Luftwiderstand und Endgeschwindigkeit erklärt: Freier Fall

Erfahre, wie Luftwiderstand und Endgeschwindigkeit zusammenhängen. Lerne Schritt für Schritt, warum Fallschirmspringer nicht endlos schneller werden.

📅 Aktualisiert 26. August 20263 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Luftwiderstand und Endgeschwindigkeit erklärt: Freier Fall

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Student thinking

Stell dir vor, du springst aus einem Flugzeug. Die Schwerkraft zieht dich unerbittlich nach unten, und du wirst immer schneller. Aber wirst du beim Thema Luftwiderstand und Endgeschwindigkeit wirklich unendlich schnell?

Fallschirmspringer im freien Fall
Fallschirmspringer im freien Fall

Zum Glück nicht! Fallschirmspringer erreichen nach einiger Zeit eine maximale Fallgeschwindigkeit und fallen dann mit konstantem Tempo weiter. In dieser Lektion finden wir heraus, warum die Luft uns abbremst und wie ein unsichtbares Tauziehen der Kräfte dafür sorgt, dass wir nicht endlos schneller werden.

Vorwissen

  • Gewichtskraft (FGF_G): Die Kraft, mit der die Erde einen Körper anzieht.

    Formel: FG=mgF_G = m \cdot g

    Beispiel: Ein 10 kg10 \text{ kg} schwerer Stein wird mit ca. 98 N98 \text{ N} nach unten gezogen.

  • Resultierende Kraft (FresF_{res}): Die Summe aller wirkenden Kräfte. Sie bestimmt, ob ein Körper beschleunigt wird.

    Formel: Fres=maF_{res} = m \cdot a

    Beispiel: Wenn die resultierende Kraft null ist (Fres=0 NF_{res} = 0 \text{ N}), ändert sich die Geschwindigkeit nicht mehr.

Aufgabentyp 1: Grundlagen der Luftreibung und Endgeschwindigkeit

Luft ist kein leerer Raum, sondern besteht aus unzähligen winzigen Teilchen. Wenn sich ein Körper durch die Luft bewegt, muss er diese Teilchen aus dem Weg schieben. Dabei entsteht eine Gegenkraft: die Luftreibung (oder der Luftwiderstand).

Luftteilchen prallen auf Objekt
Luftteilchen prallen auf Objekt

Je schneller du dich im Vergleich zur umgebenden Luft bewegst (das nennt man Relativgeschwindigkeit), desto mehr Luftteilchen triffst du pro Sekunde. Außerdem prallst du wuchtiger mit ihnen zusammen. Die Regel ist daher ganz einfach: Je größer die Geschwindigkeit, desto stärker wird die entgegenwirkende Luftreibung.

Was passiert nun genau, wenn ein Objekt aus großer Höhe fällt?

Im Moment des Loslassens ist die Geschwindigkeit noch null. Es gibt also noch keine Luftreibung. Nur die Gewichtskraft zieht das Objekt nach unten, weshalb es anfängt, schneller zu werden.

Da das Objekt nun fällt und immer schneller wird, wächst auch die Luftreibung, die nach oben drückt. Die nach unten ziehende Gewichtskraft bleibt jedoch immer gleich stark. Das bedeutet, die resultierende Gesamtkraft nach unten wird immer kleiner.

Kräftegleichgewicht im freien Fall
Kräftegleichgewicht im freien Fall

Irgendwann ist das Objekt so schnell, dass die nach oben drückende Luftreibung exakt genauso groß ist wie die nach unten ziehende Gewichtskraft. Es herrscht ein Kräftegleichgewicht:

FLuft=FG\textcolor{#9570FF}{F_{Luft}} = \textcolor{#08BFFF}{F_G}

Da sich die beiden Kräfte nun gegenseitig aufheben, ist die resultierende Kraft null. Nach dem Trägheitsprinzip wird das Objekt jetzt nicht mehr beschleunigt. Es fällt von diesem Moment an mit einer konstanten Geschwindigkeit weiter: der sogenannten Endgeschwindigkeit.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Analysiere den Startpunkt: Zu Beginn ist die Geschwindigkeit null. Es wirkt nur die Gewichtskraft nach unten. Die Beschleunigung ist maximal.
  2. Beschreibe die Beschleunigungsphase: Die Geschwindigkeit nimmt zu. Dadurch wächst der Luftwiderstand, der der Bewegung entgegenwirkt. Die resultierende Kraft nach unten wird kleiner.
  3. Stelle das Kräftegleichgewicht fest: Der Luftwiderstand ist so weit angewachsen, dass er den gleichen Betrag wie die Gewichtskraft hat (FLuft=FGF_{Luft} = F_G).
  4. Folgere die Endgeschwindigkeit: Da die resultierende Kraft nun null ist, bleibt die Geschwindigkeit konstant. Das Objekt fällt mit seiner Endgeschwindigkeit.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Ein Fallschirmspringer mit einer Masse von 80 kg80 \text{ kg} springt aus einem Flugzeug. Erkläre die wirkenden Kräfte in den ersten Sekunden bis zum Erreichen der Endgeschwindigkeit (vor dem Öffnen des Fallschirms). Berechne zudem, wie groß der Luftwiderstand sein muss, damit der Springer nicht mehr weiter beschleunigt wird. Nutze g=9,81 m/s2g = 9,81 \text{ m/s}^{2}.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Startpunkt analysieren

