Der Hall-Effekt einfach erklärt: Formel & Hall-Sonden

Lerne alles über den Hall-Effekt und Hall-Sonden. Wir erklären dir die Formel zur Hall-Spannung, die Lorentzkraft und wie du Magnetfelder misst.

📅 Aktualisiert 27. August 20266 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Hast du dich jemals gefragt, woher dein Smartphone weiß, in welche Richtung du schaust, wenn du eine Karten-App benutzt? Im Inneren deines Handys befindet sich kein klassischer Kompass mit einer schwimmenden Nadel. Stattdessen nutzt es winzige Sensoren, die Magnetfelder elektronisch messen können. Diese Sensoren basieren auf einem faszinierenden physikalischen Phänomen: dem Hall-Effekt. In diesem Artikel lernst du, wie bewegte Elektronen in einem Magnetfeld eine messbare Spannung erzeugen und wie wir dieses Prinzip nutzen können, um Magnetfelder extrem präzise zu messen!

Smartphone mit Kompass App
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Vorwissen

  • Lorentzkraft (FLF_L): Die Kraft, die ein Magnetfeld auf bewegte Ladungen ausübt. Formel: FL=evBF_L = e \cdot v \cdot B Beispiel: Ein Elektron, das mit der Geschwindigkeit vv durch ein Magnetfeld BB fliegt, wird abgelenkt.
  • Elektrische Kraft (FelF_{el}): Die Kraft, die ein elektrisches Feld auf Ladungen ausübt. Formel: Fel=eEF_{el} = e \cdot E Beispiel: In einem Kondensator wird ein Elektron vom Minuspol weggedrückt und vom Pluspol angezogen.
  • Elektrisches Feld und Spannung: In einem homogenen Feld hängen die elektrische Feldstärke EE, die Spannung UU und der Abstand dd zusammen. Formel: E=UdE = \frac{U}{d} (oder umgestellt U=EdU = E \cdot d) Beispiel: Liegt an zwei Platten im Abstand von 0.05 m0.05 \text{ m} eine Spannung von 10 V10 \text{ V} an, beträgt die Feldstärke 200 V/m200 \text{ V/m}.

Aufgabentyp 1: Grundlagen des Hall-Effekts und der Hall-Spannung

Um den Hall-Effekt zu verstehen, betrachten wir zunächst die physikalischen Grundlagen im Detail. Stell dir ein flaches, rechteckiges Leiterplättchen vor (mit der Höhe hh und der Dicke dd). Wenn wir eine Stromquelle anschließen, fließen Elektronen mit einer bestimmten Geschwindigkeit vv durch dieses Plättchen.

Bringen wir dieses Plättchen nun in ein Magnetfeld BB, das senkrecht zur Fließrichtung steht, passiert etwas Spannendes: Die Lorentzkraft lenkt die bewegten Elektronen ab. Sie werden an eine Kante des Plättchens gedrückt.

Leiterplättchen im Magnetfeld
Leiterplättchen im Magnetfeld

Dadurch entsteht ein Elektronen-Stau: An der einen Kante herrscht ein Überschuss an negativen Ladungen, an der gegenüberliegenden Kante fehlen sie (dort ist es positiv). Diese Ladungstrennung erzeugt ein elektrisches Feld quer durch das Plättchen. Dieses Feld übt eine elektrische Kraft auf die nachfolgenden Elektronen aus, die genau in die entgegengesetzte Richtung der Lorentzkraft drückt.

