Auftrieb und Archimedisches Prinzip einfach erklärt
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Hast du dich schon einmal gewundert, warum du eine andere Person im Schwimmbad mühelos hochheben kannst, aber an Land kläglich daran scheiterst?

Das liegt nicht daran, dass du im Wasser plötzlich Superkräfte bekommst. Es liegt an einer unsichtbaren Kraft, die dir hilft: der Auftriebskraft. Das Wasser drückt den Körper nach oben und nimmt dir so einen Großteil der Arbeit ab. In diesem Artikel lernst du alles über Auftrieb und das Archimedische Prinzip, woher diese Kraft kommt, wie du sie genau berechnest und warum riesige Schiffe aus Stahl schwimmen können, während ein winziger Kieselstein sofort sinkt.
Schnellantwort
Das Archimedische Prinzip besagt, dass die Auftriebskraft auf einen Körper genau so groß ist wie die Gewichtskraft der von ihm verdrängten Flüssigkeit. Auftrieb entsteht, weil der hydrostatische Druck an der Unterseite eines Objekts größer ist als an der Oberseite. Dadurch wirkt eine resultierende Kraft nach oben, die dem Gewicht des Körpers entgegenwirkt.
Vorwissen
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Gewichtskraft (): Die Kraft, mit der die Erde einen Körper anzieht (zieht immer nach unten).
Formel: (Masse mal Erdbeschleunigung, )
Beispiel: Ein schwerer Stein hat eine Gewichtskraft von ca. .
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Dichte (): Gibt an, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen steckt.
Formel:
Beispiel: Wasser hat eine Dichte von .
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Hydrostatischer Druck: Der Druck in einer Flüssigkeit. Wichtig: Je tiefer man taucht, desto größer wird der Druck!
Aufgabentyp 1: Auftrieb und Gleichgewicht berechnen
Um Auftrieb und das Archimedische Prinzip richtig anzuwenden, schauen wir uns zunächst die Entstehung der Auftriebskraft an. Stell dir vor, du drückst einen leeren Plastikwürfel unter Wasser. Das Wasser drückt nun von allen Seiten auf diesen Würfel.
Da der Druck von links und rechts genau gleich groß ist, heben sich diese horizontalen Kräfte gegenseitig auf. Der Würfel wird also nicht zur Seite geschoben. Anders sieht es oben und unten aus:
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Oben: Die Oberseite des Würfels ist nicht sehr tief im Wasser. Der Wasserdruck drückt leicht nach unten.
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Unten: Die Unterseite des Würfels ist tiefer im Wasser. Da der hydrostatische Druck mit der Tiefe zunimmt, drückt das Wasser hier viel stärker nach oben!

Weil die Kraft von unten () größer ist als die Kraft von oben (), entsteht insgesamt eine Kraft, die nach oben gerichtet ist. Das ist die Auftriebskraft ().
Die Formel dafür lautet ganz logisch:
Ein wichtiger Trick für Prüfungen: Was passiert, wenn der Würfel noch tiefer sinkt? Der Druck oben und der Druck unten werden zwar beide größer, aber der Unterschied zwischen oben und unten bleibt immer exakt gleich. Merksatz: Sobald ein Körper vollständig untergetaucht ist, bleibt die Auftriebskraft konstant, egal wie tief er sinkt!
Wir wissen nun, warum es Auftrieb gibt. Aber wie berechnet man ihn, ohne ständig Drücke messen zu müssen? Der antike Gelehrte Archimedes hat dafür eine geniale Regel gefunden.
Wenn du in eine volle Badewanne steigst, schwappt Wasser über den Rand. Du hast Wasser „verdrängt“, um Platz für deinen Körper zu machen.
Das Archimedische Prinzip besagt: Die Auftriebskraft auf einen Körper ist genau so groß wie die Gewichtskraft der verdrängten Flüssigkeit.

Daraus ergibt sich die wichtigste Formel dieses Themas:
- = Auftriebskraft (in )
- = Dichte der Flüssigkeit (in )
- = Verdrängtes Volumen (in )
- = Erdbeschleunigung ()
Achtung: In der Formel steht die Dichte der Flüssigkeit, nicht die des Objekts! Das bedeutet: Je höher die Dichte der Flüssigkeit, desto größer ist der Auftrieb.
Real-World Context: Salzwasser hat eine höhere Dichte als Süßwasser. Deshalb gehst du im Toten Meer (extrem salzig) kaum unter – das Salzwasser erzeugt bei gleichem verdrängten Volumen eine viel stärkere Auftriebskraft als das Wasser im heimischen Schwimmbad.
Ob ein Objekt an die Oberfläche steigt oder auf den Grund fällt, ist ein ständiger Kampf zwischen zwei Kräften: der Gewichtskraft (), die nach unten zieht, und der Auftriebskraft (), die nach oben drückt.
- Sinken: . Das Objekt ist schwerer als das Wasser, das es verdrängt (z. B. ein Stein).
- Schweben: . Das Objekt bleibt genau auf der Tiefe stehen, auf der es sich befindet. Die Kräfte sind im perfekten Gleichgewicht.
- Schwimmen: Ein Objekt steigt an die Oberfläche und ragt teilweise aus dem Wasser. Ein Schiff sinkt genau so weit ins Wasser ein, bis das verdrängte Wasser genug Auftrieb erzeugt, um das Schiff zu tragen. Dann gilt wieder: .
Wie steuern wir das in der Praxis? Um unter Wasser auf- und abzusteigen, nutzen U-Boote und Taucher zwei völlig unterschiedliche Tricks:

- U-Boote (Änderung der Masse): Das Außenvolumen eines U-Boots ist aus festem Stahl und bleibt immer gleich. Um zu sinken, pumpt das U-Boot Wasser in spezielle Ballasttanks. Dadurch wird es schwerer ( steigt), bis es sinkt. Um zu steigen, wird das Wasser mit Druckluft wieder herausgepresst.
- Taucher (Änderung des Volumens): Ein Taucher kann seine Masse unter Wasser nicht einfach ändern. Stattdessen trägt er eine Tarierweste. Pustet er Luft aus seiner Flasche in die Weste, bläst sich diese auf. Sein Volumen () wird größer, er verdrängt mehr Wasser und die Auftriebskraft steigt – der Taucher schwebt nach oben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Werte sammeln und Einheiten prüfen: Notiere das Volumen () in , die Dichte der Flüssigkeit () in und die Masse des Objekts () in .
- Auftriebskraft berechnen: Nutze das Archimedische Prinzip: . (Verwende ).
- Gewichtskraft berechnen: Berechne die Kraft, die das Objekt nach unten zieht: .
- Kräfte vergleichen: Vergleiche die beiden Ergebnisse. Ist größer, sinkt das Objekt. Ist größer (bei vollständigem Eintauchen), steigt es. Sind sie gleich, schwebt es.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein verunglückter Airbus A320 liegt vollständig unter Wasser. Der Rumpf des Flugzeugs kann vereinfacht als Zylinder mit einem Volumen von betrachtet werden. Das Flugzeug hat eine Masse von . Die Dichte von Süßwasser beträgt . Berechne die Auftriebskraft und entscheide, ob das Flugzeug von alleine an die Oberfläche steigen würde. (Nutze ).
- Schritt 1Werte sammeln und Einheiten prüfen
Volumen () = Dichte Wasser () = Masse Flugzeug () =
- Schritt 2Auftriebskraft berechnen
Wir setzen die Werte in die Formel ein:
- Schritt 3Gewichtskraft berechnen
Nun berechnen wir, wie stark das Flugzeug nach unten gezogen wird:
- Schritt 4 · ErgebnisKräfte vergleichen
Wir vergleichen die Kräfte: Die Auftriebskraft () ist deutlich größer als die Gewichtskraft (). Das Flugzeug würde unter Wasser massiven Auftrieb erfahren und von alleine an die Oberfläche steigen (schwimmen).
Das Flugzeug steigt an die Oberfläche. Das Ergebnis macht Sinn: Ein leerer Flugzeugrumpf besteht größtenteils aus Luft. Er verdrängt extrem viel Wasser, hat aber im Verhältnis dazu eine geringe Masse. Deshalb schwimmen Flugzeuge bei einer Notwasserung zunächst auf der Oberfläche.
Wichtige Erkenntnisse
- Ursache: Auftrieb entsteht, weil der Wasserdruck an der Unterseite eines Objekts größer ist als an der Oberseite.
- Archimedisches Prinzip: Die Auftriebskraft entspricht der Gewichtskraft der verdrängten Flüssigkeit ().
- Konstanz: Sobald ein Körper komplett untergetaucht ist, ändert sich sein Auftrieb nicht mehr, egal wie tief er sinkt.
- Steuerung: U-Boote sinken/steigen durch Änderung ihrer Masse (Wassertanks). Taucher sinken/steigen durch Änderung ihres Volumens (Tarierweste).
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Häufige Fragen
Was ist das Archimedische Prinzip?
Das Archimedische Prinzip besagt, dass die Auftriebskraft auf einen Körper genau so groß ist wie die Gewichtskraft der von ihm verdrängten Flüssigkeit. Wenn du also ein Objekt ins Wasser tauchst, erfährt es eine Kraft nach oben, die exakt dem Gewicht des Wassers entspricht, das Platz machen musste. Dieses Prinzip gilt für alle Flüssigkeiten und Gase.
Wie berechnet man die Auftriebskraft?
Die Auftriebskraft berechnest du ganz einfach mit der Formel F_A = ρ · V · g. Dabei ist ρ die Dichte der Flüssigkeit, V das verdrängte Volumen des Körpers und g die Erdbeschleunigung (ca. 9,81 m/s²). Wichtig für deine Berechnungen: Es zählt in dieser Formel immer die Dichte der Flüssigkeit, in die das Objekt eintaucht, und niemals die Dichte des Objekts selbst!
Wann schwimmt, sinkt oder schwebt ein Körper?
Das hängt immer vom direkten Verhältnis zwischen der nach unten ziehenden Gewichtskraft und der nach oben drückenden Auftriebskraft ab. Ist die Gewichtskraft größer, sinkt das Objekt zu Boden. Sind beide Kräfte exakt gleich groß, schwebt es regungslos im Wasser. Ist die Auftriebskraft hingegen größer als die Gewichtskraft, steigt das Objekt an die Wasseroberfläche und schwimmt.
Warum ändert sich der Auftrieb nicht, wenn man tiefer taucht?
Sobald ein Körper vollständig untergetaucht ist, bleibt sein verdrängtes Volumen immer gleich. Zwar steigt der absolute Wasserdruck mit zunehmender Tiefe an, aber er nimmt oben und unten am Körper gleichermaßen zu. Der Druckunterschied zwischen der Ober- und der Unterseite, der letztendlich für den Auftrieb sorgt, bleibt dadurch immer konstant. Deshalb ändert sich die Auftriebskraft in der Tiefe nicht mehr.
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