Graphen zusammengesetzter Funktionen einfach erklärt

Graphen zusammengesetzter Funktionen verstehen, zuordnen und zeichnen: Mit der Testpunkt-Methode, grafischer Addition und realen Sachkontexten – Schritt für Schritt mit vielen Beispielen erklärt.

📅 Aktualisiert 31. Juli 202632 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Graphen zusammengesetzter Funktionen einfach erklärt

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Student thinking

Graphen zusammengesetzter Funktionen begegnen dir in der Schule öfter, als du denkst – und dahinter steckt eine elegante Idee: Zwei einfache Funktionen wie eine Gerade und eine Parabel werden durch Addition oder Subtraktion zu einer neuen, komplexeren Funktion kombiniert. Hast du dich jemals gefragt, wie ein Videospiel die Bewegung eines springenden Charakters berechnet? Die Engine kombiniert verschiedene Kräfte: Eine Funktion für die Schwerkraft (die nach unten zieht) wird mit einer Funktion für den Sprung (die nach oben drückt) zusammengesetzt. Das Ergebnis ist eine perfekte Sprungkurve. Genau das ist die Idee hinter zusammengesetzten Funktionen. Du lernst, wie man einfache Bausteine (wie Geraden oder Parabeln) kombiniert, um komplexere und realistischere Situationen zu beschreiben – vom Gewinn eines Unternehmens (Einnahmen minus Kosten) bis zur Bevölkerungsentwicklung.

Schnellantwort

Eine zusammengesetzte Funktion entsteht, wenn zwei oder mehr Funktionen durch Grundrechenarten verknüpft werden. Zum Beispiel gilt (f+g)(x)=f(x)+g(x)(f+g)(x) = f(x) + g(x) und (fg)(x)=f(x)g(x)(f-g)(x) = f(x) - g(x). Der Graph der neuen Funktion lässt sich entweder durch einen Testpunkt-Vergleich zuordnen oder direkt aus den Ausgangsgraphen durch grafische Addition bzw. Subtraktion der y-Werte konstruieren.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz die Grundlagen:

  • Funktionswert berechnen: Um den y-Wert für ein bestimmtes x zu finden, setzt du den x-Wert in die Funktionsgleichung ein.

    • Beispiel: Für f(x)=3x+5f(x) = 3x + 5 ist der Funktionswert an der Stelle x=2x=2 gleich f(2)=32+5=11f(2) = 3 \cdot 2 + 5 = 11. Der Punkt (211)(2|11) liegt auf dem Graphen.
  • Graph einer Funktion: Der Graph ist die visuelle Darstellung aller Punkte (xy)(x|y), die zur Funktion gehören. Er zeigt den Verlauf der Funktion in einem Koordinatensystem.

  • Wertetabelle erstellen: Eine Wertetabelle hilft dir, einen Graphen zu zeichnen. Du wählst verschiedene x-Werte, berechnest die zugehörigen y-Werte und trägst die Punkte (xy)(x|y) ins Koordinatensystem ein.

    • Beispiel: Für f(x)=x2f(x) = x^2: xy=f(x)11001124\begin{array}{c|c} x & y=f(x) \\ \hline -1 & 1 \\ 0 & 0 \\ 1 & 1 \\ 2 & 4 \end{array}

Aufgabentyp 1: Graphen durch Testpunkte zuordnen

Oft bekommst du mehrere Graphen und mehrere zusammengesetzte Funktionen und musst herausfinden, was zusammengehört. Eine zusammengesetzte Funktion entsteht, wenn man zwei oder mehr Funktionen durch Grundrechenarten verbindet.

  • Addition: (f+g)(x)=f(x)+g(x)(f+g)(x) = f(x) + g(x)
  • Subtraktion: (fg)(x)=f(x)g(x)(f-g)(x) = f(x) - g(x)

Der Trick, um sie zuzuordnen, ist einfach: Man benutzt einen Testpunkt. Du wählst eine beliebige x-Stelle, berechnest den y-Wert für jede zusammengesetzte Funktion und schaust dann, welcher Graph durch diesen Punkt (xy)(x|y) verläuft.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Funktionsterme aufstellen: Schreibe die vollständigen Gleichungen für die zusammengesetzten Funktionen auf.
  2. Test-x-Wert wählen: Wähle einen einfachen x-Wert, an dem du die y-Werte der Graphen gut ablesen kannst und sie sich deutlich unterscheiden.
  3. y-Werte berechnen: Setze deinen gewählten x-Wert in jede der zusammengesetzten Funktionsgleichungen ein und berechne die zugehörigen y-Werte.
  4. Punkte am Graphen ablesen: Gehe im Koordinatensystem zu deinem gewählten x-Wert auf der x-Achse und lies die y-Werte für jeden Graphen ab.
  5. Zuordnen: Vergleiche deine berechneten y-Werte mit den abgelesenen. Jeder berechnete Wert passt nur zu einem Graphen.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben sind die Funktionen f(x)=x2\textcolor{#08BFFF}{f(x)=x^2} und g(x)=x+1\textcolor{#53E5D6}{g(x)=x+1}. Die Abbildung zeigt drei Graphen. Ordne die Graphen den Funktionen h1(x)=(f+g)(x)\textcolor{#9570FF}{h_1(x)=(f+g)(x)}, h2(x)=(fg)(x)\textcolor{#1E90FF}{h_2(x)=(f-g)(x)} und h3(x)=(gf)(x)\textcolor{#FFFFFF}{h_3(x)=(g-f)(x)} zu.

