Wertemenge einfach erklärt: Berechnen, Ablesen & Beispiele

Lerne, wie du die Wertemenge einer Funktion ganz einfach berechnest und am Graphen abliest. Mit anschaulichen Beispielen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

📅 Aktualisiert 24. September 2026⏱ 5 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Wertemenge einfach erklärt: Berechnen, Ablesen & Beispiele

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Student thinking

Wenn du dich mit Funktionen beschäftigst, stößt du früher oder später auf den Begriff der Wertemenge. Stell dir einen Getränkeautomaten vor: Du wirfst eine bestimmte Münze ein (dein Input) und bekommst ein bestimmtes Getränk heraus (dein Output). In der Mathematik ist eine Funktion genau so ein Automat!

Funktion als Getränkeautomat
Funktion als Getränkeautomat

Die Zahlen, die du in die Funktion einsetzen darfst, sind die Münzen. Das haben wir bereits als Definitionsmenge kennengelernt. Aber was ist mit den Getränken, die herauskommen? Die Menge aller möglichen Ergebnisse, die eine Funktion ausspucken kann, nennen wir die Wertemenge. In diesem Artikel lernen wir, wie wir diese Werte berechnen, zeichnen und ganz einfach an einem Graphen ablesen können!

Schnellantwort

Die Wertemenge (auch Wertebereich genannt) ist die Menge aller y-Werte, die eine Funktion als Ergebnis annehmen kann. Während die Definitionsmenge angibt, welche x-Werte du in die Funktion einsetzen darfst, zeigt dir die Wertemenge, welche Werte als Output herauskommen können.

Vorwissen

Bevor wir uns die Wertemenge genauer ansehen, solltest du folgende Grundlagen kennen:

  • Koordinatensystem: Ein Punkt wird immer als P(x∣y)P(x|y) angegeben. Der xx-Wert geht nach rechts/links, der yy-Wert nach oben/unten. Beispiel: Der Punkt P(2∣3)P(2|3) liegt 22 Schritte rechts und 33 Schritte oben.
  • Definitionsmenge (D\text{D}): Alle xx-Werte, die man in eine Funktion einsetzen darf. Man darf z.B. nie durch Null teilen. Beispiel: Bei f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x} darf man die 00 nicht einsetzen. Man schreibt: D=R∖{0}\text{D} = \mathbb{R} \setminus \{0\} (Alle reellen Zahlen außer der Null).

Aufgabentyp 1: Berechnen und Einzeichnen der Wertetabelle

Um zu sehen, wie eine Funktion aussieht und welche Wertemenge sie hat, müssen wir sie zeichnen. Dafür brauchen wir Punkte im Koordinatensystem. Aber woher bekommen wir diese Punkte?

Wir nutzen eine Wertetabelle. Das ist wie eine kleine Fabrik: Wir nehmen uns verschiedene x\textcolor{#08BFFF}{x}-Werte, setzen sie in die Funktionsgleichung ein und rechnen die passenden y\textcolor{#9570FF}{y}-Werte (die Funktionswerte) aus.

Jedes Paar aus x\textcolor{#08BFFF}{x} und y\textcolor{#9570FF}{y} bildet dann einen Punkt P(x∣y)P(\textcolor{#08BFFF}{x}|\textcolor{#9570FF}{y}), den wir in das Koordinatensystem eintragen können. Wenn wir genug Punkte haben, verbinden wir sie zu einer durchgehenden Linie – dem Funktionsgraphen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. xx-Werte einsetzen: Setze die vorgegebenen xx-Werte nacheinander in die Funktionsgleichung ein und rechne das Ergebnis aus. Das Ergebnis ist dein yy-Wert.
  2. Tabelle ausfüllen: Trage die berechneten yy-Werte in die untere Zeile der Wertetabelle ein, genau unter den passenden xx-Wert.
  3. Punkte zeichnen und verbinden: Lies die Spalten der Tabelle als Punkte P(x∣y)P(x|y). Zeichne diese Punkte in ein Koordinatensystem und verbinde sie mit einer geschwungenen Linie (nicht mit dem Lineal, außer es ist eine Gerade!).

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=1,5x2−1f(x) = 1{,}5x^2 - 1. Ergänze die Wertetabelle für die xx-Werte von −2-2 bis 22 und zeichne anschließend den Graphen.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    $x$-Werte einsetzen

    Wir setzen die x-Werte\textcolor{#08BFFF}{x\text{-Werte}} in die Gleichung ein, um die y-Werte\textcolor{#9570FF}{y\text{-Werte}} zu berechnen: Für x=−2\textcolor{#08BFFF}{x = -2}: f(−2)=1,5⋅(−2)2−1=1,5⋅4−1=5f(-2) = 1{,}5 \cdot (\textcolor{#08BFFF}{-2})^2 - 1 = 1{,}5 \cdot 4 - 1 = \textcolor{#9570FF}{5} Für x=−1\textcolor{#08BFFF}{x = -1}: f(−1)=1,5⋅(−1)2−1=1,5⋅1−1=0,5f(-1) = 1{,}5 \cdot (\textcolor{#08BFFF}{-1})^2 - 1 = 1{,}5 \cdot 1 - 1 = \textcolor{#9570FF}{0{,}5} Für x=0\textcolor{#08BFFF}{x = 0}: f(0)=1,5⋅02−1=−1f(0) = 1{,}5 \cdot \textcolor{#08BFFF}{0}^2 - 1 = \textcolor{#9570FF}{-1}