Je mehr Elektronen sich stauen, desto stärker wird die elektrische Kraft. Irgendwann ist sie exakt so stark wie die Lorentzkraft. Es herrscht ein Kräftegleichgewicht:

Fel=FL\textcolor{#9570FF}{F_{el}} = \textcolor{#08BFFF}{F_L}

Wir setzen die Formeln ein:

eE=evBe \cdot \textcolor{#9570FF}{E} = e \cdot v \cdot \textcolor{#08BFFF}{B}

Wir teilen durch die Elementarladung ee:

E=vB\textcolor{#9570FF}{E} = v \cdot \textcolor{#08BFFF}{B}

Da die Spannung UU das Produkt aus elektrischem Feld EE und dem Abstand (hier die Höhe hh) ist (U=EhU = E \cdot h), erhalten wir die Grundgleichung der Hall-Spannung:

UH=BvhU_H = \textcolor{#08BFFF}{B} \cdot v \cdot h

Die erweiterte Hall-Gleichung

In der Praxis kennen wir die Geschwindigkeit vv der Elektronen oft nicht. Wir kennen aber die Stromstärke II. Wir können die Formel umschreiben, indem wir vv durch messbare Größen ersetzen. Das erfordert ein paar algebraische Schritte:

  1. Die Stromstärke ist Ladung pro Zeit: I=QtI = \frac{Q}{t}
  2. Die gesamte Ladung QQ hängt von der Elektronendichte nn (wie viele Elektronen pro Volumen) und dem Volumen VV ab: Q=nVeQ = n \cdot V \cdot e
  3. Das Volumen des Plättchens, das die Elektronen durchqueren, ist Fläche mal Weg: V=hdsV = h \cdot d \cdot s. Der Weg ist Geschwindigkeit mal Zeit (s=vts = v \cdot t). Also: V=hdvtV = h \cdot d \cdot v \cdot t
  4. Setzen wir das Volumen in die Ladung ein: Q=nhdvteQ = n \cdot h \cdot d \cdot v \cdot t \cdot e
  5. Setzen wir nun dieses QQ in die allererste Formel (I=QtI = \frac{Q}{t}) ein, kürzt sich die Zeit tt weg: I=nhdveI = n \cdot h \cdot d \cdot v \cdot e
  6. Wir stellen diese Gleichung nach der Geschwindigkeit vv um: v=Inhdev = \frac{I}{n \cdot h \cdot d \cdot e}
  7. Jetzt setzen wir dieses vv in unsere Grundgleichung UH=BvhU_H = B \cdot v \cdot h ein. Die Höhe hh steht einmal oben und einmal unten im Bruch und kürzt sich weg! UH=BIndeU_H = B \cdot \frac{I}{n \cdot d \cdot e}

Wir sortieren die Formel etwas um, um sie übersichtlicher zu machen:

UH=1neIBdU_H = \frac{1}{n \cdot e} \cdot I \cdot \frac{B}{d}

Der vordere Teil (1ne\frac{1}{n \cdot e}) hängt nur vom Material des Plättchens ab. Wir fassen ihn zur Hall-Konstanten RHR_H zusammen. Damit lautet der Merksatz (Hall-Gleichung):

UH=RHIBdU_H = R_H \cdot I \cdot \frac{B}{d}

Die Hall-Spannung ist also proportional zur Stromstärke II und zum Magnetfeld BB, aber umgekehrt proportional zur Dicke dd des Leiters (je dünner das Plättchen, desto höher die Spannung).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Gegebene Werte notieren: Schreibe alle gegebenen Größen mit ihren Einheiten auf (z.B. BB, II, dd, hh, vv, RHR_H). Achte darauf, Einheiten wie Milliampere (mA\text{mA}) in Ampere (A\text{A}) umzurechnen.
  2. Die richtige Formel wählen: Entscheide anhand der gegebenen Werte, welche Formel du brauchst. Wenn vv und hh gegeben sind, nutze UH=BvhU_H = B \cdot v \cdot h. Wenn II, dd und RHR_H gegeben sind, nutze UH=RHIBdU_H = R_H \cdot I \cdot \frac{B}{d}.
  3. Formel umstellen: Falls nicht nach der Hall-Spannung UHU_H, sondern nach einer anderen Größe gefragt ist, stelle die Formel um.
  4. Werte einsetzen und ausrechnen: Setze die Zahlen mit Einheiten ein und berechne das Ergebnis.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Silberplättchen hat eine Dicke von d=0.1 mmd = 0.1 \text{ mm}. Es wird von einem Strom der Stärke I=20 AI = 20 \text{ A} durchflossen und befindet sich in einem Magnetfeld mit der Flussdichte B=1.5 TB = 1.5 \text{ T}. Die Hall-Konstante von Silber beträgt RH=8.91011 m3/CR_H = 8.9 \cdot 10^{-11} \text{ m}^{3}/\text{C}. Berechne die entstehende Hall-Spannung UHU_H.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Gegebene Werte notieren