Drei Graphen zusammengesetzter Funktionen im Koordinatensystem
Drei Graphen zusammengesetzter Funktionen im Koordinatensystem
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsterme aufstellen

    Wir stellen die Gleichungen für die drei neuen Funktionen auf:

    h1(x)=(f+g)(x)=x2+(x+1)=x2+x+1\textcolor{#9570FF}{h_1(x)} = (f+g)(x) = \textcolor{#08BFFF}{x^2} + (\textcolor{#53E5D6}{x+1}) = x^2+x+1

    h2(x)=(fg)(x)=x2(x+1)=x2x1\textcolor{#1E90FF}{h_2(x)} = (f-g)(x) = \textcolor{#08BFFF}{x^2} - (\textcolor{#53E5D6}{x+1}) = x^2-x-1

    h3(x)=(gf)(x)=(x+1)x2=x2+x+1\textcolor{#FFFFFF}{h_3(x)} = (g-f)(x) = (\textcolor{#53E5D6}{x+1}) - \textcolor{#08BFFF}{x^2} = -x^2+x+1

  2. Schritt 2
    Test-x-Wert wählen

    Wir wählen den Testwert x=2x=2, da die Graphen dort weit auseinanderliegen.

  3. Schritt 3
    y-Werte berechnen

    Wir setzen x=2x=2 in jede Funktion ein:

    Für h1(x)\textcolor{#9570FF}{h_1(x)}: h1(2)=22+2+1=4+2+1=7h_1(2) = 2^2+2+1 = 4+2+1 = 7

    Für h2(x)\textcolor{#1E90FF}{h_2(x)}: h2(2)=2221=421=1h_2(2) = 2^2-2-1 = 4-2-1 = 1

    Für h3(x)\textcolor{#FFFFFF}{h_3(x)}: h3(2)=22+2+1=4+2+1=1h_3(2) = -2^2+2+1 = -4+2+1 = -1

    Wir haben also die Punkte (27)\textcolor{#9570FF}{(2|7)}, (21)\textcolor{#1E90FF}{(2|1)} und (21)\textcolor{#FFFFFF}{(2|-1)}.

  4. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Punkte ablesen und zuordnen

    Jetzt schauen wir uns die Graphen an der Stelle x=2x=2 an:

    • Graph (2) geht durch den Punkt (27)(2|7). Also gehört Graph (2) zu h1(x)=(f+g)(x)\textcolor{#9570FF}{h_1(x) = (f+g)(x)}.
    • Graph (1) geht durch den Punkt (21)(2|1). Also gehört Graph (1) zu h2(x)=(fg)(x)\textcolor{#1E90FF}{h_2(x) = (f-g)(x)}.
    • Graph (3) geht durch den Punkt (21)(2|-1). Also gehört Graph (3) zu h3(x)=(gf)(x)\textcolor{#FFFFFF}{h_3(x) = (g-f)(x)}.
Ergebnis:

Graph (2) → h1h_1, Graph (1) → h2h_2, Graph (3) → h3h_3.

Quiz zu Graphen zusammengesetzter Funktionen: Teste dein Wissen

Löse eine kostenlose Quizfrage zu Graphen zusammengesetzter Funktionen und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.

Quizfrage 1 zu Graphen zusammengesetzter Funktionen

Wie wird der Funktionswert der zusammengesetzten Funktion (f+g)(x)(f+g)(x) berechnet?

Quizfrage 2 zu Graphen zusammengesetzter Funktionen

Nur mit Account

Welcher y-Wert ergibt sich für die Funktion (fg)(x)(f-g)(x) an der Stelle x=2x=2, wenn f(x)=x2f(x)=x^2 und g(x)=x+1g(x)=x+1 vorgegeben sind?

Quizfrage 2 zu Graphen zusammengesetzter Funktionen ist nur mit einem kostenlosen Account verfügbar.

Übungsaufgabe zu Graphen zusammengesetzter Funktionen

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Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben sind f(x)=x+2\textcolor{#08BFFF}{f(x)=-x+2} und g(x)=0.5x1\textcolor{#53E5D6}{g(x)=0.5x-1}. Ordne die Graphen (1), (2) und (3) den Funktionen (f+g)(x)(f+g)(x), (fg)(x)(f-g)(x) und (gf)(x)(g-f)(x) zu.

Drei Geraden als Graphen zusammengesetzter linearer Funktionen
Drei Geraden als Graphen zusammengesetzter linearer Funktionen
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsterme aufstellen

    (f+g)(x)=(x+2)+(0.5x1)=0.5x+1(f+g)(x) = (\textcolor{#08BFFF}{-x+2}) + (\textcolor{#53E5D6}{0.5x-1}) = -0.5x+1

    (fg)(x)=(x+2)(0.5x1)=1.5x+3(f-g)(x) = (\textcolor{#08BFFF}{-x+2}) - (\textcolor{#53E5D6}{0.5x-1}) = -1.5x+3

    (gf)(x)=(0.5x1)(x+2)=1.5x3(g-f)(x) = (\textcolor{#53E5D6}{0.5x-1}) - (\textcolor{#08BFFF}{-x+2}) = 1.5x-3

  2. Schritt 2
    Test-x-Wert wählen

    Wir wählen den Testwert x=0x=0, da die y-Achsenabschnitte alle unterschiedlich sind.

  3. Schritt 3
    y-Werte berechnen

    (f+g)(0)=0.50+1=1(f+g)(0) = -0.5 \cdot 0 + 1 = 1

    (fg)(0)=1.50+3=3(f-g)(0) = -1.5 \cdot 0 + 3 = 3

    (gf)(0)=1.503=3(g-f)(0) = 1.5 \cdot 0 - 3 = -3

    Wir suchen die Punkte (01)(0|1), (03)(0|3) und (03)(0|-3).

  4. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Punkte ablesen und zuordnen
    • Graph (3) schneidet die y-Achse bei y=1y=1. Also gehört Graph (3) zu (f+g)(x)(f+g)(x).
    • Graph (1) schneidet die y-Achse bei y=3y=3. Also gehört Graph (1) zu (fg)(x)(f-g)(x).
    • Graph (2) schneidet die y-Achse bei y=3y=-3. Also gehört Graph (2) zu (gf)(x)(g-f)(x).
Ergebnis:

Graph (3) → (f+g)(x)(f+g)(x), Graph (1) → (fg)(x)(f-g)(x), Graph (2) → (gf)(x)(g-f)(x).

