Spannung in galvanischen Elementen einfach erklärt
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Stell dir vor, dein Handy-Akku ist leer und du hast kein Ladekabel. Könntest du aus ein paar Metallstücken und Flüssigkeiten selbst eine Batterie bauen? Ja, das geht!

Genau das passiert in einem sogenannten galvanischen Element. Es ist wie ein kleines Kraftwerk, das chemische Energie in elektrische Energie umwandelt. In diesem Artikel schauen wir uns die chemischen Reaktionen und Spannung in galvanischen Elementen ganz genau an, damit du verstehst, wie am Ende echter Strom fließt.
Vorwissen
- Die Redoxreihe: Unedle Metalle geben leicht Elektronen ab. Edle Metalle nehmen lieber Elektronen auf. Beispiel: Zink ist unedler als Kupfer.
- Aufbau galvanischer Zellen: Sie bestehen aus zwei getrennten Bechergläsern (Halbzellen) mit Metallstäben (Elektroden), die durch ein Kabel und eine Salzbrücke verbunden sind. Beispiel: Im Kabel fließen die Elektronen, in der Salzbrücke fließen Ionen zum Ladungsausgleich.
Aufgabentyp 1: Chemische Reaktionen und Spannung bestimmen
In einem galvanischen Element laufen die Elektronenabgabe und die Elektronenaufnahme räumlich getrennt voneinander ab. Schauen wir uns das am Beispiel von Zink und Kupfer an.

Am Minuspol (Zinkelektrode / Anode): Zink ist ein unedles Metall. Die Zinkatome am Metallstab möchten ihre Elektronen gerne loswerden. Ein Zinkatom lässt zwei Elektronen am Stab zurück und springt als positiv geladenes Zinkion in die Flüssigkeit. Diese Elektronenabgabe nennen wir Oxidation.
Die zurückgelassenen Elektronen wandern nun durch das Kabel zur anderen Seite. Dieser Elektronenfluss ist der elektrische Strom, den wir nutzen können!
Am Pluspol (Kupferelektrode / Kathode): Die Elektronen kommen am Kupferstab an. In der Flüssigkeit dort schwimmen Kupferionen. Sie nehmen die Elektronen auf und werden zu festen Kupferatomen, die sich am Stab anlagern. Diese Elektronenaufnahme nennen wir Reduktion.

Die Salzbrücke: Weil auf der Zink-Seite immer mehr positive Ionen entstehen und auf der Kupfer-Seite positive Ionen verschwinden, gerät das elektrische Gleichgewicht in den Gläsern durcheinander. Die Salzbrücke ist wie ein Tunnel: Sie lässt andere Ionen zwischen den Gläsern wandern, um die Ladungen wieder auszugleichen. Ohne diesen Ladungsausgleich würde der Strom sofort stoppen.
Warum fließen die Elektronen eigentlich freiwillig vom Zink zum Kupfer? Das liegt daran, dass verschiedene Metalle unterschiedlich stark an Elektronen ziehen.
Wenn wir ein Voltmeter an unser Kabel anschließen, können wir diese Kraft als elektrische Spannung messen. Je stärker der Drang der Elektronen ist, von einem Metall zum anderen zu wandern, desto höher ist die gemessene Spannung.
Hier hilft uns die Redoxreihe. Sie sortiert die Metalle von sehr unedel (geben Elektronen sehr leicht ab) bis sehr edel (nehmen Elektronen sehr stark auf).

