Definitions- und Wertemenge im Sachkontext erklärt

Definitions- und Wertemenge im Sachkontext einfach erklärt: Wie du sinnvolle Eingabe- und Ausgabewerte bei Alltagsproblemen bestimmst – mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Beispielen.

📅 Aktualisiert 1. Juli 202655 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Definitions- und Wertemenge im Sachkontext – das klingt abstrakt, ist aber eigentlich ganz nah an deinem Alltag. Stell dir vor, du spielst ein Videospiel: Dein Charakter hat eine Gesundheitsanzeige von 0 bis 100 – das ist die Wertemenge. Du benutzt einen Heiltrank, der 3 Sekunden braucht – das Intervall von 0 bis 3 Sekunden ist die Definitionsmenge. Dieses Prinzip – was kann ich reinstecken (Definitionsmenge) und was kommt raus (Wertemenge) – begegnet dir überall: bei der Ladezeit deines Handys, bei der Temperatur deines Ofens oder bei der Geschwindigkeit eines Autos. Wenn du das verstanden hast, kannst du die Grenzen und Möglichkeiten von fast jedem System analysieren.

Schnellantwort

Die Definitionsmenge (D) einer Funktion im Sachkontext umfasst alle Eingabewerte, die in der jeweiligen Situation logisch und realistisch sind – zum Beispiel kann eine Zeit nicht negativ sein. Die Wertemenge (W) sind alle möglichen Ausgabewerte, die sich ergeben, wenn man nur diese sinnvollen Eingabewerte verwendet. Man findet sie meist, indem man die Randwerte der Definitionsmenge in die Funktion einsetzt.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz ein paar Grundlagen:

  • Definitionsmenge (D): Das sind alle Zahlen, die du für die Variable (meistens x) in eine Funktion einsetzen darfst.

    • Beispiel: Bei der Funktion f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x} darfst du für x alles außer der 0 einsetzen. Die Definitionsmenge ist D=R{0}D = \mathbb{R} \setminus \{0\}.
  • Wertemenge (W): Das sind alle möglichen Ergebnisse (y-Werte), die eine Funktion ausgeben kann.

    • Beispiel: Die Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 kann niemals ein negatives Ergebnis haben. Die Wertemenge ist W=[0;[W = [0; \infty[.
  • Intervallschreibweise: Eine Art, einen Zahlenbereich anzugeben.

    • Beispiel: [2;5][2; 5] bedeutet alle Zahlen von 2 bis 5, einschließlich der 2 und der 5. ]2;5[]2; 5[ bedeutet alle Zahlen zwischen 2 und 5, aber ohne die 2 und 5 selbst.
  • Volumen eines Zylinders: Die Formel zur Berechnung des Rauminhalts eines Zylinders.

    • Formel: V=πr2hV = \pi \cdot r^2 \cdot h
    • Beispiel: Ein Zylinder mit Radius r=3r=3 cm und Höhe h=10h=10 cm hat ein Volumen von V=π(3 cm)210 cm=90π cm3V = \pi \cdot (3\text{ cm})^2 \cdot 10\text{ cm} = 90\pi \text{ cm}^3.

Aufgabentyp 1: Definitions- und Wertemenge im Sachkontext bestimmen

In Matheaufgaben mit Sachkontext (z.B. über Füllhöhen, Zeiten oder Preise) gibt es oft unsichtbare Grenzen, die nicht direkt in der Formel stehen. Diese Grenzen ergeben sich aus der Logik der Geschichte.

1. Definitionsmenge im Sachkontext: Die Definitionsmenge wird durch die Frage bestimmt: „Welche Eingabewerte sind in dieser Situation überhaupt sinnvoll?"

  • Eine Zeit kann nicht negativ sein.
  • Eine Länge oder Höhe kann nicht negativ sein.
  • Ein Behälter hat eine maximale Füllhöhe.

2. Wertemenge im Sachkontext: Die Wertemenge hängt direkt von der eingeschränkten Definitionsmenge ab. Sie beantwortet die Frage: „Welche Ergebnisse kann die Funktion liefern, wenn ich nur die sinnvollen Eingabewerte benutze?"

  • Um die Grenzen der Wertemenge zu finden, setzt man die kleinsten und größten Werte der Definitionsmenge in die Funktion ein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Funktion aufstellen: Lies den Text genau und übersetze die beschriebene Beziehung in eine mathematische Funktionsgleichung. Identifiziere, was die Eingabegröße und was die Ausgabegröße ist.
  2. Definitionsmenge bestimmen: Überlege, welche Werte für die Eingabegröße im Sachkontext logisch sind. Gibt es eine untere Grenze (z.B. 0, da eine Höhe nicht negativ sein kann)? Gibt es eine obere Grenze (z.B. die maximale Höhe des Behälters)? Schreibe diese Grenzen als Intervall auf.
  3. Wertemenge bestimmen: Nimm die kleinste und die größte Zahl aus deiner Definitionsmenge und setze sie in die Funktion ein. Die beiden Ergebnisse sind die untere und obere Grenze deiner Wertemenge. Schreibe auch diese als Intervall auf.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist ein Zylinder mit dem Grundkreisdurchmesser 4 cm4 \text{ cm} und der Höhe 8 cm8 \text{ cm}. In den Zylinder wird Wasser gefüllt. Gib die Funktion vv an, die jeder Füllhöhe ff eine Wassermenge zuordnet, sowie deren Definitions- und Wertemenge.

