegen. Um die Ebenengleichung in Parameterform aufzustellen, brauchen wir drei Zutaten:

  1. Einen Stützvektor: Das ist der Ortsvektor eines beliebigen Punktes auf der Ebene. Er legt fest, wo die Ebene im Raum „verankert" ist.
  2. Zwei Spannvektoren: Das sind zwei Vektoren, die in der Ebene liegen, aber nicht in die gleiche Richtung zeigen (nicht kollinear sind). Sie „spannen" die Ebene auf, wie zwei Arme, die ein Tuch straffen.

Die allgemeine Formel lautet:

E:x=p+ru+svE: \vec{x} = \vec{p} + r \cdot \vec{u} + s \cdot \vec{v}

  • p\vec{p} ist der Stützvektor.
  • u\vec{u} und v\vec{v} sind die Spannvektoren.
  • rr und ss sind die Parameter, beliebige reelle Zahlen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Stützvektor auswählen: Wähle einen der drei gegebenen Punkte (z. B. A) als Ankerpunkt. Der Ortsvektor dieses Punktes ist dein Stützvektor p\vec{p}.
  2. Ersten Spannvektor berechnen: Bilde den Verbindungsvektor vom Ankerpunkt A zu einem der anderen Punkte (z. B. B). Das ist dein erster Spannvektor u=AB\vec{u} = \overrightarrow{AB}.
  3. Zweiten Spannvektor berechnen: Bilde den Verbindungsvektor vom Ankerpunkt A zum dritten Punkt (C). Das ist dein zweiter Spannvektor v=AC\vec{v} = \overrightarrow{AC}.
  4. Ebenengleichung zusammensetzen: Setze die drei Vektoren in die allgemeine Parameterform ein: E:x=p+ru+svE: \vec{x} = \vec{p} + r \cdot \vec{u} + s \cdot \vec{v}.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Stellen Sie eine Parameterform der Ebene E dar, die durch die Punkte A(213)A(2|1|3), B(457)B(4|5|7) und C(031)C(0|3|1) verläuft.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Stützvektor auswählen

    Wir wählen den Ortsvektor von Punkt A als Stützvektor.

    p=OA=(213)\vec{p} = \overrightarrow{OA} = \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 3 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Ersten Spannvektor berechnen

    Wir berechnen den Vektor von A nach B.

    u=AB=BA=(457)(213)=(244)\vec{u} = \overrightarrow{AB} = \overrightarrow{B} - \overrightarrow{A} = \begin{pmatrix} 4 \\ 5 \\ 7 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3
    Zweiten Spannvektor berechnen

    Wir berechnen den Vektor von A nach C.

    v=AC=CA=(031)(213)=(222)\vec{v} = \overrightarrow{AC} = \overrightarrow{C} - \overrightarrow{A} = \begin{pmatrix} 0 \\ 3 \\ 1 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} -2 \\ 2 \\ -2 \end{pmatrix}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ebenengleichung zusammensetzen

    Wir setzen die Vektoren in die Parameterform ein.

    E:x=(213)+r(244)+s(222)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 3 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -2 \\ 2 \\ -2 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Parameterform der Ebene durch A, B und C lautet E:x=(213)+r(244)+s(222)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 3 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -2 \\ 2 \\ -2 \end{pmatrix}.

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben sind die Punkte P(001)P(0|0|1), Q(500)Q(5|0|0) und R(030)R(0|3|0). Bestimmen Sie die Gleichung der Ebene, die diese drei Punkte enthält.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Stützvektor auswählen

    Wir wählen den Ortsvektor von Punkt P als Stützvektor.

    p=OP=(001)\vec{p} = \overrightarrow{OP} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Ersten Spannvektor berechnen

    Wir berechnen den Vektor von P nach Q.

    u=PQ=QP=(500)(001)=(501)\vec{u} = \overrightarrow{PQ} = \overrightarrow{Q} - \overrightarrow{P} = \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3
    Zweiten Spannvektor berechnen

    Wir berechnen den Vektor von P nach R.

    v=PR=RP=(030)(001)=(031)\vec{v} = \overrightarrow{PR} = \overrightarrow{R} - \overrightarrow{P} = \begin{pmatrix} 0 \\ 3 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 3 \\ -1 \end{pmatrix}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ebenengleichung zusammensetzen

    Wir setzen die Vektoren in die Parameterform ein.

