Graphen zusammengesetzter Funktionen einfach erklärt
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Graphen zusammengesetzter Funktionen begegnen dir in der Schule öfter, als du denkst – und dahinter steckt eine elegante Idee: Zwei einfache Funktionen wie eine Gerade und eine Parabel werden durch Addition oder Subtraktion zu einer neuen, komplexeren Funktion kombiniert. Hast du dich jemals gefragt, wie ein Videospiel die Bewegung eines springenden Charakters berechnet? Die Engine kombiniert verschiedene Kräfte: Eine Funktion für die Schwerkraft (die nach unten zieht) wird mit einer Funktion für den Sprung (die nach oben drückt) zusammengesetzt. Das Ergebnis ist eine perfekte Sprungkurve. Genau das ist die Idee hinter zusammengesetzten Funktionen. Du lernst, wie man einfache Bausteine (wie Geraden oder Parabeln) kombiniert, um komplexere und realistischere Situationen zu beschreiben – vom Gewinn eines Unternehmens (Einnahmen minus Kosten) bis zur Bevölkerungsentwicklung.
Schnellantwort
Eine zusammengesetzte Funktion entsteht, wenn zwei oder mehr Funktionen durch Grundrechenarten verknüpft werden. Zum Beispiel gilt und . Der Graph der neuen Funktion lässt sich entweder durch einen Testpunkt-Vergleich zuordnen oder direkt aus den Ausgangsgraphen durch grafische Addition bzw. Subtraktion der y-Werte konstruieren.
Vorwissen
Bevor wir starten, wiederholen wir kurz die Grundlagen:
-
Funktionswert berechnen: Um den y-Wert für ein bestimmtes x zu finden, setzt du den x-Wert in die Funktionsgleichung ein.
- Beispiel: Für ist der Funktionswert an der Stelle gleich . Der Punkt liegt auf dem Graphen.
-
Graph einer Funktion: Der Graph ist die visuelle Darstellung aller Punkte , die zur Funktion gehören. Er zeigt den Verlauf der Funktion in einem Koordinatensystem.
-
Wertetabelle erstellen: Eine Wertetabelle hilft dir, einen Graphen zu zeichnen. Du wählst verschiedene x-Werte, berechnest die zugehörigen y-Werte und trägst die Punkte ins Koordinatensystem ein.
- Beispiel: Für :
Aufgabentyp 1: Graphen durch Testpunkte zuordnen
Oft bekommst du mehrere Graphen und mehrere zusammengesetzte Funktionen und musst herausfinden, was zusammengehört. Eine zusammengesetzte Funktion entsteht, wenn man zwei oder mehr Funktionen durch Grundrechenarten verbindet.
- Addition:
- Subtraktion:
Der Trick, um sie zuzuordnen, ist einfach: Man benutzt einen Testpunkt. Du wählst eine beliebige x-Stelle, berechnest den y-Wert für jede zusammengesetzte Funktion und schaust dann, welcher Graph durch diesen Punkt verläuft.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Funktionsterme aufstellen: Schreibe die vollständigen Gleichungen für die zusammengesetzten Funktionen auf.
- Test-x-Wert wählen: Wähle einen einfachen x-Wert, an dem du die y-Werte der Graphen gut ablesen kannst und sie sich deutlich unterscheiden.
- y-Werte berechnen: Setze deinen gewählten x-Wert in jede der zusammengesetzten Funktionsgleichungen ein und berechne die zugehörigen y-Werte.
- Punkte am Graphen ablesen: Gehe im Koordinatensystem zu deinem gewählten x-Wert auf der x-Achse und lies die y-Werte für jeden Graphen ab.
- Zuordnen: Vergleiche deine berechneten y-Werte mit den abgelesenen. Jeder berechnete Wert passt nur zu einem Graphen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Gegeben sind die Funktionen und . Die Abbildung zeigt drei Graphen. Ordne die Graphen den Funktionen , und zu.

