Eigenschaften und Wirkungen von Kräften einfach erklärt

Kräfte sind unsichtbar, aber ihre Wirkungen sind überall. Erfahre, wie Kräfte Bewegungen verändern, Körper verformen und warum sie nie allein auftreten.

📅 Aktualisiert 20. August 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Eigenschaften und Wirkungen von Kräften einfach erklärt

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Student thinking

Stell dir vor, du stehst auf dem Fußballplatz und schießt einen Freistoß. Der Ball ruht auf dem Rasen, doch plötzlich fliegt er mit hoher Geschwindigkeit in einem Bogen genau in den Winkel des Tors. Wie „weiß“ der Ball, dass er losfliegen und seine Richtung ändern soll?

Fußballspieler schießt einen Ball
Fußballspieler schießt einen Ball

Die Antwort lautet: Kräfte! Wenn wir die Eigenschaften und Wirkungen von Kräften untersuchen, stellen wir fest, dass Kräfte selbst unsichtbar sind, wir aber genau sehen können, was sie bewirken. In diesem Artikel wirst du lernen, wie Kräfte Dinge verformen, wie sie Objekte abbremsen oder beschleunigen und warum bei einer Kraft immer zwei Partner im Spiel sind.

Vorwissen

  • Das Trägheitsgesetz: Solange keine Kraft auf einen Körper wirkt, behält er seine aktuelle Geschwindigkeit und seine gerade Bewegungsrichtung bei (oder er bleibt in Ruhe).

    Beispiel: Ein Eishockey-Puck gleitet auf einer perfekten Eisfläche immer weiter geradeaus, bis ihn eine Bande oder ein Schläger stoppt.

Aufgabentyp 1: Wie Kräfte die Bewegung verändern

Um die Eigenschaften und Wirkungen von Kräften zu verstehen, betrachten wir zuerst die Bewegung. Wenn ein Körper nicht mehr stur geradeaus fliegt oder ruht, muss eine Kraft im Spiel sein. Kräfte können den Bewegungszustand eines Körpers verändern.

In der Alltagssprache bedeutet „Beschleunigung“ meistens nur, dass etwas schneller wird. In der Physik ist das Wort Beschleunigung jedoch der Sammelbegriff für jede Art von Bewegungsänderung. Eine Kraft bewirkt eine Beschleunigung, wenn sie:

  • ein Objekt schneller macht (z. B. beim Losfahren).
  • ein Objekt langsamer macht (z. B. beim Bremsen).
  • die Richtung eines Objekts ändert (z. B. beim Abbiegen).
Auto ändert Geschwindigkeit und Richtung
Auto ändert Geschwindigkeit und Richtung

Merksatz: Wann immer sich die Geschwindigkeit oder die Bewegungsrichtung eines Körpers ändert, gibt es dafür eine Ursache. Es muss eine Kraft von außen eingewirkt haben.

Aufgabentyp 2: Das Wechselwirkungsprinzip

Eine Kraft ist kein Gegenstand, den man in eine Kiste packen kann. Sie ist ein Vorgang zwischen zwei Partnern. Das bedeutet: Eine Kraft existiert niemals isoliert. Es sind immer genau zwei Körper beteiligt:

  1. Ein Körper, der die Kraft ausübt.
  2. Ein Körper, auf den die Kraft wirkt (der sie erfährt).

Man unterscheidet dabei zwei Arten, wie diese Körper miteinander interagieren können:

  • Kontaktkräfte (Berührung): Die Körper müssen sich berühren. Wenn ein Radfahrer bremst, übt die Luft (Körper 1) eine Widerstandskraft auf den Radfahrer (Körper 2) aus und macht ihn langsamer. Auch Reibung ist eine Kontaktkraft.
  • Fernkräfte (ohne Berührung): Die Körper berühren sich nicht. Wenn ein Stabhochspringer nach unten fällt, übt die Erde (Körper 1) aus der Ferne die Schwerkraft auf den Springer (Körper 2) aus.
Stabhochspringer fällt zur Erde
Stabhochspringer fällt zur Erde

Wenn du in der Physik von einer Kraft sprichst, musst du also immer diese beiden Körper benennen können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Nutze diesen Plan, um bei jeder Bewegung die unsichtbaren Kräfte zu entlarven:

  1. Schritt 1: Wer erfährt die Kraft? Finde heraus, welcher Körper seine Bewegung ändert (wer wird schneller, langsamer oder ändert die Richtung?). Das ist der Körper, auf den die Kraft wirkt.
  2. Schritt 2: Wer übt die Kraft aus? Suche nach dem „Täter“. Welcher andere Körper ist dafür verantwortlich, dass sich die Bewegung ändert? Das ist der Körper, der die Kraft ausübt.
  3. Schritt 3: Kontakt oder Ferne? Überprüfe, ob sich die beiden Körper berühren (z. B. Reibung, Stoß) oder ob die Kraft über eine Distanz wirkt (z. B. Schwerkraft, Magnetismus).

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Torwart fängt einen scharf geschossenen Fußball mit seinen Händen und bringt ihn zum Stillstand. Bestimme die beiden beteiligten Körper und die Art der Kraft.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Wer erfährt die Kraft?

    Der Fußball ändert seinen Bewegungszustand (er wird von sehr schnell auf null abgebremst). Der Fußball ist der Körper, auf den die Kraft wirkt.

  2. Schritt 2
    Wer übt die Kraft aus?

    Die Hände des Torwarts stoppen den Ball. Die Hände sind der Körper, der die Kraft ausübt.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Kontakt oder Ferne?

    Die Hände müssen den Ball direkt berühren, um ihn zu stoppen. Es handelt sich also um eine Kontaktkraft.

Ergebnis:

Die Hände des Torwarts üben eine Kontaktkraft auf den Fußball aus, wodurch dieser abgebremst wird.

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Quizfrage 1 zu Eigenschaften und Wirkungen von Kräften

Was passiert laut dem Trägheitsgesetz mit einem Körper, auf den keine Kraft einwirkt?

Quizfrage 2 zu Eigenschaften und Wirkungen von Kräften

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Was bedeutet der Begriff Beschleunigung in der Physik?

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Übungsaufgabe zu Eigenschaften und Wirkungen von Kräften

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Aufgabentyp 3: Die verformende Wirkung von Kräften

Kräfte können nicht nur die Bewegung verändern, sondern auch die Form eines Körpers. Um einen Gegenstand zu verformen, müssen immer Kräfte auf ihn einwirken. Wir unterscheiden dabei zwei Arten der Verformung:

  • Elastische Verformung (vorübergehend): Der Körper nimmt nach der Krafteinwirkung wieder seine ursprüngliche Form an. Beispiel: Wenn ein Tennisball auf den Schläger trifft, wird er für den Bruchteil einer Sekunde stark zusammengequetscht. Sobald er wegfliegt, ist er wieder kugelrund.
  • Plastische Verformung (dauerhaft): Der Körper behält seine neue Form, auch wenn die Kraft nicht mehr wirkt. Beispiel: Ein Schmied schlägt mit einem Hammer auf ein Stück Eisen. Das Eisen wird dauerhaft plattgedrückt und springt nicht in seine alte Form zurück.
Tennisball und Hammer verformen Objekte
Tennisball und Hammer verformen Objekte

Aufgabentyp 4: Geschwindigkeiten mit Pfeilen darstellen

Um Bewegungen in der Physik genau zu beschreiben, reicht es nicht zu sagen: „Das Auto fährt 50 km/h50 \text{ km/h}“. Wir müssen auch wissen, wohin es fährt. Die Geschwindigkeit besteht also immer aus zwei Dingen:

  1. Dem Betrag (Wie schnell ist das Objekt?)
  2. Der Richtung (Wohin bewegt es sich?)

Um beides gleichzeitig auf Papier zu zeichnen, nutzen Physiker Geschwindigkeitspfeile.

  • Die Länge des Pfeils zeigt den Betrag. Ein langes Auto auf der Autobahn bekommt einen langen Pfeil. Ein langsamer Fußgänger bekommt einen sehr kurzen Pfeil.
  • Die Spitze des Pfeils zeigt die Bewegungsrichtung.
Verschieden lange Geschwindigkeitspfeile
Verschieden lange Geschwindigkeitspfeile

Wenn ein Auto durch eine Kurve fährt, ändert sich ständig die Richtung des Pfeils. Wie du in Abschnitt 1 gelernt hast, bedeutet eine Änderung der Richtung, dass eine Kraft wirken muss!