  2. Schritt 2
    Tabelle ausfüllen

    Wir tragen die Ergebnisse in unsere Tabelle ein. (Da die Funktion symmetrisch ist, sind die Werte für x=1x=1 und x=2x=2 identisch zu den negativen Werten).

    x−2−1012y50,5−10,55\begin{array}{|c|c|c|c|c|c|} \hline \textcolor{#08BFFF}{x} & \textcolor{#08BFFF}{-2} & \textcolor{#08BFFF}{-1} & \textcolor{#08BFFF}{0} & \textcolor{#08BFFF}{1} & \textcolor{#08BFFF}{2} \\ \hline \textcolor{#9570FF}{y} & \textcolor{#9570FF}{5} & \textcolor{#9570FF}{0{,}5} & \textcolor{#9570FF}{-1} & \textcolor{#9570FF}{0{,}5} & \textcolor{#9570FF}{5} \\ \hline \end{array}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Punkte zeichnen und verbinden

    Nun zeichnen wir die Punkte, z.B. P(−2∣5)P(-2|5), in das Koordinatensystem ein und verbinden sie.

    Graph einer quadratischen Funktion
    Graph einer quadratischen Funktion
Ergebnis:

Die Punkte sind in das Koordinatensystem eingetragen und zu einem durchgehenden Graphen verbunden.

Quiz zu Wertemenge: Teste dein Wissen

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Quizfrage 1 zu Wertemenge

Welche Werte gibt die Wertemenge einer Funktion an?

Quizfrage 2 zu Wertemenge

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Was bedeutet die Schreibweise für den Punkt P(2∣3)P(2|3) im Koordinatensystem?

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Aufgabentyp 2: Ablesen der Wertemenge

Wir wissen nun, wie man Graphen zeichnet. Jetzt drehen wir den Spieß um: Wir schauen uns einen fertigen Graphen an und wollen herausfinden, welche y\textcolor{#9570FF}{y}-Werte er überhaupt erreichen kann.

Die Menge aller yy-Werte, die ein Graph annimmt, nennen wir die Wertemenge (W\text{W}).

Stell dir vor, du leuchtest von links und rechts mit einer Taschenlampe auf den Graphen. Der Schatten, den der Graph auf die vertikale yy-Achse wirft, ist die Wertemenge!

Oft nimmt eine Funktion fast alle Zahlen an, also alle reellen Zahlen (R\mathbb{R}). Manchmal gibt es aber eine unsichtbare waagerechte Grenze, an die sich der Graph nur anschmiegt, sie aber nie berührt. Diese Grenze nennt man Asymptote. Der yy-Wert dieser Asymptote fehlt dann in der Wertemenge.

Graph mit waagerechter Asymptote
Graph mit waagerechter Asymptote

Wenn der Graph, wie im Bild oben, den Wert y=1y = 1 niemals erreicht, schreiben wir das so auf: W=R∖{1}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{1\}

Das sprichst du so aus: „Die Wertemenge sind alle reellen Zahlen ohne die Eins.“

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. yy-Achse absuchen: Fahre mit dem Finger die yy-Achse von unten nach oben ab. Prüfe, ob es auf jeder Höhe einen Punkt auf dem Graphen gibt.
  2. Lücken finden: Gibt es eine waagerechte Linie (Asymptote), der sich der Graph nur nähert, sie aber nie berührt? Notiere dir diesen yy-Wert.
  3. Wertemenge aufschreiben: Schreibe die Wertemenge auf. Wenn der Wert y0y_0 fehlt, schreibst du: W=R∖{y0}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{y_0\}.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben ist der Graph der Funktion f(x)=3x+1−4f(x) = \frac{3}{x+1} - 4. Bestimme die Wertemenge W\text{W} von ff.

Graph der gebrochenrationalen Funktion
Graph der gebrochenrationalen Funktion
Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1 & 2
    $y$-Achse absuchen und Lücken finden

    Wir betrachten den Graphen und suchen nach waagerechten Linien, die nicht berührt werden. Wir erkennen, dass sich der Graph nach links und rechts immer weiter der Höhe y=−4\textcolor{#9570FF}{y = -4} nähert, diese Linie aber niemals kreuzt oder berührt. Der Funktionswert −4-4 wird also nicht angenommen.

  2. Schritt 3 · Ergebnis
    Wertemenge aufschreiben

    Da alle anderen Werte angenommen werden, schließen wir nur die −4-4 aus der Menge der reellen Zahlen aus.

Ergebnis:

Die Wertemenge ist: W=R∖{−4}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{-4\}

Aufgabentyp 3: Einfluss der Funktionsanpassung

Was passiert eigentlich, wenn wir die Funktionsgleichung ein kleines bisschen verändern?

