Mathematische Modellierung des radioaktiven Zerfalls erklärt

Lerne, wie du den radioaktiven Zerfall mathematisch modellierst. Einfache Erklärungen, die Zerfallsgesetz-Formel und durchgerechnete Beispiele.

📅 Aktualisiert 25. August 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Mathematische Modellierung des radioaktiven Zerfalls erklärt

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Student thinking

Stell dir vor, du findest auf dem Dachboden eine alte Armbanduhr. Wenn du das Licht ausschaltest, stellst du fest: Die Zeiger leuchten im Dunkeln! Bei der mathematischen Modellierung des radioaktiven Zerfalls geht es genau um solche Phänomene.

Leuchtende Zeiger einer alten Armbanduhr
Leuchtende Zeiger einer alten Armbanduhr

Früher wurde oft das radioaktive Gas Tritium verwendet, um Uhren zum Leuchten zu bringen. Doch je älter die Uhr wird, desto schwächer wird das Leuchten, weil das Tritium zerfällt. In dieser Lektion lernst du, wie man mit einer einfachen mathematischen Formel ganz genau berechnen kann, wie stark die Uhr nach 10, 20 oder 50 Jahren noch leuchtet!

Vorwissen

  • Halbwertszeit (T1/2T_{1/2}): Die Zeitspanne, in der genau die Hälfte der ursprünglichen radioaktiven Atomkerne zerfallen ist.

    Beispiel: Wenn du mit 10001000 Kernen startest, sind nach einer Halbwertszeit noch 500500 Kerne übrig.

  • Prozente als Dezimalzahl: In der Mathematik rechnet man oft mit Dezimalzahlen statt mit Prozentzeichen.

    Regel: Teile die Prozentzahl durch 100100.

    Beispiel: 50%=0,550\,\% = 0{,}5 oder 32%=0,3232\,\% = 0{,}32.

Aufgabentyp 1: Berechnung der Restaktivität mithilfe des Zerfallsgesetzes

Wenn genau eine Halbwertszeit vergeht, halbiert sich die Strahlung. Das ist einfach zu rechnen. Aber was passiert, wenn 2020 Jahre vergehen und die Halbwertszeit 12,3212{,}32 Jahre beträgt? Dafür nutzen wir das Zerfallsgesetz.

Die Strahlungsintensität (wie stark etwas strahlt oder leuchtet) hängt direkt davon ab, wie viel von dem radioaktiven Stoff noch übrig ist. Die Formel lautet:

It=I00,5tT1/2\textcolor{#9570FF}{I_t} = \textcolor{#08BFFF}{I_0} \cdot 0{,}5^{\frac{\textcolor{#53E5D6}{t}}{\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}}}}

Lass uns die Formel in ihre Einzelteile zerlegen:

  • I0\textcolor{#08BFFF}{I_0} ist die Anfangsintensität (Der Startwert, oft 100%100\,\% oder ein bestimmter Messwert).

  • t\textcolor{#53E5D6}{t} ist die verstrichene Zeit (Wie lange haben wir gewartet?).

  • T1/2\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}} ist die Halbwertszeit des Stoffes.

  • It\textcolor{#9570FF}{I_t} ist die Intensität zum Zeitpunkt t (Unser gesuchter Endwert).

Illustration zum radioaktiven Zerfallsgesetz
Illustration zum radioaktiven Zerfallsgesetz

Warum steht da ein Bruch im Exponenten?

