Elektromagnetismus und elektrische Maschinen einfach erklärt
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Wenn du bei einem E-Scooter den Hebel drückst, schießt er lautlos nach vorne. Wenn du bremst, lädt sich plötzlich der Akku wieder auf. Wie ist das möglich? Das Thema Elektromagnetismus und elektrische Maschinen liefert die Antwort.

In dem kleinen Rad versteckt sich ein echtes Technik-Wunder: Es ist ein Elektromotor und ein Generator in einem! In diesem Artikel wiederholen wir, wie Strom und Magnetismus zusammenarbeiten, um Bewegung zu erzeugen, Strom herzustellen und Spannungen für unsere Alltagsgeräte anzupassen.
Vorwissen
- Permanentmagnete: Haben immer einen Nord- und einen Südpol. Die unsichtbaren Magnetfeldlinien verlaufen außerhalb des Magneten immer vom Nordpol zum Südpol. Beispiel: Ein Kühlschrankmagnet haftet, weil sein Magnetfeld das Metall anzieht.
- Elektrischer Strom: Ist die Bewegung von winzigen Teilchen (Elektronen) durch ein Kabel. Sie fließen vom Minuspol zum Pluspol. Beispiel: In einer Taschenlampe fließen Elektronen von der Batterie durch die Glühbirne.
Aufgabentyp 1: Magnetfelder und elektromagnetische Induktion
Wenn Strom durch ein Kabel fließt, entsteht um das Kabel herum ein Magnetfeld. Um die Richtung dieses Magnetfeldes zu bestimmen, nutzen wir die Linke-Faust-Regel:
Stelle dir vor, du greifst mit der linken Hand um das Kabel. Dein Daumen zeigt in die Richtung, in die die Elektronen fließen (vom Minuspol zum Pluspol). Deine gekrümmten Finger zeigen dir dann genau die kreisförmige Richtung des Magnetfeldes an.

Dieser Effekt funktioniert auch umgekehrt! Wenn sich ein Magnetfeld in der Nähe einer Spule (einem aufgewickelten Kabel) verändert, wird in der Spule eine Spannung erzeugt. Das nennt man elektromagnetische Induktion.
Wichtig ist die Bedingung: Das Magnetfeld muss sich zwingend verändern (z. B. indem man einen Magneten in die Spule hinein und heraus bewegt). Wenn der Magnet einfach nur still in der Spule liegt, passiert gar nichts.
Aufgabentyp 2: Elektromotoren und Generatoren
Ein Elektromotor und ein Generator sehen von innen fast gleich aus. Beide bestehen aus feststehenden Permanentmagneten und einer drehbaren Spule in der Mitte. Der große Unterschied liegt darin, wie wir sie nutzen:
- Der Elektromotor (Strom wird zu Bewegung): Wir schicken elektrischen Strom in die Spule. Dadurch wird die Spule selbst zu einem Magneten. Sie wird von den feststehenden Magneten abwechselnd angezogen und abgestoßen, wodurch sie sich dreht. So funktioniert z. B. der Antrieb eines E-Autos.
- Der Generator (Bewegung wird zu Strom): Hier machen wir es genau umgekehrt. Wir drehen die Spule mechanisch (z. B. durch Windkraft oder eine Handkurbel) im Magnetfeld. Durch diese ständige Bewegung ändert sich das Magnetfeld in der Spule, und durch Induktion entsteht elektrischer Strom. So funktioniert ein Fahrraddynamo.

Zusammenfassend: Der Motor nutzt Strom, um sich zu drehen. Der Generator nutzt die Drehung, um Strom zu erzeugen.
Aufgabentyp 3: Der Transformator
Oft brauchen wir eine andere Spannung, als aus der Steckdose kommt. Ein Handy braucht z. B. viel weniger Spannung als ein Backofen. Dafür nutzen wir einen Transformator (kurz: Trafo).
Ein Trafo besteht aus einem geschlossenen Eisenkern und zwei Spulen: der Primärspule (Eingang, Seite 1) und der Sekundärspule (Ausgang, Seite 2).

Wenn Wechselstrom durch die Primärspule fließt, entsteht ein ständig wechselndes Magnetfeld. Der Eisenkern leitet dieses Magnetfeld zur Sekundärspule. Dort wird durch Induktion eine neue Spannung erzeugt.
Die Höhe der neuen Spannung hängt von der Anzahl der Windungen () der Spulen ab:
- Spannung (): Die Spannung verhält sich genau wie die Windungszahlen. Mehr Windungen auf der Sekundärseite bedeuten eine höhere Spannung. Die Formel lautet:
- Stromstärke (): Die Stromstärke verhält sich genau umgekehrt! Wenn die Spannung hochtransformiert wird, sinkt die Stromstärke. Die Formel lautet:
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Gegebene und gesuchte Werte notieren.
- Die richtige Formel wählen (Spannung oder Stromstärke).
- Werte einsetzen.
- Nach der gesuchten Größe auflösen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein Transformator für eine Modelleisenbahn ist an die Steckdose () angeschlossen. Die Primärspule hat Windungen. Die Sekundärspule hat Windungen. Berechne die Sekundärspannung .

