Elektromagnete und das Magnetfeld einer Spule einfach erklärt
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Stell dir vor, du bist auf einem Schrottplatz. Ein riesiger Kran senkt eine dicke, runde Metallplatte auf ein altes Auto. Plötzlich hebt der Kran das tonnenschwere Auto mühelos in die Luft!

Aber wie lässt der Kran das Auto wieder los? Ein normaler Magnet würde für immer am Auto kleben bleiben. Der Kranführer hat keinen riesigen Spatel, um das Auto abzukratzen. Er nutzt einen genialen Trick der Physik: Einen Elektromagneten, den man einfach mit einem Schalter ein- und ausschalten kann! In diesem Artikel über Elektromagnete und das Magnetfeld einer Spule lernst du, wie diese besonderen Magnete funktionieren und wie du selbst einen bauen kannst.
Vorwissen
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Magnetpole: Jeder Magnet hat zwei Enden: Einen Nordpol und einen Südpol.
Beispiel: Wenn du zwei Magnete aneinanderhältst, ziehen sich unterschiedliche Pole an, gleiche Pole stoßen sich ab.
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Magnetfeldlinien: Unsichtbare Linien, die zeigen, wo und wie stark die magnetische Kraft wirkt. Sie verlaufen außen immer vom Nordpol zum Südpol.
Beispiel: Eisenfeilspäne ordnen sich um einen Magneten genau entlang dieser Linien an.
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Elementarmagnete: Stell dir vor, im Inneren von Eisenstücken (wie einem Nagel) sitzen winzig kleine Magnete.
Beispiel: Wenn diese winzigen Magnete alle in die gleiche Richtung zeigen, wird das ganze Eisenstück magnetisch.
Aufgabentyp 1: Was ist ein Elektromagnet?
Ein normaler Magnet (Dauermagnet) ist immer magnetisch. Man kann ihn nicht abstellen. Ein Elektromagnet ist anders: Er funktioniert nur, wenn elektrischer Strom fließt.
Um einen Elektromagneten zu bauen, braucht man ein langes Stück Draht (meistens aus Kupfer). Dieser Draht wird ganz oft im Kreis aufgewickelt. Ein solches aufgewickeltes Drahtstück nennt man eine Spule.
Sobald man die Enden der Spule an eine Batterie anschließt, fließt elektrischer Strom durch den Draht. In genau diesem Moment erwacht die Spule zum Leben und wird zu einem Magneten!
Der große Vorteil: Wenn man die Verbindung zur Batterie trennt, hört der Strom auf zu fließen. Die Spule verliert sofort ihre magnetische Kraft. Genau so funktioniert der Kran auf dem Schrottplatz: Der Kranführer schaltet den Strom ein, um das Auto anzuheben. Wenn er das Auto fallen lassen will, schaltet er den Strom einfach wieder aus.
Aufgabentyp 2: Das unsichtbare Magnetfeld der Spule
Merksatz: Fließt Strom durch eine Spule, entsteht ein Magnetfeld.
Aber wie sieht dieses unsichtbare Kraftfeld aus?
- Außerhalb der Spule: Das Magnetfeld sieht fast exakt so aus wie bei einem ganz normalen Stabmagneten. Die magnetischen Feldlinien verlaufen in weiten Bögen von der einen Seite zur anderen. Die Spule hat also auch einen Nordpol an dem einen Ende und einen Südpol an dem anderen Ende.
- Im Inneren der Spule: Hier ist es besonders. Die Feldlinien verlaufen im Inneren der Spule fast schnurgerade und parallel zueinander.

Ein cooler Trick: Bei einem normalen Magneten sind Nord- und Südpol für immer fest. Bei einer Spule kannst du sie tauschen! Wenn du die Anschlüsse an der Batterie vertauschst, fließt der Strom in die entgegengesetzte Richtung durch den Draht. Dadurch wird das Magnetfeld umgepolt: Der Nordpol wird zum Südpol und umgekehrt.
Aufgabentyp 3: Der Eisenkern macht den Magneten stark
Eine Spule aus Draht allein ist oft noch ein ziemlich schwacher Magnet. Um richtig schwere Dinge heben zu können, braucht man einen Verstärker: Einen Eisenkern.
Ein Eisenkern ist einfach ein Stück Eisen, zum Beispiel ein dicker Eisennagel, den man in die Mitte der Spule schiebt.
Warum macht das Eisen den Magneten stärker? Erinnerst du dich an die winzigen Elementarmagnete im Inneren von Eisen?
- Wenn kein Strom fließt, liegen diese winzigen Magnete im Eisennagel kreuz und quer durcheinander. Ihre Kräfte heben sich gegenseitig auf. Der Nagel ist nicht magnetisch.
- Wenn der Strom eingeschaltet wird, erzeugt die Spule ihr Magnetfeld. Dieses Feld wirkt wie ein strenger Lehrer: Es zwingt alle winzigen Elementarmagnete im Eisennagel, sich in die gleiche Richtung auszurichten!