Es gibt eine einfache Regel: Je weiter zwei Metalle in der Redoxreihe voneinander entfernt sind, desto höher ist die elektrische Spannung, die sie zusammen erzeugen.
Wenn wir also das Zink durch Magnesium ersetzen würden (welches noch unedler ist als Zink), wäre der Abstand zum Kupfer in der Redoxreihe größer. Die Batterie hätte dadurch eine höhere Spannung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schritt 1: Das unedlere Metall finden (Oxidation) – Schau in die Redoxreihe. Das unedlere Metall bildet den Minuspol (Anode). Hier findet die Elektronenabgabe statt. Schreibe die Gleichung: .
- Schritt 2: Das edlere Metall finden (Reduktion) – Das edlere Metall bildet den Pluspol (Kathode). Hier findet die Elektronenaufnahme statt. Schreibe die Gleichung: .
- Schritt 3: Den Elektronenfluss bestimmen – Die Elektronen fließen immer durch das Kabel vom unedleren Metall (Minuspol) zum edleren Metall (Pluspol).
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Du baust ein galvanisches Element aus einer Magnesium-Halbzelle und einer Kupfer-Halbzelle. Magnesium ist in der Redoxreihe unedler als Kupfer. Stelle die Teilgleichungen für die Reaktionen an den beiden Elektroden auf und gib an, in welche Richtung die Elektronen fließen.
- Schritt 1Das unedlere Metall finden (Oxidation)
Magnesium (Mg) ist unedler als Kupfer. Es bildet den Minuspol und gibt Elektronen ab:
- Schritt 2Das edlere Metall finden (Reduktion)
Kupfer (Cu) ist edler. Die Kupferionen in der Lösung bilden den Pluspol und nehmen Elektronen auf:
- Schritt 3 · ErgebnisDen Elektronenfluss bestimmen
Die Elektronen fließen durch das Kabel vom Magnesium (Minuspol) zum Kupfer (Pluspol).
Die Teilgleichungen sind aufgestellt und die Elektronen fließen vom Magnesium zum Kupfer.
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Quizfrage 1 zu Spannung in galvanischen Elementen
Was fließt in einem galvanischen Element durch das Kabel und was durch die Salzbrücke?
Quizfrage 2 zu Spannung in galvanischen Elementen
Nur mit AccountWelcher chemische Vorgang findet am Minuspol eines galvanischen Elements statt?
Übungsaufgabe zu Spannung in galvanischen Elementen
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- In einem galvanischen Element finden Oxidation und Reduktion räumlich getrennt statt.
- Minuspol (Anode): Das unedlere Metall gibt Elektronen ab (Oxidation).
- Pluspol (Kathode): Die Ionen des edleren Metalls nehmen Elektronen auf (Reduktion).
- Die Salzbrücke sorgt für den nötigen Ladungsausgleich zwischen den Flüssigkeiten.
- Je weiter zwei Metalle in der Redoxreihe voneinander entfernt sind, desto höher ist die erzeugte elektrische Spannung.
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Häufige Fragen
Was ist ein galvanisches Element?
Ein galvanisches Element ist eine Vorrichtung, die chemische Energie spontan in elektrische Energie umwandelt. Es besteht meist aus zwei verschiedenen Metallen, die in Elektrolytlösungen tauchen und über ein Kabel sowie eine Salzbrücke miteinander verbunden sind. So entsteht Strom, den du nutzen kannst.
Wie berechnet man die Spannung in einem galvanischen Element?
Die elektrische Spannung hängt von den verwendeten Metallen ab. Du nutzt dafür die Redoxreihe: Je weiter zwei Metalle in dieser Reihe voneinander entfernt sind, desto höher ist die Spannung. Das unedlere Metall gibt Elektronen ab, das edlere nimmt sie auf.
Was ist der Unterschied zwischen Anode und Kathode?
Die Anode ist der Minuspol. Hier findet die Oxidation statt, also die Elektronenabgabe durch das unedlere Metall. Die Kathode ist der Pluspol. Dort läuft die Reduktion ab, bei der die Ionen des edleren Metalls Elektronen aufnehmen.
Warum braucht ein galvanisches Element eine Salzbrücke?
Die Salzbrücke ist für den Ladungsausgleich zuständig. Da an der Anode positive Ionen entstehen und an der Kathode positive Ionen verbraucht werden, würde der Stromfluss ohne Ausgleich sofort stoppen. Die Ionen in der Salzbrücke wandern und neutralisieren dieses Ungleichgewicht.
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