Die Lochkamera einfach erklärt: Strahlengang & Lichtstrahlmodell
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Stell dir vor, du sitzt an einem helllichten, sonnigen Tag in einem komplett dunklen Raum. In den Fensterladen bohrst du ein winziges Loch. Plötzlich erscheint an der Wand hinter dir ein farbiges Bild von der Straße draußen – Autos, Bäume, Menschen. Aber alles steht auf dem Kopf!

Dieses magische Phänomen nennt man Camera Obscura (dunkle Kammer) oder einfach Lochkamera. Sie funktioniert ganz ohne Strom und ohne Linsen! In dieser Lektion lernst du, wie ein einfaches Loch ein Bild erzeugen kann und wie du den Weg des Lichts im Lichtstrahlmodell selbst zeichnen kannst.
Eine Lochkamera ist im Grunde eine lichtdichte Kiste mit einem winzigen Loch auf der Vorderseite und einem durchscheinenden Schirm (wie Backpapier) auf der Rückseite. Weil sich Licht geradlinig ausbreitet, fallen die Lichtstrahlen von einem Gegenstand draußen genau durch dieses Loch und treffen auf den Schirm. Dort leuchten sie auf und erzeugen ein Bild.

Die Größe des Lochs (die Lochblende) ist dabei sehr wichtig:
- Sehr kleines Loch: Das Lichtbündel ist sehr schmal. Das Bild auf dem Schirm wird scharf, aber es ist ziemlich dunkel, weil nur wenig Licht hindurchpasst.
- Größeres Loch: Es kommt mehr Licht in die Kamera. Das Bild wird heller, aber leider auch unscharf, weil sich die dickeren Lichtbündel auf dem Schirm überlappen.
Vorwissen
- Geradlinige Ausbreitung des Lichts: Licht breitet sich immer in geraden Linien aus. Beispiel: Der Lichtstrahl eines Laserpointers im Nebel ist schnurgerade und macht keine Kurven.
Aufgabentyp 1: Den Weg des Lichts zeichnen (Strahlengang)
Um zu verstehen, warum das Bild in der Kamera auf dem Kopf steht, nutzen wir das Lichtstrahlmodell. In einer Zeichnung stellen wir den Gegenstand zur Vereinfachung oft als einen Pfeil dar.
Wir zeichnen nun schnurgerade Linien (die Lichtstrahlen) von der Spitze und vom Fuß des Pfeils genau durch das kleine Loch. Weil die Strahlen geradeaus fliegen müssen, kreuzen sie sich im Loch. Sie bilden eine X-Form! Der Strahl von der Spitze des Gegenstands landet unten auf dem Schirm. Der Strahl vom Fuß landet oben. Deshalb steht das Bild immer auf dem Kopf und ist seitenverkehrt.

In der Physik nutzen wir dafür feste Abkürzungen:
- : Der Gegenstand (z. B. ein Baum).
- : Die Gegenstandsweite (Abstand vom Gegenstand bis zum Loch).
- : Das Bild auf dem Schirm.
- : Die Bildweite (Abstand vom Loch bis zum Schirm).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Zeichne eine waagerechte optische Achse, die Lochblende und den Schirm.
- Zeichne den Gegenstand als aufrechten Pfeil im Abstand ein.
- Ziehe gerade Randstrahlen von der Pfeilspitze und dem Fuß durch das Loch.
- Zeichne das Bild als umgedrehten Pfeil zwischen den Strahlen ein.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Zeichne den Strahlengang für eine Lochkamera. Der Gegenstand () ist ein hoher Pfeil. Die Gegenstandsweite () beträgt und die Bildweite () beträgt .
- Schritt 1Optische Achse und Kamera zeichnen
Wir zeichnen eine waagerechte Linie. Darauf markieren wir die Lochblende und genau dahinter den Schirm (das ist die ).
- Schritt 2Gegenstand einzeichnen
Wir zeichnen einen hohen Pfeil genau vor die Lochblende (das ist die ).
- Schritt 3Randstrahlen ziehen
Wir ziehen eine gerade Linie von der Pfeilspitze durch das Loch bis zum Schirm. Dann ziehen wir eine zweite Linie vom Fuß des Pfeils durch das Loch bis zum Schirm.
- Schritt 4 · ErgebnisBild einzeichnen
Wir verbinden die Endpunkte der beiden Strahlen auf dem Schirm zu einem neuen Pfeil. Dieser Pfeil zeigt nach unten. Das ist unser fertiges .

