Gasgesetze und Zustandsänderungen einfach erklärt: Formeln
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Stell dir vor, ein Forscherteam lässt einen Wetterballon in den Himmel steigen. Am Boden ist der Ballon nur schlaff gefüllt. Doch je höher er steigt, desto praller wird er, bis er schließlich in der Stratosphäre platzt. Warum passiert das?

Das Gas im Ballon reagiert auf seine Umgebung. Wenn sich der Druck oder die Temperatur der Luft ändert, ändert sich auch das Volumen des Ballons. In dieser Lektion lernst du die physikalischen Gesetze kennen, die genau vorhersagen, wie sich Gase verhalten, wenn man sie zusammendrückt, erhitzt oder abkühlt!
Vorwissen
-
Absolute Temperatur (): In der Thermodynamik wird die Temperatur immer in Kelvin () gemessen, nicht in Grad Celsius ().
Formel:
Beispiel: Eine Raumtemperatur von entspricht .
-
Druck () und Volumen (): Makroskopische Zustandsgrößen, die beschreiben, wie stark ein Gas zusammengepresst ist und wie viel Platz es einnimmt.
Beispiel: Die Luft in einem Autoreifen hat ein Volumen von und steht unter einem Druck von .
Aufgabentyp 1: Isotherme Prozesse (Gesetz von Boyle-Mariotte)
Isotherme Prozesse sind ein wichtiger Teil der Gasgesetze und Zustandsänderungen. Das Wort "isotherm" kommt aus dem Griechischen: "iso" bedeutet gleich und "therm" steht für Wärme. Ein isothermer Prozess ist also eine Zustandsänderung, bei der die Temperatur konstant bleibt.
Stell dir vor, du hältst das Ventil einer Luftpumpe mit dem Daumen zu und drückst den Griff langsam nach unten. Du verkleinerst das Volumen der Luft. Was spürst du? Der Druck gegen deinen Daumen wird immer größer.
Weil die Temperatur gleich bleibt, sind Druck und Volumen indirekt proportional. Das bedeutet: Halbierst du das Volumen, verdoppelt sich der Druck.

Das Produkt aus Druck und Volumen bleibt immer gleich. Dies nennt man das Gesetz von Boyle-Mariotte:
Wenn du einen Anfangszustand (A) und einen Endzustand (E) vergleichst, schreibst du:
Im -Diagramm sieht dieser Prozess aus wie eine abfallende Kurve, die man Hyperbel nennt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Gegebene und gesuchte Werte notieren: Lies die Aufgabe genau und schreibe alle Zahlen mit ihren Einheiten auf. Achte auf Signalwörter wie "vergrößert sich um".
- Temperatur in Kelvin umrechnen: Auch wenn die Temperatur hier konstant bleibt, ist dies prinzipiell der wichtigste Schritt bei Gasen.
- Konstante Größe finden und Formel wählen: Da die Temperatur konstant ist (isotherm), wählst du .
- Formel umstellen und Werte einsetzen: Stelle die Formel nach der gesuchten Größe um und berechne das Ergebnis.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein Gas dehnt sich isotherm aus. Sein Volumen vergrößert sich dabei um . Der Enddruck beträgt und das Endvolumen . Berechne den Anfangsdruck .
- Schritt 1Gegebene und gesuchte Werte notieren
(Vergrößerung) Gesucht:
- Schritt 2Temperatur in Kelvin umrechnen
In dieser Aufgabe ist keine Temperatur gegeben, da sie konstant bleibt (isotherm). Wir können diesen Schritt überspringen.
- Schritt 3Konstante Größe finden und Formel wählen
Das Wort "isotherm" verrät uns, dass die Temperatur konstant ist. Wir nutzen das Gesetz von Boyle-Mariotte: Bevor wir einsetzen können, müssen wir das Anfangsvolumen berechnen. Da sich das Volumen um vergrößert hat, war es vorher kleiner:
- Schritt 4 · ErgebnisFormel umstellen und Werte einsetzen
Wir stellen die Formel nach um, indem wir durch teilen: Nun setzen wir die Werte ein:
Der Anfangsdruck des Gases betrug . Realitätscheck: Das Volumen wurde größer (von auf ). Bei einem isothermen Prozess muss der Druck dann sinken. Unser berechneter Anfangsdruck () ist tatsächlich größer als der Enddruck (). Das Ergebnis ist logisch.