    E:x=(001)+r(501)+s(031)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 3 \\ -1 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Ebene durch P, Q und R hat die Parameterform E:x=(001)+r(501)+s(031)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 3 \\ -1 \end{pmatrix}.

Beispiel 3

Aufgabe

Eine Ebene wird durch die Punkte A(123)A(-1|-2|-3), B(101)B(1|0|1) und C(020)C(0|2|0) definiert. Geben Sie eine Parametergleichung an.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Stützvektor auswählen

    Wir wählen den Ortsvektor von Punkt A als Stützvektor.

    p=OA=(123)\vec{p} = \overrightarrow{OA} = \begin{pmatrix} -1 \\ -2 \\ -3 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Ersten Spannvektor berechnen

    Wir berechnen den Vektor von A nach B.

    u=AB=BA=(101)(123)=(224)\vec{u} = \overrightarrow{AB} = \overrightarrow{B} - \overrightarrow{A} = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} -1 \\ -2 \\ -3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 4 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3
    Zweiten Spannvektor berechnen

    Wir berechnen den Vektor von A nach C.

    v=AC=CA=(020)(123)=(143)\vec{v} = \overrightarrow{AC} = \overrightarrow{C} - \overrightarrow{A} = \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} -1 \\ -2 \\ -3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1 \\ 4 \\ 3 \end{pmatrix}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ebenengleichung zusammensetzen

    Wir setzen die Vektoren in die Parameterform ein.

    E:x=(123)+r(224)+s(143)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} -1 \\ -2 \\ -3 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 4 \\ 3 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die gesuchte Parametergleichung lautet E:x=(123)+r(224)+s(143)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} -1 \\ -2 \\ -3 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 4 \\ 3 \end{pmatrix}.

Aufgabentyp 2: Ebenengleichung aus einer Geraden und einem Punkt aufstellen

Eine Ebene kann auch durch eine Gerade gg und einen Punkt PP aufgespannt werden, der nicht auf der Geraden liegt. Die Idee ist, die Informationen aus der Geradengleichung wiederzuverwenden.

Die Geradengleichung g:x=a+tug: \vec{x} = \vec{a} + t \cdot \vec{u} liefert uns bereits:

  • Einen Stützvektor für die Ebene (den Stützvektor a\vec{a} der Geraden).
  • Den ersten Spannvektor für die Ebene (den Richtungsvektor u\vec{u} der Geraden).

Uns fehlt nur noch der zweite Spannvektor. Diesen erhalten wir, indem wir eine Verbindung vom Stützpunkt der Geraden zum gegebenen Punkt PP herstellen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Stützvektor und ersten Spannvektor übernehmen: Lies den Stützvektor p\vec{p} und den Richtungsvektor u\vec{u} direkt aus der gegebenen Geradengleichung ab. Der Stützvektor der Geraden wird zum Stützvektor der Ebene. Der Richtungsvektor der Geraden wird zum ersten Spannvektor der Ebene.
  2. Zweiten Spannvektor berechnen: Berechne den Verbindungsvektor vom Stützpunkt der Geraden (dessen Ortsvektor p\vec{p} ist) zum gegebenen Punkt PP. Dieser Vektor ist der zweite Spannvektor v=PStu¨tzP\vec{v} = \overrightarrow{P_{\text{Stütz}}P}.
  3. Ebenengleichung zusammensetzen: Setze den Stützvektor und die beiden Spannvektoren in die allgemeine Parameterform ein: E:x=p+ru+svE: \vec{x} = \vec{p} + r \cdot \vec{u} + s \cdot \vec{v}.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Bestimmen Sie eine Gleichung der Ebene E, die durch die Gerade g:x=(123)+t(201)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix} und den Punkt P(435)P(4|3|5) aufgespannt wird.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Stützvektor und ersten Spannvektor übernehmen

    Aus der Geradengleichung lesen wir ab:

    Stützvektor: p=(123)\vec{p} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix}

    Erster Spannvektor: u=(201)\vec{u} = \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Zweiten Spannvektor berechnen

    Wir berechnen den Vektor vom Stützpunkt der Geraden A(123)A(1|2|3) zum Punkt P(435)P(4|3|5).

    v=AP=PA=(435)(123)=(312)\vec{v} = \overrightarrow{AP} = \overrightarrow{P} - \overrightarrow{A} = \begin{pmatrix} 4 \\ 3 \\ 5 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 3 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Ebenengleichung zusammensetzen

    Wir setzen die Vektoren in die Parameterform ein.