Zylinder wird mit Wasser gefüllt
Zylinder wird mit Wasser gefüllt
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktion aufstellen

    Das Wasservolumen in einem Zylinder wird mit der Formel V=πr2hV = \pi \cdot r^2 \cdot h berechnet. Hier ist die Höhe die Füllhöhe ff und der Radius rr ist die Hälfte des Durchmessers.

    Radius r=4 cm2=2 cmr = \frac{4 \text{ cm}}{2} = 2 \text{ cm}

    Die Funktion lautet also: v(f)=π(2)2fv(f) = \pi \cdot (2)^2 \cdot f

    v(f)=4πfv(f) = 4\pi \cdot f

  2. Schritt 2
    Definitionsmenge bestimmen

    Wir überlegen, welche Werte für die Füllhöhe ff sinnvoll sind.

    • Die Füllhöhe kann nicht negativ sein, also ist die untere Grenze 00. f0f \ge 0.
    • Der Zylinder ist 8 cm8 \text{ cm} hoch, also kann die Füllhöhe maximal 8 cm8 \text{ cm} sein. f8f \le 8.

    Zusammengefasst ergibt das die Definitionsmenge: Dv=[0;8]D_v = [0; 8]

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wertemenge bestimmen

    Wir setzen die Grenzen der Definitionsmenge (00 und 88) in unsere Funktion v(f)v(f) ein, um die Grenzen der Wertemenge zu finden.

    Untere Grenze (kleinstes Volumen): v(0)=4π0=0 cm3v(0) = 4\pi \cdot 0 = 0 \text{ cm}^3

    Obere Grenze (größtes Volumen): v(8)=4π8=32π100,53 cm3v(8) = 4\pi \cdot 8 = 32\pi \approx 100{,}53 \text{ cm}^3

    Die Wertemenge ist also: Wv=[0;32π]W_v = [0; 32\pi]

Ergebnis:

Die Funktion v(f)=4πfv(f) = 4\pi \cdot f hat die Definitionsmenge Dv=[0;8]D_v = [0; 8] und die Wertemenge Wv=[0;32π]W_v = [0; 32\pi].

Beispiel 2

Aufgabe

Ein quadratisches Stück Pappe mit einer Seitenlänge von 20 cm20 \text{ cm} wird an allen vier Ecken eingeschnitten. Von jeder Ecke wird ein Quadrat mit der Seitenlänge xx entfernt. Danach werden die Seiten hochgeklappt, um eine offene Schachtel zu formen. Gib die Funktion V(x)V(x) für das Volumen der Schachtel sowie die sinnvolle Definitionsmenge an.

Pappe mit Ecken eingeschnitten ergibt offene Schachtel
Pappe mit Ecken eingeschnitten ergibt offene Schachtel
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktion aufstellen

    Das Volumen einer Schachtel (Quader) ist V=La¨ngeBreiteHo¨heV = \text{Länge} \cdot \text{Breite} \cdot \text{Höhe}.

    • Nach dem Falten ist die Höhe der Schachtel xx.
    • Die ursprüngliche Seitenlänge war 20 cm20 \text{ cm}. An beiden Enden wird xx weggeschnitten, also sind Länge und Breite der neuen Grundfläche (202x)(20 - 2x).

    Die Volumenfunktion ist: V(x)=(202x)(202x)xV(x) = (20 - 2x) \cdot (20 - 2x) \cdot x

    V(x)=(202x)2xV(x) = (20 - 2x)^2 \cdot x

  2. Schritt 2
    Definitionsmenge bestimmen

    Wir überlegen, welche Werte für die Schnittlänge xx sinnvoll sind.

    • Die Länge xx muss größer als 0 sein, sonst schneiden wir nichts weg. x>0x > 0.
    • An jeder Seite (20 cm) werden zwei Längen von xx weggeschnitten. 2x2x muss also kleiner als 20 cm sein, sonst bleibt keine Pappe übrig. 2x<20x<102x < 20 \to x < 10.

    Zusammengefasst ergibt das die Definitionsmenge: DV=]0;10[D_V = ]0; 10[

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wertemenge bestimmen

    Diese Aufgabe fragt nur nach der Definitionsmenge. Die Bestimmung der Wertemenge würde hier die Analyse von Extremwerten erfordern, was über die aktuelle Fragestellung hinausgeht.

Ergebnis:

Die Volumenfunktion lautet V(x)=(202x)2xV(x) = (20 - 2x)^2 \cdot x mit der Definitionsmenge DV=]0;10[D_V = ]0; 10[.

Beispiel 3

Aufgabe

Eine Kerze ist zu Beginn 15 cm15 \text{ cm} hoch. Sie brennt pro Stunde um 1,2 cm1{,}2 \text{ cm} ab. Gib eine Funktion h(t)h(t) an, die die Höhe der Kerze in Abhängigkeit von der Zeit tt (in Stunden) beschreibt. Bestimme die Definitions- und Wertemenge.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktion aufstellen

    Die Anfangshöhe ist 15 cm15 \text{ cm}. Pro Stunde verliert sie 1,2 cm1{,}2 \text{ cm}. Dies ist eine lineare Funktion.

    h(t)=151,2th(t) = 15 - 1{,}2t

  2. Schritt 2
    Definitionsmenge bestimmen

    Wir überlegen, welche Werte für die Zeit tt sinnvoll sind.