- Schritt 1Funktionsterme aufstellen
Wir stellen die Gleichungen für die drei neuen Funktionen auf:
- Schritt 2Test-x-Wert wählen
Wir wählen den Testwert , da die Graphen dort weit auseinanderliegen.
- Schritt 3y-Werte berechnen
Wir setzen in jede Funktion ein:
Für :
Für :
Für :
Wir haben also die Punkte , und .
- Schritt 4 & 5 · ErgebnisPunkte ablesen und zuordnen
Jetzt schauen wir uns die Graphen an der Stelle an:
- Graph (2) geht durch den Punkt . Also gehört Graph (2) zu .
- Graph (1) geht durch den Punkt . Also gehört Graph (1) zu .
- Graph (3) geht durch den Punkt . Also gehört Graph (3) zu .
Graph (2) → , Graph (1) → , Graph (3) → .
Quiz zu Graphen zusammengesetzter Funktionen: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Graphen zusammengesetzter Funktionen und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Graphen zusammengesetzter Funktionen
Wie wird der Funktionswert der zusammengesetzten Funktion berechnet?
Quizfrage 2 zu Graphen zusammengesetzter Funktionen
Nur mit AccountWelcher y-Wert ergibt sich für die Funktion an der Stelle , wenn und vorgegeben sind?
Übungsaufgabe zu Graphen zusammengesetzter Funktionen
Nur mit AccountBeispiel 2
Gegeben sind und . Ordne die Graphen (1), (2) und (3) den Funktionen , und zu.

- Schritt 1Funktionsterme aufstellen
- Schritt 2Test-x-Wert wählen
Wir wählen den Testwert , da die y-Achsenabschnitte alle unterschiedlich sind.
- Schritt 3y-Werte berechnen
Wir suchen die Punkte , und .
- Schritt 4 & 5 · ErgebnisPunkte ablesen und zuordnen
- Graph (3) schneidet die y-Achse bei . Also gehört Graph (3) zu .
- Graph (1) schneidet die y-Achse bei . Also gehört Graph (1) zu .
- Graph (2) schneidet die y-Achse bei . Also gehört Graph (2) zu .
Graph (3) → , Graph (1) → , Graph (2) → .
Beispiel 3
Gegeben sind (eine konstante Funktion) und . Ordne die Graphen den Funktionen und zu.

- Schritt 1Funktionsterme aufstellen
- Schritt 2Test-x-Wert wählen
Wir wählen den Testwert .
- Schritt 3y-Werte berechnen
Hier hilft nicht, da beide Funktionen den gleichen y-Wert haben. Nehmen wir einen anderen Wert, z.B. .
Auch hilft nicht. Versuchen wir .
Wir suchen die Punkte und .
- Schritt 4 & 5 · ErgebnisPunkte ablesen und zuordnen
- Graph (1) geht durch den Punkt . Also gehört Graph (1) zu .
- Graph (2) geht durch den Punkt . Also gehört Graph (2) zu .
Graph (1) → , Graph (2) → .
Beispiel 4
Gegeben sind und . Ordne die Graphen den Funktionen und zu.

- Schritt 1Funktionsterme aufstellen
- Schritt 2 & 3Analyse der Funktionen
In diesem Fall müssen wir nicht einmal einen Testpunkt einsetzen. Die Funktionsgleichungen sind sehr einfach.
- Die Funktion ist eine konstante Funktion, deren Graph eine horizontale Linie auf der x-Achse ist.
- Die Funktion ist eine lineare Funktion, die durch den Ursprung geht und die Steigung 2 hat.
- Schritt 4 & 5 · ErgebnisGraphen zuordnen
- Graph (1) ist die horizontale Linie auf der x-Achse. Also gehört Graph (1) zu .
- Graph (2) ist die Gerade mit der Steigung 2 durch den Ursprung. Also gehört Graph (2) zu .
Graph (1) → , Graph (2) → .
Beispiel 5
Gegeben sind und . Ordne die Graphen den Funktionen und zu.

- Schritt 1Funktionsterme aufstellen
- Schritt 2 & 3Analyse der Funktionen
Auch hier sind die resultierenden Funktionen einfach zu identifizieren.
- Die Funktion ist die x-Achse.
- Die Funktion ist eine nach oben geöffnete Parabel, die steiler ist als die Normalparabel.
- Schritt 4 & 5 · ErgebnisGraphen zuordnen
- Graph (1) ist die horizontale Linie auf der x-Achse. Also gehört Graph (1) zu .
- Graph (2) ist eine nach oben geöffnete Parabel. Also gehört Graph (2) zu .
Graph (1) → , Graph (2) → .
Aufgabentyp 2: Graphen zeichnerisch kombinieren
Man kann den Graphen einer zusammengesetzten Funktion auch direkt aus den Graphen der Ausgangsfunktionen zeichnen, ganz ohne zu rechnen. Die Idee ist die grafische Addition oder Subtraktion.
Der Funktionswert ist ja der vertikale Abstand vom Punkt auf dem Graphen zur x-Achse. Um den Graphen von zu zeichnen, addierst du für jeden x-Wert einfach die y-Werte (die vertikalen Abstände) von und .