Quiz zu Gasgesetze und Zustandsänderungen: Teste dein Wissen
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Quizfrage 1 zu Gasgesetze und Zustandsänderungen
Wie rechnet man eine Temperatur von Grad Celsius in die absolute Temperatur in Kelvin um?
Quizfrage 2 zu Gasgesetze und Zustandsänderungen
Nur mit AccountWie verändert sich der Druck eines Gases bei einem isothermen Prozess, wenn man das Volumen halbiert?
Übungsaufgabe zu Gasgesetze und Zustandsänderungen
Nur mit AccountAufgabentyp 2: Isobare Prozesse
Neben isothermen Vorgängen spielen isobare Prozesse bei den Zustandsänderungen eine große Rolle. Der Begriff "isobar" enthält das Wort "bar", das du vielleicht als Einheit für den Druck kennst. Bei einem isobaren Prozess bleibt der Druck konstant.
Stell dir einen Luftballon vor, der in der prallen Sonne liegt. Das Gas im Inneren wird wärmer (die Temperatur steigt). Um den Druck im Inneren an den konstanten Luftdruck der Umgebung anzupassen, dehnt sich der Ballon aus (das Volumen wird größer).

Bei konstantem Druck sind das Volumen und die absolute Temperatur direkt proportional. Wenn sich die absolute Temperatur verdoppelt, verdoppelt sich auch das Volumen:
Im -Diagramm ergibt das eine gerade Linie, die im Ursprung (bei null) beginnt. Man nennt dies eine Ursprungsgerade.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Gegebene und gesuchte Werte notieren: Achte auf Signalwörter für konstanten Druck.
- Temperatur in Kelvin umrechnen: Addiere immer zu Grad Celsius.
- Konstante Größe finden und Formel wählen: Da der Druck konstant ist (isobar), wählst du .
- Formel umstellen und Werte einsetzen: Stelle nach der gesuchten Größe um und berechne sie.
Aufgabentyp 3: Isochore Prozesse
Der dritte wichtige Spezialfall der Gasgesetze und Zustandsänderungen sind isochore Prozesse. Das Wortteil "chor" steht für Raum. Ein isochorer Prozess findet bei konstantem Volumen statt.
Stell dir eine starre, verschlossene Gasflasche vor. Wenn du diese Flasche erhitzt, kann sich das Gas nicht ausdehnen, weil die Wände starr sind. Stattdessen steigt der Druck im Inneren massiv an, je höher die Temperatur wird.
⚠️ Sicherheitshinweis: Erhitze niemals einen geschlossenen, starren Behälter (wie eine Deo-Dose) im Feuer. Der extrem steigende Druck bringt den Behälter unweigerlich zur Explosion!

Bei konstantem Volumen sind Druck und absolute Temperatur direkt proportional:
Auch hier ergibt sich im -Diagramm eine Ursprungsgerade.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Gegebene und gesuchte Werte notieren: Notiere alle Werte und prüfe, ob das Volumen starr/konstant ist.
- Temperatur in Kelvin umrechnen: Wandle Celsius in Kelvin um.
- Konstante Größe finden und Formel wählen: Da das Volumen konstant ist (isochor), wählst du .
- Formel umstellen und Werte einsetzen: Berechne die gesuchte Zustandsgröße.
Aufgabentyp 4: Allgemeines Gasgesetz und Zustandsgleichung
Wenn sich alle Größen ändern, fassen wir die Gasgesetze und Zustandsänderungen im allgemeinen Gasgesetz zusammen. Oft ändern sich in der Realität alle drei Größen gleichzeitig. Wenn wir die drei speziellen Gesetze kombinieren, erhalten wir das Allgemeine Gasgesetz. Es ist perfekt, um ein Gas vor und nach einer Veränderung zu vergleichen:
Wenn wir aber nicht zwei Zustände vergleichen wollen, sondern genau wissen möchten, wie der Zustand eines Gases in einem ganz bestimmten Moment ist, nutzen wir die Thermische Zustandsgleichung idealer Gase:
Hierbei ist die Stoffmenge (in Mol) und ist die universelle Gaskonstante (). Gase, die sich exakt an diese Formel halten, nennt man ideale Gase.