    E:x=(123)+r(201)+s(312)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Ebene durch g und P hat die Parameterform E:x=(123)+r(201)+s(312)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix}.

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben sind die Gerade g:x=(010)+t(111)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} und der Punkt Q(520)Q(5|2|0). Geben Sie die Parameterform der Ebene an, die g und Q enthält.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Stützvektor und ersten Spannvektor übernehmen

    Aus der Geradengleichung lesen wir ab:

    Stützvektor: p=(010)\vec{p} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}

    Erster Spannvektor: u=(111)\vec{u} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Zweiten Spannvektor berechnen

    Der Stützpunkt der Geraden ist A(010)A(0|1|0). Wir berechnen den Vektor von A nach Q.

    v=AQ=QA=(520)(010)=(510)\vec{v} = \overrightarrow{AQ} = \overrightarrow{Q} - \overrightarrow{A} = \begin{pmatrix} 5 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 5 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Ebenengleichung zusammensetzen

    Wir setzen die Vektoren in die Parameterform ein.

    E:x=(010)+r(111)+s(510)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 5 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die gesuchte Parameterform lautet E:x=(010)+r(111)+s(510)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 5 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}.

Beispiel 3

Aufgabe

Die x-Achse ist eine Gerade, die durch g:x=t(100)g: \vec{x} = t \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} beschrieben werden kann. Bestimmen Sie die Ebene, die die x-Achse und den Punkt R(052)R(0|5|2) enthält.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Stützvektor und ersten Spannvektor übernehmen

    Stützvektor: p=(000)\vec{p} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}

    Erster Spannvektor: u=(100)\vec{u} = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Zweiten Spannvektor berechnen

    Der Stützpunkt der Geraden ist der Ursprung O(000)O(0|0|0). Der zweite Spannvektor ist der Ortsvektor des Punktes R.

    v=OR=(052)\vec{v} = \overrightarrow{OR} = \begin{pmatrix} 0 \\ 5 \\ 2 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Ebenengleichung zusammensetzen

    E:x=(000)+r(100)+s(052)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 5 \\ 2 \end{pmatrix}

    Man kann den Null-Stützvektor auch weglassen: E:x=r(100)+s(052)E: \vec{x} = r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 5 \\ 2 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Ebene durch die x-Achse und R lautet E:x=r(100)+s(052)E: \vec{x} = r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 5 \\ 2 \end{pmatrix}.

Aufgabentyp 3: Ebenengleichung aus zwei sich schneidenden Geraden aufstellen

Zwei Geraden, die sich in einem Punkt schneiden, definieren ebenfalls eine eindeutige Ebene. Auch hier können wir die gegebenen Informationen direkt für unsere Ebenengleichung nutzen.

Gegeben sind zwei Geraden: g1:x=a+tug_1: \vec{x} = \vec{a} + t \cdot \vec{u} g2:x=b+svg_2: \vec{x} = \vec{b} + s \cdot \vec{v}

Die Bausteine für die Ebene sind bereits da:

  • Stützvektor: Wir können den Stützvektor von einer der beiden Geraden nehmen, z. B. a\vec{a} von g1g_1.
  • Spannvektoren: Die beiden Richtungsvektoren der Geraden, u\vec{u} und v\vec{v}, werden zu den Spannvektoren der Ebene.

Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Geraden sich wirklich schneiden und nicht parallel oder windschief sind. In den meisten Aufgaben wird dies aber vorausgesetzt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Stützvektor auswählen: Wähle den Stützvektor einer der beiden Geraden (z. B. von g1g_1) als Stützvektor p\vec{p} für die Ebene.
  2. Spannvektoren übernehmen: Nimm den Richtungsvektor der ersten Geraden als ersten Spannvektor u\vec{u} und den Richtungsvektor der zweiten Geraden als zweiten Spannvektor v\vec{v}.
  3. Ebenengleichung zusammensetzen: Setze die Vektoren in die allgemeine Parameterform ein: E:x=p+ru+svE: \vec{x} = \vec{p} + r \cdot \vec{u} + s \cdot \vec{v}. (Optionaler Check: Prüfe, ob die Richtungsvektoren nicht kollinear sind. Wenn sie Vielfache voneinander wären, wären die Geraden parallel und würden keine Ebene aufspannen.)