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben sind f(x)=2\textcolor{#08BFFF}{f(x)=2} (eine konstante Funktion) und g(x)=x22x\textcolor{#53E5D6}{g(x)=x^2-2x}. Ordne die Graphen den Funktionen (f+g)(x)(f+g)(x) und (fg)(x)(f-g)(x) zu.

Zwei Parabeln als zusammengesetzte Funktionen mit konstanter Funktion
Zwei Parabeln als zusammengesetzte Funktionen mit konstanter Funktion
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsterme aufstellen

    (f+g)(x)=2+(x22x)=x22x+2(f+g)(x) = \textcolor{#08BFFF}{2} + (\textcolor{#53E5D6}{x^2-2x}) = x^2-2x+2

    (fg)(x)=2(x22x)=x2+2x+2(f-g)(x) = \textcolor{#08BFFF}{2} - (\textcolor{#53E5D6}{x^2-2x}) = -x^2+2x+2

  2. Schritt 2
    Test-x-Wert wählen

    Wir wählen den Testwert x=0x=0.

  3. Schritt 3
    y-Werte berechnen

    (f+g)(0)=0220+2=2(f+g)(0) = 0^2 - 2 \cdot 0 + 2 = 2

    (fg)(0)=02+20+2=2(f-g)(0) = -0^2 + 2 \cdot 0 + 2 = 2

    Hier hilft x=0x=0 nicht, da beide Funktionen den gleichen y-Wert haben. Nehmen wir einen anderen Wert, z.B. x=2x=2.

    (f+g)(2)=2222+2=44+2=2(f+g)(2) = 2^2 - 2 \cdot 2 + 2 = 4 - 4 + 2 = 2

    (fg)(2)=22+22+2=4+4+2=2(f-g)(2) = -2^2 + 2 \cdot 2 + 2 = -4 + 4 + 2 = 2

    Auch x=2x=2 hilft nicht. Versuchen wir x=1x=1.

    (f+g)(1)=1221+2=12+2=1(f+g)(1) = 1^2 - 2 \cdot 1 + 2 = 1 - 2 + 2 = 1

    (fg)(1)=12+21+2=1+2+2=3(f-g)(1) = -1^2 + 2 \cdot 1 + 2 = -1 + 2 + 2 = 3

    Wir suchen die Punkte (11)(1|1) und (13)(1|3).

  4. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Punkte ablesen und zuordnen
    • Graph (1) geht durch den Punkt (11)(1|1). Also gehört Graph (1) zu (f+g)(x)(f+g)(x).
    • Graph (2) geht durch den Punkt (13)(1|3). Also gehört Graph (2) zu (fg)(x)(f-g)(x).
Ergebnis:

Graph (1) → (f+g)(x)(f+g)(x), Graph (2) → (fg)(x)(f-g)(x).

Beispiel 4

Aufgabe

Gegeben sind f(x)=x\textcolor{#08BFFF}{f(x)=x} und g(x)=x\textcolor{#53E5D6}{g(x)=-x}. Ordne die Graphen den Funktionen (f+g)(x)(f+g)(x) und (fg)(x)(f-g)(x) zu.

Gerade und x-Achse als zusammengesetzte Funktionen mit entgegengesetzten Geraden
Gerade und x-Achse als zusammengesetzte Funktionen mit entgegengesetzten Geraden
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktionsterme aufstellen

    (f+g)(x)=x+(x)=0(f+g)(x) = \textcolor{#08BFFF}{x} + (\textcolor{#53E5D6}{-x}) = 0

    (fg)(x)=x(x)=x+x=2x(f-g)(x) = \textcolor{#08BFFF}{x} - (\textcolor{#53E5D6}{-x}) = x+x = 2x

  2. Schritt 2 & 3
    Analyse der Funktionen

    In diesem Fall müssen wir nicht einmal einen Testpunkt einsetzen. Die Funktionsgleichungen sind sehr einfach.

    • Die Funktion (f+g)(x)=0(f+g)(x)=0 ist eine konstante Funktion, deren Graph eine horizontale Linie auf der x-Achse ist.
    • Die Funktion (fg)(x)=2x(f-g)(x)=2x ist eine lineare Funktion, die durch den Ursprung geht und die Steigung 2 hat.
  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Graphen zuordnen
    • Graph (1) ist die horizontale Linie auf der x-Achse. Also gehört Graph (1) zu (f+g)(x)(f+g)(x).
    • Graph (2) ist die Gerade mit der Steigung 2 durch den Ursprung. Also gehört Graph (2) zu (fg)(x)(f-g)(x).
Ergebnis:

Graph (1) → (f+g)(x)(f+g)(x), Graph (2) → (fg)(x)(f-g)(x).

Beispiel 5

Aufgabe

Gegeben sind f(x)=x2\textcolor{#08BFFF}{f(x)=x^2} und g(x)=x2\textcolor{#53E5D6}{g(x)=-x^2}. Ordne die Graphen den Funktionen (f+g)(x)(f+g)(x) und (fg)(x)(f-g)(x) zu.

Parabel und x-Achse als zusammengesetzte Funktionen mit entgegengesetzten Parabeln
Parabel und x-Achse als zusammengesetzte Funktionen mit entgegengesetzten Parabeln
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktionsterme aufstellen

    (f+g)(x)=x2+(x2)=0(f+g)(x) = \textcolor{#08BFFF}{x^2} + (\textcolor{#53E5D6}{-x^2}) = 0

    (fg)(x)=x2(x2)=x2+x2=2x2(f-g)(x) = \textcolor{#08BFFF}{x^2} - (\textcolor{#53E5D6}{-x^2}) = x^2+x^2 = 2x^2

  2. Schritt 2 & 3
    Analyse der Funktionen

    Auch hier sind die resultierenden Funktionen einfach zu identifizieren.

