Magnetfelder gerader Leiter einfach erklärt: Linke-Faust-Regel

Lerne, wie das Magnetfeld eines geraden Leiters entsteht und wie du seine Richtung mit der Linke-Faust-Regel ganz einfach bestimmen kannst.

📅 Aktualisiert 25. August 20263 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Magnetfelder gerader Leiter einfach erklärt: Linke-Faust-Regel

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Student thinking

Stell dir vor, du bist ein Forscher im Jahr 1820. Damals dachten alle Wissenschaftler, dass Elektrizität und Magnete absolut nichts miteinander zu tun haben. Doch dann machte der dänische Physiker Hans Christian Ørsted eine zufällige Entdeckung: Er legte einen Kompass neben ein Stromkabel und schaltete den Strom ein. Plötzlich zuckte die Kompassnadel!

Kompass neben einem Stromkabel
Kompass neben einem Stromkabel

In diesem Moment wurde klar: Elektrischer Strom und Magnetismus gehören zusammen. In dieser Lektion wirst du alles über Magnetfelder gerader Leiter lernen, wie ein einfaches Kabel zum Magneten wird und wie du die Richtung dieses Magnetfelds mit deiner eigenen Hand vorhersagen kannst.

Vorwissen

  • Elektronenfluss: Elektronen fließen in einem Stromkreis immer vom Minuspol zum Pluspol.

    Beispiel: Wenn du eine Batterie anschließt, wandern die Elektronen aus dem flachen Ende (-) heraus und fließen zum Ende mit dem kleinen Knopf (+).

  • Magnetische Feldlinien: Unsichtbare Linien, die uns zeigen, wie ein Magnetfeld geformt ist und in welche Richtung die magnetische Kraft wirkt.

    Beispiel: Bei einem normalen Stabmagneten verlaufen die Feldlinien in Bögen vom Nordpol zum Südpol.

Aufgabentyp 1: Das Magnetfeld eines geraden Leiters

Seit Ørsteds Entdeckung wissen wir: Jeder elektrische Strom ist von einem Magnetfeld umgeben.

Wenn Elektronen durch ein gerades Kabel (einen Leiter) fließen, entsteht um dieses Kabel herum ein Magnetfeld. Dieses Magnetfeld sieht aber nicht aus wie bei einem normalen Stabmagneten. Es hat keine Enden.

Stattdessen bildet das Magnetfeld geschlossene Kreise um das Kabel herum. Man nennt diese Kreise konzentrisch. Das bedeutet einfach, dass alle Kreise genau denselben Mittelpunkt haben – nämlich das Kabel. Stell dir vor, du wirfst einen Stein ins Wasser: Die kreisförmigen Wellen, die sich ausbreiten, sind konzentrisch.

Konzentrische Magnetfeldlinien um Leiter
Konzentrische Magnetfeldlinien um Leiter

Die Richtung dieses kreisförmigen Magnetfelds hängt davon ab, in welche Richtung der Strom fließt. Wenn man die Anschlüsse der Batterie vertauscht (also die Elektronen in die entgegengesetzte Richtung fließen lässt), dann dreht sich auch die Richtung des Magnetfelds genau um.

Experiment: Der Ørsted-Versuch

Zweck: Wir machen das unsichtbare Magnetfeld eines Stromkabels sichtbar.

Materialien: Eine Batterie, ein gerades Kabel, ein Kompass.

Durchführung:

  1. Lege das gerade Kabel direkt über den Kompass, sodass es parallel zur Kompassnadel verläuft.

  2. Schließe die Enden des Kabels an den Plus- und Minuspol der Batterie an.

  3. Beobachte die Kompassnadel.

  4. Vertausche nun die Anschlüsse an der Batterie (das Kabel vom Pluspol kommt an den Minuspol und umgekehrt) und beobachte die Nadel erneut.

Ørsted-Versuch mit Batterie und Kompass
Ørsted-Versuch mit Batterie und Kompass

Beobachtung: Sobald das Kabel an die Batterie angeschlossen ist, zuckt die Kompassnadel und dreht sich zur Seite. Wenn man die Anschlüsse an der Batterie vertauscht, dreht sich die Kompassnadel genau in die entgegengesetzte Richtung.

Erklärung: Der Elektronenfluss im Kabel erzeugt ein Magnetfeld. Dieses Feld ist stark genug, um den Kompass abzulenken. Das Vertauschen der Batteriepole beweist, dass sich die Richtung des Magnetfelds umkehrt, wenn die Elektronen in die andere Richtung fließen.

Aufgabentyp 2: Die Linke-Faust-Regel

Wir wissen nun, dass das Magnetfeld kreisförmig ist. Aber drehen sich die Kreise im Uhrzeigersinn oder dagegen? Um das herauszufinden, gibt es einen einfachen Trick: Die Linke-Faust-Regel (oft auch Linke-Hand-Regel genannt).