    Gegeben: d=0.1 mm=0.0001 md = 0.1 \text{ mm} = 0.0001 \text{ m} I=20 AI = 20 \text{ A} B=1.5 TB = 1.5 \text{ T} RH=8.91011 m3/CR_H = 8.9 \cdot 10^{-11} \text{ m}^{3}/\text{C} Gesucht: UH=?U_H = ?

  2. Schritt 2
    Die richtige Formel wählen

    Da II, dd und RHR_H gegeben sind, nutzen wir die erweiterte Formel: UH=RHIBdU_H = R_H \cdot I \cdot \frac{B}{d}

  3. Schritt 3
    Formel umstellen

    Die Formel ist bereits nach der gesuchten Größe UHU_H aufgelöst. Wir müssen nichts umstellen.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Werte einsetzen und ausrechnen

    UH=8.91011 m3/C20 A1.5 T0.0001 mU_H = 8.9 \cdot 10^{-11} \text{ m}^{3}/\text{C} \cdot 20 \text{ A} \cdot \frac{1.5 \text{ T}}{0.0001 \text{ m}} Wir berechnen zuerst den Bruch: 1.5 T0.0001 m=15000 T/m\frac{1.5 \text{ T}}{0.0001 \text{ m}} = 15000 \text{ T/m} Nun multiplizieren wir alles: UH=8.91011 m3/C20 A15000 T/mU_H = 8.9 \cdot 10^{-11} \text{ m}^{3}/\text{C} \cdot 20 \text{ A} \cdot 15000 \text{ T/m} UH=2.67105 VU_H = 2.67 \cdot 10^{-5} \text{ V}

Ergebnis:

Die entstehende Hall-Spannung beträgt 2.67105 V2.67 \cdot 10^{-5} \text{ V} (oder 26.7 μV26.7 \text{ } \mu\text{V}). Das Ergebnis ergibt physikalisch Sinn, da Hall-Spannungen in normalen Metallen wie Silber extrem klein sind.


Quiz zu Der Hall: Teste dein Wissen

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Quizfrage 1 zu Der Hall

Wie lautet die Formel für die Lorentzkraft auf ein Elektron, das sich durch ein Magnetfeld bewegt?

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Welches Kräftegleichgewicht herrscht, wenn der Elektronen-Stau beim Hall-Effekt sein Maximum erreicht hat?

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Aufgabentyp 2: Bedienung von Hallsonden zur B-Feld-Messung

Da die Hall-Spannung direkt proportional zur magnetischen Flussdichte BB ist (UHBU_H \sim B), können wir den Hall-Effekt nutzen, um unbekannte Magnetfelder zu messen. Geräte, die dafür gebaut sind, nennt man Hallsonden.

Damit eine Hall-Sonde eine gut messbare Spannung liefert, wird das Sensorplättchen aus speziellen Halbleitermaterialien gefertigt, die eine sehr große Hall-Konstante RHR_H besitzen.

Bei der Bedienung einer Hall-Sonde musst du drei wichtige Dinge beachten:

1. Die senkrechte Ausrichtung Die Lorentzkraft wirkt nur maximal, wenn das Magnetfeld senkrecht zur Bewegungsrichtung der Elektronen steht. Daher misst eine Hall-Sonde immer nur den Teil (die Komponente) des Magnetfeldes, der exakt senkrecht auf das Sensorplättchen trifft. Hältst du die Sonde schief, misst du einen zu kleinen Wert.