    • Die Funktion (f+g)(x)=0(f+g)(x)=0 ist die x-Achse.
    • Die Funktion (fg)(x)=2x2(f-g)(x)=2x^2 ist eine nach oben geöffnete Parabel, die steiler ist als die Normalparabel.
  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Graphen zuordnen
    • Graph (1) ist die horizontale Linie auf der x-Achse. Also gehört Graph (1) zu (f+g)(x)(f+g)(x).
    • Graph (2) ist eine nach oben geöffnete Parabel. Also gehört Graph (2) zu (fg)(x)(f-g)(x).
Ergebnis:

Graph (1) → (f+g)(x)(f+g)(x), Graph (2) → (fg)(x)(f-g)(x).

Aufgabentyp 2: Graphen zeichnerisch kombinieren

Man kann den Graphen einer zusammengesetzten Funktion auch direkt aus den Graphen der Ausgangsfunktionen zeichnen, ganz ohne zu rechnen. Die Idee ist die grafische Addition oder Subtraktion.

Der Funktionswert yy ist ja der vertikale Abstand vom Punkt auf dem Graphen zur x-Achse. Um den Graphen von h(x)=f(x)+g(x)h(x) = \textcolor{#08BFFF}{f(x)} + \textcolor{#53E5D6}{g(x)} zu zeichnen, addierst du für jeden x-Wert einfach die y-Werte (die vertikalen Abstände) von f\textcolor{#08BFFF}{f} und g\textcolor{#53E5D6}{g}.

Grafische Addition zweier Funktionen im Koordinatensystem
Grafische Addition zweier Funktionen im Koordinatensystem

Wichtig: Bevor du anfängst, musst du die Definitionsmenge beachten. Die zusammengesetzte Funktion existiert nur dort, wo alle beteiligten Funktionen definiert sind. Wenn f(x)=xf(x)=\sqrt{x} (definiert für x0x \ge 0) und g(x)=x2g(x)=x-2 (definiert für alle xx) kombiniert werden, ist die neue Funktion auch nur für x0x \ge 0 definiert.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Definitionsmenge bestimmen: Prüfe die Definitionsmengen der Ausgangsfunktionen. Die Definitionsmenge der neuen Funktion ist die Schnittmenge der einzelnen Definitionsmengen.
  2. Ausgangsgraphen zeichnen: Zeichne die Graphen von f(x)f(x) und g(x)g(x) sorgfältig in ein gemeinsames Koordinatensystem.
  3. Stützpunkte wählen: Wähle einige markante oder leicht ablesbare x-Werte (z.B. x=0,1,2,x=0, 1, 2, \ldots).
  4. y-Werte grafisch addieren/subtrahieren: Lies die y-Werte von f(x)f(x) und g(x)g(x) ab, addiere oder subtrahiere sie und markiere den neuen Punkt (xyneu)(x | y_{neu}).
  5. Neue Punkte verbinden: Verbinde die neu eingezeichneten Punkte zu einem durchgehenden Graphen.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Zeichne die Graphen von f(x)=x\textcolor{#08BFFF}{f(x)=x} und g(x)=2\textcolor{#53E5D6}{g(x)=2}. Skizziere anschließend den Graphen von h(x)=(f+g)(x)h(x)=(f+g)(x) durch grafische Addition.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Beide Funktionen, f(x)f(x) und g(x)g(x), sind für alle reellen Zahlen definiert. Also ist auch h(x)h(x) für alle reellen Zahlen definiert.

  2. Schritt 2
    Ausgangsgraphen zeichnen

    Wir zeichnen die Ursprungsgerade f(x)=x\textcolor{#08BFFF}{f(x)=x} und die konstante Funktion g(x)=2\textcolor{#53E5D6}{g(x)=2}.

    Ursprungsgerade und konstante Funktion g von x gleich zwei
    Ursprungsgerade und konstante Funktion g von x gleich zwei
  3. Schritt 3 & 4
    Stützpunkte wählen und y-Werte addieren

    Wir addieren die y-Werte an einigen Stellen:

    • Bei x=0x=0: f(0)=0f(0)=0, g(0)=2g(0)=2. Der neue Punkt ist (0,0+2)=(0,2)(0, 0+2) = (0,2).
    • Bei x=1x=1: f(1)=1f(1)=1, g(1)=2g(1)=2. Der neue Punkt ist (1,1+2)=(1,3)(1, 1+2) = (1,3).
    • Bei x=1x=-1: f(1)=1f(-1)=-1, g(1)=2g(-1)=2. Der neue Punkt ist (1,1+2)=(1,1)(-1, -1+2) = (-1,1).

    Grafisch bedeutet das, dass der Graph von f(x)f(x) einfach um 2 Einheiten nach oben verschoben wird.

  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Neue Punkte verbinden

    Wir verbinden die neuen Punkte und erhalten den Graphen von h(x)=x+2h(x)=x+2.

    Graph der zusammengesetzten Funktion h von x gleich x plus zwei
    Graph der zusammengesetzten Funktion h von x gleich x plus zwei
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=(f+g)(x)=x+2h(x) = (f+g)(x) = x+2 ist eine um 2 Einheiten nach oben verschobene Ursprungsgerade.

Beispiel 2

Aufgabe

Zeichne die Graphen von f(x)=x2\textcolor{#08BFFF}{f(x)=x^2} und g(x)=x\textcolor{#53E5D6}{g(x)=-x}. Skizziere anschließend den Graphen von h(x)=(fg)(x)h(x)=(f-g)(x) durch grafische Subtraktion.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Beide Funktionen sind für alle reellen Zahlen definiert.

  2. Schritt 2
    Ausgangsgraphen zeichnen

    Wir zeichnen die Normalparabel f(x)=x2\textcolor{#08BFFF}{f(x)=x^2} und die fallende Gerade g(x)=x\textcolor{#53E5D6}{g(x)=-x}.

