Thermodynamische Prozesse und Volumenarbeit einfach erklärt
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Hast du schon einmal einen Fahrradreifen mit einer Handpumpe aufgepumpt und bemerkt, dass das Ventil und die Pumpe nach einer Weile richtig heiß werden?

Diese Hitze entsteht nicht nur durch Reibung. Wenn du den Kolben der Pumpe nach unten drückst, presst du die Luft zusammen. Du verrichtest mechanische Arbeit an dem Gas im Inneren. Diese Arbeit verschwindet nicht einfach, sondern verwandelt sich in Energie, die das Gas erwärmt! In dieser Lektion lernen wir, wie man thermodynamische Prozesse und Volumenarbeit genau berechnet, wie viel Energie bei solchen Vorgängen ausgetauscht wird und wie Gase auf Druck- und Volumenänderungen reagieren.
Vorwissen
- Druck (): Kraft pro Fläche. Formel: Beispiel: Eine Kraft von auf eine Fläche von erzeugt einen Druck von .
- Ideales Gasgesetz: Beschreibt den Zustand eines idealen Gases. Formel: Beispiel: Wenn die Temperatur () steigt und das Volumen () gleich bleibt, muss der Druck () steigen.
- Erster Hauptsatz der Thermodynamik: Energie bleibt erhalten. Die Änderung der inneren Energie () eines Gases ist die Summe aus zugeführter Wärme () und verrichteter Arbeit (). Formel: Beispiel: Wenn einem Gas Wärme zugeführt werden und keine Arbeit verrichtet wird, steigt seine innere Energie um .
Aufgabentyp 1: Thermodynamische Prozesse und Volumenarbeit berechnen
Stell dir ein Gas vor, das in einem Zylinder mit einem beweglichen Deckel (einem Kolben) eingesperrt ist. Wenn sich das Volumen des Gases ändert, wird mechanische Arbeit verrichtet. Das nennen wir Volumenarbeit ().
Um die Volumenarbeit zu berechnen, nutzen wir diese Formel:
Dabei ist der Druck und die Änderung des Volumens (Endvolumen minus Startvolumen: ).
Das Wichtigste hierbei ist das Vorzeichen (das Minus in der Formel). Wir betrachten die Energie immer aus der Sicht des Gases:
- Expansion (Ausdehnung): Das Gas dehnt sich aus ( ist positiv). Das Gas muss den Kolben nach oben drücken. Es strengt sich an und verrichtet Arbeit an der Umgebung. Dadurch verliert das Gas Energie. Die Volumenarbeit ist negativ ().
- Kompression (Zusammendrücken): Wir drücken den Kolben von außen nach unten ( ist negativ). Wir verrichten Arbeit am Gas. Dadurch führen wir dem Gas Energie zu. Die Volumenarbeit ist positiv ().

Merksatz: Wenn das Gas wächst, wird sein Arbeitskonto negativ. Wenn das Gas geschrumpft wird, wird sein Arbeitskonto positiv.
Wir können Gase auf verschiedene Arten erhitzen oder abkühlen. Je nachdem, wie wir den Zylinder kontrollieren, verhält sich das Gas unterschiedlich. Wir schauen uns zwei Spezialfälle an und wenden den Ersten Hauptsatz () an.
1. Der isochore Prozess (Volumen bleibt konstant)
Stell dir vor, wir schweißen den Kolben fest. Das Volumen kann sich nicht ändern ().
- Weil sich der Kolben nicht bewegt, wird keine Volumenarbeit verrichtet: .
- Wenn wir das Gas nun erhitzen, geht die gesamte zugeführte Wärme () direkt in die innere Energie (). Das Gas wird einfach nur heißer und der Druck steigt.
- Formel:
2. Der isobare Prozess (Druck bleibt konstant)
Jetzt legen wir ein Gewicht auf den Kolben, lassen ihn aber frei beweglich. Der Druck im Inneren bleibt immer gleich (), weil das Gewicht konstant von oben drückt.