Hall-Sonde im Magnetfeld
Hall-Sonde im Magnetfeld

2. Die Offset-Spannung abziehen Oft zeigt das Messgerät der Hall-Sonde schon eine kleine Spannung an, obwohl du sie noch gar nicht in das zu messende Magnetfeld gehalten hast. Das liegt an winzigen Störfeldern in der Umgebung (z.B. durch andere elektronische Geräte) oder an leichten Ungenauigkeiten im Material. Diese Spannung nennt man Offset-Spannung. Das ist wie bei einer Küchenwaage, auf der schon eine leere Schüssel steht. Bevor du das Mehl wiegst, musst du die „Tara“-Taste drücken, um die Waage auf Null zu setzen. Bei der Hall-Sonde musst du die Offset-Spannung von deinem späteren Messwert abziehen, um den echten Wert zu erhalten.

3. Die Kalibrierung Die Sonde misst zunächst nur eine Spannung in Volt. Um zu wissen, wie viel Tesla diese Spannung bedeutet, muss die Sonde kalibriert werden. Dafür hält man sie in ein Magnetfeld, dessen Stärke man bereits genau kennt. So kann man berechnen, wie viel Millivolt Spannung genau einem Millitesla Magnetfeld entsprechen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Offset-Spannung ermitteln: Lies die Spannung ab, bevor du die Sonde in das Magnetfeld hältst.
  2. Sonde kalibrieren: Halte die Sonde in ein bekanntes Magnetfeld, ziehe die Offset-Spannung ab und berechne den Kalibrierungsfaktor (Spannung pro Tesla).
  3. Senkrecht ausrichten: Achte darauf, dass die Sonde exakt senkrecht zu den Magnetfeldlinien des unbekannten Feldes steht.
  4. Messen und korrigieren: Lies den neuen Wert ab, ziehe die Offset-Spannung ab und berechne mit dem Kalibrierungsfaktor die Stärke des Magnetfeldes.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 2

Aufgabe

Eine Hall-Sonde zeigt fernab von starken Magnetfeldern eine Offset-Spannung von UOffset=3 mVU_{Offset} = 3 \text{ mV} an. Zur Kalibrierung wird sie in ein bekanntes Magnetfeld von Bbekannt=40 mTB_{bekannt} = 40 \text{ mT} gehalten. Das Messgerät zeigt nun insgesamt 19 mV19 \text{ mV} an. Danach wird die Sonde in ein unbekanntes Magnetfeld gehalten. Das Messgerät zeigt nun 35 mV35 \text{ mV} an. Berechne die magnetische Flussdichte BunbekanntB_{unbekannt} des unbekannten Feldes.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Kalibrierung auswerten

    Zuerst müssen wir herausfinden, welche Spannung allein durch das bekannte Magnetfeld erzeugt wurde. Dafür ziehen wir die Offset-Spannung vom Messwert ab: UH,bekannt=19 mV3 mV=16 mVU_{H, bekannt} = 19 \text{ mV} - 3 \text{ mV} = 16 \text{ mV} Das bedeutet: Ein Magnetfeld von 40 mT40 \text{ mT} erzeugt bei dieser Sonde exakt 16 mV16 \text{ mV} Hall-Spannung. Wir berechnen den Kalibrierungsfaktor (Wie viel Millivolt pro Millitesla?): Faktor=16 mV40 mT=0.4 mV/mT\text{Faktor} = \frac{16 \text{ mV}}{40 \text{ mT}} = 0.4 \text{ mV/mT}

  2. Schritt 2
    Unbekannte Messung korrigieren

    Nun werten wir die Messung im unbekannten Feld aus. Auch hier müssen wir zuerst die Offset-Spannung abziehen: UH,unbekannt=35 mV3 mV=32 mVU_{H, unbekannt} = 35 \text{ mV} - 3 \text{ mV} = 32 \text{ mV} Das unbekannte Magnetfeld erzeugt also eine echte Hall-Spannung von 32 mV32 \text{ mV}.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Unbekanntes Magnetfeld berechnen