    Normalparabel und fallende Gerade im gemeinsamen Koordinatensystem
    Normalparabel und fallende Gerade im gemeinsamen Koordinatensystem
  3. Schritt 3 & 4
    Stützpunkte wählen und y-Werte subtrahieren

    Wir subtrahieren g(x)g(x) von f(x)f(x) an einigen Stellen:

    • Bei x=1x=1: f(1)=1f(1)=1, g(1)=1g(1)=-1. Der neue Punkt ist (1,1(1))=(1,2)(1, 1 - (-1)) = (1,2).
    • Bei x=2x=2: f(2)=4f(2)=4, g(2)=2g(2)=-2. Der neue Punkt ist (2,4(2))=(2,6)(2, 4 - (-2)) = (2,6).
    • Bei x=0x=0: f(0)=0f(0)=0, g(0)=0g(0)=0. Der neue Punkt ist (0,00)=(0,0)(0, 0 - 0) = (0,0).
    • Bei x=1x=-1: f(1)=1f(-1)=1, g(1)=1g(-1)=1. Der neue Punkt ist (1,11)=(1,0)(-1, 1 - 1) = (-1,0).
  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Neue Punkte verbinden

    Wir verbinden die Punkte (0,0),(1,2),(2,6),(1,0)(0,0), (1,2), (2,6), (-1,0) zu einer neuen Parabel. Das ist der Graph von h(x)=x2+xh(x)=x^2+x.

    Zusammengesetzte Parabel h von x gleich x hoch zwei plus x
    Zusammengesetzte Parabel h von x gleich x hoch zwei plus x
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=(fg)(x)=x2+xh(x) = (f-g)(x) = x^2+x ist eine nach oben geöffnete Parabel durch den Ursprung.

Beispiel 3

Aufgabe

Zeichne die Graphen von f(x)=x\textcolor{#08BFFF}{f(x)=\sqrt{x}} und g(x)=1\textcolor{#53E5D6}{g(x)=-1}. Skizziere anschließend den Graphen von h(x)=(f+g)(x)h(x)=(f+g)(x).

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Die Funktion f(x)=x\textcolor{#08BFFF}{f(x)=\sqrt{x}} ist nur für x0x \ge 0 definiert. Die Funktion g(x)=1\textcolor{#53E5D6}{g(x)=-1} ist für alle xx definiert. Daher ist die zusammengesetzte Funktion h(x)h(x) nur für x0x \ge 0 definiert.

  2. Schritt 2
    Ausgangsgraphen zeichnen

    Wir zeichnen die Wurzelfunktion f(x)=x\textcolor{#08BFFF}{f(x)=\sqrt{x}} und die Konstante g(x)=1\textcolor{#53E5D6}{g(x)=-1}.

    Wurzelfunktion und konstante Funktion minus eins im Koordinatensystem
    Wurzelfunktion und konstante Funktion minus eins im Koordinatensystem
  3. Schritt 3 & 4
    Stützpunkte wählen und y-Werte addieren

    Wir addieren die y-Werte. Grafisch bedeutet das, den Graphen von f(x)f(x) um 1 nach unten zu verschieben.

    • Bei x=0x=0: f(0)=0f(0)=0, g(0)=1g(0)=-1. Neuer Punkt: (0,1)(0, -1).
    • Bei x=1x=1: f(1)=1f(1)=1, g(1)=1g(1)=-1. Neuer Punkt: (1,0)(1, 0).
    • Bei x=4x=4: f(4)=2f(4)=2, g(4)=1g(4)=-1. Neuer Punkt: (4,1)(4, 1).
  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Neue Punkte verbinden

    Wir verbinden die neuen Punkte und erhalten den Graphen von h(x)=x1h(x)=\sqrt{x}-1.

    Graph der zusammengesetzten Funktion Wurzel x minus eins
    Graph der zusammengesetzten Funktion Wurzel x minus eins
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=x1h(x) = \sqrt{x}-1 ist die um 1 nach unten verschobene Wurzelfunktion, definiert für x0x \ge 0.

Beispiel 4

Aufgabe

Zeichne die Graphen von f(x)=4\textcolor{#08BFFF}{f(x)=4} und g(x)=x2\textcolor{#53E5D6}{g(x)=x^2}. Skizziere anschließend den Graphen von h(x)=(fg)(x)h(x)=(f-g)(x).

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Beide Funktionen sind für alle reellen Zahlen definiert.

  2. Schritt 2
    Ausgangsgraphen zeichnen

    Wir zeichnen die konstante Funktion f(x)=4\textcolor{#08BFFF}{f(x)=4} und die Normalparabel g(x)=x2\textcolor{#53E5D6}{g(x)=x^2}.

    Konstante Funktion vier und Normalparabel im Koordinatensystem
    Konstante Funktion vier und Normalparabel im Koordinatensystem
  3. Schritt 3 & 4
    Stützpunkte wählen und y-Werte subtrahieren

    Wir subtrahieren g(x)g(x) von f(x)f(x):

    • Bei x=0x=0: f(0)=4f(0)=4, g(0)=0g(0)=0. Neuer Punkt: (0,40)=(0,4)(0, 4-0) = (0,4).
    • Bei x=1x=1: f(1)=4f(1)=4, g(1)=1g(1)=1. Neuer Punkt: (1,41)=(1,3)(1, 4-1) = (1,3).
    • Bei x=2x=2: f(2)=4f(2)=4, g(2)=4g(2)=4. Neuer Punkt: (2,44)=(2,0)(2, 4-4) = (2,0).
    • Bei x=1x=-1: f(1)=4f(-1)=4, g(1)=1g(-1)=1. Neuer Punkt: (1,41)=(1,3)(-1, 4-1) = (-1,3).
  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Neue Punkte verbinden

    Wir verbinden die Punkte und erhalten eine nach unten geöffnete Parabel. Das ist der Graph von h(x)=4x2h(x)=4-x^2.