    • Die Zeit beginnt bei t=0t=0. t0t \ge 0.
    • Die Kerze brennt, bis ihre Höhe 0 ist. Wir müssen ausrechnen, wann das passiert: 0=151,2t0 = 15 - 1{,}2t 1,2t=151{,}2t = 15 t=151,2=12,5t = \frac{15}{1{,}2} = 12{,}5 Stunden.

    Die Kerze kann also maximal 12,5 Stunden brennen. Die Definitionsmenge ist: Dh=[0;12,5]D_h = [0; 12{,}5]

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wertemenge bestimmen

    Wir setzen die Grenzen der Definitionsmenge (00 und 12,512{,}5) in h(t)h(t) ein.

    Untere Grenze (kleinste Höhe): h(12,5)=151,212,5=1515=0 cmh(12{,}5) = 15 - 1{,}2 \cdot 12{,}5 = 15 - 15 = 0 \text{ cm}

    Obere Grenze (größte Höhe): h(0)=151,20=15 cmh(0) = 15 - 1{,}2 \cdot 0 = 15 \text{ cm}

    Die Wertemenge ist also: Wh=[0;15]W_h = [0; 15]

Ergebnis:

Die Funktion h(t)=151,2th(t) = 15 - 1{,}2t hat die Definitionsmenge Dh=[0;12,5]D_h = [0; 12{,}5] und die Wertemenge Wh=[0;15]W_h = [0; 15].

Beispiel 4

Aufgabe

Ein Auto fährt mit konstanter Geschwindigkeit von 80kmh80 \frac{\text{km}}{\text{h}}. Gib eine Funktion s(t)s(t) an, die die zurückgelegte Strecke ss (in km) nach einer Zeit tt (in Stunden) beschreibt. Bestimme die Definitions- und Wertemenge für eine maximale Fahrtdauer von 4 Stunden.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktion aufstellen

    Die Strecke ist Geschwindigkeit mal Zeit.

    s(t)=80ts(t) = 80 \cdot t

  2. Schritt 2
    Definitionsmenge bestimmen

    Die Zeit tt ist die Eingabegröße.

    • Die Zeitmessung beginnt bei t=0t=0. t0t \ge 0.
    • Die maximale Fahrtdauer ist laut Aufgabe auf 4 Stunden begrenzt. t4t \le 4.

    Die Definitionsmenge ist: Ds=[0;4]D_s = [0; 4]

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wertemenge bestimmen

    Wir setzen die Grenzen der Definitionsmenge (00 und 44) in s(t)s(t) ein.

    Untere Grenze (kürzeste Strecke): s(0)=800=0 kms(0) = 80 \cdot 0 = 0 \text{ km}

    Obere Grenze (längste Strecke): s(4)=804=320 kms(4) = 80 \cdot 4 = 320 \text{ km}

    Die Wertemenge ist also: Ws=[0;320]W_s = [0; 320]

Ergebnis:

Die Funktion s(t)=80ts(t) = 80 \cdot t hat die Definitionsmenge Ds=[0;4]D_s = [0; 4] und die Wertemenge Ws=[0;320]W_s = [0; 320].

Beispiel 5

Aufgabe

Der Eintritt in einen Freizeitpark kostet pauschal 5 €. Jede Fahrt mit einer Attraktion kostet zusätzlich 2 €. Ein Besucher hat ein Budget von maximal 25 €. Gib eine Funktion K(f)K(f) an, die die Kosten in Abhängigkeit von der Anzahl der Fahrten ff beschreibt. Bestimme die sinnvolle Definitions- und Wertemenge.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktion aufstellen

    Die Kosten setzen sich aus einer Grundgebühr und variablen Kosten zusammen.

    K(f)=5+2fK(f) = 5 + 2f

  2. Schritt 2
    Definitionsmenge bestimmen

    Die Anzahl der Fahrten ff ist die Eingabegröße.

    • Die kleinste Anzahl an Fahrten ist 0. f0f \ge 0.
    • Die Anzahl der Fahrten muss eine ganze Zahl sein (fN0f \in \mathbb{N}_0).
    • Das Budget ist auf 25 € begrenzt. Wir berechnen die maximale Anzahl an Fahrten: 25=5+2f25 = 5 + 2f 20=2f20 = 2f f=10f = 10

    Der Besucher kann also 0, 1, 2, ..., bis zu 10 Fahrten machen. Die Definitionsmenge ist: DK={0,1,2,3,4,5,6,7,8,9,10}D_K = \{0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10\}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wertemenge bestimmen

    Wir setzen die kleinste und größte Anzahl an Fahrten in K(f)K(f) ein.

    Untere Grenze (minimale Kosten): K(0)=5+20=5 €K(0) = 5 + 2 \cdot 0 = 5 \text{ €}

    Obere Grenze (maximale Kosten): K(10)=5+210=25 €K(10) = 5 + 2 \cdot 10 = 25 \text{ €}

    Da nur ganze Fahrten möglich sind, sind auch nur bestimmte Kostenwerte möglich. Die Wertemenge ist: WK={5,7,9,11,13,15,17,19,21,23,25}W_K = \{5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25\}

Ergebnis:

Die Funktion K(f)=5+2fK(f) = 5 + 2f hat die Definitionsmenge DK={0,1,,10}D_K = \{0, 1, \ldots, 10\} und die Wertemenge WK={5,7,9,,25}W_K = \{5, 7, 9, \ldots, 25\}.