Wichtig: Bevor du anfängst, musst du die Definitionsmenge beachten. Die zusammengesetzte Funktion existiert nur dort, wo alle beteiligten Funktionen definiert sind. Wenn (definiert für ) und (definiert für alle ) kombiniert werden, ist die neue Funktion auch nur für definiert.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Definitionsmenge bestimmen: Prüfe die Definitionsmengen der Ausgangsfunktionen. Die Definitionsmenge der neuen Funktion ist die Schnittmenge der einzelnen Definitionsmengen.
- Ausgangsgraphen zeichnen: Zeichne die Graphen von und sorgfältig in ein gemeinsames Koordinatensystem.
- Stützpunkte wählen: Wähle einige markante oder leicht ablesbare x-Werte (z.B. ).
- y-Werte grafisch addieren/subtrahieren: Lies die y-Werte von und ab, addiere oder subtrahiere sie und markiere den neuen Punkt .
- Neue Punkte verbinden: Verbinde die neu eingezeichneten Punkte zu einem durchgehenden Graphen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Zeichne die Graphen von und . Skizziere anschließend den Graphen von durch grafische Addition.
- Schritt 1Definitionsmenge bestimmen
Beide Funktionen, und , sind für alle reellen Zahlen definiert. Also ist auch für alle reellen Zahlen definiert.
- Schritt 2Ausgangsgraphen zeichnen
Wir zeichnen die Ursprungsgerade und die konstante Funktion .

Ursprungsgerade und konstante Funktion g von x gleich zwei - Schritt 3 & 4Stützpunkte wählen und y-Werte addieren
Wir addieren die y-Werte an einigen Stellen:
- Bei : , . Der neue Punkt ist .
- Bei : , . Der neue Punkt ist .
- Bei : , . Der neue Punkt ist .
Grafisch bedeutet das, dass der Graph von einfach um 2 Einheiten nach oben verschoben wird.
- Schritt 5 · ErgebnisNeue Punkte verbinden
Wir verbinden die neuen Punkte und erhalten den Graphen von .

Graph der zusammengesetzten Funktion h von x gleich x plus zwei
Der Graph von ist eine um 2 Einheiten nach oben verschobene Ursprungsgerade.
Beispiel 2
Zeichne die Graphen von und . Skizziere anschließend den Graphen von durch grafische Subtraktion.
- Schritt 1Definitionsmenge bestimmen
Beide Funktionen sind für alle reellen Zahlen definiert.
- Schritt 2Ausgangsgraphen zeichnen
Wir zeichnen die Normalparabel und die fallende Gerade .

Normalparabel und fallende Gerade im gemeinsamen Koordinatensystem - Schritt 3 & 4Stützpunkte wählen und y-Werte subtrahieren
Wir subtrahieren von an einigen Stellen:
- Bei : , . Der neue Punkt ist .
- Bei : , . Der neue Punkt ist .
- Bei : , . Der neue Punkt ist .
- Bei : , . Der neue Punkt ist .
- Schritt 5 · ErgebnisNeue Punkte verbinden
Wir verbinden die Punkte zu einer neuen Parabel. Das ist der Graph von .

Zusammengesetzte Parabel h von x gleich x hoch zwei plus x
Der Graph von ist eine nach oben geöffnete Parabel durch den Ursprung.
Beispiel 3
Zeichne die Graphen von und . Skizziere anschließend den Graphen von .
- Schritt 1Definitionsmenge bestimmen
Die Funktion ist nur für definiert. Die Funktion ist für alle definiert. Daher ist die zusammengesetzte Funktion nur für definiert.
- Schritt 2Ausgangsgraphen zeichnen
Wir zeichnen die Wurzelfunktion und die Konstante .

Wurzelfunktion und konstante Funktion minus eins im Koordinatensystem - Schritt 3 & 4Stützpunkte wählen und y-Werte addieren
Wir addieren die y-Werte. Grafisch bedeutet das, den Graphen von um 1 nach unten zu verschieben.
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Schritt 5 · ErgebnisNeue Punkte verbinden
Wir verbinden die neuen Punkte und erhalten den Graphen von .