Weil nun alle winzigen Magnete im Eisen in dieselbe Richtung zeigen, wird der Eisennagel selbst zu einem starken Magneten. Die Kraft der Spule und die Kraft des Eisennagels addieren sich. Zusammen bilden sie einen super-starken Elektromagneten!
Aufgabentyp 4: Wir bauen einen Elektromagneten
Zweck: Wir wollen sehen, wie aus einem normalen Nagel und etwas Draht ein Magnet wird, den man steuern kann.
Materialien: Ein dicker Eisennagel, ca. 1 Meter isolierter Kupferdraht, eine 4,5-Volt-Flachbatterie, ein paar Büroklammern aus Eisen.
⚠️ Sicherheitshinweis: Der Draht kann heiß werden, wenn er zu lange an die Batterie gehalten wird. Schließe den Draht immer nur für wenige Sekunden an die Batterie an!
Durchführung:
- Wickle den Kupferdraht ganz eng und ordentlich um den Eisennagel. Lass an beiden Enden des Drahtes etwa 10 Zentimeter frei.
- Halte den Nagel mit dem Draht über die Büroklammern auf dem Tisch.
- Drücke nun die beiden freien Enden des Drahtes an die beiden Anschlüsse der Batterie.
- Lass ein Ende des Drahtes wieder los, sodass es die Batterie nicht mehr berührt.

Beobachtung: Solange beide Drahtenden die Batterie berühren, springen die Büroklammern an den Nagel und bleiben dort hängen. In dem Moment, in dem du ein Drahtende loslässt, fallen alle Büroklammern sofort wieder auf den Tisch.
Erklärung: Der aufgewickelte Draht bildet eine Spule. Wenn der Strom aus der Batterie fließt, entsteht ein Magnetfeld. Dieses Feld richtet die Elementarmagnete im Eisennagel aus. Der Nagel wird magnetisch und zieht die Büroklammern an. Ohne Strom verschwindet das Magnetfeld, die Elementarmagnete im Nagel geraten wieder durcheinander und die magnetische Kraft ist weg.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Elektromagnet besteht aus einer Drahtspule. Er ist nur magnetisch, solange elektrischer Strom fließt.
- Das Magnetfeld einer Spule sieht außen aus wie bei einem Stabmagneten. Im Inneren verlaufen die Linien parallel.
- Tauscht man die Stromrichtung, vertauschen sich auch der Nordpol und der Südpol der Spule.
- Ein Eisenkern (z.B. ein Nagel) in der Spule verstärkt das Magnetfeld enorm, weil sich die winzigen Elementarmagnete im Eisen alle in die gleiche Richtung ausrichten.
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Wie verlaufen die unsichtbaren Magnetfeldlinien an der Außenseite eines Magneten?
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Nur mit AccountWas ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Elektromagneten und einem Dauermagneten?
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Häufige Fragen
Was ist ein Elektromagnet?
Ein Elektromagnet ist ein Magnet, der nur funktioniert, wenn elektrischer Strom fließt. Er besteht meist aus einer Spule, also einem aufgewickelten Draht. Sobald der Strom eingeschaltet wird, entsteht ein Magnetfeld. Schaltet man den Strom ab, verschwindet die magnetische Kraft sofort wieder.
Wie sieht das Magnetfeld einer Spule aus?
Das Magnetfeld einer stromdurchflossenen Spule ähnelt außen dem eines normalen Stabmagneten, mit einem Nordpol und einem Südpol. Im Inneren der Spule verlaufen die magnetischen Feldlinien jedoch fast schnurgerade und parallel zueinander.
Warum macht ein Eisenkern den Elektromagneten stärker?
Ein Eisenkern, wie zum Beispiel ein Eisennagel im Inneren der Spule, verstärkt das Magnetfeld enorm. Das Magnetfeld der Spule zwingt die winzigen Elementarmagnete im Eisen, sich alle in die gleiche Richtung auszurichten. Dadurch addieren sich die Kräfte von Spule und Eisenkern.
Wie kann man die Pole eines Elektromagneten tauschen?
Bei einem Elektromagneten kannst du den Nord- und Südpol ganz einfach tauschen, indem du die Stromrichtung umkehrst. Vertauschst du beispielsweise die Anschlüsse an der Batterie, fließt der Strom in die entgegengesetzte Richtung und das Magnetfeld wird umgepolt.
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