Aufgabentyp 2: Bedeutung des Vorzeichens der Wertemenge

Wenn eine Funktion eine Änderungsrate beschreibt (z.B. Geschwindigkeit, Wasserzufluss, Wachstumsrate), dann verrät uns das Vorzeichen des Funktionswertes (des y-Wertes), was gerade passiert:

  • Positiver Funktionswert (f(x)>0f(x) > 0): Die Größe nimmt zu. Der Graph verläuft oberhalb der x-Achse.

    • Beispiel: Eine positive Geschwindigkeit bedeutet, man bewegt sich vorwärts.
  • Negativer Funktionswert (f(x)<0f(x) < 0): Die Größe nimmt ab. Der Graph verläuft unterhalb der x-Achse.

    • Beispiel: Ein negativer Wasserzufluss bedeutet, dass Wasser abfließt.
  • Funktionswert ist Null (f(x)=0f(x) = 0): Die Größe ändert sich in diesem Moment nicht. Der Graph schneidet die x-Achse (eine Nullstelle).

    • Beispiel: Die Geschwindigkeit ist null, das Auto steht.

Wenn du also begründen sollst, dass etwas „nicht abnimmt", musst du zeigen, dass die Änderungsrate nie negativ ist, also f(x)0f(x) \ge 0 gilt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Bedingung in Mathe-Sprache übersetzen: Formuliere die Frage aus dem Text in eine mathematische Ungleichung um. „nimmt nicht ab" f(x)0\to f(x) \ge 0; „wächst" f(x)>0\to f(x) > 0; „nimmt ab" f(x)<0\to f(x) < 0; „sinkt nicht" f(x)0\to f(x) \le 0.
  2. Kritische Punkte finden (Nullstellen): Die Stellen, an denen das Vorzeichen wechseln könnte, sind die Nullstellen. Berechne also die Nullstellen der Funktion, indem du f(x)=0f(x) = 0 setzt.
  3. Vorzeichen im Intervall prüfen: Schau dir den Graphen an oder setze einen Testwert aus dem gefragten Intervall in die Funktion ein. Entscheide, ob die Bedingung aus Schritt 1 in diesem Bereich erfüllt ist. Die Nullstellen aus Schritt 2 sind dabei deine Grenzen.
  4. Antwort im Sachkontext formulieren: Beziehe deine mathematische Erkenntnis zurück auf die ursprüngliche Frage und formuliere einen Antwortsatz.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die Abbildung zeigt den Graphen der Funktion ff mit f(t)=(2tt2)e2tf(t)=(2t-t^2) \cdot e^{2-t}, die für 0t100 \le t \le 10 die momentane Änderungsrate des Wasservolumens in einem Becken beschreibt (tt in Stunden, f(t)f(t) in Kubikmeter pro Stunde). Begründen Sie, dass das Wasservolumen in den ersten beiden Stunden nach Beobachtungsbeginn niemals abnimmt.

Funktionsgraph mit hervorgehobenem Bereich von t=0 bis t=2
Funktionsgraph mit hervorgehobenem Bereich von t=0 bis t=2
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Bedingung in Mathe-Sprache übersetzen

    Die Aussage „das Wasservolumen ... niemals abnimmt" bedeutet, dass die Änderungsrate f(t)f(t) nicht negativ sein darf. Wir müssen also zeigen, dass für den Zeitraum der ersten beiden Stunden (0t20 \le t \le 2) gilt:

    f(t)0f(t) \ge 0

  2. Schritt 2
    Kritische Punkte finden (Nullstellen)

    Wir berechnen die Nullstellen von f(t)f(t), um die Grenzen zu finden, an denen das Vorzeichen wechseln könnte.

    f(t)=0f(t) = 0

    (2tt2)e2t=0(2t - t^2) \cdot e^{2-t} = 0

    Nach dem Satz vom Nullprodukt muss einer der Faktoren null sein. Der Term e2te^{2-t} ist als e-Funktion immer positiv und kann nie null werden. Also betrachten wir nur den ersten Faktor:

    2tt2=02t - t^2 = 0

    Wir klammern tt aus: t(2t)=0t(2 - t) = 0

    Das ergibt die Nullstellen: t1=0t_1 = 0 und t2=2t_2 = 2

  3. Schritt 3
    Vorzeichen im Intervall prüfen

    Die Nullstellen sind bei t=0t=0 und t=2t=2. Genau das ist das Intervall, das wir untersuchen sollen. Aus dem Graphen können wir direkt ablesen, dass die Funktion f(t)f(t) zwischen t=0t=0 und t=2t=2 oberhalb der t-Achse verläuft oder sie berührt. Das bedeutet, in diesem Intervall sind die Funktionswerte positiv oder null.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort im Sachkontext formulieren

    Da die Änderungsrate f(t)f(t) im Intervall [0;2][0; 2] immer größer oder gleich null ist, nimmt das Wasservolumen in den ersten beiden Stunden niemals ab.

Ergebnis:

Das Wasservolumen nimmt in [0;2][0; 2] niemals ab, da f(t)0f(t) \ge 0 für alle t[0;2]t \in [0; 2] gilt.

Beispiel 2

Aufgabe

Die Temperatur in einem Raum wird durch die Funktion T(t)=0,1t2+1,2t+18T(t) = -0{,}1t^2 + 1{,}2t + 18 für 0t120 \le t \le 12 beschrieben (tt in Stunden nach Mitternacht, T(t)T(t) in °C). Die Änderungsrate der Temperatur ist T(t)=0,2t+1,2T'(t) = -0{,}2t + 1{,}2. Bestimmen Sie, wann die Temperatur sinkt.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Bedingung in Mathe-Sprache übersetzen

    „Die Temperatur sinkt" bedeutet, dass die Änderungsrate der Temperatur, also T(t)T'(t), negativ sein muss.

