Wertemenge einfach erklärt: Berechnen, Ablesen & Beispiele
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Wenn du dich mit Funktionen beschäftigst, stößt du früher oder später auf den Begriff der Wertemenge. Stell dir einen Getränkeautomaten vor: Du wirfst eine bestimmte Münze ein (dein Input) und bekommst ein bestimmtes Getränk heraus (dein Output). In der Mathematik ist eine Funktion genau so ein Automat!

Die Zahlen, die du in die Funktion einsetzen darfst, sind die Münzen. Das haben wir bereits als Definitionsmenge kennengelernt. Aber was ist mit den Getränken, die herauskommen? Die Menge aller möglichen Ergebnisse, die eine Funktion ausspucken kann, nennen wir die Wertemenge. In diesem Artikel lernen wir, wie wir diese Werte berechnen, zeichnen und ganz einfach an einem Graphen ablesen können!
Schnellantwort
Die Wertemenge (auch Wertebereich genannt) ist die Menge aller y-Werte, die eine Funktion als Ergebnis annehmen kann. Während die Definitionsmenge angibt, welche x-Werte du in die Funktion einsetzen darfst, zeigt dir die Wertemenge, welche Werte als Output herauskommen können.
Vorwissen
Bevor wir uns die Wertemenge genauer ansehen, solltest du folgende Grundlagen kennen:
- Koordinatensystem: Ein Punkt wird immer als angegeben. Der -Wert geht nach rechts/links, der -Wert nach oben/unten. Beispiel: Der Punkt liegt Schritte rechts und Schritte oben.
- Definitionsmenge (): Alle -Werte, die man in eine Funktion einsetzen darf. Man darf z.B. nie durch Null teilen. Beispiel: Bei darf man die nicht einsetzen. Man schreibt: (Alle reellen Zahlen außer der Null).
Aufgabentyp 1: Berechnen und Einzeichnen der Wertetabelle
Um zu sehen, wie eine Funktion aussieht und welche Wertemenge sie hat, müssen wir sie zeichnen. Dafür brauchen wir Punkte im Koordinatensystem. Aber woher bekommen wir diese Punkte?
Wir nutzen eine Wertetabelle. Das ist wie eine kleine Fabrik: Wir nehmen uns verschiedene -Werte, setzen sie in die Funktionsgleichung ein und rechnen die passenden -Werte (die Funktionswerte) aus.
Jedes Paar aus und bildet dann einen Punkt , den wir in das Koordinatensystem eintragen können. Wenn wir genug Punkte haben, verbinden wir sie zu einer durchgehenden Linie – dem Funktionsgraphen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- -Werte einsetzen: Setze die vorgegebenen -Werte nacheinander in die Funktionsgleichung ein und rechne das Ergebnis aus. Das Ergebnis ist dein -Wert.
- Tabelle ausfüllen: Trage die berechneten -Werte in die untere Zeile der Wertetabelle ein, genau unter den passenden -Wert.
- Punkte zeichnen und verbinden: Lies die Spalten der Tabelle als Punkte . Zeichne diese Punkte in ein Koordinatensystem und verbinde sie mit einer geschwungenen Linie (nicht mit dem Lineal, außer es ist eine Gerade!).
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Gegeben ist die Funktion . Ergänze die Wertetabelle für die -Werte von bis und zeichne anschließend den Graphen.
- Schritt 1$x$-Werte einsetzen
Wir setzen die in die Gleichung ein, um die zu berechnen: Für : Für : Für :
- Schritt 2Tabelle ausfüllen
Wir tragen die Ergebnisse in unsere Tabelle ein. (Da die Funktion symmetrisch ist, sind die Werte für und identisch zu den negativen Werten).
- Schritt 3 · ErgebnisPunkte zeichnen und verbinden
Nun zeichnen wir die Punkte, z.B. , in das Koordinatensystem ein und verbinden sie.

Graph einer quadratischen Funktion
Die Punkte sind in das Koordinatensystem eingetragen und zu einem durchgehenden Graphen verbunden.
Quiz zu Wertemenge: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Wertemenge und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Wertemenge
Welche Werte gibt die Wertemenge einer Funktion an?
Quizfrage 2 zu Wertemenge
Nur mit AccountWas bedeutet die Schreibweise für den Punkt im Koordinatensystem?
Übungsaufgabe zu Wertemenge
Nur mit AccountAufgabentyp 2: Ablesen der Wertemenge
Wir wissen nun, wie man Graphen zeichnet. Jetzt drehen wir den Spieß um: Wir schauen uns einen fertigen Graphen an und wollen herausfinden, welche -Werte er überhaupt erreichen kann.
Die Menge aller -Werte, die ein Graph annimmt, nennen wir die Wertemenge ().
Stell dir vor, du leuchtest von links und rechts mit einer Taschenlampe auf den Graphen. Der Schatten, den der Graph auf die vertikale -Achse wirft, ist die Wertemenge!
Oft nimmt eine Funktion fast alle Zahlen an, also alle reellen Zahlen (). Manchmal gibt es aber eine unsichtbare waagerechte Grenze, an die sich der Graph nur anschmiegt, sie aber nie berührt. Diese Grenze nennt man Asymptote. Der -Wert dieser Asymptote fehlt dann in der Wertemenge.