    Direkt beim Absprung ist die Geschwindigkeit des Springers 0 m/s0 \text{ m/s}. Es gibt noch keinen Luftwiderstand. Nur die Gewichtskraft zieht ihn nach unten.

  2. Schritt 2
    Beschleunigungsphase beschreiben

    Der Springer fällt und wird schneller. Mit zunehmender Geschwindigkeit prallt er gegen immer mehr Luftteilchen. Der Luftwiderstand, der nach oben drückt, wird immer größer. Dadurch wird seine Beschleunigung geringer.

  3. Schritt 3
    Kräftegleichgewicht feststellen

    Irgendwann ist der Springer so schnell, dass der Luftwiderstand nach oben exakt so groß ist wie seine Gewichtskraft nach unten.

    Fallschirmspringer Kräftegleichgewicht Skizze
    Fallschirmspringer Kräftegleichgewicht Skizze
  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Endgeschwindigkeit folgern und berechnen

    Da sich Gewichtskraft und Luftwiderstand nun aufheben, fällt der Springer mit konstanter Endgeschwindigkeit weiter. Wir berechnen die Gewichtskraft, um zu wissen, wie groß der Luftwiderstand in diesem Moment ist:

    FG=mgF_G = m \cdot g

    FG=80 kg9,81 m/s2F_G = 80 \text{ kg} \cdot 9,81 \text{ m/s}^{2}

    FG=784,8 NF_G = 784,8 \text{ N}

Ergebnis:

Damit der Fallschirmspringer seine Endgeschwindigkeit erreicht und nicht weiter beschleunigt wird, muss der Luftwiderstand exakt 784,8 N\textcolor{#9570FF}{784,8 \text{ N}} betragen. Realitätscheck: Die Einheit Newton (N\text{N}) ist korrekt für eine Kraft. Der Wert entspricht genau der Gewichtskraft eines 80 kg80 \text{ kg} schweren Menschen, was das Kräftegleichgewicht bestätigt.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Luftreibung entsteht, weil ein Körper Luftteilchen aus dem Weg räumen muss. Sie wird umso größer, je höher die Geschwindigkeit ist.
  • Beim freien Fall mit Luftwiderstand wächst die Gegenkraft der Luft so lange an, bis sie genauso groß ist wie die Gewichtskraft.
  • Im Kräftegleichgewicht (FLuft=FG\textcolor{#9570FF}{F_{Luft}} = \textcolor{#08BFFF}{F_G}) wird der Körper nicht mehr beschleunigt und fällt mit einer konstanten Endgeschwindigkeit.

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Häufige Fragen

Was ist die Endgeschwindigkeit?

Die Endgeschwindigkeit ist die maximale Geschwindigkeit, die ein Körper im freien Fall erreicht. Sie tritt ein, wenn der nach oben wirkende Luftwiderstand genauso groß ist wie die nach unten ziehende Gewichtskraft. Ab diesem Moment heben sich die Kräfte auf und das Objekt fällt mit konstanter Geschwindigkeit weiter.

Wie entsteht der Luftwiderstand?

Der Luftwiderstand (oder die Luftreibung) entsteht, weil ein fallender Körper Luftteilchen aus dem Weg schieben muss. Je schneller sich das Objekt bewegt, desto mehr Teilchen trifft es pro Sekunde und desto wuchtiger ist der Aufprall. Deshalb wächst der Luftwiderstand mit zunehmender Geschwindigkeit.

Warum wird ein Fallschirmspringer nicht unendlich schnell?

Weil die Luft ihn abbremst. Während die Gewichtskraft ihn nach unten beschleunigt, wächst der Luftwiderstand mit steigender Geschwindigkeit an. Irgendwann sind beide Kräfte im Kräftegleichgewicht. Die resultierende Kraft ist dann null, und der Springer fällt mit einer konstanten Endgeschwindigkeit weiter.

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