Graph der zusammengesetzten Funktion Wurzel x minus eins
Der Graph von ist die um 1 nach unten verschobene Wurzelfunktion, definiert für .
Beispiel 4
Zeichne die Graphen von und . Skizziere anschließend den Graphen von .
- Schritt 1Definitionsmenge bestimmen
Beide Funktionen sind für alle reellen Zahlen definiert.
- Schritt 2Ausgangsgraphen zeichnen
Wir zeichnen die konstante Funktion und die Normalparabel .

Konstante Funktion vier und Normalparabel im Koordinatensystem - Schritt 3 & 4Stützpunkte wählen und y-Werte subtrahieren
Wir subtrahieren von :
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Schritt 5 · ErgebnisNeue Punkte verbinden
Wir verbinden die Punkte und erhalten eine nach unten geöffnete Parabel. Das ist der Graph von .

Nach unten geöffnete Parabel h von x gleich vier minus x hoch zwei
Der Graph von ist eine nach unten geöffnete Parabel mit Scheitelpunkt bei .
Beispiel 5
Zeichne die Graphen von und . Skizziere anschließend den Graphen von .
- Schritt 1Definitionsmenge bestimmen
Beide Funktionen sind für alle reellen Zahlen definiert.
- Schritt 2Ausgangsgraphen zeichnen
Wir zeichnen die beiden parallelen Geraden und .

Zwei parallele Geraden f von x gleich x plus eins und g von x gleich x minus eins - Schritt 3 & 4Stützpunkte wählen und y-Werte subtrahieren
Wir subtrahieren die y-Werte. Der vertikale Abstand zwischen den beiden Graphen ist an jeder Stelle konstant 2.
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Bei : , . Neuer Punkt: .
- Schritt 5 · ErgebnisNeue Punkte verbinden
Alle neuen Punkte liegen auf der Höhe . Der Graph von ist eine konstante Funktion .

Konstante Funktion h von x gleich zwei als Ergebnis der Subtraktion
Der Graph von ist eine horizontale Gerade bei .
Aufgabentyp 3: Graphen im Sachkontext interpretieren
Zusammengesetzte Funktionen sind perfekt, um reale Situationen zu beschreiben. Das bekannteste Beispiel ist die Gewinnberechnung eines Unternehmens:
Wenn du Graphen für diese drei Größen hast, kannst du sie zuordnen, indem du die logische Beziehung und die Eigenschaften der Graphen nutzt.
Die Strategie:
- Beziehung aufstellen: Finde die Formel, die die Größen verbindet (z.B. ).
- Logik anwenden: Überlege, welche Größen niemals negativ sein können (Kosten, Einnahmen, Geburtenraten sind fast immer positiv oder null). Eine Größe wie Gewinn oder Bevölkerungsänderung kann jedoch negativ sein.
- Graphen analysieren: Schau dir an, wo Graphen positiv/negativ sind oder wo sie sich schneiden. Ein Schnittpunkt von Einnahmen und Kosten bedeutet zum Beispiel, dass der Gewinn null ist (die „Gewinnschwelle").
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Mathematischen Zusammenhang formulieren: Übersetze den Sachverhalt in eine mathematische Gleichung, z.B. .
- Logische Einschränkungen nutzen: Identifiziere Graphen anhand logischer Überlegungen – kann eine Größe negativ werden?
- Beziehung der Graphen analysieren: Wähle einen Bereich, in dem du die Beziehung aus Schritt 1 überprüfen kannst.
- Graphen eindeutig zuordnen: Nutze die Erkenntnisse aus den vorherigen Schritten, um jeden Graphen eindeutig einem Begriff zuzuordnen.
- Gegenprobe (optional): Überprüfe deine Zuordnung an einer anderen Stelle im Graphen, um sicherzugehen, dass sie überall konsistent ist.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein Unternehmen verkauft ein Produkt. Die Abbildung zeigt Graphen für die , die und den in Abhängigkeit von der produzierten Stückzahl. Ordne die Graphen (1), (2) und (3) den Begriffen zu.