    T(t)<0T'(t) < 0

  2. Schritt 2
    Kritische Punkte finden (Nullstellen der Ableitung)

    Wir finden den Punkt, an dem das Sinken beginnt, indem wir die Änderungsrate gleich null setzen.

    T(t)=0T'(t) = 0

    0,2t+1,2=0-0{,}2t + 1{,}2 = 0

    1,2=0,2t1{,}2 = 0{,}2t

    t=1,20,2=6t = \frac{1{,}2}{0{,}2} = 6

    Zum Zeitpunkt t=6t=6 Stunden ändert sich das Vorzeichen der Änderungsrate.

  3. Schritt 3
    Vorzeichen im Intervall prüfen

    Wir müssen prüfen, für welches Intervall T(t)<0T'(t) < 0 gilt. Wir testen einen Wert, der größer als 6 ist, z.B. t=10t=10.

    T(10)=0,210+1,2=2+1,2=0,8T'(10) = -0{,}2 \cdot 10 + 1{,}2 = -2 + 1{,}2 = -0{,}8

    Das Ergebnis ist negativ. Also ist die Änderungsrate für alle t>6t > 6 negativ.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort im Sachkontext formulieren

    Die Temperatur sinkt im Zeitraum von 6 Stunden nach Mitternacht bis 12 Stunden nach Mitternacht, also im Intervall ]6;12]]6; 12].

Ergebnis:

Die Temperatur sinkt im Intervall ]6;12]]6; 12].

Beispiel 3

Aufgabe

Ein Unternehmen macht einen Gewinn, der durch die Funktion G(x)=x2+10x16G(x) = -x^2 + 10x - 16 beschrieben wird, wobei xx die produzierte Stückzahl in Tausend ist. Die Änderungsrate des Gewinns ist G(x)=2x+10G'(x) = -2x + 10. Begründen Sie, warum eine Erhöhung der Produktion von 6000 auf 7000 Stück zu einem geringeren Gewinn führt.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Bedingung in Mathe-Sprache übersetzen

    „Zu einem geringeren Gewinn führt" bedeutet, dass der Gewinn abnimmt. Die Änderungsrate des Gewinns, G(x)G'(x), muss also in diesem Bereich negativ sein.

    Wir müssen zeigen, dass für xx zwischen 6 und 7 (da xx in Tausend angegeben ist) gilt: G(x)<0G'(x) < 0.

  2. Schritt 2
    Kritische Punkte finden (Nullstellen der Ableitung)

    Wir setzen die Änderungsrate gleich null, um den Punkt des maximalen Gewinns zu finden.

    G(x)=0G'(x) = 0

    2x+10=0-2x + 10 = 0

    10=2x10 = 2x

    x=5x = 5

    Bei 5000 Stück ist der Gewinn maximal. Danach muss er sinken.

  3. Schritt 3
    Vorzeichen im Intervall prüfen

    Das Intervall, das uns interessiert, ist von x=6x=6 bis x=7x=7. Dieser Bereich liegt rechts von der Nullstelle x=5x=5. Wir testen einen Wert aus diesem Intervall, z.B. x=6x=6.

    G(6)=26+10=12+10=2G'(6) = -2 \cdot 6 + 10 = -12 + 10 = -2

    Das Ergebnis ist negativ.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort im Sachkontext formulieren

    Da die Änderungsrate des Gewinns für eine Produktion von mehr als 5000 Stück negativ ist, führt eine Erhöhung der Produktion von 6000 auf 7000 Stück zu einem sinkenden und damit geringeren Gewinn.

Ergebnis:

Im Intervall [6;7][6; 7] ist G(x)<0G'(x) < 0, der Gewinn sinkt also bei Produktionserhöhung von 6000 auf 7000 Stück.

Beispiel 4

Aufgabe

Die Höhe eines Balles nach dem Wurf wird durch h(t)=5t2+20th(t) = -5t^2 + 20t beschrieben (tt in Sekunden, h(t)h(t) in Metern). Die Geschwindigkeit (Änderungsrate der Höhe) ist v(t)=h(t)=10t+20v(t) = h'(t) = -10t + 20. In welchem Zeitraum steigt der Ball?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Bedingung in Mathe-Sprache übersetzen

    „Der Ball steigt" bedeutet, dass seine Höhe zunimmt. Die Änderungsrate der Höhe, also die Geschwindigkeit v(t)v(t), muss positiv sein.

    v(t)>0v(t) > 0

  2. Schritt 2
    Kritische Punkte finden (Nullstellen der Geschwindigkeit)

    Wir finden den höchsten Punkt (wo die Geschwindigkeit null ist), indem wir v(t)=0v(t)=0 setzen.

    v(t)=0v(t) = 0

    10t+20=0-10t + 20 = 0

    20=10t20 = 10t

    t=2t = 2

    Nach 2 Sekunden erreicht der Ball seinen höchsten Punkt.

