Das Gravitationsgesetz und der freie Fall einfach erklärt
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Stell dir vor, dir fällt dein Smartphone aus der Hand. Es kracht auf den Boden. Gleichzeitig kreist der Mond friedlich um die Erde, ohne jemals herunterzufallen. Was haben diese beiden Ereignisse gemeinsam?

Die Antwort lautet: Alles! Dieselbe unsichtbare Kraft, die Dinge auf der Erde nach unten zieht, hält auch das gesamte Universum zusammen. In dieser Lektion werden wir das Geheimnis rund um das Gravitationsgesetz und den freien Fall lüften. Du wirst lernen, wie man die Anziehungskraft zwischen zwei beliebigen Objekten berechnet und warum eine schwere Bowlingkugel im luftleeren Raum exakt genauso schnell fällt wie eine leichte Feder.
Vorwissen
- Zentripetalbeschleunigung (): Die Beschleunigung, die ein Objekt auf einer Kreisbahn hält. Formel: Beispiel: Ein Auto, das im Kreis fährt, erfährt eine Beschleunigung zur Mitte hin.
- Wissenschaftliche Schreibweise: Eine Methode, um sehr große oder sehr kleine Zahlen übersichtlich darzustellen. Regel: bedeutet, dass das Komma um 3 Stellen nach links verschoben wird (). Beispiel: .
Aufgabentyp 1: Newtons Herleitung der Gravitationsbeschleunigung
Isaac Newton hatte eine geniale Erkenntnis: Die Kraft, die einen Apfel vom Baum fallen lässt, reicht bis in den Weltraum hinaus. Sie wirkt als Zentripetalkraft und zwingt den Mond auf seine Kreisbahn um die Erde. Der Mond fällt also quasi ständig um die Erde herum, ohne jemals aufzuschlagen!
Newton verglich die Beschleunigung des fallenden Apfels auf der Erde () mit der Beschleunigung des Mondes.

Der Mond ist etwa 60-mal weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als der Apfel (der sich direkt auf der Erdoberfläche befindet). Newton berechnete die Zentripetalbeschleunigung des Mondes () mithilfe seiner Umlaufdauer () und seines Bahnradius ():
Das erstaunliche Ergebnis: Die Beschleunigung des Mondes ist etwa 3600-mal kleiner als die des Apfels. Da ist, schlussfolgerte Newton das quadratische Abstandsgesetz: Wenn sich der Abstand verdoppelt, wird die Kraft durch geteilt. Da der Mond 60-mal weiter weg ist, wird die Kraft durch geteilt. Die Gravitationsbeschleunigung nimmt also proportional zum Quadrat des Abstands ab ().
Aufgabentyp 2: Das allgemeine Gravitationsgesetz
Aus Newtons Erkenntnissen entstand ein universelles Gesetz. Der Merksatz lautet: Gravitationskräfte wirken zwischen allen massereichen Körpern.
Egal ob Planeten, Autos oder zwei Menschen – alles, was eine Masse hat, zieht sich gegenseitig an. Diese Kraft ist eine sogenannte Fernwirkung. Sie benötigt keinen physischen Kontakt und funktioniert sogar im komplett leeren Vakuum des Weltraums.

Die Stärke dieser Anziehungskraft hängt von zwei Dingen ab:
- Den beiden Massen ( und ): Je schwerer die Objekte, desto stärker die Kraft.
- Dem Abstand () zwischen ihren Mittelpunkten: Je weiter sie entfernt sind, desto schwächer die Kraft (im Quadrat).
Die Formel dafür lautet:
Das ist die Gravitationskonstante. Sie ist eine winzig kleine Naturkonstante: . Weil diese Zahl so extrem klein ist, spüren wir im Alltag nicht, wie uns andere Menschen oder Gegenstände anziehen. Nur wenn mindestens ein Objekt gigantisch groß ist (wie die Erde), wird die Kraft für uns spürbar.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Werte identifizieren: Finde die beiden Massen ( und ) und den Abstand () ihrer Mittelpunkte im Text.
- Einheiten überprüfen: Stelle sicher, dass die Massen in Kilogramm () und der Abstand in Metern () angegeben sind. Wandle sie um, falls nötig.
- Formel aufstellen und einsetzen: Notiere das Gravitationsgesetz: . Setze die Werte und die Konstante ein.
- Ausrechnen: Tippe die Werte vorsichtig in den Taschenrechner ein. Achte besonders auf die Klammern beim Quadrieren des Abstands im Nenner! Das Ergebnis hat die Einheit Newton ().
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Berechne die Gravitationskraft zwischen zwei Personen mit den Massen und , die genau voneinander entfernt stehen.