- Schritt 1Mathematischen Zusammenhang formulieren
Der Zusammenhang lautet: .
- Schritt 2Logische Einschränkungen nutzen
- Die sind 0, wenn 0 Stück verkauft werden. Graph (1) startet bei (0|0), also ist Graph (1) die Einnahmenfunktion.
- Die sind auch bei 0 Stück positiv (Fixkosten wie Miete). Graph (2) startet bei (0|2000), also ist Graph (2) die Kostenfunktion.
- Der kann negativ sein (Verlust). Graph (3) geht unter die x-Achse. Bei 0 Stück ist der Gewinn negativ (entspricht den Fixkosten), also . Das passt zu Graph (3). Also ist Graph (3) die Gewinnfunktion.
- Schritt 3 · ErgebnisBeziehung der Graphen analysieren
Überprüfen wir die Beziehung: Dort, wo sich Einnahmen (1) und Kosten (2) schneiden, muss der Gewinn (3) null sein. Wir sehen in der Abbildung, dass die Schnittpunkte von (1) und (2) genau die Nullstellen von Graph (3) sind. Das bestätigt unsere Zuordnung.
Graph (1) → Einnahmen, Graph (2) → Kosten, Graph (3) → Gewinn.
Beispiel 2
Ein Stausee wird durch einen Fluss gespeist () und gibt Wasser an ein Kraftwerk ab (). Die ergibt sich aus der Differenz. Ordne die Graphen (1), (2) und (3) über einen Tagesverlauf den drei Größen zu.

- Schritt 1Mathematischen Zusammenhang formulieren
.
- Schritt 2Logische Einschränkungen nutzen
- und können nicht negativ sein. Wasser kann nur zu- oder abfließen.
- Die kann negativ sein (wenn der Pegel sinkt). Graph (3) ist der einzige, der negativ wird. Also ist Graph (3) die Änderungsrate des Wasserstands.
- Schritt 3Beziehung der Graphen analysieren
- Der an ein Kraftwerk ist typischerweise tagsüber hoch (hoher Strombedarf) und nachts niedrig. Graph (2) zeigt dieses treppenartige Verhalten. Also ist Graph (2) der Abfluss.
- Der aus einem Fluss (z.B. durch Schneeschmelze) ist oft mittags/nachmittags am höchsten. Graph (1) hat einen sanften Anstieg und eine Spitze am Nachmittag. Also ist Graph (1) der Zufluss.
- Schritt 4 · ErgebnisGegenprobe
Am Vormittag liegt Graph (1) (Zufluss) über Graph (2) (Abfluss). Daher muss die Änderung (Graph 3) positiv sein, was sie auch ist. Die Zuordnung ist stimmig.
Graph (1) → Zufluss, Graph (2) → Abfluss, Graph (3) → Änderung des Wasserstands.
Beispiel 3
Die Temperatur in einem ungeheizten Raum () wird durch die Außentemperatur () und die Wärme, die durch Sonneneinstrahlung durch ein Fenster kommt (), beeinflusst. Ordne die Graphen zu.

- Schritt 1Mathematischen Zusammenhang formulieren
Die Raumtemperatur ist eine Folge der Außentemperatur und der Sonnenwärme. Man kann es sich als eine Art Addition vorstellen: .
- Schritt 2 & 3 · ErgebnisLogik und Analyse
- Die Außentemperatur () folgt einem typischen Tagesverlauf: am kältesten am frühen Morgen, am wärmsten am Nachmittag. Graph (1) zeigt diesen glatten, wellenförmigen Verlauf. Also ist Graph (1) die Außentemperatur.
- Die Sonneneinstrahlung () gibt es nur tagsüber. Sie ist mittags am stärksten. Graph (2) ist nur tagsüber positiv und hat eine klare Spitze um die Mittagszeit. Also ist Graph (2) die Sonnenwärme.
- Die Raumtemperatur () wird der Außentemperatur ähneln, aber durch die Sonneneinstrahlung und die Isolierung des Raumes beeinflusst. Sie wird immer etwas höher sein als die Außentemperatur (solange die Sonne scheint) und träger reagieren. Graph (3) sieht aus wie eine „geglättete" und „angehobene" Version von Graph (1). Also ist Graph (3) die Raumtemperatur.
Graph (1) → Außentemperatur, Graph (2) → Sonnenwärme, Graph (3) → Raumtemperatur.
Beispiel 4
Ein Handy-Akku wird geladen. Die Abbildung zeigt den Ladestrom (), den Stromverbrauch des Handys () und die Netto-Änderung der Akkuladung (). Ordne die Graphen zu.