Warum benutzen wir die linke Hand? Weil wir uns den Elektronenfluss ansehen, und Elektronen fließen vom Minuspol zum Pluspol.

So funktioniert die Regel:

  1. Forme mit deiner linken Hand eine Faust und strecke den Daumen gerade aus (wie bei einem 'Daumen hoch').

  2. Der ausgestreckte Daumen zeigt in die Richtung des Elektronenflusses (also dorthin, wo die Elektronen hinfließen, in Richtung Pluspol).

  3. Die gekrümmten Finger deiner Faust zeigen dir nun automatisch die Richtung der kreisförmigen Magnetfeldlinien an.

Linke-Faust-Regel am geraden Leiter
Linke-Faust-Regel am geraden Leiter

Wenn du also weißt, wo der Minuspol und wo der Pluspol ist, kannst du mit deiner linken Hand immer vorhersagen, wie das Magnetfeld verläuft.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Pole und Elektronenfluss finden: Finde heraus, wo der Minuspol (-) und wo der Pluspol (+) ist. Die Elektronen fließen immer vom Minuspol zum Pluspol.
  2. Den Daumen ausrichten: Nimm deine linke Hand. Richte den ausgestreckten Daumen genau in die Richtung, in die die Elektronen fließen.
  3. Die Finger ablesen: Schau dir an, wie sich deine restlichen Finger krümmen. Diese Krümmung ist die Richtung der Magnetfeldlinien.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Ein gerades Stromkabel verläuft senkrecht von unten nach oben durch einen Tisch. Das untere Ende des Kabels ist an den Minuspol einer Batterie angeschlossen, das obere Ende an den Pluspol. Du schaust von oben auf den Tisch herab. Bestimme die Richtung der magnetischen Feldlinien um das Kabel herum.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Pole und Elektronenfluss finden

    Der Minuspol ist unten, der Pluspol ist oben. Die Elektronen fließen also von unten nach oben.

  2. Schritt 2
    Den Daumen ausrichten

    Ich nehme meine linke Hand und zeige mit dem Daumen nach oben (in Richtung des Pluspols).

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Die Finger ablesen

    Wenn mein linker Daumen nach oben zeigt, krümmen sich meine Finger so, dass sie von oben betrachtet gegen den Uhrzeigersinn verlaufen.

    Magnetfeldlinien gegen den Uhrzeigersinn
    Magnetfeldlinien gegen den Uhrzeigersinn
Ergebnis:

Wenn man von oben auf den Tisch schaut, verlaufen die magnetischen Feldlinien gegen den Uhrzeigersinn um das Kabel herum.

Quiz zu Magnetfelder gerader Leiter: Teste dein Wissen

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Quizfrage 1 zu Magnetfelder gerader Leiter

In welche Richtung fließen die Elektronen in einem Stromkreis?

Quizfrage 2 zu Magnetfelder gerader Leiter

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Welche Form hat das Magnetfeld um einen geraden, stromdurchflossenen Leiter?

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Übungsaufgabe zu Magnetfelder gerader Leiter

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Wichtige Erkenntnisse

  • Jeder elektrische Strom erzeugt ein Magnetfeld.
  • Das Magnetfeld um ein gerades Kabel besteht aus geschlossenen, konzentrischen Kreisen.
  • Kehrt man die Stromrichtung um, kehrt sich auch die Richtung des Magnetfelds um.
  • Linke-Faust-Regel: Der linke Daumen zeigt in Richtung des Elektronenflusses (Minus nach Plus), die gekrümmten Finger zeigen die Richtung des Magnetfelds.

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Häufige Fragen

Was sind Magnetfelder gerader Leiter?

Ein Magnetfeld eines geraden Leiters entsteht, wenn elektrischer Strom durch ein gerades Kabel fließt. Das Magnetfeld bildet dabei geschlossene, konzentrische Kreise um das Kabel herum. Es hat, anders als ein Stabmagnet, keine Enden.

Wie funktioniert die Linke-Faust-Regel?

Mit der Linke-Faust-Regel bestimmst du die Richtung des Magnetfelds. Strecke den Daumen deiner linken Hand in Richtung des Elektronenflusses (vom Minus- zum Pluspol). Deine gekrümmten Finger zeigen dann automatisch die Richtung der kreisförmigen Magnetfeldlinien an.

Was hat der Ørsted-Versuch bewiesen?

Der dänische Physiker Hans Christian Ørsted hat 1820 bewiesen, dass elektrischer Strom ein Magnetfeld erzeugt. Er legte einen Kompass neben ein Stromkabel. Als der Strom floss, wurde die Kompassnadel abgelenkt, was den Zusammenhang von Elektrizität und Magnetismus zeigte.

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