- Wenn wir das Gas erhitzen, dehnt es sich aus. Es wird also Volumenarbeit verrichtet ().
- Die zugeführte Wärme () teilt sich auf: Ein Teil macht das Gas heißer (), der andere Teil wird genutzt, um das Gewicht nach oben zu stemmen ().
- Formel:

In einem Diagramm, das den Druck () über das Volumen () zeigt, ist die Volumenarbeit immer die Fläche unter der Kurve. Bei einem isobaren Prozess ist der Druck eine waagerechte Linie. Die Fläche darunter ist ein einfaches Rechteck!
3. Energie in isothermen Prozessen
Der dritte wichtige Spezialfall ist der isotherme Prozess. Hierbei wird die Temperatur () des Gases künstlich konstant gehalten.
Bei einem idealen Gas hängt die innere Energie () nur von der Temperatur ab. Wenn die Temperatur gleich bleibt, ändert sich auch die innere Energie nicht ().
Was bedeutet das für unseren Ersten Hauptsatz ()? Wenn ist, muss gelten:
Das heißt: Jede Arbeit, die wir am Gas verrichten (z.B. Kompression), würde das Gas eigentlich erhitzen. Damit die Temperatur aber konstant bleibt, muss exakt diese Energiemenge sofort als Wärme () an die Umgebung abfließen.
Wie berechnen wir die Arbeit?
Da sich bei konstanter Temperatur das Volumen und der Druck gleichzeitig ändern (wenn du das Gas zusammendrückst, steigt der Druck), ist die Linie im p-V-Diagramm keine gerade Linie mehr, sondern eine Kurve.

Weil die Fläche unter einer Kurve liegt, reicht unsere einfache Rechteck-Formel nicht mehr aus. Mathematiker nutzen dafür ein Integral. Für dich bedeutet das, dass du eine spezielle Formel mit dem natürlichen Logarithmus () verwenden musst:
- = Stoffmenge (in Mol)
- = universelle Gaskonstante ()
- = absolute Temperatur (in Kelvin)
- = Startvolumen, = Endvolumen
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schritt 1: Prozesstyp identifizieren – Lies die Aufgabe genau und suche nach dem Schlüsselwort: "Volumen konstant" = isochor, "Druck konstant" = isobar, "Temperatur konstant" = isotherm.
- Schritt 2: Die Null-Werte notieren – Je nach Prozess fällt ein Teil der Gleichung weg: Isochor (, also ), Isobar (), Isotherm (, also ).
- Schritt 3: Volumenarbeit berechnen – Wähle die passende Formel für : Isobar: oder Isotherm: .
- Schritt 4: Ersten Hauptsatz anwenden – Nutze , um die gesuchte Größe (Wärme oder innere Energie ) zu berechnen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
Ein ideales Gas befindet sich in einem Zylinder bei einem konstanten Druck von . Das Gas wird erhitzt und dehnt sich dabei von einem Startvolumen auf ein Endvolumen aus. Berechne die vom Gas verrichtete Volumenarbeit.
- Schritt 1Prozesstyp identifizieren
Der Druck ist konstant. Es handelt sich um einen isobaren Prozess.
- Schritt 2Die Null-Werte notieren
Da der Druck konstant ist, ändert sich das Volumen. Es gibt hier keinen Wert, der für die Arbeit null wird.
- Schritt 3 · ErgebnisVolumenarbeit berechnen
Wir nutzen die Formel für isobare Prozesse:
Wir setzen die gegebenen Werte ein:
Die Volumenarbeit beträgt . Realitätscheck: Das Gas hat sich ausgedehnt (Expansion). Wie wir gelernt haben, muss die Arbeit bei einer Expansion negativ sein, da das Gas Energie an die Umgebung abgibt. Das Vorzeichen stimmt also!
