Theoretische Grundlagen des freien Falls einfach erklärt: Formeln
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Stell dir vor, du lässt eine schwere Bowlingkugel und eine leichte Feder gleichzeitig aus dem Fenster fallen. Was trifft zuerst auf dem Boden auf?

Dein Bauchgefühl sagt dir wahrscheinlich: „Ganz klar, die schwere Bowlingkugel!“ Im Alltag stimmt das auch. Aber was wäre, wenn wir dieses Experiment im Weltall oder in einem Raum komplett ohne Luft durchführen würden?
In diesem Artikel schauen wir uns die theoretischen Grundlagen des freien Falls an. Du wirst ein verblüffendes Geheimnis der Physik kennenlernen: Wenn wir die Luft wegdenken, fallen alle Dinge exakt gleich schnell – egal wie schwer sie sind! Wir schauen uns an, warum das so ist und mit welchen einfachen Formeln wir diese Fallbewegung berechnen können.
Schnellantwort
Nur die Fallbewegung eines Körpers im Vakuum (ohne jeglichen Luftwiderstand) nennt man freien Fall. Im freien Fall fallen alle Körper unabhängig von ihrer Masse und Form exakt gleich schnell, da sie ausschließlich von der Schwerkraft der Erde beschleunigt werden.
Vorwissen
- Gleichmäßig beschleunigte Bewegung (aus dem Stand): Wenn ein Objekt aus der Ruhe heraus immer schneller wird, nutzen wir zwei wichtige Formeln.
- Weg-Zeit-Gesetz: Berechnet die zurückgelegte Strecke () nach einer bestimmten Zeit () bei einer konstanten Beschleunigung (). Formel: Beispiel: Ein Auto beschleunigt mit . Nach ist es weit gefahren.
- Geschwindigkeits-Zeit-Gesetz: Berechnet die erreichte Geschwindigkeit (). Formel: Beispiel: Das gleiche Auto hat nach eine Geschwindigkeit von erreicht.
Aufgabentyp 1: Berechnungen zum freien Fall
Um die theoretischen Grundlagen des freien Falls auf Aufgaben anzuwenden, müssen wir zunächst die Rolle des Luftwiderstands verstehen. Warum fällt im Alltag ein flaches Blatt Papier viel langsamer zu Boden als ein zusammengeknülltes Blatt? Beide wiegen exakt gleich viel!
Die Antwort ist der Luftwiderstand. Die Luft wirkt wie eine unsichtbare Bremse. Das flache Papier hat eine viel größere Oberfläche und prallt gegen mehr Luftteilchen. Es wird stärker gebremst als das kleine, zerknüllte Papier.
Um die reine Schwerkraft zu untersuchen, machen Physiker ein Gedankenexperiment: Sie pumpen die gesamte Luft aus einer Röhre ab. Einen solchen luftleeren Raum nennt man Vakuum.

Lässt man in diesem Vakuum eine schwere Stahlkugel und eine leichte Feder gleichzeitig los, passiert etwas Magisches: Beide fallen exakt gleich schnell! Die Masse (wie schwer etwas ist) und die Form spielen plötzlich überhaupt keine Rolle mehr.
Da es im Vakuum keine Luft gibt, die bremst, wird ein fallender Gegenstand durch die Schwerkraft der Erde kontinuierlich schneller gezogen. Der freie Fall ist also nichts anderes als eine gleichmäßig beschleunigte Bewegung.
Weil diese Beschleunigung auf der Erde immer gleich stark ist, bekommt sie einen eigenen Buchstaben: g (für Gravitation).
Man nennt g die Fallbeschleunigung oder den Ortsfaktor. Auf der Erde beträgt dieser Wert immer:

Um nun zu berechnen, wie tief ein Gegenstand fällt oder wie schnell er wird, nehmen wir einfach die bekannten Formeln aus dem Vorwissen und tauschen die allgemeine Beschleunigung () gegen die Fallbeschleunigung () aus:
-
Zeit-Weg-Gesetz (Wie tief fällt es?):
-
Zeit-Geschwindigkeits-Gesetz (Wie schnell wird es?):
Real-World Context: In echten Physikaufgaben gehen wir oft davon aus, dass der Luftwiderstand so klein ist, dass wir ihn ignorieren dürfen. Wenn in einer Aufgabe steht „Ein Stein fällt...“, rechnen wir fast immer mit diesen Formeln für den freien Fall.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Notiere gegebene und gesuchte Werte: Schreibe die Zeit () und die feste Fallbeschleunigung auf. Bestimme, ob Strecke oder Geschwindigkeit gesucht ist.
- Wähle die richtige Formel aus: Nutze für die Strecke und für die Geschwindigkeit.
- Setze die Werte ein und rechne aus: Achte darauf, dass du bei der Strecke die Zeit () zuerst quadrierst, bevor du multiplizierst!
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
Ein Stein wird in einen tiefen, leeren Brunnen fallengelassen. Wir ignorieren den Luftwiderstand. Berechne die Geschwindigkeit des Steins und die zurückgelegte Strecke nach genau .

- Schritt 1Gegebene und gesuchte Werte notieren
Gegeben: Zeit () = Fallbeschleunigung () =
Gesucht: Geschwindigkeit () = ? Strecke () = ?
- Schritt 2Die richtige Formel auswählen
Für die Geschwindigkeit brauchen wir: Für die Strecke brauchen wir:
- Schritt 3Werte einsetzen und ausrechnen (Geschwindigkeit)
- Schritt 4 · ErgebnisWerte einsetzen und ausrechnen (Strecke)
Zuerst die Zeit quadrieren ():
Der Stein hat nach eine Geschwindigkeit von erreicht und ist tief gefallen. Reality Check: Die Einheiten stimmen (Meter pro Sekunde für Geschwindigkeit, Meter für Strecke). Dass beide Zahlenwerte hier zufällig gleich sind, liegt nur daran, dass genau ergibt.
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Quizfrage 1 zu Theoretische Grundlagen des freien Falls
Welche Bedingung muss erfüllt sein, damit man in der Physik von einem freien Fall spricht?
Quizfrage 2 zu Theoretische Grundlagen des freien Falls
Nur mit AccountEin Auto beschleunigt aus dem Stand mit . Welche Strecke hat es nach genau zurückgelegt?
Übungsaufgabe zu Theoretische Grundlagen des freien Falls
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Freier Fall bedeutet: Ein Objekt fällt im Vakuum, komplett ohne Luftwiderstand.
- Im freien Fall fallen alle Objekte gleich schnell, egal wie schwer oder groß sie sind.
- Die Fallbeschleunigung auf der Erde ist immer konstant: .
- Strecke berechnen:
- Geschwindigkeit berechnen:
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Häufige Fragen
Was sind die theoretischen Grundlagen des freien Falls?
Die theoretischen Grundlagen des freien Falls besagen, dass ein Körper im Vakuum (ohne Luftwiderstand) nur durch die Schwerkraft beschleunigt wird. Dabei fallen alle Objekte unabhängig von ihrer Masse und Form exakt gleich schnell. Die Bewegung ist eine gleichmäßig beschleunigte Bewegung.
Wie groß ist die Fallbeschleunigung auf der Erde?
Die Fallbeschleunigung, auch Ortsfaktor g genannt, beträgt auf der Erde durchschnittlich 9,81 m/s². Das bedeutet, dass ein fallender Körper im luftleeren Raum jede Sekunde um 9,81 m/s schneller wird.
Wie berechnet man die Strecke und Geschwindigkeit im freien Fall?
Du nutzt die Formeln der gleichmäßig beschleunigten Bewegung und setzt für die Beschleunigung den Ortsfaktor g ein. Die Geschwindigkeit berechnest du mit v = g · t. Die zurückgelegte Strecke (oder Falltiefe) berechnest du mit s = 0,5 · g · t².
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