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die Geraden g:x=(112)+t(101)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} und h:x=(112)+s(021)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ -1 \end{pmatrix} schneiden sich und spannen die Ebene E auf. Geben Sie eine Gleichung für E an.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Stützvektor auswählen

    Beide Geraden haben denselben Stützpunkt, also wählen wir diesen als Stützvektor der Ebene.

    p=(112)\vec{p} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Spannvektoren übernehmen

    Wir nehmen die Richtungsvektoren beider Geraden als Spannvektoren.

    Erster Spannvektor: u=(101)\vec{u} = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}

    Zweiter Spannvektor: v=(021)\vec{v} = \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ -1 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Ebenengleichung zusammensetzen

    E:x=(112)+r(101)+s(021)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ -1 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Ebene E durch g und h lautet E:x=(112)+r(101)+s(021)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ -1 \end{pmatrix}.

Beispiel 2

Aufgabe

Bestimmen Sie die Parameterform der Ebene, die von den Geraden g1:x=(304)+t(120)g_1: \vec{x} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 4 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} -1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} und g2:x=(224)+s(221)g_2: \vec{x} = \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ -2 \\ 1 \end{pmatrix} aufgespannt wird.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Stützvektor auswählen

    Wir wählen den Stützvektor der ersten Geraden, g1g_1, als Stützvektor der Ebene.

    p=(304)\vec{p} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 4 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Spannvektoren übernehmen

    Wir nehmen die Richtungsvektoren beider Geraden als Spannvektoren.

    Erster Spannvektor: u=(120)\vec{u} = \begin{pmatrix} -1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix}

    Zweiter Spannvektor: v=(221)\vec{v} = \begin{pmatrix} 2 \\ -2 \\ 1 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Ebenengleichung zusammensetzen

    E:x=(304)+r(120)+s(221)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 4 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} -1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ -2 \\ 1 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die gesuchte Parameterform lautet E:x=(304)+r(120)+s(221)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 4 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} -1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ -2 \\ 1 \end{pmatrix}.

Beispiel 3

Aufgabe

Die y-Achse (g:x=t(010)g: \vec{x} = t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}) und die z-Achse (h:x=s(001)h: \vec{x} = s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}) schneiden sich im Ursprung und spannen die y-z-Ebene auf. Geben Sie die Parameterform an.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Stützvektor auswählen

    Beide Geraden gehen durch den Ursprung, also ist der Stützpunkt O(000)O(0|0|0).

    p=(000)\vec{p} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Spannvektoren übernehmen

    Die Richtungsvektoren sind die Einheitsvektoren in y- und z-Richtung.

    Erster Spannvektor: u=(010)\vec{u} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}

    Zweiter Spannvektor: v=(001)\vec{v} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Ebenengleichung zusammensetzen

    E:x=(000)+r(010)+s(001)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}

    Oder vereinfacht: E:x=r(010)+s(001)E: \vec{x} = r \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die y-z-Ebene in Parameterform lautet E:x=r(010)+s(001)E: \vec{x} = r \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}.

Aufgabentyp 4: Prüfen, ob drei Punkte eine Ebene aufspannen (Kollinearitätsprüfung)

Drei Punkte spannen nur dann eine eindeutige Ebene auf, wenn sie ein Dreieck bilden. Liegen die drei Punkte stattdessen auf einer einzigen Geraden, gibt es unendlich viele Ebenen, die durch diese Gerade gehen – wie die Seiten eines Buches, die sich alle im Buchrücken (der Geraden) treffen.

Deshalb müssen wir zuerst prüfen, ob die Punkte kollinear sind (auf einer Geraden liegen).