- Schritt 1Mathematischen Zusammenhang formulieren
Die Netto-Änderung der Ladung ist der Strom, der ins Handy fließt, minus der Strom, den es verbraucht: .
- Schritt 2 & 3 · ErgebnisLogik und Analyse
- Der Ladestrom () ist bei modernen Ladegeräten am Anfang hoch und wird geringer, je voller der Akku wird. Graph (1) zeigt genau dieses Verhalten: Er startet hoch und fällt langsam ab. Also ist Graph (1) der Ladestrom.
- Der Stromverbrauch () ist im Standby niedrig und konstant, steigt aber stark an, wenn das Display an ist oder eine App läuft. Graph (2) ist meist niedrig, hat aber einige Spitzen. Also ist Graph (2) der Stromverbrauch.
- Die Netto-Änderung () ist die Differenz. Sie sollte also aussehen wie Graph (1), aber an den Stellen, wo Graph (2) Spitzen hat, sollte sie Einbrüche haben. Graph (3) zeigt genau dieses Muster. Also ist Graph (3) die Netto-Änderung der Akkuladung.
Graph (1) → Ladestrom, Graph (2) → Stromverbrauch, Graph (3) → Netto-Änderung.
Wichtige Erkenntnisse
-
Zusammengesetzte Funktionen entstehen durch die Verknüpfung von zwei oder mehr Funktionen (z.B. ).
-
Graphen zuordnen: Wähle einen Test-x-Wert, berechne die y-Werte für alle zusammengesetzten Funktionen und vergleiche sie mit den Graphen.
-
Graphen zeichnen: Addiere oder subtrahiere die y-Werte der Ausgangsgraphen an mehreren Stellen (Stützpunkte) und verbinde die neuen Punkte.
-
Definitionsmenge: Die zusammengesetzte Funktion ist nur dort definiert, wo alle ursprünglichen Funktionen definiert sind.
-
Sachkontext: Formuliere zuerst die mathematische Beziehung (z.B. Gewinn = Einnahmen - Kosten) und nutze dann logische Überlegungen (z.B. Kosten können nicht negativ sein), um die Graphen zuzuordnen.
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Häufige Fragen
Was sind zusammengesetzte Funktionen?
Eine zusammengesetzte Funktion entsteht, wenn zwei oder mehr Funktionen durch Grundrechenarten miteinander verknüpft werden. Zum Beispiel gilt (f+g)(x) = f(x) + g(x) und (f−g)(x) = f(x) − g(x). So lassen sich einfache Bausteine wie Geraden oder Parabeln kombinieren, um komplexere Situationen zu modellieren – vom Unternehmensgewinn bis zur Bevölkerungsentwicklung.
Wie ordnest du Graphen zusammengesetzten Funktionen zu?
Du verwendest die Testpunkt-Methode: Wähle einen einfachen x-Wert (z. B. x = 1 oder x = 2), an dem sich die Graphen deutlich unterscheiden. Berechne dann den y-Wert für jede zusammengesetzte Funktion und lies die y-Werte der Graphen an dieser Stelle ab. Jeder berechnete Wert passt genau zu einem Graphen – so gelingt die eindeutige Zuordnung.
Wie zeichnest du den Graphen einer zusammengesetzten Funktion?
Du verwendest die grafische Addition oder Subtraktion: Zeichne zuerst die Ausgangsgraphen f(x) und g(x) in ein gemeinsames Koordinatensystem. Wähle dann mehrere Stützpunkte, addiere oder subtrahiere dort die y-Werte beider Graphen und markiere die neuen Punkte. Verbinde diese Punkte zu einem durchgehenden Graphen – das ist der Graph der zusammengesetzten Funktion.
Was ist die Definitionsmenge einer zusammengesetzten Funktion?
Die Definitionsmenge einer zusammengesetzten Funktion ist die Schnittmenge der Definitionsmengen aller beteiligten Ausgangsfunktionen. Ist zum Beispiel f(x) = √x nur für x ≥ 0 definiert und g(x) = x − 2 für alle x, dann ist die neue Funktion (f+g)(x) ebenfalls nur für x ≥ 0 definiert.
Wie interpretierst du zusammengesetzte Funktionen im Sachkontext?
Formuliere zuerst den mathematischen Zusammenhang als Gleichung, z. B. Gewinn = Einnahmen − Kosten. Überlege dann, welche Größen nie negativ sein können (z. B. Kosten oder Zufluss) und welche negativ werden dürfen (z. B. Gewinn oder Wasserstandsänderung). Analysiere anschließend, wo Graphen positiv oder negativ sind und wo sie sich schneiden, um die Zuordnung eindeutig zu machen.
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