Wenn der Graph, wie im Bild oben, den Wert niemals erreicht, schreiben wir das so auf:
Das sprichst du so aus: „Die Wertemenge sind alle reellen Zahlen ohne die Eins.“
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- -Achse absuchen: Fahre mit dem Finger die -Achse von unten nach oben ab. Prüfe, ob es auf jeder Höhe einen Punkt auf dem Graphen gibt.
- Lücken finden: Gibt es eine waagerechte Linie (Asymptote), der sich der Graph nur nähert, sie aber nie berührt? Notiere dir diesen -Wert.
- Wertemenge aufschreiben: Schreibe die Wertemenge auf. Wenn der Wert fehlt, schreibst du: .
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 2
Gegeben ist der Graph der Funktion . Bestimme die Wertemenge von .

- Schritt 1 & 2$y$-Achse absuchen und Lücken finden
Wir betrachten den Graphen und suchen nach waagerechten Linien, die nicht berührt werden. Wir erkennen, dass sich der Graph nach links und rechts immer weiter der Höhe nähert, diese Linie aber niemals kreuzt oder berührt. Der Funktionswert wird also nicht angenommen.
- Schritt 3 · ErgebnisWertemenge aufschreiben
Da alle anderen Werte angenommen werden, schließen wir nur die aus der Menge der reellen Zahlen aus.
Die Wertemenge ist:
Aufgabentyp 3: Einfluss der Funktionsanpassung
Was passiert eigentlich, wenn wir die Funktionsgleichung ein kleines bisschen verändern?
Schauen wir uns die Funktion an. Der Buchstabe ist ein sogenannter Parameter. Das bedeutet, wir können für verschiedene Zahlen einsetzen und schauen, wie sich der Graph verändert.

Wenn wir verändern (z.B. von auf ), schieben wir den gesamten Graphen einfach nach links oder rechts. Das hat zwei wichtige Folgen:
- Die Definitionsmenge () ändert sich: Da wir nicht durch Null teilen dürfen, ist genau der -Wert verboten, der den Nenner zu Null macht. Bei ist das genau die Zahl . Die Definitionsmenge wandert also mit dem Graphen mit: .
- Die Wertemenge () bleibt gleich: Da wir den Graphen nur nach links oder rechts schieben, ändert sich seine Höhe nicht! Die waagerechte Asymptote bleibt genau da, wo sie vorher war (hier bei ). Die Wertemenge wird von also nicht beeinflusst.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 3
Gegeben ist die Funktion . Bestimme zunächst für die maximale Definitionsmenge und die Wertemenge . Beschreibe danach allgemein, welchen Einfluss der Parameter auf und hat.
- Schritt 1Mengen für $a = 3$ bestimmen
Wir setzen in die Funktion ein: .
- Definitionsmenge: Der Nenner darf nicht Null werden. Wenn wir einsetzen, steht dort . Also ist die verboten.
- Wertemenge: Ein Bruch mit einer festen Zahl im Zähler (hier ) kann niemals exakt ergeben. Daher wird der -Wert nie erreicht.
- Schritt 2 · ErgebnisAllgemeinen Einfluss beschreiben
Wenn wir nun verändern, verschiebt sich die verbotene Stelle auf der -Achse. Es ist immer genau nicht in der Definitionsmenge enthalten (). Die Höhe des Graphen ändert sich durch das seitliche Verschieben jedoch nicht.
Die Wertemenge wird von nicht beeinflusst und bleibt immer .
Wichtige Erkenntnisse
- Wertetabelle: Hilft dir, Punkte zu berechnen, um den Graphen zeichnen zu können.
- Wertemenge (): Alle -Werte, die ein Graph annimmt. Du liest sie ab, indem du nach Lücken (Asymptoten) auf der vertikalen -Achse suchst.
- Schreibweise: Fehlt der Wert , schreibst du .
- Parameter-Verschiebung: Bei verschiebt das den Graphen nach links/rechts. Das ändert die Definitionsmenge, aber niemals die Wertemenge!
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Häufige Fragen
Was ist die Wertemenge einer Funktion?
Die Wertemenge (auch Wertebereich genannt) umfasst alle y-Werte, die eine Funktion als Ergebnis ausgeben kann. Wenn du dir eine Funktion als Getränkeautomaten vorstellst, sind die eingeworfenen Münzen die Definitionsmenge und die herauskommenden Getränke die Wertemenge.
Wie liest man die Wertemenge an einem Graphen ab?
Um die Wertemenge abzulesen, betrachtest du die y-Achse des Funktionsgraphen von unten nach oben. Prüfe, ob es auf jeder Höhe einen Punkt auf dem Graphen gibt. Achte besonders auf waagerechte Asymptoten – das sind y-Werte, denen sich der Graph nur nähert, sie aber nie erreicht. Diese Werte fehlen dann in der Wertemenge.
Was ist der Unterschied zwischen Definitionsmenge und Wertemenge?
Die Definitionsmenge enthält alle x-Werte, die du in eine Funktion einsetzen darfst (z. B. darf der Nenner eines Bruchs nicht null werden). Die Wertemenge hingegen besteht aus allen y-Werten, die als Ergebnis herauskommen können. Kurz gesagt: Definitionsmenge = Input (x-Werte), Wertemenge = Output (y-Werte).
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