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Fahrradfahrer fährt zuerst mit 20 km/h20 \text{ km/h} geradeaus nach Norden. Dann bremst er ab und biegt mit 10 km/h10 \text{ km/h} nach Osten (rechts) ab. Beschreibe genau, wie sich der Geschwindigkeitspfeil des Fahrradfahrers zwischen dem ersten und dem zweiten Abschnitt verändert.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Den Betrag (die Länge) vergleichen

    Zuerst fährt der Radfahrer 20 km/h20 \text{ km/h}, dann nur noch 10 km/h10 \text{ km/h}. Er wird also langsamer. Das bedeutet, der Geschwindigkeitspfeil wird kürzer (genau halb so lang).

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Die Richtung vergleichen

    Zuerst fährt er nach Norden (geradeaus), dann nach Osten (rechts). Das bedeutet, der Pfeil zeigt nicht mehr nach oben, sondern dreht sich nach rechts.

Ergebnis:

Der Geschwindigkeitspfeil wird kürzer und seine Spitze dreht sich um 90 Grad nach rechts.

Wichtige Erkenntnisse

  • Bewegungsänderung: Kräfte können Objekte schneller machen, abbremsen oder ihre Richtung ändern. All das nennt man in der Physik Beschleunigung.
  • Verformung: Kräfte können Körper vorübergehend (elastisch) oder dauerhaft (plastisch) verformen.
  • Wechselwirkungsprinzip: Bei einer Kraft sind immer zwei Körper beteiligt: Einer übt die Kraft aus, der andere erfährt sie.
  • Geschwindigkeitspfeile: Die Länge des Pfeils steht für die Schnelligkeit (Betrag), die Spitze zeigt die Bewegungsrichtung.

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Häufige Fragen

Was sind die Eigenschaften und Wirkungen von Kräften?

Kräfte sind unsichtbar, aber wir erkennen sie an ihren Wirkungen. Eine Kraft kann den Bewegungszustand eines Körpers verändern, ihn also schneller machen, abbremsen oder seine Richtung ändern. Außerdem können Kräfte Körper verformen, entweder vorübergehend (elastisch) oder dauerhaft (plastisch). All diese Phänomene gehören zu den grundlegenden Eigenschaften und Wirkungen von Kräften in der Physik.

Was besagt das Wechselwirkungsprinzip bei Kräften?

Das Wechselwirkungsprinzip besagt, dass eine Kraft niemals isoliert auftritt. Es sind immer genau zwei Körper beteiligt: Ein Körper, der die Kraft ausübt, und ein Körper, auf den die Kraft wirkt. Diese beiden können sich entweder direkt berühren, was man dann als Kontaktkraft bezeichnet, oder sie können über eine Distanz hinweg wirken, was man Fernkraft nennt. Ein gutes Beispiel für eine Fernkraft ist die Schwerkraft der Erde.

Wie stellt man Geschwindigkeiten und Kräfte in der Physik dar?

In der Physik nutzt man Pfeile, um Geschwindigkeiten und Kräfte anschaulich darzustellen. Die Länge des Pfeils zeigt den Betrag, also wie schnell ein Objekt ist oder wie stark eine Kraft wirkt. Die Spitze des Pfeils gibt die genaue Richtung an, in die sich das Objekt bewegt oder in die die Kraft zieht beziehungsweise drückt. Wenn sich die Richtung des Pfeils ändert, bedeutet das immer, dass eine Kraft eingewirkt hat.

Was ist der Unterschied zwischen elastischer und plastischer Verformung?

Bei einer elastischen Verformung nimmt der Körper nach der Krafteinwirkung wieder seine ursprüngliche Form an. Ein klassisches Beispiel dafür ist ein zusammengedrückter Tennisball, der sofort wieder kugelrund wird, wenn er den Schläger verlässt. Bei einer plastischen Verformung hingegen behält der Körper seine neue Form dauerhaft bei. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Schmied ein Stück Eisen mit einem Hammer platt schlägt – das Eisen springt danach nicht mehr in seine alte Form zurück.

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