Der Teil tT1/2\frac{\textcolor{#53E5D6}{t}}{\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}}} rechnet einfach nur aus, wie viele Halbwertszeiten vergangen sind. Wenn die Halbwertszeit 1010 Jahre ist und 2020 Jahre vergehen, rechnest du 20/10=220 / 10 = 2. Es sind also genau 22 Halbwertszeiten vergangen. Die Formel rechnet dann automatisch 0,520{,}5^{2} (also zweimal die Hälfte).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Gegebene Werte notieren: Lies den Text genau und schreibe auf, was I0\textcolor{#08BFFF}{I_0}, t\textcolor{#53E5D6}{t} und T1/2\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}} sind. Wenn kein Startwert gegeben ist, aber nach einem Prozentsatz gefragt wird, setze I0=100%\textcolor{#08BFFF}{I_0} = 100\,\%.
  2. Formel aufstellen: Schreibe die Grundformel auf: It=I00,5tT1/2\textcolor{#9570FF}{I_t} = \textcolor{#08BFFF}{I_0} \cdot 0{,}5^{\frac{\textcolor{#53E5D6}{t}}{\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}}}}
  3. Werte einsetzen: Ersetze die Buchstaben durch deine Zahlen aus Schritt 1.
  4. Ausrechnen und Antwortsatz: Tippe die Rechnung in den Taschenrechner ein. Achte darauf, den Bruch im Exponenten in Klammern zu setzen, falls dein Taschenrechner keine echten Brüche anzeigen kann. Formuliere am Ende einen klaren Antwortsatz.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Uhrenzifferblatt verwendet Tritium, um im Dunkeln zu leuchten. Tritium hat eine Halbwertszeit von 12,32 Jahren12{,}32 \text{ Jahren}. Berechne, wie viel Prozent der ursprünglichen Leuchtintensität nach genau 20 Jahren20 \text{ Jahren} noch übrig sind.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Gegebene Werte notieren

    Gegeben:

    • Startwert (I0\textcolor{#08BFFF}{I_0}) = 100%100\,\% (da nach dem verbleibenden Prozentwert gefragt ist)
    • Verstrichene Zeit (t\textcolor{#53E5D6}{t}) = 20 Jahre20 \text{ Jahre}
    • Halbwertszeit (T1/2\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}}) = 12,32 Jahre12{,}32 \text{ Jahre}

    Gesucht:

    • Endwert (It\textcolor{#9570FF}{I_t}) = ?
  2. Schritt 2
    Formel aufstellen

    It=I00,5tT1/2\textcolor{#9570FF}{I_t} = \textcolor{#08BFFF}{I_0} \cdot 0{,}5^{\frac{\textcolor{#53E5D6}{t}}{\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}}}}

  3. Schritt 3
    Werte einsetzen

    It=100%0,520 Jahre12,32 Jahre\textcolor{#9570FF}{I_t} = \textcolor{#08BFFF}{100\,\%} \cdot 0{,}5^{\frac{\textcolor{#53E5D6}{20 \text{ Jahre}}}{\textcolor{#FF7D57}{12{,}32 \text{ Jahre}}}}

    Die Einheit "Jahre" kürzt sich im Bruch weg.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ausrechnen und Antwortsatz

    Wir berechnen zuerst den Exponenten (den Bruch):

    20/12,321,62320 / 12{,}32 \approx 1{,}623

    Jetzt setzen wir das in die Formel ein:

    It=100%0,51,623\textcolor{#9570FF}{I_t} = 100\,\% \cdot 0{,}5^{1{,}623}

    It100%0,324\textcolor{#9570FF}{I_t} \approx 100\,\% \cdot 0{,}324

    It32,4%\textcolor{#9570FF}{I_t} \approx \textcolor{#9570FF}{32{,}4\,\%}

Ergebnis:

Nach 20 Jahren20 \text{ Jahren} beträgt die Leuchtintensität der Uhr noch etwa 32,4%\textcolor{#9570FF}{32{,}4\,\%} des ursprünglichen Wertes. (Realitäts-Check: 2020 Jahre sind etwas weniger als zwei volle Halbwertszeiten. Nach einer Halbwertszeit wären es 50%50\,\%, nach zwei wären es 25%25\,\%. Unser Ergebnis von 32,4%32{,}4\,\% liegt logisch genau dazwischen.)

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Quizfrage 1 zu Mathematische Modellierung des radioaktiven Zerfalls erklärt

Was passiert mit 10001000 radioaktiven Atomkernen nach genau einer abgelaufenen Halbwertszeit?

Quizfrage 2 zu Mathematische Modellierung des radioaktiven Zerfalls erklärt

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Wie schreibt man den Prozentwert von 32%32\,\% als Dezimalzahl für die mathematische Berechnung?