    Nach unten geöffnete Parabel h von x gleich vier minus x hoch zwei
    Nach unten geöffnete Parabel h von x gleich vier minus x hoch zwei
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=4x2h(x) = 4-x^2 ist eine nach unten geöffnete Parabel mit Scheitelpunkt bei (04)(0|4).

Beispiel 5

Aufgabe

Zeichne die Graphen von f(x)=x+1\textcolor{#08BFFF}{f(x)=x+1} und g(x)=x1\textcolor{#53E5D6}{g(x)=x-1}. Skizziere anschließend den Graphen von h(x)=(fg)(x)h(x)=(f-g)(x).

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Beide Funktionen sind für alle reellen Zahlen definiert.

  2. Schritt 2
    Ausgangsgraphen zeichnen

    Wir zeichnen die beiden parallelen Geraden f(x)=x+1\textcolor{#08BFFF}{f(x)=x+1} und g(x)=x1\textcolor{#53E5D6}{g(x)=x-1}.

    Zwei parallele Geraden f von x gleich x plus eins und g von x gleich x minus eins
    Zwei parallele Geraden f von x gleich x plus eins und g von x gleich x minus eins
  3. Schritt 3 & 4
    Stützpunkte wählen und y-Werte subtrahieren

    Wir subtrahieren die y-Werte. Der vertikale Abstand zwischen den beiden Graphen ist an jeder Stelle konstant 2.

    • Bei x=0x=0: f(0)=1f(0)=1, g(0)=1g(0)=-1. Neuer Punkt: (0,1(1))=(0,2)(0, 1 - (-1)) = (0,2).
    • Bei x=2x=2: f(2)=3f(2)=3, g(2)=1g(2)=1. Neuer Punkt: (2,31)=(2,2)(2, 3 - 1) = (2,2).
    • Bei x=1x=-1: f(1)=0f(-1)=0, g(1)=2g(-1)=-2. Neuer Punkt: (1,0(2))=(1,2)(-1, 0 - (-2)) = (-1,2).
  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Neue Punkte verbinden

    Alle neuen Punkte liegen auf der Höhe y=2y=2. Der Graph von h(x)h(x) ist eine konstante Funktion h(x)=2h(x)=2.

    Konstante Funktion h von x gleich zwei als Ergebnis der Subtraktion
    Konstante Funktion h von x gleich zwei als Ergebnis der Subtraktion
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=(fg)(x)=2h(x) = (f-g)(x) = 2 ist eine horizontale Gerade bei y=2y=2.

Aufgabentyp 3: Graphen im Sachkontext interpretieren

Zusammengesetzte Funktionen sind perfekt, um reale Situationen zu beschreiben. Das bekannteste Beispiel ist die Gewinnberechnung eines Unternehmens:

Gewinn=EinnahmenKosten\text{Gewinn} = \text{Einnahmen} - \text{Kosten}

Wenn du Graphen für diese drei Größen hast, kannst du sie zuordnen, indem du die logische Beziehung und die Eigenschaften der Graphen nutzt.

Die Strategie:

  1. Beziehung aufstellen: Finde die Formel, die die Größen verbindet (z.B. G(t)=E(t)K(t)G(t) = E(t) - K(t)).
  2. Logik anwenden: Überlege, welche Größen niemals negativ sein können (Kosten, Einnahmen, Geburtenraten sind fast immer positiv oder null). Eine Größe wie Gewinn oder Bevölkerungsänderung kann jedoch negativ sein.
  3. Graphen analysieren: Schau dir an, wo Graphen positiv/negativ sind oder wo sie sich schneiden. Ein Schnittpunkt von Einnahmen und Kosten bedeutet zum Beispiel, dass der Gewinn null ist (die „Gewinnschwelle").

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Mathematischen Zusammenhang formulieren: Übersetze den Sachverhalt in eine mathematische Gleichung, z.B. Bevo¨lkerungsa¨nderung=GeburtenTodesfa¨lle\textcolor{#9570FF}{\text{Bevölkerungsänderung}} = \textcolor{#08BFFF}{\text{Geburten}} - \textcolor{#53E5D6}{\text{Todesfälle}}.
  2. Logische Einschränkungen nutzen: Identifiziere Graphen anhand logischer Überlegungen – kann eine Größe negativ werden?
  3. Beziehung der Graphen analysieren: Wähle einen Bereich, in dem du die Beziehung aus Schritt 1 überprüfen kannst.
  4. Graphen eindeutig zuordnen: Nutze die Erkenntnisse aus den vorherigen Schritten, um jeden Graphen eindeutig einem Begriff zuzuordnen.
  5. Gegenprobe (optional): Überprüfe deine Zuordnung an einer anderen Stelle im Graphen, um sicherzugehen, dass sie überall konsistent ist.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Unternehmen verkauft ein Produkt. Die Abbildung zeigt Graphen für die Einnahmen\textcolor{#08BFFF}{\text{Einnahmen}}, die Kosten\textcolor{#53E5D6}{\text{Kosten}} und den Gewinn\textcolor{#9570FF}{\text{Gewinn}} in Abhängigkeit von der produzierten Stückzahl. Ordne die Graphen (1), (2) und (3) den Begriffen zu.

Graphen für Einnahmen, Kosten und Gewinn eines Unternehmens
Graphen für Einnahmen, Kosten und Gewinn eines Unternehmens
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Mathematischen Zusammenhang formulieren

    Der Zusammenhang lautet: Gewinn=EinnahmenKosten\textcolor{#9570FF}{\text{Gewinn}} = \textcolor{#08BFFF}{\text{Einnahmen}} - \textcolor{#53E5D6}{\text{Kosten}}.