  3. Schritt 3
    Vorzeichen im Intervall prüfen

    Wir suchen den Zeitraum, in dem v(t)>0v(t) > 0 ist. Das muss vor dem höchsten Punkt sein. Wir testen einen Wert aus dem Intervall ]0;2[]0; 2[, z.B. t=1t=1.

    v(1)=101+20=10v(1) = -10 \cdot 1 + 20 = 10

    Das Ergebnis ist positiv.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort im Sachkontext formulieren

    Der Ball steigt in den ersten beiden Sekunden nach dem Abwurf, also im Zeitraum ]0;2[]0; 2[.

Ergebnis:

Der Ball steigt im Zeitraum ]0;2[]0; 2[.

Beispiel 5

Aufgabe

Die Population von Bakterien wächst exponentiell nach der Funktion P(t)=100e0,5tP(t) = 100 \cdot e^{0{,}5t} (tt in Stunden). Die Wachstumsrate ist P(t)=50e0,5tP'(t) = 50 \cdot e^{0{,}5t}. Begründen Sie, warum die Population niemals abnimmt.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Bedingung in Mathe-Sprache übersetzen

    „Niemals abnimmt" bedeutet, die Wachstumsrate P(t)P'(t) ist immer größer oder gleich null.

    P(t)0P'(t) \ge 0

  2. Schritt 2
    Kritische Punkte finden (Nullstellen der Ableitung)

    Wir versuchen, die Änderungsrate gleich null zu setzen.

    P(t)=50e0,5t=0P'(t) = 50 \cdot e^{0{,}5t} = 0

  3. Schritt 3
    Vorzeichen im Intervall prüfen

    Die e-Funktion e0,5te^{0{,}5t} ist für alle Werte von tt immer streng positiv. Sie kann niemals null oder negativ werden. Der Faktor 50 ist ebenfalls positiv.

    Ein Produkt aus zwei positiven Zahlen ist immer positiv. Daher ist P(t)P'(t) für alle tt immer größer als 0.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort im Sachkontext formulieren

    Da die Wachstumsrate P(t)P'(t) eine e-Funktion mit positiven Faktoren ist, ist sie selbst immer positiv. Eine positive Wachstumsrate bedeutet, dass die Population zu jedem Zeitpunkt wächst und somit niemals abnimmt.

Ergebnis:

Die Population nimmt niemals ab, da P(t)=50e0,5t>0P'(t) = 50 \cdot e^{0{,}5t} > 0 für alle tt gilt.

Aufgabentyp 3: Definitionsbereich zu gegebenem Wertebereich finden

Manchmal ist die Frage umgekehrt: Wir kennen das gewünschte Ergebnis (z.B. „Geschwindigkeit soll über 50 km/h liegen") und wollen wissen, welcher Eingabebereich dazu führt (z.B. „In welchem Zeitraum war das der Fall?").

Das ist die Suche nach dem Definitionsbereich (x-Werte), der zu einem bestimmten Wertebereich (y-Werte) gehört.

Bei Aufgaben mit einem Graphen lässt sich das sehr einfach visuell lösen:

  1. Zeichne eine horizontale Linie bei dem y-Wert, der in der Aufgabe genannt wird (z.B. bei y = 0,5).
  2. Finde die Schnittpunkte dieser Linie mit dem Graphen der Funktion.
  3. Lies die x-Koordinaten dieser Schnittpunkte ab.
  4. Der Bereich auf der x-Achse zwischen diesen x-Koordinaten ist die Antwort. Achte darauf, ob der Bereich über oder unter der Linie gesucht ist.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Ziellinie im Graphen einzeichnen: Identifiziere den y-Wert aus der Aufgabenstellung (z.B. „größer als 0,5"). Zeichne gedanklich oder mit dem Lineal eine waagerechte Linie auf dieser Höhe im Koordinatensystem.
  2. Schnittpunkte ablesen: Finde die Punkte, an denen der Graph der Funktion deine Ziellinie kreuzt. Gehe von diesen Punkten senkrecht nach unten zur x-Achse und lies die entsprechenden x-Werte ab. Nennen wir sie x1x_1 und x2x_2.
  3. Gültigen Bereich auf der x-Achse markieren: Schau dir den Graphen an: Liegt er zwischen x1x_1 und x2x_2 über oder unter deiner Ziellinie? Markiere den Bereich auf der x-Achse, der zur Bedingung der Aufgabe passt (z.B. der Bereich, wo der Graph über der Linie liegt).
  4. Länge des Zeitraums berechnen (falls gefragt): Wenn nach der „Dauer" oder „Länge des Zeitraums" gefragt wird, berechne die Differenz zwischen dem Endpunkt und dem Anfangspunkt des Intervalls: La¨nge=x2x1\text{Länge} = x_2 - x_1.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die Funktion ff beschreibt für 0t80 \le t \le 8 modellhaft die Wachstumsgeschwindigkeit eines Apfelbaums (tt in Jahren, f(t)f(t) in Meter pro Jahr). Die Abbildung zeigt den Graphen GfG_f. Bestimmen Sie die Länge des Zeitraums, in dem die Wachstumsgeschwindigkeit des Apfelbaums größer als 0,5 Meter pro Jahr0{,}5 \text{ Meter pro Jahr} ist.

Graph der Wachstumsgeschwindigkeit eines Apfelbaums
Graph der Wachstumsgeschwindigkeit eines Apfelbaums
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ziellinie im Graphen einzeichnen

    Wir suchen den Zeitraum, in dem die Wachstumsgeschwindigkeit f(t)f(t) größer als 0,50{,}5 ist. Wir ziehen also eine gedankliche waagerechte Linie bei y=0,5y = 0{,}5.