- Schritt 1Gegebene und gesuchte Werte notieren
Gegeben: , , Gesucht:
- Schritt 2Die richtige Formel wählen
Da wir die Spannung suchen, nutzen wir:
- Schritt 3Werte einsetzen
- Schritt 4 · ErgebnisNach der gesuchten Größe auflösen
Wir multiplizieren beide Seiten mit :
Die Sekundärspannung beträgt . (Realitätscheck: Die Windungszahl ist kleiner geworden, also muss auch die Spannung kleiner werden. Das Ergebnis ergibt physikalisch Sinn.)
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Quizfrage 1 zu Elektromagnetismus und elektrische Maschinen
Was gibt der Daumen bei der Anwendung der Linke-Faust-Regel an?
Quizfrage 2 zu Elektromagnetismus und elektrische Maschinen
Nur mit AccountUnter welcher Bedingung wird durch elektromagnetische Induktion eine Spannung in einer Spule erzeugt?
Übungsaufgabe zu Elektromagnetismus und elektrische Maschinen
Nur mit AccountBeispiel 2
Ein Schweißgerät nutzt einen Transformator, um eine sehr hohe Stromstärke zu erzeugen. Die Primärspule hat Windungen und es fließt ein Strom von . Die Sekundärspule hat Windungen. Berechne die Stromstärke auf der Sekundärseite ().
- Schritt 1Gegebene und gesuchte Werte notieren
Gegeben: , , Gesucht:
- Schritt 2Die richtige Formel wählen
Für die Stromstärke gilt das umgekehrte Verhältnis:
- Schritt 3Werte einsetzen
- Schritt 4 · ErgebnisNach der gesuchten Größe auflösen
Wir multiplizieren beide Seiten mit :
Die Stromstärke auf der Sekundärseite beträgt . (Realitätscheck: Die Windungszahl ist gesunken, also muss die Stromstärke steigen. ist ein realistischer Wert für ein Schweißgerät.)
Wichtige Erkenntnisse
- Die Linke-Faust-Regel zeigt die Richtung des Magnetfeldes um ein Kabel (Daumen = Elektronenfluss, Finger = Magnetfeld).
- Induktion entsteht nur, wenn sich ein Magnetfeld in einer Spule verändert.
- Ein Elektromotor wandelt elektrischen Strom in Bewegung um. Ein Generator wandelt Bewegung in elektrischen Strom um.
- Ein Transformator ändert Spannungen. Die Spannung verhält sich wie die Windungszahlen, die Stromstärke verhält sich genau umgekehrt.
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Häufige Fragen
Was ist Elektromagnetismus und wie funktioniert er in elektrischen Maschinen?
Elektromagnetismus beschreibt den Zusammenhang zwischen elektrischem Strom und Magnetismus. In elektrischen Maschinen wird dieses Prinzip genutzt: Fließt Strom durch eine Spule, entsteht ein Magnetfeld. Verändert sich ein Magnetfeld in einer Spule, wird Strom erzeugt. So funktionieren Motoren und Generatoren.
Was ist der Unterschied zwischen einem Elektromotor und einem Generator?
Ein Elektromotor wandelt elektrischen Strom in Bewegung um, indem eine Spule im Magnetfeld durch Stromfluss zum Magneten wird und sich dreht. Ein Generator macht genau das Gegenteil: Er wandelt mechanische Bewegung in elektrischen Strom um, indem eine Spule in einem Magnetfeld gedreht wird (Induktion).
Wie funktioniert ein Transformator?
Ein Transformator besteht aus einem Eisenkern und zwei Spulen (Primär- und Sekundärspule). Er nutzt Wechselstrom, um ein wechselndes Magnetfeld zu erzeugen, das in der zweiten Spule eine neue Spannung induziert. So kann man Spannungen für verschiedene Geräte erhöhen oder verringern.
Wann entsteht elektromagnetische Induktion?
Elektromagnetische Induktion entsteht nur dann, wenn sich ein Magnetfeld in der Nähe einer Spule verändert. Das passiert zum Beispiel, wenn man einen Magneten in eine Spule hinein- und herausbewegt. Liegt der Magnet ruhig in der Spule, wird keine Spannung erzeugt.
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