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Übungsaufgabe zu Mathematische Modellierung des radioaktiven Zerfalls erklärt

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Beispiel 2

Aufgabe

Real-World Context: In der Medizin wird das Isotop Jod-131 zur Untersuchung der Schilddrüse verwendet. Es hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen8 \text{ Tagen}. Ein Patient bekommt eine Dosis mit einer Aktivität von 400 MBq400 \text{ MBq} (Megabecquerel) verabreicht. Berechne die verbleibende Aktivität im Körper nach 20 Tagen20 \text{ Tagen}.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Gegebene Werte notieren

    Gegeben:

    • Startwert (I0\textcolor{#08BFFF}{I_0}) = 400 MBq400 \text{ MBq}
    • Verstrichene Zeit (t\textcolor{#53E5D6}{t}) = 20 Tage20 \text{ Tage}
    • Halbwertszeit (T1/2\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}}) = 8 Tage8 \text{ Tage}

    Gesucht:

    • Endwert (It\textcolor{#9570FF}{I_t}) = ?
  2. Schritt 2
    Formel aufstellen

    It=I00,5tT1/2\textcolor{#9570FF}{I_t} = \textcolor{#08BFFF}{I_0} \cdot 0{,}5^{\frac{\textcolor{#53E5D6}{t}}{\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}}}}

  3. Schritt 3
    Werte einsetzen

    It=400 MBq0,520 Tage8 Tage\textcolor{#9570FF}{I_t} = \textcolor{#08BFFF}{400 \text{ MBq}} \cdot 0{,}5^{\frac{\textcolor{#53E5D6}{20 \text{ Tage}}}{\textcolor{#FF7D57}{8 \text{ Tage}}}}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ausrechnen und Antwortsatz

    Wir berechnen wieder zuerst den Bruch im Exponenten:

    20/8=2,520 / 8 = 2{,}5

    Es sind also genau zweieinhalb Halbwertszeiten vergangen. Wir setzen das ein:

    It=400 MBq0,52,5\textcolor{#9570FF}{I_t} = 400 \text{ MBq} \cdot 0{,}5^{2{,}5}

    It400 MBq0,1768\textcolor{#9570FF}{I_t} \approx 400 \text{ MBq} \cdot 0{,}1768

    It70,7 MBq\textcolor{#9570FF}{I_t} \approx \textcolor{#9570FF}{70{,}7 \text{ MBq}}

Ergebnis:

Nach 20 Tagen20 \text{ Tagen} beträgt die verbleibende Aktivität im Körper des Patienten noch etwa 70,7 MBq\textcolor{#9570FF}{70{,}7 \text{ MBq}}.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Zerfallsgesetz hilft uns, die Restmenge oder Reststrahlung zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu berechnen.
  • Die Formel lautet: It=I00,5tT1/2\textcolor{#9570FF}{I_t} = \textcolor{#08BFFF}{I_0} \cdot 0{,}5^{\frac{\textcolor{#53E5D6}{t}}{\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}}}}
  • Der Bruch im Exponenten (tT1/2\frac{\textcolor{#53E5D6}{t}}{\textcolor{#FF7D57}{T_{1/2}}}) gibt einfach an, wie viele Halbwertszeiten in der vergangenen Zeit abgelaufen sind.
  • Wenn in einer Aufgabe nach Prozenten gefragt wird und kein Startwert gegeben ist, rechne einfach mit I0=100%\textcolor{#08BFFF}{I_0} = 100\,\%.

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Häufige Fragen

Was ist die mathematische Modellierung des radioaktiven Zerfalls?

Die mathematische Modellierung des radioaktiven Zerfalls beschreibt, wie sich die Menge oder Strahlung eines radioaktiven Stoffes über die Zeit verringert. Mithilfe des Zerfallsgesetzes kannst du genau berechnen, wie viel von einem Isotop nach einer bestimmten Zeit noch vorhanden ist.

Wie lautet das Zerfallsgesetz?

Das Zerfallsgesetz lautet I_t = I_0 · 0,5^(t / T_1/2). Dabei ist I_0 der Startwert, t die verstrichene Zeit und T_1/2 die Halbwertszeit. Der Exponent gibt an, wie viele Halbwertszeiten bereits vergangen sind.

Was ist die Halbwertszeit?

Die Halbwertszeit ist die Zeitspanne, in der genau die Hälfte der ursprünglichen radioaktiven Atomkerne zerfallen ist. Startest du beispielsweise mit 1000 Kernen, sind nach einer Halbwertszeit noch genau 500 Kerne übrig.

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