  2. Schritt 2
    Schnittpunkte ablesen

    Wir schauen, wo der Graph diese Linie schneidet. Von den Schnittpunkten gehen wir senkrecht zur t-Achse (x-Achse) und lesen die Werte ab:

    • Erster Schnittpunkt bei t11t_1 \approx 1
    • Zweiter Schnittpunkt bei t23,5t_2 \approx 3{,}5
  3. Schritt 3
    Gültigen Bereich auf der t-Achse markieren

    Die Frage lautet „größer als 0,5". Wir sehen im Graphen, dass die Kurve zwischen t=1t=1 und t=3,5t=3{,}5 oberhalb der Linie y=0,5y=0{,}5 verläuft. Das ist also unser gesuchter Zeitraum.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Länge des Zeitraums berechnen

    Die Länge des Zeitraums ist die Differenz zwischen dem End- und dem Anfangszeitpunkt.

    Länge = t2t1=3,51=2,5t_2 - t_1 = 3{,}5 - 1 = 2{,}5 Jahre.

Ergebnis:

Die Wachstumsgeschwindigkeit ist für einen Zeitraum von 2,5 Jahren größer als 0,5 Meter pro Jahr.

Beispiel 2

Aufgabe

Der Graph zeigt die Temperaturkurve T(t)T(t) an einem Tag (tt in Stunden nach Mitternacht). Bestimmen Sie den Zeitraum, in dem die Temperatur über 20°C lag.

Temperaturkurve mit Markierung bei 20 Grad Celsius
Temperaturkurve mit Markierung bei 20 Grad Celsius
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ziellinie im Graphen einzeichnen

    Wir suchen den Zeitraum, in dem die Temperatur T(t)T(t) über 20°C20°C lag. Wir ziehen eine waagerechte Linie bei y=20y = 20.

  2. Schritt 2
    Schnittpunkte ablesen

    Wir lesen die t-Koordinaten der Schnittpunkte des Graphen mit der Linie ab:

    • Erster Schnittpunkt bei t1=10t_1 = 10 (10 Uhr)
    • Zweiter Schnittpunkt bei t2=18t_2 = 18 (18 Uhr)
  3. Schritt 3
    Gültigen Bereich auf der t-Achse markieren

    Die Temperatur war „über 20°C", also suchen wir den Bereich, in dem der Graph oberhalb der Linie liegt. Das ist der Fall zwischen t=10t=10 und t=18t=18.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Länge des Zeitraums berechnen

    Die Länge des Zeitraums ist: Länge = t2t1=1810=8t_2 - t_1 = 18 - 10 = 8 Stunden.

Ergebnis:

Die Temperatur lag für 8 Stunden über 20°C.

Beispiel 3

Aufgabe

Die Funktion g(x)g(x) beschreibt den Geräuschpegel in Dezibel an einer Baustelle über 10 Stunden. Bestimmen Sie aus dem Graphen, wie lange der Geräuschpegel unter 60 Dezibel lag.

Geräuschpegelkurve einer Baustelle über 10 Stunden
Geräuschpegelkurve einer Baustelle über 10 Stunden
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ziellinie im Graphen einzeichnen

    Wir suchen den Zeitraum, in dem der Pegel g(x)g(x) unter 60 Dezibel60 \text{ Dezibel} lag. Wir ziehen eine Linie bei y=60y = 60.

  2. Schritt 2
    Schnittpunkte ablesen

    Die Schnittpunkte des Graphen mit der Linie sind bei:

    • x1=1x_1 = 1
    • x2=9x_2 = 9
  3. Schritt 3
    Gültigen Bereich auf der x-Achse markieren

    Wir suchen, wo der Graph „unter" der Linie liegt. Das ist in zwei Bereichen der Fall:

    • Von Beginn an bis zur ersten Stunde: [0;1][0; 1]
    • Von der neunten Stunde bis zum Ende: [9;10][9; 10]
  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Länge der Zeiträume berechnen

    Wir berechnen die Länge beider Zeiträume und addieren sie. Länge 1 = 10=11 - 0 = 1 Stunde Länge 2 = 109=110 - 9 = 1 Stunde Gesamtlänge = 1+1=21 + 1 = 2 Stunden.

Ergebnis:

Der Geräuschpegel lag insgesamt 2 Stunden lang unter 60 Dezibel.

Beispiel 4

Aufgabe

Der Graph zeigt die Besucherzahl B(t)B(t) in einem Museum über den Tag (tt in Stunden nach Öffnung um 9 Uhr). Bestimmen Sie, wann mehr als 150 Besucher im Museum waren.

Besucherzahlkurve eines Museums über den Tag
Besucherzahlkurve eines Museums über den Tag
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ziellinie im Graphen einzeichnen

    Wir suchen den Zeitraum, in dem die Besucherzahl B(t)B(t) über 150150 war. Wir ziehen eine Linie bei y=150y = 150.

  2. Schritt 2
    Schnittpunkte ablesen

    Die Schnittpunkte sind bei:

    • t1=2t_1 = 2 (2 Stunden nach 9 Uhr, also 11 Uhr)
    • t2=6t_2 = 6 (6 Stunden nach 9 Uhr, also 15 Uhr)
  3. Schritt 3
    Gültigen Bereich auf der t-Achse markieren

    Wir suchen, wo der Graph „über" der Linie liegt. Das ist im Intervall ]2;6[]2; 6[.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Länge des Zeitraums berechnen

    Die Frage lautet „wann", nicht „wie lange". Wir müssen also den Zeitraum angeben. Der Zeitraum beginnt bei t=2t=2 (11 Uhr) und endet bei t=6t=6 (15 Uhr).