Unter Standardbedingungen (ein Druck von und eine Temperatur von ) nimmt genau ein Mol eines jeden idealen Gases ein Volumen von ein. Das nennt man das molare Volumen .
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Gegebene und gesuchte Werte notieren: Achte darauf, ob ein Vorher-Nachher-Vergleich vorliegt oder nur ein einzelner Zustand.
- Temperatur in Kelvin umrechnen: Das ist der wichtigste Schritt! Rechne immer .
- Konstante Größe finden und Formel wählen: Wenn sich alles ändert, nimm das allgemeine Gasgesetz. Wenn nur ein Zustand gegeben ist, nimm die ideale Gasgleichung ().
- Formel umstellen und Werte einsetzen: Stelle die Formel nach der gesuchten Größe um und berechne das Ergebnis.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 2
Ein idealer Luftballon enthält Gas. Die Temperatur beträgt und der Druck liegt bei . Berechne das Volumen des Ballons in Kubikmetern (). Verwende .
- Schritt 1Gegebene und gesuchte Werte notieren
Gesucht:
- Schritt 2Temperatur in Kelvin umrechnen
Die Temperatur ist bereits in Kelvin () gegeben. Wir müssen nichts umrechnen.
- Schritt 3Konstante Größe finden und Formel wählen
Da wir keine Vorher-Nachher-Situation haben, sondern den Zustand in einem bestimmten Moment berechnen wollen, nutzen wir die ideale Gasgleichung:
- Schritt 4 · ErgebnisFormel umstellen und Werte einsetzen
Wir stellen die Formel nach um, indem wir durch teilen: Nun setzen wir die Werte ein:
Das Volumen des Ballons beträgt etwa (das entspricht ).
Wichtige Erkenntnisse
- Isotherm (Temperatur konstant): Druck und Volumen sind indirekt proportional. ()
- Isobar (Druck konstant): Volumen und Temperatur sind direkt proportional. ()
- Isochor (Volumen konstant): Druck und Temperatur sind direkt proportional. ()
- Die goldene Regel: Rechne bei Gasgesetzen die Temperatur immer in Kelvin () um!
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Häufige Fragen
Was sind Gasgesetze und Zustandsänderungen?
Die Gasgesetze beschreiben, wie sich Gase verhalten, wenn sich ihre Zustandsgrößen ändern. Zu diesen Größen gehören Druck, Volumen und Temperatur. Eine Zustandsänderung tritt auf, wenn du ein Gas erhitzt, abkühlst oder zusammendrückst. Die Gesetze helfen dir, den neuen Zustand exakt zu berechnen.
Was ist der Unterschied zwischen isotherm, isobar und isochor?
Diese Begriffe beschreiben, welche Größe bei einer Zustandsänderung konstant bleibt. Bei einem isothermen Prozess bleibt die Temperatur gleich. Bei einem isobaren Prozess ändert sich der Druck nicht. Ein isochorer Prozess findet bei konstantem Volumen statt, zum Beispiel in einer starren Gasflasche.
Wann benutze ich das allgemeine Gasgesetz?
Das allgemeine Gasgesetz nutzt du, wenn sich alle drei Größen – Druck, Volumen und Temperatur – gleichzeitig ändern. Es kombiniert die speziellen Gesetze von Boyle-Mariotte, Gay-Lussac und Amontons. So kannst du einen Anfangszustand direkt mit einem Endzustand vergleichen.
Warum muss ich die Temperatur in Kelvin umrechnen?
In der Thermodynamik und bei allen Gasgesetzen musst du die absolute Temperatur in Kelvin (K) verwenden. Grad Celsius führt zu falschen Ergebnissen, besonders wenn die Temperatur null oder negativ ist. Du rechnest Celsius in Kelvin um, indem du einfach 273,15 addierst.
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