Das tun wir, indem wir zwei Vektoren zwischen den Punkten aufstellen (z. B. AB\overrightarrow{AB} und AC\overrightarrow{AC}) und testen, ob der eine ein Vielfaches des anderen ist. Wenn ja, sind sie kollinear, und es gibt keine eindeutige Ebene. Wenn nein, spannen sie eine Ebene auf.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Zwei Vektoren aufstellen: Wähle einen der Punkte (z. B. P) als gemeinsamen Anfangspunkt. Berechne die beiden Verbindungsvektoren zu den anderen beiden Punkten, also u=PQ\vec{u} = \overrightarrow{PQ} und v=PR\vec{v} = \overrightarrow{PR}.
  2. Auf Kollinearität prüfen: Überprüfe, ob es eine Zahl kk gibt, sodass u=kv\vec{u} = k \cdot \vec{v} gilt. Schreibe dies als drei einzelne Gleichungen für jede Koordinate und löse nach kk auf.
  3. Fallunterscheidung: Fall A – kk ist für alle drei Koordinaten gleich: Die Vektoren sind kollinear. Die Punkte liegen auf einer Geraden. Antwort: Es wird keine eindeutige Ebene aufgespannt. Fall B – es gibt kein einheitliches kk (es entsteht ein Widerspruch): Die Vektoren sind nicht kollinear. Antwort: Die Punkte spannen eine Ebene auf.
  4. (Nur bei Fall B) Ebenengleichung aufstellen: Wenn die Punkte eine Ebene aufspannen, stelle die Gleichung wie in Aufgabentyp 1 auf: Nimm den Ortsvektor von P als Stützvektor und die beiden berechneten Vektoren u\vec{u} und v\vec{v} als Spannvektoren.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Untersuchen Sie, ob die Punkte P(123)P(1|2|3), Q(367)Q(3|6|7) und R(51011)R(5|10|11) eine Ebene definieren. Geben Sie ggf. die Ebenengleichung an.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Zwei Vektoren aufstellen

    Wir wählen P als Startpunkt.

    PQ=(367)(123)=(244)\overrightarrow{PQ} = \begin{pmatrix} 3 \\ 6 \\ 7 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix}

    PR=(51011)(123)=(488)\overrightarrow{PR} = \begin{pmatrix} 5 \\ 10 \\ 11 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 4 \\ 8 \\ 8 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Auf Kollinearität prüfen

    Wir prüfen, ob PQ=kPR\overrightarrow{PQ} = k \cdot \overrightarrow{PR} oder PR=kPQ\overrightarrow{PR} = k \cdot \overrightarrow{PQ} gilt. Man sieht sofort, dass (488)=2(244)\begin{pmatrix} 4 \\ 8 \\ 8 \end{pmatrix} = 2 \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix}.

    Also ist PR=2PQ\overrightarrow{PR} = 2 \cdot \overrightarrow{PQ}.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Fallunterscheidung

    Da die Vektoren Vielfache voneinander sind, sind sie kollinear. Die drei Punkte liegen auf einer Geraden.

Ergebnis:

Die Punkte P, Q und R definieren keine eindeutige Ebene.

Beispiel 2

Aufgabe

Definieren die Punkte A(015)A(0|1|5), B(222)B(2|2|2) und C(403)C(4|0|3) eine Ebene? Wenn ja, geben Sie die Parameterform an.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Zwei Vektoren aufstellen

    Wir wählen A als Startpunkt.

    AB=(222)(015)=(213)\overrightarrow{AB} = \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 2 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ -3 \end{pmatrix}

    AC=(403)(015)=(412)\overrightarrow{AC} = \begin{pmatrix} 4 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 4 \\ -1 \\ -2 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Auf Kollinearität prüfen

    Wir prüfen, ob AC=kAB\overrightarrow{AC} = k \cdot \overrightarrow{AB} gilt.

    (412)=k(213)\begin{pmatrix} 4 \\ -1 \\ -2 \end{pmatrix} = k \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ -3 \end{pmatrix}

    Aus der ersten Zeile: 4=k2    k=24 = k \cdot 2 \implies k=2. Aus der zweiten Zeile: 1=k1    k=1-1 = k \cdot 1 \implies k=-1.

  3. Schritt 3
    Fallunterscheidung

    Da wir unterschiedliche Werte für kk erhalten (212 \neq -1), sind die Vektoren nicht kollinear. Die Punkte spannen eine Ebene auf.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ebenengleichung aufstellen

    Stützvektor: OA=(015)\overrightarrow{OA} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix}

    Spannvektoren: AB\overrightarrow{AB} und AC\overrightarrow{AC}

    E:x=(015)+r(213)+s(412)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ -3 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 4 \\ -1 \\ -2 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Punkte A, B, C sind nicht kollinear und spannen die Ebene E:x=(015)+r(213)+s(412)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ -3 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 4 \\ -1 \\ -2 \end{pmatrix} auf.

Beispiel 3

Aufgabe

Spannen die Punkte K(110)K(1|1|0), L(120)L(1|2|0) und M(210)M(2|1|0) eine Ebene auf? Begründen Sie Ihre Antwort und geben Sie ggf. die Gleichung an.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Zwei Vektoren aufstellen

    Wir wählen K als Startpunkt.