    Da wir wissen, dass 0.4 mV0.4 \text{ mV} genau 1 mT1 \text{ mT} entsprechen, teilen wir die gemessene Spannung durch unseren Faktor: Bunbekannt=32 mV0.4 mV/mTB_{unbekannt} = \frac{32 \text{ mV}}{0.4 \text{ mV/mT}} Bunbekannt=80 mTB_{unbekannt} = 80 \text{ mT}

Ergebnis:

Die magnetische Flussdichte des unbekannten Magnetfeldes beträgt 80 mT80 \text{ mT}.


Wichtige Erkenntnisse

  • Der Hall-Effekt entsteht, weil die Lorentzkraft bewegte Ladungen in einem Magnetfeld ablenkt und so eine Ladungstrennung verursacht.
  • Im Gleichgewichtszustand ist die elektrische Kraft exakt so groß wie die Lorentzkraft: Fel=FL\textcolor{#9570FF}{F_{el}} = \textcolor{#08BFFF}{F_L}.
  • Hall-Gleichung: UH=RHIBdU_H = R_H \cdot I \cdot \frac{B}{d}. Die Spannung ist umso größer, je dünner (dd) das Plättchen ist.
  • Hallsonden messen nur den Teil des Magnetfeldes, der senkrecht auf das Sensorplättchen trifft.
  • Vor jeder Messung muss eine eventuelle Offset-Spannung vom Messwert abgezogen werden.

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Häufige Fragen

Was ist der Hall-Effekt?

Der Hall-Effekt beschreibt das Phänomen, dass in einem stromdurchflossenen Leiter, der sich in einem Magnetfeld befindet, eine elektrische Spannung quer zur Stromrichtung entsteht. Diese sogenannte Hall-Spannung entsteht durch die Lorentzkraft, welche die bewegten Elektronen an eine Seite des Leiters drückt und so eine messbare Ladungstrennung verursacht. Dieser Effekt ist die Grundlage für viele moderne Sensoren.

Wie berechnet man die Hall-Spannung?

Die Hall-Spannung berechnest du mit der Formel U_H = R_H · I · (B / d). Dabei ist R_H die materialabhängige Hall-Konstante, I die Stromstärke, B die magnetische Flussdichte und d die Dicke des Leiterplättchens. Je dünner das Plättchen und je stärker das Magnetfeld, desto höher ist die gemessene Spannung. Deshalb verwendet man in der Praxis oft extrem dünne Halbleiterplättchen.

Was ist eine Hall-Sonde und wie funktioniert sie?

Eine Hall-Sonde ist ein hochpräzises Messgerät, das den Hall-Effekt nutzt, um die Stärke und Richtung von Magnetfeldern zu bestimmen. Sie enthält ein winziges Sensorplättchen aus Halbleitermaterial mit einer besonders hohen Hall-Konstante. Da die im Plättchen entstehende Hall-Spannung direkt proportional zum anliegenden Magnetfeld ist, kann das Gerät aus der gemessenen Spannung sofort den genauen Wert in Tesla berechnen und auf dem Display anzeigen.

Warum muss man bei einer Hall-Sonde die Offset-Spannung abziehen?

Die Offset-Spannung ist eine kleine elektrische Spannung, die das Messgerät bereits anzeigt, obwohl die Sonde noch gar nicht in das zu messende Magnetfeld gehalten wurde. Sie entsteht durch winzige magnetische Störfelder in der Umgebung oder durch leichte Ungenauigkeiten im Material des Sensors. Um den echten, exakten Wert des Magnetfeldes zu erhalten, musst du diese Offset-Spannung vor der eigentlichen Messung abziehen – ganz ähnlich wie bei der „Tara“-Taste einer Küchenwaage.

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