Schauen wir uns die Funktion f(x)=1x−af(x) = \frac{1}{x - \textcolor{#53E5D6}{a}} an. Der Buchstabe a\textcolor{#53E5D6}{a} ist ein sogenannter Parameter. Das bedeutet, wir können für a\textcolor{#53E5D6}{a} verschiedene Zahlen einsetzen und schauen, wie sich der Graph verändert.

Verschiebung eines Graphen
Verschiebung eines Graphen

Wenn wir a\textcolor{#53E5D6}{a} verändern (z.B. von 22 auf 55), schieben wir den gesamten Graphen einfach nach links oder rechts. Das hat zwei wichtige Folgen:

  1. Die Definitionsmenge (D\text{D}) ändert sich: Da wir nicht durch Null teilen dürfen, ist genau der xx-Wert verboten, der den Nenner zu Null macht. Bei x−ax - \textcolor{#53E5D6}{a} ist das genau die Zahl a\textcolor{#53E5D6}{a}. Die Definitionsmenge wandert also mit dem Graphen mit: D=R∖{a}\text{D} = \mathbb{R} \setminus \{\textcolor{#53E5D6}{a}\}.
  2. Die Wertemenge (W\text{W}) bleibt gleich: Da wir den Graphen nur nach links oder rechts schieben, ändert sich seine Höhe nicht! Die waagerechte Asymptote bleibt genau da, wo sie vorher war (hier bei y=0y = 0). Die Wertemenge wird von a\textcolor{#53E5D6}{a} also nicht beeinflusst.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=1x−af(x) = \frac{1}{x - a}. Bestimme zunächst für a=3a = 3 die maximale Definitionsmenge D\text{D} und die Wertemenge W\text{W}. Beschreibe danach allgemein, welchen Einfluss der Parameter aa auf D\text{D} und W\text{W} hat.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Mengen für $a = 3$ bestimmen

    Wir setzen a=3a = 3 in die Funktion ein: f(x)=1x−3f(x) = \frac{1}{x - 3}.

    • Definitionsmenge: Der Nenner darf nicht Null werden. Wenn wir x=3x = 3 einsetzen, steht dort 3−3=03 - 3 = 0. Also ist die 33 verboten. D=R∖{3}\text{D} = \mathbb{R} \setminus \{3\}
    • Wertemenge: Ein Bruch mit einer festen Zahl im Zähler (hier 11) kann niemals exakt 00 ergeben. Daher wird der yy-Wert 00 nie erreicht. W=R∖{0}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{0\}
  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Allgemeinen Einfluss beschreiben

    Wenn wir nun aa verändern, verschiebt sich die verbotene Stelle auf der xx-Achse. Es ist immer genau x=ax = a nicht in der Definitionsmenge enthalten (D=R∖{a}\text{D} = \mathbb{R} \setminus \{a\}). Die Höhe des Graphen ändert sich durch das seitliche Verschieben jedoch nicht.

Ergebnis:

Die Wertemenge wird von aa nicht beeinflusst und bleibt immer W=R∖{0}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{0\}.

Wichtige Erkenntnisse

  • Wertetabelle: Hilft dir, Punkte zu berechnen, um den Graphen zeichnen zu können.
  • Wertemenge (W\text{W}): Alle yy-Werte, die ein Graph annimmt. Du liest sie ab, indem du nach Lücken (Asymptoten) auf der vertikalen yy-Achse suchst.
  • Schreibweise: Fehlt der Wert y0y_0, schreibst du W=R∖{y0}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{y_0\}.
  • Parameter-Verschiebung: Bei f(x)=1x−af(x) = \frac{1}{x-a} verschiebt das aa den Graphen nach links/rechts. Das ändert die Definitionsmenge, aber niemals die Wertemenge!

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Häufige Fragen

Was ist die Wertemenge einer Funktion?

Die Wertemenge (auch Wertebereich genannt) umfasst alle y-Werte, die eine Funktion als Ergebnis ausgeben kann. Wenn du dir eine Funktion als Getränkeautomaten vorstellst, sind die eingeworfenen Münzen die Definitionsmenge und die herauskommenden Getränke die Wertemenge.

Wie liest man die Wertemenge an einem Graphen ab?

Um die Wertemenge abzulesen, betrachtest du die y-Achse des Funktionsgraphen von unten nach oben. Prüfe, ob es auf jeder Höhe einen Punkt auf dem Graphen gibt. Achte besonders auf waagerechte Asymptoten – das sind y-Werte, denen sich der Graph nur nähert, sie aber nie erreicht. Diese Werte fehlen dann in der Wertemenge.

Was ist der Unterschied zwischen Definitionsmenge und Wertemenge?

Die Definitionsmenge enthält alle x-Werte, die du in eine Funktion einsetzen darfst (z. B. darf der Nenner eines Bruchs nicht null werden). Die Wertemenge hingegen besteht aus allen y-Werten, die als Ergebnis herauskommen können. Kurz gesagt: Definitionsmenge = Input (x-Werte), Wertemenge = Output (y-Werte).

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