  2. Schritt 2
    Logische Einschränkungen nutzen
    • Die Einnahmen\textcolor{#08BFFF}{\text{Einnahmen}} sind 0, wenn 0 Stück verkauft werden. Graph (1) startet bei (0|0), also ist Graph (1) die Einnahmenfunktion.
    • Die Kosten\textcolor{#53E5D6}{\text{Kosten}} sind auch bei 0 Stück positiv (Fixkosten wie Miete). Graph (2) startet bei (0|2000), also ist Graph (2) die Kostenfunktion.
    • Der Gewinn\textcolor{#9570FF}{\text{Gewinn}} kann negativ sein (Verlust). Graph (3) geht unter die x-Achse. Bei 0 Stück ist der Gewinn negativ (entspricht den Fixkosten), also 2000-2000 €. Das passt zu Graph (3). Also ist Graph (3) die Gewinnfunktion.
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Beziehung der Graphen analysieren

    Überprüfen wir die Beziehung: Dort, wo sich Einnahmen (1) und Kosten (2) schneiden, muss der Gewinn (3) null sein. Wir sehen in der Abbildung, dass die Schnittpunkte von (1) und (2) genau die Nullstellen von Graph (3) sind. Das bestätigt unsere Zuordnung.

Ergebnis:

Graph (1) → Einnahmen, Graph (2) → Kosten, Graph (3) → Gewinn.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Stausee wird durch einen Fluss gespeist (Zufluss\textcolor{#08BFFF}{\text{Zufluss}}) und gibt Wasser an ein Kraftwerk ab (Abfluss\textcolor{#53E5D6}{\text{Abfluss}}). Die A¨nderung des Wasserstands\textcolor{#9570FF}{\text{Änderung des Wasserstands}} ergibt sich aus der Differenz. Ordne die Graphen (1), (2) und (3) über einen Tagesverlauf den drei Größen zu.

Graphen für Zufluss, Abfluss und Wasserstandsänderung eines Stausees
Graphen für Zufluss, Abfluss und Wasserstandsänderung eines Stausees
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Mathematischen Zusammenhang formulieren

    A¨nderung des Wasserstands=ZuflussAbfluss\textcolor{#9570FF}{\text{Änderung des Wasserstands}} = \textcolor{#08BFFF}{\text{Zufluss}} - \textcolor{#53E5D6}{\text{Abfluss}}.

  2. Schritt 2
    Logische Einschränkungen nutzen
    • Zufluss\textcolor{#08BFFF}{\text{Zufluss}} und Abfluss\textcolor{#53E5D6}{\text{Abfluss}} können nicht negativ sein. Wasser kann nur zu- oder abfließen.
    • Die A¨nderung des Wasserstands\textcolor{#9570FF}{\text{Änderung des Wasserstands}} kann negativ sein (wenn der Pegel sinkt). Graph (3) ist der einzige, der negativ wird. Also ist Graph (3) die Änderungsrate des Wasserstands.
  3. Schritt 3
    Beziehung der Graphen analysieren
    • Der Abfluss\textcolor{#53E5D6}{\text{Abfluss}} an ein Kraftwerk ist typischerweise tagsüber hoch (hoher Strombedarf) und nachts niedrig. Graph (2) zeigt dieses treppenartige Verhalten. Also ist Graph (2) der Abfluss.
    • Der Zufluss\textcolor{#08BFFF}{\text{Zufluss}} aus einem Fluss (z.B. durch Schneeschmelze) ist oft mittags/nachmittags am höchsten. Graph (1) hat einen sanften Anstieg und eine Spitze am Nachmittag. Also ist Graph (1) der Zufluss.
  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Gegenprobe

    Am Vormittag liegt Graph (1) (Zufluss) über Graph (2) (Abfluss). Daher muss die Änderung (Graph 3) positiv sein, was sie auch ist. Die Zuordnung ist stimmig.

Ergebnis:

Graph (1) → Zufluss, Graph (2) → Abfluss, Graph (3) → Änderung des Wasserstands.

Beispiel 3

Aufgabe

Die Temperatur in einem ungeheizten Raum (TRaum\textcolor{#9570FF}{T_{Raum}}) wird durch die Außentemperatur (TAußen\textcolor{#08BFFF}{T_{Außen}}) und die Wärme, die durch Sonneneinstrahlung durch ein Fenster kommt (WSonne\textcolor{#53E5D6}{W_{Sonne}}), beeinflusst. Ordne die Graphen zu.

Graphen für Außentemperatur, Sonnenwärme und Raumtemperatur im Tagesverlauf
Graphen für Außentemperatur, Sonnenwärme und Raumtemperatur im Tagesverlauf
Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Mathematischen Zusammenhang formulieren

    Die Raumtemperatur ist eine Folge der Außentemperatur und der Sonnenwärme. Man kann es sich als eine Art Addition vorstellen: TRaumTAußen+Effekt von WSonne\textcolor{#9570FF}{T_{Raum}} \approx \textcolor{#08BFFF}{T_{Außen}} + \text{Effekt von } \textcolor{#53E5D6}{W_{Sonne}}.

  2. Schritt 2 & 3 · Ergebnis
    Logik und Analyse
    • Die Außentemperatur (TAußen\textcolor{#08BFFF}{T_{Außen}}) folgt einem typischen Tagesverlauf: am kältesten am frühen Morgen, am wärmsten am Nachmittag. Graph (1) zeigt diesen glatten, wellenförmigen Verlauf. Also ist Graph (1) die Außentemperatur.
    • Die Sonneneinstrahlung (WSonne\textcolor{#53E5D6}{W_{Sonne}}) gibt es nur tagsüber. Sie ist mittags am stärksten. Graph (2) ist nur tagsüber positiv und hat eine klare Spitze um die Mittagszeit. Also ist Graph (2) die Sonnenwärme.
    • Die Raumtemperatur (TRaum\textcolor{#9570FF}{T_{Raum}}) wird der Außentemperatur ähneln, aber durch die Sonneneinstrahlung und die Isolierung des Raumes beeinflusst. Sie wird immer etwas höher sein als die Außentemperatur (solange die Sonne scheint) und träger reagieren. Graph (3) sieht aus wie eine „geglättete" und „angehobene" Version von Graph (1). Also ist Graph (3) die Raumtemperatur.
Ergebnis:

Graph (1) → Außentemperatur, Graph (2) → Sonnenwärme, Graph (3) → Raumtemperatur.