Ergebnis:

Zwischen 11 Uhr und 15 Uhr waren mehr als 150 Besucher im Museum.

Beispiel 5

Aufgabe

Die Funktion f(x)f(x) im Graphen zeigt die Konzentration eines Medikaments im Blut (xx in Stunden). Bestimmen Sie die Dauer, in der die Konzentration mindestens 4 mg/l4 \text{ mg/l} betrug.

Konzentrationskurve eines Medikaments im Blut
Konzentrationskurve eines Medikaments im Blut
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ziellinie im Graphen einzeichnen

    „Mindestens 4 mg/l4 \text{ mg/l}" bedeutet f(x)4f(x) \ge 4. Wir ziehen eine Linie bei y=4y = 4.

  2. Schritt 2
    Schnittpunkte ablesen

    Die Schnittpunkte sind bei:

    • x1=0,5x_1 = 0{,}5
    • x2=5x_2 = 5
  3. Schritt 3
    Gültigen Bereich auf der x-Achse markieren

    Wir suchen, wo der Graph über oder auf der Linie liegt. Das ist im Intervall [0,5;5][0{,}5; 5].

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Länge des Zeitraums berechnen

    Die Dauer ist die Differenz der x-Werte. Dauer = x2x1=50,5=4,5x_2 - x_1 = 5 - 0{,}5 = 4{,}5 Stunden.

Ergebnis:

Die Konzentration betrug für eine Dauer von 4,5 Stunden mindestens 4 mg/l.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Definitionsmenge im Sachkontext fragt: Welche Eingabewerte sind logisch und realistisch? (z.B. Zeit 0\ge 0, Füllhöhe \le max. Höhe).
  • Die Wertemenge im Sachkontext fragt: Welche Ergebnisse sind möglich, wenn ich nur die erlaubten Werte einsetze? Man findet sie oft durch Einsetzen der Ränder der Definitionsmenge.
  • Das Vorzeichen einer Änderungsrate verrät die Richtung: f(t)>0f(t)>0 bedeutet Zunahme, f(t)<0f(t)<0 bedeutet Abnahme.
  • Um den Definitionsbereich für einen gegebenen Wertebereich grafisch zu finden, zeichne eine horizontale Linie beim y-Wert, lies die x-Werte der Schnittpunkte ab und bestimme das Intervall dazwischen.

Häufige Fragen

Was ist die Definitionsmenge im Sachkontext?

Die Definitionsmenge im Sachkontext umfasst alle Eingabewerte, die in der jeweiligen Situation logisch und realistisch sind. Du fragst dich: „Welche Werte darf die Eingabegröße überhaupt annehmen?" Eine Zeit kann zum Beispiel nicht negativ sein, eine Füllhöhe nicht größer als der Behälter. Diese Einschränkungen ergeben sich nicht aus der Formel selbst, sondern aus der Logik der Aufgabe. Das Ergebnis schreibst du als Intervall auf, z. B. D = [0; 8].

Wie bestimmst du die Wertemenge im Sachkontext?

Um die Wertemenge im Sachkontext zu bestimmen, setzt du die kleinste und die größte Zahl deiner Definitionsmenge in die Funktion ein. Die beiden Ergebnisse sind die untere und obere Grenze der Wertemenge. Bei einer steigenden Funktion wie v(f) = 4π · f mit D = [0; 8] ergibt sich: v(0) = 0 und v(8) = 32π, also W = [0; 32π]. Das Intervall schreibst du genauso auf wie die Definitionsmenge.

Was verrät das Vorzeichen einer Änderungsrate?

Das Vorzeichen einer Änderungsrate zeigt dir, was gerade mit der beschriebenen Größe passiert: Ist f(x) > 0, nimmt die Größe zu – der Graph liegt oberhalb der x-Achse. Ist f(x) < 0, nimmt die Größe ab – der Graph liegt unterhalb. Ist f(x) = 0, ändert sich die Größe in diesem Moment nicht. Willst du zeigen, dass etwas „niemals abnimmt", musst du nachweisen, dass die Änderungsrate stets ≥ 0 ist.

Wie findest du den Definitionsbereich zu einem gegebenen Wertebereich grafisch?

Zeichne eine waagerechte Linie bei dem y-Wert, den die Aufgabe nennt (z. B. y = 0,5). Lies die x-Koordinaten der Schnittpunkte dieser Linie mit dem Graphen ab – nenn sie x₁ und x₂. Schau, ob der Graph zwischen x₁ und x₂ über oder unter der Linie liegt, und markiere den passenden Bereich. Die gesuchte Dauer berechnest du dann als x₂ − x₁.

Was ist der Unterschied zwischen Definitionsmenge und Wertemenge?

Die Definitionsmenge beschreibt die erlaubten Eingabewerte (x-Werte) einer Funktion – also was du „reinsteckst". Die Wertemenge beschreibt die möglichen Ausgabewerte (y-Werte) – also was „rauskommt". Im Sachkontext schränken beide durch die Logik der Situation ein: Eine Füllhöhe kann nicht negativ sein (Definitionsmenge), und das kleinste mögliche Volumen ergibt sich daraus (Wertemenge).

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