- Schritt 1Werte identifizieren
Masse 1: Masse 2: Abstand:
- Schritt 2Einheiten überprüfen
Alle Werte sind bereits in den richtigen Einheiten ( und ).
- Schritt 3Formel aufstellen und einsetzen
- Schritt 4 · ErgebnisAusrechnen
Zuerst den Bruch berechnen:
Nun mit multiplizieren:
Die Gravitationskraft zwischen den beiden Personen beträgt . Realitätscheck: Diese Kraft ist unvorstellbar klein (weniger als ein Milliardstel Newton). Das ergibt physikalisch Sinn, da wir im Alltag nicht spüren, dass wir von anderen Personen magnetisch angezogen werden.
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Quizfrage 1 zu Das Gravitationsgesetz und der freie Fall
Wie wird die Zahl nach den Regeln der wissenschaftlichen Schreibweise als Dezimalzahl dargestellt?
Quizfrage 2 zu Das Gravitationsgesetz und der freie Fall
Nur mit AccountWarum fallen eine schwere Bowlingkugel und eine leichte Feder im perfekten Vakuum exakt gleich schnell?
Übungsaufgabe zu Das Gravitationsgesetz und der freie Fall
Nur mit AccountAufgabentyp 3: Fallbeschleunigung und Galileis Fallgesetz
Wenn wir uns in der Nähe der Erdoberfläche befinden, ist die Anziehungskraft der Erde auf alle Objekte nahezu konstant. Wir nennen dies die Fallbeschleunigung (oder den Ortsfaktor ). Auf der Erde beträgt dieser Wert durchschnittlich .
Das bedeutet: Wenn du ein Objekt fallen lässt, wird es in jeder Sekunde um schneller.
Aber Moment mal! Wenn du einen schweren Stein und eine leichte Feder gleichzeitig fallen lässt, trifft der Stein doch viel früher auf dem Boden auf. Widerspricht das nicht der Physik?
Hier kommt das Galileische Fallgesetz ins Spiel: Im freien Fall (also im perfekten Vakuum ohne Luft) werden alle Körper im Schwerefeld der Erde exakt gleich stark beschleunigt, völlig unabhängig von ihrer Masse!

Dass die Feder im Alltag langsamer fällt, liegt ausschließlich am Luftwiderstand. Die Luft bremst die leichte, breite Feder viel stärker ab als den kompakten, schweren Stein.
Realer Kontext: Um dieses Gesetz zu beweisen, führte der Apollo-15-Kommandant David Scott ein berühmtes Experiment durch. Auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre und somit keinen Luftwiderstand. Er ließ einen schweren geologischen Hammer und eine leichte Falkenfeder gleichzeitig fallen. Da es keine Luft gab, die die Feder bremsen konnte, schlugen beide Objekte zur exakt gleichen Zeit auf der Mondoberfläche auf!
Wichtige Erkenntnisse
- Die Gravitationskraft nimmt mit dem Quadrat des Abstands ab (). Wenn der Abstand verdoppelt wird, viertelt sich die Kraft.
- Gravitation wirkt zwischen allen Massen im Universum, auch über riesige Entfernungen im Vakuum.
- Die Formel lautet: .
- Galileisches Fallgesetz: Ohne Luftwiderstand (im Vakuum) fallen alle Objekte exakt gleich schnell, egal wie schwer sie sind.
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Häufige Fragen
Was ist das Gravitationsgesetz?
Das Gravitationsgesetz beschreibt die unsichtbare Anziehungskraft zwischen allen massereichen Körpern im Universum. Es besagt, dass sich zwei Objekte gegenseitig anziehen, wobei die Kraft von ihren Massen und dem Quadrat ihres Abstands abhängt. Diese Kraft hält Planeten auf ihren Umlaufbahnen und lässt Gegenstände auf der Erde zu Boden fallen.
Was besagt das Galileische Fallgesetz für den freien Fall?
Das Galileische Fallgesetz besagt, dass im freien Fall – also im perfekten Vakuum ohne Luftwiderstand – alle Körper exakt gleich stark beschleunigt werden. Unabhängig von ihrer Masse oder Form fallen eine schwere Bowlingkugel und eine leichte Feder im luftleeren Raum exakt gleich schnell zu Boden.
Wie berechnet man die Gravitationskraft?
Du berechnest sie mit der Formel F_G = G · (m₁ · m₂) / r². Dabei ist G die Gravitationskonstante, m₁ und m₂ sind die Massen der beiden Körper in Kilogramm und r ist der Abstand ihrer Mittelpunkte in Metern. Setze die Werte ein und du erhältst die Kraft in Newton (N).
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