Quiz zu Thermodynamische Prozesse und Volumenarbeit: Teste dein Wissen
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Quizfrage 1 zu Thermodynamische Prozesse und Volumenarbeit
Mit welcher Formel wird die Änderung der inneren Energie () eines Gases nach dem Ersten Hauptsatz der Thermodynamik berechnet?
Quizfrage 2 zu Thermodynamische Prozesse und Volumenarbeit
Nur mit AccountWas passiert mit der Volumenarbeit (), wenn sich ein Gas ausdehnt (Expansion)?
Übungsaufgabe zu Thermodynamische Prozesse und Volumenarbeit
Nur mit AccountBeispiel 1
eines idealen Gases werden bei einer konstanten Temperatur von von einem Startvolumen auf ein Endvolumen komprimiert. Berechne die Volumenarbeit. (Nutze ).
- Schritt 1Prozesstyp identifizieren
Die Temperatur ist konstant. Es handelt sich um einen isothermen Prozess.
- Schritt 2Die Null-Werte notieren
Da die Temperatur konstant ist, ändert sich die innere Energie nicht ().
- Schritt 3 · ErgebnisVolumenarbeit berechnen
Wir nutzen die spezielle Logarithmus-Formel für isotherme Prozesse:
Wir setzen die Werte ein:
Zuerst berechnen wir den Bruch in der Klammer:
Nun setzen wir das in die Gleichung ein:
Mit dem Taschenrechner berechnen wir :
Die Volumenarbeit beträgt ca. . Realitätscheck: Das Gas wurde zusammengedrückt (Kompression). Die Arbeit muss positiv sein, da wir Energie in das System hineingesteckt haben. Das Ergebnis ist positiv, also ist es logisch korrekt.
Wichtige Erkenntnisse
- Vorzeichenregel: Expansion (Gas dehnt sich aus) = negative Arbeit. Kompression (Gas wird zusammengedrückt) = positive Arbeit.
- Isochor (Volumen konstant): Keine Volumenarbeit (). Gesamte Wärme geht in die innere Energie.
- Isobar (Druck konstant): Arbeit ist die Rechteckfläche im p-V-Diagramm. Formel: .
- Isotherm (Temperatur konstant): Innere Energie bleibt gleich (). Arbeit wird mit der -Formel berechnet.
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Häufige Fragen
Was sind thermodynamische Prozesse und Volumenarbeit?
Thermodynamische Prozesse beschreiben, wie sich Zustandsgrößen wie Druck, Volumen und Temperatur eines Gases verändern. Die Volumenarbeit ist die mechanische Arbeit, die verrichtet wird, wenn sich das Volumen eines Gases gegen einen äußeren Druck ändert – zum Beispiel, wenn ein Gas einen Kolben nach oben drückt.
Wie berechnet man die Volumenarbeit bei einem isobaren Prozess?
Bei einem isobaren Prozess bleibt der Druck konstant. Du berechnest die Volumenarbeit mit der Formel Wvol = -p · ΔV. Dabei ist p der konstante Druck und ΔV die Volumenänderung. Im p-V-Diagramm entspricht dies der Rechteckfläche unter der horizontalen Druck-Linie.
Was ist der Unterschied zwischen isochoren, isobaren und isothermen Prozessen?
Diese drei Spezialfälle beschreiben, welche Zustandsgröße konstant bleibt: Bei einem isochoren Prozess ändert sich das Volumen nicht (ΔV = 0), bei einem isobaren Prozess bleibt der Druck gleich (Δp = 0), und bei einem isothermen Prozess wird die Temperatur konstant gehalten (ΔT = 0).
Warum ist die Volumenarbeit bei einer Expansion negativ?
Wenn sich ein Gas ausdehnt (Expansion), muss es Kraft aufwenden, um beispielsweise einen Kolben nach außen zu drücken. Das Gas verrichtet also Arbeit an seiner Umgebung und verliert dadurch Energie. Aus Sicht des Gases nimmt die innere Energie ab, weshalb die Volumenarbeit in der Physik ein negatives Vorzeichen erhält.
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