Beispiel 4

Aufgabe

Ein Handy-Akku wird geladen. Die Abbildung zeigt den Ladestrom (ILaden\textcolor{#08BFFF}{I_{Laden}}), den Stromverbrauch des Handys (IVerbrauch\textcolor{#53E5D6}{I_{Verbrauch}}) und die Netto-Änderung der Akkuladung (INetto\textcolor{#9570FF}{I_{Netto}}). Ordne die Graphen zu.

Graphen für Ladestrom, Verbrauch und Netto-Akkuladung beim Laden
Graphen für Ladestrom, Verbrauch und Netto-Akkuladung beim Laden
Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Mathematischen Zusammenhang formulieren

    Die Netto-Änderung der Ladung ist der Strom, der ins Handy fließt, minus der Strom, den es verbraucht: INetto=ILadenIVerbrauch\textcolor{#9570FF}{I_{Netto}} = \textcolor{#08BFFF}{I_{Laden}} - \textcolor{#53E5D6}{I_{Verbrauch}}.

  2. Schritt 2 & 3 · Ergebnis
    Logik und Analyse
    • Der Ladestrom (ILaden\textcolor{#08BFFF}{I_{Laden}}) ist bei modernen Ladegeräten am Anfang hoch und wird geringer, je voller der Akku wird. Graph (1) zeigt genau dieses Verhalten: Er startet hoch und fällt langsam ab. Also ist Graph (1) der Ladestrom.
    • Der Stromverbrauch (IVerbrauch\textcolor{#53E5D6}{I_{Verbrauch}}) ist im Standby niedrig und konstant, steigt aber stark an, wenn das Display an ist oder eine App läuft. Graph (2) ist meist niedrig, hat aber einige Spitzen. Also ist Graph (2) der Stromverbrauch.
    • Die Netto-Änderung (INetto\textcolor{#9570FF}{I_{Netto}}) ist die Differenz. Sie sollte also aussehen wie Graph (1), aber an den Stellen, wo Graph (2) Spitzen hat, sollte sie Einbrüche haben. Graph (3) zeigt genau dieses Muster. Also ist Graph (3) die Netto-Änderung der Akkuladung.
Ergebnis:

Graph (1) → Ladestrom, Graph (2) → Stromverbrauch, Graph (3) → Netto-Änderung.

Wichtige Erkenntnisse

  • Zusammengesetzte Funktionen entstehen durch die Verknüpfung von zwei oder mehr Funktionen (z.B. h(x)=f(x)+g(x)h(x) = f(x) + g(x)).

  • Graphen zuordnen: Wähle einen Test-x-Wert, berechne die y-Werte für alle zusammengesetzten Funktionen und vergleiche sie mit den Graphen.

  • Graphen zeichnen: Addiere oder subtrahiere die y-Werte der Ausgangsgraphen an mehreren Stellen (Stützpunkte) und verbinde die neuen Punkte.

  • Definitionsmenge: Die zusammengesetzte Funktion ist nur dort definiert, wo alle ursprünglichen Funktionen definiert sind.

  • Sachkontext: Formuliere zuerst die mathematische Beziehung (z.B. Gewinn = Einnahmen - Kosten) und nutze dann logische Überlegungen (z.B. Kosten können nicht negativ sein), um die Graphen zuzuordnen.

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Häufige Fragen

Was sind zusammengesetzte Funktionen?

Eine zusammengesetzte Funktion entsteht, wenn zwei oder mehr Funktionen durch Grundrechenarten miteinander verknüpft werden. Zum Beispiel gilt (f+g)(x) = f(x) + g(x) und (f−g)(x) = f(x) − g(x). So lassen sich einfache Bausteine wie Geraden oder Parabeln kombinieren, um komplexere Situationen zu modellieren – vom Unternehmensgewinn bis zur Bevölkerungsentwicklung.

Wie ordnest du Graphen zusammengesetzten Funktionen zu?

Du verwendest die Testpunkt-Methode: Wähle einen einfachen x-Wert (z. B. x = 1 oder x = 2), an dem sich die Graphen deutlich unterscheiden. Berechne dann den y-Wert für jede zusammengesetzte Funktion und lies die y-Werte der Graphen an dieser Stelle ab. Jeder berechnete Wert passt genau zu einem Graphen – so gelingt die eindeutige Zuordnung.

Wie zeichnest du den Graphen einer zusammengesetzten Funktion?

Du verwendest die grafische Addition oder Subtraktion: Zeichne zuerst die Ausgangsgraphen f(x) und g(x) in ein gemeinsames Koordinatensystem. Wähle dann mehrere Stützpunkte, addiere oder subtrahiere dort die y-Werte beider Graphen und markiere die neuen Punkte. Verbinde diese Punkte zu einem durchgehenden Graphen – das ist der Graph der zusammengesetzten Funktion.

Was ist die Definitionsmenge einer zusammengesetzten Funktion?

Die Definitionsmenge einer zusammengesetzten Funktion ist die Schnittmenge der Definitionsmengen aller beteiligten Ausgangsfunktionen. Ist zum Beispiel f(x) = √x nur für x ≥ 0 definiert und g(x) = x − 2 für alle x, dann ist die neue Funktion (f+g)(x) ebenfalls nur für x ≥ 0 definiert.

Wie interpretierst du zusammengesetzte Funktionen im Sachkontext?

Formuliere zuerst den mathematischen Zusammenhang als Gleichung, z. B. Gewinn = Einnahmen − Kosten. Überlege dann, welche Größen nie negativ sein können (z. B. Kosten oder Zufluss) und welche negativ werden dürfen (z. B. Gewinn oder Wasserstandsänderung). Analysiere anschließend, wo Graphen positiv oder negativ sind und wo sie sich schneiden, um die Zuordnung eindeutig zu machen.

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