Fertiger Strahlengang mit Bild
Da die Bildweite () kleiner ist als die Gegenstandsweite (), muss das gezeichnete Bild geometrisch kleiner sein als der Gegenstand. Ein Blick auf die Zeichnung bestätigt das!
Quiz zu Die Lochkamera: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Die Lochkamera und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Die Lochkamera
Wie verändert sich das Bild auf dem Schirm, wenn man ein größeres Loch für die Lochkamera verwendet?
Quizfrage 2 zu Die Lochkamera
Nur mit AccountWelche grundlegende Eigenschaft von Licht ist dafür verantwortlich, dass die Lochkamera ein Bild erzeugt?
Übungsaufgabe zu Die Lochkamera
Nur mit AccountAufgabentyp 2: Wie verändert man die Bildgröße?
Du kannst die Größe des Bildes () ganz einfach verändern, indem du die Abstände anpasst. Stell dir vor, die Lichtstrahlen bilden ein Dreieck, das am Loch spitz zuläuft und danach wieder breiter wird.

- Gegenstand näher heranholen: Wenn du die Kamera näher an den Gegenstand bewegst, wird die Gegenstandsweite () kleiner. Die Lichtstrahlen fallen in einem steileren Winkel durch das Loch. Dadurch fächern sie sich dahinter weiter auf und das Bild () wird größer.
- Schirm weiter wegziehen: Wenn du die Kamera länger machst (z. B. indem du ein Papprohr herausziehst), vergrößerst du die Bildweite (). Die Lichtstrahlen haben nach dem Loch mehr Platz, um sich weiter voneinander zu entfernen, bevor sie auf den Schirm treffen. Auch dadurch wird das Bild () größer.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Überprüfe, ob das Bild auf dem Schirm größer oder kleiner werden soll.
- Um das Bild zu vergrößern, verringere die Gegenstandsweite (gehe näher heran).
- Alternativ kannst du die Bildweite vergrößern (ziehe den Schirm weiter weg).
- Um das Bild zu verkleinern, vergrößere die Gegenstandsweite oder verringere die Bildweite.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Du fotografierst einen Freund mit einer Lochkamera. Das Bild () auf dem Schirm ist dir aber zu klein. Nenne zwei verschiedene Möglichkeiten, wie du das Bild vergrößern kannst, ohne eine neue Kamera zu bauen.
- Schritt 1Erste Möglichkeit (Gegenstandsweite ändern)
Du kannst näher an deinen Freund herangehen. Dadurch wird die Gegenstandsweite () kleiner und das Bild automatisch größer.
- Schritt 2 · ErgebnisZweite Möglichkeit (Bildweite ändern)
Wenn deine Lochkamera aus zwei ineinander schiebbaren Röhren besteht, kannst du den Schirm weiter nach hinten herausziehen. Dadurch wird die Bildweite () größer und das Bild wächst.
Um das Bild zu vergrößern, musst du entweder die Gegenstandsweite () verringern (näher herangehen) oder die Bildweite () vergrößern (den Schirm weiter wegziehen). Das macht auch im echten Leben Sinn! Wenn du mit einer Handykamera näher an ein Objekt herangehst, wird es auf dem Bildschirm auch größer.
Wichtige Erkenntnisse
- Eine Lochkamera braucht ein sehr kleines Loch, damit das Bild scharf wird.
- Weil sich Licht geradlinig ausbreitet, kreuzen sich die Strahlen im Loch. Deshalb steht das Bild immer auf dem Kopf.
- Ein kleinerer Abstand zum Gegenstand () oder ein größerer Abstand zum Schirm () macht das Bild größer.
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Häufige Fragen
Was ist eine Lochkamera?
Eine Lochkamera (auch Camera Obscura genannt) ist eine lichtdichte Kiste mit einem kleinen Loch auf der Vorderseite und einem Schirm auf der Rückseite. Da sich Licht geradlinig ausbreitet, fallen die Lichtstrahlen durch das Loch und erzeugen auf dem Schirm ein Abbild der Umgebung – ganz ohne Linsen oder Strom.
Warum steht das Bild bei einer Lochkamera auf dem Kopf?
Das Bild steht auf dem Kopf, weil sich Licht immer geradlinig ausbreitet. Die Lichtstrahlen von der Spitze eines Gegenstands fallen schräg nach unten durch das Loch, während die Strahlen vom Fuß schräg nach oben fallen. Sie kreuzen sich in der Lochblende, wodurch das Bild auf dem Schirm umgedreht und seitenverkehrt erscheint.
Wie kann ich das Bild einer Lochkamera vergrößern?
Du hast zwei Möglichkeiten, um das Bild zu vergrößern: Entweder verringerst du die Gegenstandsweite, indem du mit der Kamera näher an das Motiv herangehst. Oder du vergrößerst die Bildweite, indem du den Abstand zwischen dem Loch und dem Schirm in der Kamera verlängerst.
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