Hydrostatischer Druck einfach erklärt: Formel & Berechnung

Was ist der hydrostatische Druck und wie berechnet man ihn? Lerne Schritt für Schritt die Formel kennen und verstehe den Gesamtdruck unter Wasser.

📅 Aktualisiert 24. August 20263 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Hydrostatischer Druck einfach erklärt: Formel & Berechnung

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Student thinking

Stell dir vor, du tauchst mit einem U-Boot tief in den Ozean hinab. Je tiefer du sinkst, desto dicker und stabiler muss die Stahlhülle des U-Bootes sein. Aber warum eigentlich?

U-Boot unter Wasser im Ozean
U-Boot unter Wasser im Ozean

Das Wasser über dem U-Boot ist extrem schwer und drückt mit enormer Kraft von allen Seiten auf die Hülle. In diesem Artikel lernst du, wie man diesen sogenannten hydrostatischen Druck berechnet, warum dir beim Tauchen im Schwimmbad die Ohren wehtun und wie man herausfindet, welche gewaltigen Kräfte in der Tiefsee wirken!

Vorwissen

  • Druck (pp): Gibt an, wie stark eine Kraft auf eine bestimmte Fläche wirkt.

    Formel: p=FAp = \frac{F}{A}

    Beispiel: Schneeschuhe verhindern das Einsinken im Schnee, weil sie die Gewichtskraft auf eine größere Fläche verteilen.

  • Dichte (ρ\rho): Gibt an, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen steckt.

    Formel: ρ=mV\rho = \frac{m}{V}

    Beispiel: Ein Würfel aus Eisen ist viel schwerer als ein gleich großer Würfel aus Holz, weil Eisen eine höhere Dichte hat.

  • Erdbeschleunigung (gg): Gibt an, wie stark die Erde an Massen zieht (Ortsfaktor).

    Wert: g9,81 m/s2g \approx 9,81 \text{ m/s}^{2} (oft vereinfacht als 10 m/s210 \text{ m/s}^{2} gerechnet).

    Beispiel: Die Erde zieht an einem 1 kg1 \text{ kg} schweren Paket mit einer Kraft von etwa 9,81 N9,81 \text{ N}.

Aufgabentyp 1: Gesamtdruck und Kraft berechnen

Wenn du in einem Schwimmbad tauchst, lastet das Gewicht des Wassers über dir auf deinem Körper. Dieser Druck, der nur durch das Gewicht einer ruhenden Flüssigkeit entsteht, heißt hydrostatischer Druck (oder Schweredruck).

Der hydrostatische Druck hängt von zwei Dingen ab:

  1. Der Tiefe in der Flüssigkeit.
  2. Der Dichte der Flüssigkeit (Salzwasser ist z.B. schwerer als Süßwasser).

Die Formel lautet:

p=ρghp = \textcolor{#9570FF}{\rho} \cdot g \cdot \textcolor{#08BFFF}{h}

Dabei ist pp der Druck in Pascal (Pa\text{Pa}), ρ\textcolor{#9570FF}{\rho} die Dichte in kg/m3\text{kg/m}^{3}, gg die Erdbeschleunigung und h\textcolor{#08BFFF}{h} die Tiefe in Metern.

Alltagsbezug: Für Wasser (ρ=1000 kg/m3\textcolor{#9570FF}{\rho} = 1000 \text{ kg/m}^{3}) gibt es eine einfache Taucherregel: Pro Meter Tiefe nimmt der Druck um etwa 10.000 Pa10.000 \text{ Pa} (das entspricht 0,1 bar0,1 \text{ bar}) zu. In 10 m10 \text{ m} Tiefe herrscht also ein hydrostatischer Druck von genau 1 bar1 \text{ bar}.

Taucher im Wasser mit Druckangaben
Taucher im Wasser mit Druckangaben

Achtung: Der Gesamtdruck!

Der hydrostatische Druck ist nur das Wasser. Aber über dem Wasser ist noch die Luft unserer Atmosphäre, die ebenfalls nach unten drückt! Der normale Luftdruck beträgt etwa 1 bar1 \text{ bar} (100.000 Pa100.000 \text{ Pa}).

Um den Gesamtdruck auf einen Taucher oder ein U-Boot zu berechnen, musst du beide Drücke addieren:

pges=phydro+pLuftp_{\text{ges}} = p_{\text{hydro}} + p_{\text{Luft}}

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn du berechnen sollst, welche Kraft auf eine Fläche unter Wasser wirkt, gehe immer nach diesem Plan vor:

  1. Hydrostatischen Druck bestimmen: Berechne den Druck des Wassers mit der Formel phydro=ρghp_{\text{hydro}} = \rho \cdot g \cdot h. (Oder nutze die Taucherregel: 0,1 bar0,1 \text{ bar} pro Meter Tiefe, falls in der Aufgabe erlaubt).
  2. Gesamtdruck berechnen: Addiere den Luftdruck an der Oberfläche dazu (meistens 1 bar1 \text{ bar}). pges=phydro+1 barp_{\text{ges}} = p_{\text{hydro}} + 1 \text{ bar}
  3. In Pascal umrechnen: Um im nächsten Schritt die Kraft richtig zu berechnen, muss der Druck in Pascal (Pa\text{Pa}) oder N/m2\text{N/m}^{2} angegeben sein. Merke dir: 1 bar=100.000 Pa1 \text{ bar} = 100.000 \text{ Pa}.
  4. Kraft berechnen: Nutze die allgemeine Druckformel, umgestellt nach der Kraft (FF): F=pgesAF = p_{\text{ges}} \cdot A. Setze den Druck in Pascal und die Fläche in Quadratmetern (m2\text{m}^{2}) ein. Das Ergebnis ist die Kraft in Newton (N\text{N}).