    KL=(120)(110)=(010)\overrightarrow{KL} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}

    KM=(210)(110)=(100)\overrightarrow{KM} = \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Auf Kollinearität prüfen

    Wir prüfen, ob KM=kKL\overrightarrow{KM} = k \cdot \overrightarrow{KL} gilt.

    (100)=k(010)\begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} = k \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}

    Aus der ersten Zeile: 1=k0    1=01 = k \cdot 0 \implies 1=0. Dies ist ein Widerspruch.

  3. Schritt 3
    Fallunterscheidung

    Es gibt kein passendes kk. Die Vektoren sind nicht kollinear. Die Punkte spannen eine Ebene auf.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ebenengleichung aufstellen

    E:x=(110)+r(010)+s(100)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Punkte K, L, M spannen eine Ebene auf (dies ist die x-y-Ebene, verschoben auf z=0z=0): E:x=(110)+r(010)+s(100)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Parameterform einer Ebene benötigt immer einen Stützvektor (Ankerpunkt) und zwei nicht-kollineare Spannvektoren (Richtungen).
  • Drei Punkte (A, B, C): Wähle OA\overrightarrow{OA} als Stützvektor und AB\overrightarrow{AB} sowie AC\overrightarrow{AC} als Spannvektoren.
  • Gerade g und Punkt P: Übernimm Stütz- und Richtungsvektor von g. Der zweite Spannvektor ist der Vektor vom Stützpunkt der Geraden zu P.
  • Zwei Geraden g und h: Übernimm den Stützvektor von einer Geraden und die beiden Richtungsvektoren als Spannvektoren.
  • Wichtige Prüfung: Drei Punkte spannen nur dann eine Ebene auf, wenn sie nicht auf einer Geraden liegen (nicht kollinear sind).

Häufige Fragen

Was ist eine Ebene in Parameterform?

Eine Ebene in Parameterform hat die Form E: x⃗ = p⃗ + r · u⃗ + s · v⃗. Dabei ist p⃗ der Stützvektor (der Ankerpunkt der Ebene im Raum), u⃗ und v⃗ sind zwei nicht-kollineare Spannvektoren, die die Ebene aufspannen, und r sowie s sind beliebige reelle Zahlen. Durch verschiedene Kombinationen von r und s erreichst du jeden Punkt der Ebene.

Wie stellst du eine Ebene in Parameterform aus drei Punkten auf?

Du benötigst vier Schritte: Wähle einen Punkt, z. B. A, als Stützvektor p⃗ = OA⃗. Berechne dann den Verbindungsvektor u⃗ = AB⃗ (Spitze minus Schaft) als ersten Spannvektor und v⃗ = AC⃗ als zweiten Spannvektor. Setze alle drei Vektoren in die Formel E: x⃗ = p⃗ + r · u⃗ + s · v⃗ ein. Voraussetzung: Die drei Punkte dürfen nicht auf einer Geraden liegen.

Was ist der Unterschied zwischen Stützvektor und Spannvektor?

Der Stützvektor legt fest, wo die Ebene im Raum verankert ist – er ist der Ortsvektor eines festen Punktes auf der Ebene. Die Spannvektoren geben die zwei Richtungen an, in die sich die Ebene ausdehnt. Ohne den Stützvektor würde die Ebene immer durch den Ursprung gehen; ohne die Spannvektoren wäre nur ein einzelner Punkt beschrieben, keine Fläche.

Wann spannen drei Punkte keine Ebene auf?

Drei Punkte spannen keine eindeutige Ebene auf, wenn sie kollinear sind, also alle drei auf einer gemeinsamen Geraden liegen. In diesem Fall gibt es unendlich viele Ebenen, die durch diese Gerade gehen. Du prüfst Kollinearität, indem du zwei Verbindungsvektoren bildest und testest, ob einer ein Vielfaches des anderen ist.

Wie erkennst du, ob zwei Vektoren kollinear sind?

Zwei Vektoren u⃗ und v⃗ sind kollinear, wenn es eine Zahl k gibt, sodass u⃗ = k · v⃗ gilt. Schreibe dazu die Gleichung koordinatenweise auf und löse jede Zeile nach k auf. Liefern alle drei Zeilen denselben Wert für k, sind die Vektoren kollinear (parallel). Ergibt sich ein Widerspruch, sind sie es nicht.

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