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Ein U-Boot befindet sich in einer Tiefe von 600 m600 \text{ m}. An der Außenseite befindet sich eine Luke mit einer Fläche von 0,3 m20,3 \text{ m}^{2}. Berechne die gesamte Kraft, die das Wasser und die Atmosphäre zusammen auf diese Luke ausüben. Nutze zur Vereinfachung die Regel, dass der hydrostatische Druck pro Meter um 0,1 bar0,1 \text{ bar} steigt, und nimm einen Luftdruck von 1 bar1 \text{ bar} an.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Hydrostatischen Druck bestimmen

    Gegeben: Tiefe h=600 m\textcolor{#08BFFF}{h} = \textcolor{#08BFFF}{600 \text{ m}}, Fläche A=0,3 m2A = 0,3 \text{ m}^{2}.

    Wir nutzen die vereinfachte Regel (0,1 bar0,1 \text{ bar} pro Meter):

    phydro=600 m0,1 bar/mp_{\text{hydro}} = \textcolor{#08BFFF}{600 \text{ m}} \cdot 0,1 \text{ bar/m}

    phydro=60 barp_{\text{hydro}} = 60 \text{ bar}

    U-Boot in 600m Tiefe
    U-Boot in 600m Tiefe
  2. Schritt 2
    Gesamtdruck berechnen

    Wir müssen den Luftdruck an der Oberfläche addieren:

    pges=60 bar+1 barp_{\text{ges}} = 60 \text{ bar} + 1 \text{ bar}

    pges=61 barp_{\text{ges}} = 61 \text{ bar}

  3. Schritt 3
    In Pascal umrechnen

    Da 1 bar=100.000 Pa1 \text{ bar} = 100.000 \text{ Pa} entspricht, rechnen wir:

    pges=61100.000 Pap_{\text{ges}} = 61 \cdot 100.000 \text{ Pa}

    pges=6.100.000 Pap_{\text{ges}} = 6.100.000 \text{ Pa} (oder N/m2\text{N/m}^{2})

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Kraft berechnen

    Nun setzen wir den Druck und die Fläche in die Kraftformel ein:

    F=pgesAF = p_{\text{ges}} \cdot A

    F=6.100.000 N/m20,3 m2F = 6.100.000 \text{ N/m}^{2} \cdot 0,3 \text{ m}^{2}

    F=1.830.000 NF = 1.830.000 \text{ N}

Ergebnis:

Die gesamte Kraft auf die U-Boot-Luke beträgt 1.830.000 N1.830.000 \text{ N}. Realitätscheck: Das entspricht der Gewichtskraft von etwa 183183 Tonnen! Das zeigt eindrucksvoll, warum U-Boote so massiv gebaut sein müssen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Der hydrostatische Druck entsteht durch das Gewicht einer Flüssigkeit.
  • Er nimmt gleichmäßig mit der Tiefe zu und hängt von der Dichte der Flüssigkeit ab.
  • Die Formel lautet: p=ρghp = \textcolor{#9570FF}{\rho} \cdot g \cdot \textcolor{#08BFFF}{h}.
  • In Wasser steigt der Druck pro Meter Tiefe um etwa 0,1 bar0,1 \text{ bar} (10.000 Pa10.000 \text{ Pa}).
  • Vergiss nicht den Gesamtdruck: Unter Wasser musst du zum hydrostatischen Druck immer noch den Luftdruck (ca. 1 bar1 \text{ bar}) addieren!

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Häufige Fragen

Was ist der hydrostatische Druck?

Der hydrostatische Druck (auch Schweredruck genannt) ist der Druck, der durch das Gewicht einer ruhenden Flüssigkeit entsteht. Wenn du zum Beispiel im Schwimmbad tauchst, lastet das Gewicht des Wassers über dir auf deinem Körper. Er hängt nur von der Tiefe und der Dichte der Flüssigkeit ab.

Wie lautet die Formel für den hydrostatischen Druck?

Die Formel lautet p = ρ · g · h. Dabei ist p der Druck in Pascal, ρ (Rho) die Dichte der Flüssigkeit in kg/m³, g die Erdbeschleunigung (ca. 9,81 m/s²) und h die Tiefe in Metern.

Was ist der Unterschied zwischen hydrostatischem Druck und Gesamtdruck?

Der hydrostatische Druck ist nur der Druck, der durch das Wasser selbst entsteht. Der Gesamtdruck berücksichtigt zusätzlich den Luftdruck der Atmosphäre, der auf die Wasseroberfläche drückt. Um den Gesamtdruck zu erhalten, musst du beide Drücke addieren.

Wie rechnet man bar in Pascal um?

Die Umrechnung ist sehr einfach: 1 bar entspricht genau 100.000 Pascal (Pa). Da 1 Pa das Gleiche ist wie 1 N/m², entspricht 1 bar also auch 100.000 N/m². Diese Umrechnung ist wichtig, wenn du mit der Formel F = p · A die Kraft berechnen möchtest.

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